Ofri
Rezension
Zauberhexe 84
Zauberhexe 84
05:24 10 Mar 21
Wir sind so happy mit dem neuen Boden. Top Beratung, top Arbeit und das zu einem fairen und transparenten Preis. Die... restlichen Böden lassen wir ebenfalls noch machen von der Firma Naki GmbHmehr
Fatmir Osmani
Fatmir Osmani
19:55 09 Mar 21
Erstklassig!
Esthepanie Gores
Esthepanie Gores
19:09 09 Mar 21
Meine Familie und ich sind Sehr glücklich mit Unseren Parkett. Wir empfehlen die Firma Naki GmbH gerne weiter. Mfg,... Esthepanie Goresmehr
Alle Rezensionen anzeigen

abbruch

Lebensdauertabelle

Lebensdauertabelle

Die «Paritätische Lebensdauertabelle» (Seiten 2 bis 13) wurde vom Schweize- rischen Hauseigentümerverband und dem Schweizerischen MieterInnenver- band gemeinsam erarbeitet und wird von sämtlichen massgebenden Organisa- tionen der Immobilienwirtschaft mitgetragen1.

Die erwähnten Bauteile, Materialien, Geräte und Apparate werden normaler- weise im Mietwohnungsbau verwendet. In der Regel wird bei  der  Beurteilung der Lebensdauern vom Ersatz einer Einrichtung einer 90er-Jahr-Baute ausge- gangen.

Die innerhalb der Lebensdauertabelle kursiv  gesetzten  (Preis)-Angaben  sind als ergänzende Erläuterungen der Herausgeberin dieser Broschüre zu verste- hen. Es handelt sich dabei nicht um paritätisch festgelegte Angaben. Die Prei-  se wurden im Dezember 2005 bei Unternehmern, Herstellern und Reinigungs- instituten erhoben. Dazu ist folgendes zu beachten:

  • Sie sind zudem lediglich als Grössenordnung und nicht als effektive Preisangaben zu verstehen.
  • Den meisten Kostenangaben liegt eine Kleinmenge zugrunde: Z.B. Malerarbeiten oder Bodenbeläge für nur ein Zimmer einer Wohnung.
  • Die Fahrkosten zum Einsatzort sind nicht berücksichtigt.
  • Der Begriff «Ersatz» geht davon aus, dass ein bisher vorhandener Gegenstand ersetzt wird. Dabei sind weder Abbruch- noch Abtransportkosten etc. im Preis enthalten.
  • Bei den Küchengeräten und Sanitärapparaten sind weder Billigst-  noch Luxusangebote berücksichtigt.

Die angegebenen Preise sind immer Richtpreise und können stark variieren je nach Menge, Produkt und Ort wo die Sache eingesetzt wird. Für die Ermittlung von genauen Kostenangaben empfiehlt es sich, eine konkrete Offerte – bei grösseren Arbeiten im Konkurrenzverfahren unter mehreren Unternehmungen – einzuholen. Es ist zudem darauf hinzuweisen, dass der Preis nicht immer et-  was über die Qualität, bzw. die Lebensdauer eines Gegenstandes aussagt.

Die Angaben zur Schlussreinigung sind für die Kantone Basel-Stadt und Basel- land oft nicht zutreffend: Hier wird in der Regel vertraglich vereinbart, dass die Wohnung in «besenreinem» Zustand zurückgegeben werden muss. Dabei wird jedoch durch die Vermieterschaft eine «Reinigungspauschale» erhoben. Diese ist jedoch nur zu bezahlen, wenn der Vermieter die Wohnung tatsächlich reinigt und nur bis zur Höhe der vereinbarten Pauschale, auch wenn die tatsächlichen Reinigungskosten höher sind.

Die «Lebensdauertabelle» findet in der Regel bei zwei Vorgängen Anwendung:

  • Zur Bewertung von Schäden und Mängeln (in der Regel beim Auszug aus dem Mietobjekt).
  • Zur Berechnung der Mietzinsveränderung bei wertvermehrenden Investitionen.

1 Sie wird von folgenden Verbänden und Organisationen unterstützt: Schweizerischer Versicherungsverband (SVV); Schweizerischer Verband der Immobilienwirtschaft (SVIT); Schweizerischer Verband für Wohnbau- und Eigentumsförderung (SWE); Schweizerischer Verband für Wohnungswesen SVW; Verband der Immobilien- Investoren (VIV); Vereinigung Zürcher Immobilienfirmen (VZI); Schweizerischer Ver- band Liberaler Baugenossenschaften (VLB), © Copyright bei HEV Schweiz und  SMV/D (Publikation auch Auszugsweise nur mit Zustimmung der Herausgeber)

Bestehen Mängel, welche der Mieter nicht zu verantworten hat und der Vermie- ter behebt diese nicht innert angesetzter Frist, so kann der Mieter eine Reduk- tion seines Mietzinses verlangen.

Paritätische Lebensdauertabelle

Die Tabelle enthält Richtlinien für die voraussichtliche Lebensdauer verschie- dener Einrichtungen in Wohn- und Geschäftsräumen. Die angegebene Lebens- dauer basiert jeweils auf Durchschnittswerten für mittlere Material- und Ar- beitsqualitäten bei normaler, durchschnittlicher Beanspruchung durch die Mie- terschaft. Sofern eine überrmässige Abnützung vorliegt, werden Instandstel- lungskosten zwischen den Mietparteien aufgrund der angegebenen Lebens- dauer aufgeteilt.

Bei kleineren übermässigen Abnutzungen, die einer Nachmieterschaft zugemutet werden können (z.B. bei Kratzern auf der Küchenabdeckung,  offenen Dübellöchern, abgeschlagener Farbe an Radiatoren, Türrahmen und anderen exponierten Stellen) müssen durch die Mieterschaft nur die Reparaturkosten übernommen werden. In solchen Fällen ist oft sowohl Vermieter- als auch Mieterschaft mit einer Minderwertentschädigung am besten gedient.

Bei laufenden Mietverhältnissen hat die Mieterschaft keinen  Anspruch  darauf, dass Einrichtungen automatisch erneuert oder ersetzt werden, wenn deren Lebensdauer abgelaufen ist. Ein entsprechender Anspruch des Mieters besteht nur dann, wenn Einrichtungen mangelhaft sind. Eine Einrichtung gilt zudem nur als mangelhaft, wenn deren Weiterbenutzung im bisherigen Zustand dem Mieter in objektiver Hinsicht nicht mehr zugemutet werden kann. Zur Vornahme von so genannten Schönheitsreparaturen ist der Vermieter nicht verpflichtet.

Der Anspruch der Mieterschaft auf die Erneuerung und den Ersatz von mangelhaften Einrichtungen in einem laufenden Mietverhältnis besteht auch dann, wenn deren Lebensdauer noch nicht abgelaufen ist.

Ist die Mangelhaftigkeit einer Einrichtung allerdings durch die Mieterschaft verschuldet, so muss diese für die entsprechenden Reparaturkosten bzw.

 

anteilmässig für die Kosten einer Ersatzanschaffung oder Erneuerung im Rahmen der noch nicht abgelaufenen Lebensdauer aufkommen. Muss z.B. der beim Einzug neu gelegte Spannteppich im Wohnzimmer nach sechs Jahren ersetzt werden, weil dieser durch einen umgekippten Christbaum stark beschädigt wurde (Brandspuren, Kerzenwachsflecken), so muss  der  Mieter  40% der Kosten des neu anzuschaffenden Spannteppichs übernehmen (Lebensdauer eines Spannteppichs mittlerer Qualität 10 Jahre).

Kleinere Einrichtungsgegenstände, die im Laufe  des  Mietverhältnisses defekt werden, müssen auf Kosten der Mieterschaft ersetzt werden. In der Tabelle sind Beispiele solcher Gegenstände mit kU (kleiner Unterhalt) bezeichnet.

Reduktion der Lebensdauer bei besonderer Nutzung

Insbesondere Boden-, Wand- und Deckenbeläge

Büros                                                                                                                                    20%

Gewerbe mit wenig Beanspruchung (z.B. Läden)                                                    25%

Gewerbe mit viel Beanspruchung (z.B. Restaurant)                                                50%

Heizung / Lüftung / Klima  
Heizkessel   20 Jahre
Brenner   20 Jahre
Steuerung   20 Jahre
Umwälzpumpe   20 Jahre
Kamine:    
Chromstahl   20 Jahre
Glaskeramik   20 Jahre
Wärmepumpe   20 Jahre
Umformer, bei Fernwärme, inkl. Anschlussgebühr   25 Jahre
Sonnenkollektoren   20 Jahre
Bodenheizung   30 Jahre
Radiatoren / Heizwände:    
Radiator   50 Jahre
Handtuchradiator

Richtpreis: Ersatz

 

pro Stk.

30 Jahre

1’000.–

Leitungen Kupfer/Stahl/Guss   50 Jahre
Kunstharzfarbanstrich zu Leitungen und Radiatoren

Richtpreis: Neuanstrich

 

pro Stk.

20 Jahre

80.–

Kunstharzfarbe einbrennlakiert zu Leitungen und Radiatoren                          20 Jahre Elektroinstallation der Heizanlage                                                              20 Jahre Öl- / Brennstofftank:

innenliegend                                                                                                                30 Jahre

erdverlegt                                                                                                                     20 Jahre

Leckschutzanlage                                                                                                     20 Jahre

Messinstrumente:

Wärme-, Mengen- und Durchflusszähler                                                                15 Jahre

Heizkostenverteiler                                                                                                     15 Jahre

Ventile:

Thermostat-Radiatorventile                                                                                      20 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Stk.                            350.–

Gewöhnliche Radiatorenventile                                                                               20 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Stk.                            250.–

Klimageräte, Kleingeräte für einzelne Räume                                                      15 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Stk.                         1’300.–

Lüftung:

Kontrollierte Wohnungslüftung                                                                                 20 Jahre

Lüftungskanäle                                                                                                            25 Jahre

Zentrale Warmwasseraufbereitung

Kombi-Kessel                                                                                                             20 Jahre

Umwälzpumpe                                                                                                           20 Jahre

Elektroinstallationen, der Warmwasseraufbreitungsanlage                             20 Jahre

Messinstrumente, elektronische Zähler                                                                15 Jahre

Boiler:

Kombiboiler, mit Heizung kombiniert                                                                       20 Jahre

Elektroboiler                                                                                                                 20 Jahre

Gasapparate                                                                                                                20 Jahre

Cheminée

Cheminèes:

Cheminée, Cheminéeofen                                                                                        25 Jahre

Schamottsteinauskleidung                                                                                     15 Jahre

Richtpreis: Neuauskleidung                                                  pro m2                             800.–

Warmluft-Cheminée                                                                                                   25 Jahre

Ventilator, zu Rauchabzug                                                                                       20 Jahre

Aggregate:

für Warmluftcheminée                                                                                                20 Jahre

zur Wärmerückgewinnung                                                                                        20 Jahre

Cheminéeabschluss, Metallgitter, Glas                                                                 20 Jahre

 

Gebäudehülle

Gebäudeisolation, Fenster, Rollladen, Lamellenstoren, Dach

 

Kompaktisolation:

Styropor                                                                                                                        25 Jahre

Mineralwolldämmplatten                                                                                            30 Jahre

Hinterlüftete Fassadenisolation:

Holzverkleidung                                                                                                          30 Jahre

Platten                                                                                                                           30 Jahre

Eternitverkleidung, -Schindeln                                                                                  40 Jahre

Verputz:

Mineralische Fassadenputze, auf Mauerwerk                                                       40 Jahre

Kunststoffputze Fassade, auf Mauerwerk                                                              25 Jahre

Silikatanstrich, auf Fassadenputz (rein mineralisch)                                             25 Jahre Dispersionsfarbe, aussen, Beschichtung für mineralische Untergründe 20 Jahre Kleinreparaturen an Fassade:

Richtpreis: Loch flicken nur oberflächlich                            pro Loch                         300.–

Richtpreis: grösseres Loch flicken inkl, Ersatz

Wärmedämmung (grösseres Loch)                                     pro Loch                         600.–

Estrich- / Keller- / Dachisolation                                                                            30 Jahre

Fensterbänke, Anpassung an Isolation                                                                 30 Jahre

Fugendichtungen, Kittfugen aussen, elastisch                                                    10 Jahre

DV-Fenster, Doppelverglasung in Holz                                                                  25 Jahre

IV-Fenster:

Kunststoff, Wärme-/Schallschutzfenster                                                                 25 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Flügel                       450.– Holz, Wärme-/Schallschutzfenster                                                                                                        25 Jahre Richtpreis: Ersatz      pro Flügel                             500.–

Holz-Metall, Wärme-/Schallschutzfenster                                                               25 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Flügel                       550.– Metall, Wärme-/Schallschutzfenster                                                                                                     30 Jahre Richtpreis: Ersatz      pro Flügel                             600.–

 

Beschichtung, mit Öl- , Kunstharz- oder

Acrylharz-Anstriche bei Fenstern, -bänken                                                             10 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro m                                 30.–

Gummidichtungen, zu Fenstern                                                                             10 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro m                                 20.–

Reinigung

Richtpreis: Fenster Holz, Doppelverglasung (allseitig)     pro m2                               40.–

Richtpreis: Fenster Holz oder Kunststoff,

Isolierverglasung                                                                     pro m2                               20.–

Rollläden:

Holz                                                                                                                               25 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Stk.                            850.–

Metall, Aluminium                                                                                                       30 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Stk.                            700.–

Lamellenstoren:

aussen, Aluminium                                                                                                     25 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Stk.                            650.–

innen, Aluminium oder Kunststoff                                                                            15 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Stk.                            400.–

Gurten, für Rollladen und Storen                                                                               8 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Stk.                            100.–

Motoren für Stoffstoren, Raffstoren, Rollläden                                                      15 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Stk.                            500.–

Kurbeln:

Kurbeln                                                                                                                         15 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Stk.                            150.–

Kurbel-Halterung, Metall                                                                                            10 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Stk. (inkl. Mont.)      110.–

Kurbel-Halterung, Kunststoff                                                                                       5 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Stk. (inkl. Mont.)      108.–

Jalousieläden:

Holz                                                                                                                               30 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Flügel                       700.–

Holz, neuer Anstrich                                                                                                    15 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Flügel                       160.–

Metall, Aluminium                                                                                                       40 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Flügel                       700.–

Reinigung

Richtpreis: Jalousieläden: Holz                                             pro m2                             100.–

Richtpreis: Rollläden: Holz, Metall, Kunststoff                    pro m2                             150.–

Richtpreis: Rollläden: Kunststoff                                           pro m2                             150.–

Richtpreis: Rafflamellenstoren: aussen, Alu,

Kunststoff, Metall                                                                     pro m2                             150.–

Richtpreis: Rafflamellenstoren: innen, Alu oder

Kunststoff                                                                                  pro m2                             150.–

Richtpreis: Rafflamellenstoren: aussen, Alu oder

Kunststoff                                                                                  pro m2                             150.–

Richtpreis: Stoffstoren                                                             pro m2                               30.–

Flachdach:

Kiesklebedach                                                                                                             30 Jahre

Zementplattenbelag                                                                                                   30 Jahre

Schrägdach:

Ziegel, Eternit                                                                                                               50 Jahre

Ziegel, Eternit, mit neuer Wärmedämmung                                                            50 Jahre

Dachrinne, Fallrohre, etc.:

gestrichen oder verzinkt                                                                                             20 Jahre

Kupfer-Titan-Zink                                                                                                        30 Jahre

Chromstahl, Uginox, Kupfer                                                                                      40 Jahre

Vordach:

Konstruktion Metall                                                                                                     30 Jahre

Konstruktion Holz                                                                                                        30 Jahre

 

Glaseinsatz, zu Türen                                                                                               30 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro m2                             800.–

Beschläge, zu Türen                                                                                                  15 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Stk.                              30.–

Gummidichtungen, zu Türen                                                                                  15 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro m                                 20.–

Schiebetüren/Faltwände:

Holzwerkstoff oder massiv                                                                                        30 Jahre

Rollen                                                                                                                            15 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Stk.                              50.–

Türrahmen, -zargen, -schwellen, innen:

Rahmen und Schwellen in Holz                                                                                30 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Stk.                            550.–

Rahmen und Schwellen in Metall, Kunst- oder Naturstein                                   40 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Stk.                            800.–

Zargen Metall                                                                                                               30 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Stk.                            300.–

Fenstersimse, innen, lackiert, Öl-, Acryl, oder Kunstharzfarbanstriche 20 Jahre
Schlösser:  
Wohnungstüre 30 Jahre
Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Stk. 220.–
Zimmertüre 30 Jahre
Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Stk. 180.–
Kittfugen 10 Jahre
Richtpreis: Ersatz                                                                     pro m 25.–
Schliessanlagen, automatische 20 Jahre
Reinigung

Richtpreis: Zimmertüren (mit Rahmen)                                pro m2

 

20.–

Richtpreis: Zimmertüren, Spanplatten,

gestrichen/fourniert (80×200 cm)                                          pro m2

 

20.–

Preisrahmen: Wohnungseingangstüre, Massivholz,

Metall                                                                                        pro m2

 

30.–

Malerarbeiten, Boden abdecken

Richtpreis: mit Papier                                                              pro m2

 

3.–

Richtpreis: mit Plastik                                                              pro m2 5.–
Richtpreis: mit Pavatex                                                           pro m2 15.–
Richtpreis: über Treppen, Geländer, etc. mit Plastik

und Pavatex                                                                              pro Tritt

 

15.–

Bodenbeläge  
Böden:  
PVC, Novilon etc. 20 Jahre
Richtpreis: Ersatz                                                                     pro m2 80.–
Gummi, Kautschuk 20 Jahre
Richtpreis: Ersatz                                                                     pro m2 120.–
Linoleum 20 Jahre
Richtpreis: Ersatz                                                                     pro m2 80.–
Korkboden versiegelt 15 Jahre
Richtpreis: Ersatz                                                                     pro m2 130.–
Laminatböden (Kunstparkett):  
günstige, schlechte Qualität, Klasse 31 10 Jahre
Richtpreis: Ersatz                                                                     pro m2 80.–
mittlere Qualität, Klasse 32 15 Jahre
Richtpreis: Ersatz                                                                     pro m2 100.–
gehobene Qualität, Klasse 33 25 Jahre
Richtpreis: Ersatz                                                                     pro m2 110.–
Parkett / Holzriemenböden:  
Klebeparkett, kleinformatiges Massivholzparkett (Klötzliparkett), bis ca. 6 x renovierbar  

40 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro m2 90.–
Hartholzriemen / Massivparkett, bis ca. x renovierbar 40 Jahre

Fernseh- und Radioempfang / elektrische Anlagen

TV-Kabelanschluss

Richtpreis: Ersatz

 

Stk.

10 Jahre

370.–

ISDN-Anschluss

Richtpreis: Ersatz

 

Stk.

10 Jahre

340.–

TV-Antenne / Satelitenschüssel   10 Jahre
Telefonverteiler, Installationen   25 Jahre
Telefonhauszentrale, Kleinzentrale

Richtpreis: Ersatz

 

Stk.

15 Jahre

4’000.–

Schalter

Richtpreis: Ersatz

 

Stk.

15 Jahre

150.–

Steckdosen

Richtpreis: Ersatz

 

Stk.

15 Jahre

150.–

Fassungen

Richtpreis: Ersatz

 

Stk.

15 Jahre

200.–

Zähler   20 Jahre

Leuchten, Decken- und Wandleuchten in Küche, Bad, WC                                20 Jahre

Leitungen                                                                                                                     40 Jahre

Starkstromanlagen                                                                                                   40 Jahre

Balkone / Sonnenstoren / Wintergarten

Balkone:

Holzkonstruktion                                                                                                         30 Jahre

Metallkonstruktion                                                                                                       40 Jahre

Zementplatten                                                                                                             30 Jahre

Feinsteinzeugplatten                                                                                                  25 Jahre

Geländer, Holzlatten, gestrichen                                                                              20 Jahre

Geländer, Metallprofile, Rohre, Bleche, gestrichen oder einbrennlackiert         30 Jahre

Sonnenstoren:

Holz, gestrichen oder lasiert, Kunststoffkonstruktion mit Verglasungen            20 Jahre Stahl, grundiert und gestrichen mit Verglasungen                                      25 Jahre

einbrennlackiertes Aluminium, feuerverzinkte oder einbrennlackierter Stahlkonstruktionen mit Verglasungen                                                                    30 Jahre

Isolierverglasung                                                                                                        25 Jahre

Richtpreis: Glasersatz                                                             pro m2                             400.–

Einfachverglasung                                                                                                      25 Jahre

Richtpreis: Glasersatz                                                             pro m2                             150.–

Maurerarbeiten                                                                                                            25 Jahre

Plattenarbeiten                                                                                                            25 Jahre

Keramikplattenarbeiten                                                                                              25 Jahre

Elektroinstallationen, zu Wintergarten etc.                                                              25 Jahre

Terrassen:

Geländer, Holzlatten, gestrichen                                                                              20 Jahre

Geländer, Metallprofile, Rohre, Bleche, gestrichen oder einbrennlackiert         30 Jahre Zementplatten                                                                                                   30 Jahre

Feinsteinzeugplatten                                                                                                  25 Jahre

Elektroinstallationen, auf Terrassen                                                                        25 Jahre

Gartensitzplatz, Eternit-Waren                                                                                  10 Jahre

Spielplatz:

Spielgeräte, Metall, Holz, Kunststoff                                                                        15 Jahre

Fussmatten, Schmutzschleusen, Fussabstreiffer, textil                                      10 Jahre

Keller- und Estrichausbau

Nutzung für Wohn- und Arbeitszwecke                                                                   40 Jahre

Nutzung als Lagerraum                                                                                             40 Jahre

Schutzraumbelüftung                                                                                                 40 Jahre

Aufzug

Liftanlage                                                                                                                     30 Jahre

Elektroinstallationen, zu Liftanlage                                                                          30 Jahre

Gemeinschaftseinrichtungen

Waschmaschine                                                                                                        15 Jahre

Tumbler                                                                                                                        15 Jahre

Trockenapparat                                                                                                         15 Jahre

Wasserenthärtungsanlage                                                                                     20 Jahre

Kombischliessanlage                                                                                               20 Jahre

automatische Türöffner-Anlage, mechanische Teile                                        20 Jahre

Gegensprechanlage, Türöffner, elektrische Teile                                               20 Jahre

Briefkasten                                                                                                                 20 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Stk.                            300.–

Zäune u.ä.:

Metallpfosten mit Holzstaketen o.ä., Holz imprägniert                                          15 Jahre

Metallpfosten mit Metallstaketen oder Maschendraht                                           25 Jahre

Gartenmauern, Garagenmauern, Geländemauern, massiv                               40 Jahre

Zementplatten, Zugangswege                                                                                30 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro m2                               60.–

Mietrechtliche Grundlagen

1.      Die normale Abnützung

MieterInnen dürfen das Mietobjekt gebrauchen, wie es im Mietvertrag verein-  bart worden ist. Sei es als Familienwohnung, als Laden oder als Büro. Für den normalen Gebrauch und die «normale Abnützung» des Mietobjekts zahlt die Mieterschaft Miete. Was unter der «normalen Abnützung» zu verstehen ist, bemisst sich in erster Linie nach dem vertraglich vereinbarten oder vorausge- setzten Verwendungszweck. So ist der Begriff der «normalen Abnützung» für eine Familie mit mehreren (Klein-) Kindern weiter zu fassen als für  eine Frau,  die alleine wohnt. Wird ein Wohnraum mit Wissen des Vermieters für Arbeiten  mit Rauchimmissionen vermietet, ist die normale Abnützung stärker.

2.      Die unsachgemässe Benützung

Die normale Lebensdauer bildet das Kriterium, wieviel beim Auszug bezahlt werden muss. Die Mieterschaft haftet beim Auszug aus einer Wohnung oder   aus einem Geschäftsraum nur für Schäden, die sie durch unsorgfältigen Ge- brauch des Mietobjekts verursacht hat. Darunter fallen etwa: Die Beschädigung von Türen durch Hunde, die Benützung von Nagelschuhen auf dem Wohnzim- mer-Parkett, von Kindern bemalte Tapeten oder das übermässige  Rauchen. Auch die Einrichtung von Werkstätten und Labors in Wohn- und Büroräumen kann zu einer unsachgemässen Benützung des Mietobjekts führen.

Bei der Haftung für den unsorgfältigen Gebrauch des Mietobjekts spielt es keine Rolle, ob die Mieterschaft  selbst,  die  MitbewohnerInnen,  die Angestellten, die Gäste oder die Haustiere mit der Einrichtung von Wohnungen und Geschäftsräumen unsorgfältig umgegangen sind. Wieviel die Mieterschaft zahlen muss, hängt nicht von der Dauer des Mietverhältnisses, sondern vom Zustandswert der beschädigten Sache ab. Die Entschädigung  bemisst  sich  nach dem Wert, den die Sache unter der Berücksichtigung des Alters und der

«normalen Lebensdauer» noch aufweist. Ein Beispiel: Ein Nadelfilz-Teppich muss ersetzt werden, weil ihn der Hund beschädigt hat. Die «normale Lebensdauer» eines Nadelfilzes beträgt acht Jahre. Der Vermieter hat den Bodenbelag vor 9 Jahren neu verlegt. Der Mieter muss keine Kosten übernehmen, weil die Lebensdauer des Teppichs bereits überschritten ist. Wieviel die Mieterschaft zahlen muss, bemisst sich also nach dem Alter des Einrichtungsgegenstandes, der Installation oder des Bauteils.

Hinweis: Massgebend ist die gesamte Lebensdauer der Sache und nicht    die Mietdauer. Ist ein Gegenstand bereits vom Vormieter benutzt worden, so ist diese Dauer bei der Berechnung hinzuzuzählen.

3.      Schäden durch Dritte

Werden Schäden durch unbekannte Dritte verursacht (z.B. durch Einbruch), so gilt der Grundsatz, dass die Schäden welche durch Gewalteinwirkung von aus- serhalb der Wohnung (Wohnungstüre, Fenster etc.) verursacht wurden, zu Las- ten des Vermieters (bzw. dessen Versicherung) gehen; wird Eigentum des Mie- ters zerstört, so hat dieser (bzw. dessen Versicherung) die Kosten zu über- nehmen.

4.      Die normale Lebensdauer bei besonderer Beanspruchung in Büros, Läden und Restaurants

Die Lebensdauer von Einrichtungen und Bauteilen verringert sich, wenn das Mietobjekt übermässig beansprucht worden ist. Dabei reduziert sich die Le- bensdauer (insbesondere für Boden-, Wand- und Deckenbeläge) bei speziellen Nutzungen wie folgt:

 

4 für Büros                                                                                                                          20%

4 Gewerbe mit wenig Beanspruchung (z.B. Läden)                                                    25%

4 Gewerbe mit viel Beanspruchung (z.B. Restaurant)                                                50%

5.      Die Reduktion der Lebensdauer bei nassen, feuchten und speziell ge- nutzten Räumen

Trotz allfälliger Ventilatoren haben in unzweckmässigen Nassräumen (Räume ohne Fenster, schlechte Entlüftung) oder feuchten Räumlichkeiten ungeeignete Einbaumöbel, Spiegelschränke, Wand- und Deckenanstriche, Fugendichtun- gen, Apparate etc. eine kürzere Lebensdauer.

Keine weitere Reduktion der «Lebensdauer» erfolgt für die besondere Beanspruchung von Räumlichkeiten wie Küche und Kinderzimmer: Diese ist bereits in einer generellen Reduktion der «Lebensdauer» von Anstrichen (von früher 10 Jahre) auf 8 Jahre berücksichtigt.

6.      Der «kleine Unterhalt» ist Sache der Mieterschaft

Die Behebung von kleinen Mängeln gehören zum «kleinen Unterhalt», die von der Mieterschaft behoben werden müssen. Dabei sollten die Kosten für die kleinen Ausbesserungen den Richtwert von ca. Fr. 100.– bis Fr. 150.– pro Re- paratur nicht überschreiten. Allgemein gelten Wartungsarbeiten die normaler- weise ohne Beizug von Fachleuten durch die Mieterschaft selbst ausgeführt werden können als «kleiner Unterhalt». Meist findet sich in den «Allgemeinen Bestimmungen zum Mietvertrag» Ausführungen oder eine Auflistung dieser Ar- beiten. Sonst gilt der Ortsgebrauch. Allerdings darf die vertragliche Regelung nicht dazu führen, dass die Mieterschaft zu einer Kostenübernahme verpflichtet wird, die den gesetzlichen Rahmen sprengt.

Beim «kleinen Unterhalt» ist die Mieterschaft nur zur Ausführung der Reparatur auf ihre Kosten verpflichtet, wenn die Ersatzteile  noch  erhältlich  sind. Ist dies nicht der Fall, muss der Vermieter die Instandstellung auf seine Kosten übernehmen.

7.      Reparaturen sind fachmännisch durchzuführen

Der kleine Unterhalt und Reparaturen müssen fachgerecht ausgeführt werden. Es darf kein «Flickwerk» entstehen. Im Zweifelsfalle sollen die Reparaturen durch einen Fachmann vorgenommen werden.

8.      Wenn Ersatzteile und Apparate nicht mehr erhältlich sind?

Wenn Ersatzteile und Apparate auf dem Markt nicht mehr erhältlich sind, hat    die Mieterschaft für die Kosten einer Neuanschaffung nicht vollumfänglich auf- zukommen. Vielmehr muss sie die Kosten im Rahmen der normalen Lebens- dauer übernehmen. Der Kostenanteil berechnet sich also nach der Rest- Lebensdauer des defekten Einrichtungsgegenstands oder des beschädigten Bauteils.

9.      Kleinere Schäden wie Farbveränderungen hinter Bildern und Möbeln

Dübellöcher, Schrammen, kleinere Schäden, Farbveränderungen von Bildern («Schatten»), hinter Möbeln usw. gehören in der Regel zur «normalen Abnüt- zung». Die Schäden sollen (wo möglich –  fachmännisch  repariert  oder,  wo nicht störend) belassen werden. Kleine Schäden können nicht zum Anlass ge- nommen werden, die ganze Einrichtung auf Kosten der Mieterschaft zu reno- vieren.

Sind kleinere Schäden derart, dass sie nicht mit der «normalen Abnützung» begründet werden können, so kann der Vermieter dafür eine Minderwertentschädigung verlangen. Diese bemisst sich am Umfange des Schadens (ästhetisch, im Gebrauch eingeschränkt etc.) und an  der  Lebensdauer der Einrichtung.

10.    Die Übernahme von Einrichtungen des Vormieters

Der Vermieter kann von der Mieterschaft verlangen, dass beim Auszug der ur- sprüngliche Zustand des Mietobjektes wiederhergestellt wird, sofern Änderun- gen ohne schriftliche vorbehaltlose Zustimmung des Vermieters vorgenommen wurden. Dies gilt auch, wenn die Mieterin von ihrem Vormieter Einrichtungsge- genstände (ohne Zutun des Vermieters) übernommen hat.  In  diesen  Fällen kann die Mieterschaft mit dem Vermieter vereinbaren, dass er beim Auszug  keine aufwändige Sanierung der Unterlage unter dem Teppich (Kleberesten),  auf dem Untergrund von Einbauten und Apparaten (Belagsfehler) fordert. Eine entsprechende Abmachung muss im Mietvertrag oder im Übernahmeprotokoll festgehalten werden.

11.    Abgelaufene Lebensdauer

Ist die Lebensdauer eines Gegenstandes abgelaufen, so muss dieser nicht zwangsläufig ersetzt werden. Ist er nach allgemeinem Ermessen noch in gu- tem, ansehnlichen und gebrauchsfähigen Zustand so kann die Mieterschaft die Erneuerung nicht verlangen (sog. «Schönheitsreparaturen»). Entstehen an sol- chen Gegenständen Schäden, so können dafür keine Minderwerte verlangt werden (Ausnahme: Antiquitäten etc.).

12.    Die Haftpflichtversicherung

Eine Haftpflichtversicherung erbringt in der Regel Leistungen für Beschädigun- gen am Mietobjekt, sofern deren Ursache nicht auf Abnützung, allmähliche Einwirkung oder durch unsachgemässen Gebrauch zurückzuführen ist.

Ist ein solcher Schaden entstanden, so sollte dieser unverzüglich der Versicherungsgesellschaft gemeldet werden. Steht eine Wohnungsabgabe an und es besteht die Möglichkeit, dass der Vermieter solche Schäden geltend macht, sollte die Versicherungsgesellschaft frühzeitig (ca. 30 Tage vor der Wohnungsabgabe) darüber verständigt werden. In der Regel wird die Gesellschaft einen Schadeninspektor mit der Aufnahme des Mieterschadens beauftragen.

Stellt sich erst bei der Wohnungsabgabe die Schadensforderung des Vermieters, so soll die Mieterschaft ohne Zustimmung der Versicherung keine Zusagen unterzeichnen oder gar Instandstellungsarbeiten ausführen lassen. Zwar kann der Schaden im Abnahmeprotokoll umschrieben werden, jedoch mit dem klaren Hinweis, dass die Übernahme der Schadensbehebungsungskosten vorbehältlich der Zustimmung der Versicherungsgesellschaft erfolge.

Wird die vom Vermieter geforderte Summe durch die  Versicherung  bestritten, so sollte darauf bestanden werden, dass diese die Kosten für die prozessuale Klärung der Streitfrage übernimmt.

13.    Schlüssel (verlorene)

Fehlende Schlüssel müssen auf Kosten des Mieters wie-derbeschafft werden. Bei unregistrierten Schlüsseln hat der Mieter das Recht, diese selbst neu anfertigen zu lassen. Bei registrierten Schlüsseln wird der Ersatz in der Regel durch den Vermieter beschafft. Sind durch verloren gegangene Schlüssel Anpassungen an Schliessplan und/oder Schliessanlage not-wendig, kann dies grössere Kosten zur Folge haben. Solche Aufwendungen sind nur durch die Mieterschaft zu übernehmen, wenn der begründete Verdacht besteht, dass verlorene Schlüssel zu Missbräuchen verwendet werden  können.  Die  Abgeltung muss angemessen erfolgen:

Preisrahmen: pro Wohnhaus maximal                                                            500 Fr.

Preisrahmen: pro Geschäftshaus maximal                                                  1000 Fr.

 

Schlüssel, welche von der Mieterschaft auf eigene Kosten während der Mietdauer hergestellt wurden, sind bei der Wohnungsabgabe  der Vermieterschaft ohne Entschädigung zu übergeben.

14.    Garten allgemein

Sofern im Vertrag nicht anders geregelt: Für den Unterhalt eines Gartens, (z.B.  in einem Einfamilienhaus oder in einem Mehr-familienhaus zur Alleinbenützung vermietet wurde) hat der Mieter aufzukommen. Wie und wann er dies tut, ist seine Sache. Dies trifft auch für die Schneeräumung zu. Zurückschneiden von Sträuchern geht zu Lasten des Mieters; nicht jedoch der Gehölzschnitt grosser Bäume.

Substanzielle Veränderungen an der Gartenanlage  bedürfen  der Zustimmung des Vermieters. Bei Beendigung des Mietverhältnisses muss der Garten den gleichen Zustand aufweisen wie beim Antritt. Im Streitfalle liegt die Beweispflicht beim Vermieter.

Berechnungsbeispiele

Beispiel 1: Ersatz eines Teppichs nach Ablauf der Lebensdauer

Ein Mieter ist vor sechs Jahren in die  Wohnung eingezogen. Der  Sisalteppich  im Wohnzimmer war bereits damals fünf Jahre alt. Insgesamt war der Teppich also elf Jahre in der Wohnung. Da die «Lebensdauer» eines Sisalteppichs höchstens zehn Jahre beträgt, muss der Mieter beim Auszug keine Kosten für diesen Teppich übernehmen. Er ist abgeschrieben und durch die monatlichen Mietzinszahlungen des Mieters bereits vor einem Jahr vollständig abbezahlt.

Beispiel 2: Streichen eines Zimmers

Ein Mieter ist vor vier Jahren in  die Wohnung eingezogen. Das Wohnzimmer war beim Einzug frisch gestrichen. Durch starkes Rauchen muss die Wohnung beim Auszug wiederum gestrichen werden:

Rechnung des Malers: Fr. 1’300.–
Lebensdauer des Anstriches   8 Jahre
bereits abgegolten   5 Jahre
durch den Mieter zu übernehmen: 50%2 Fr. 650.–
Beispiel 3: Minderwert durch Sprung im Lavabo    

Ein 12 Jahre altes Keramik-Lavabo wird durch eine fallengelassene Parfümfla- sche beschädigt (nicht stark sichtbare Kerbe in der Lavaboschüssel). Der Er- satz würde insgesamt ca. Fr. 900.– kosten. Rund 1/3 der Lebensdauer ist be- reits abgeschrieben. Der aktuelle Zustandswert beträgt also rund Fr. 600.–. Es scheint angemessen den Minderwert durch die kleine Beschädigung mit 5%, also Fr. 30.– zu berechnen.

2 Bei sehr starkem Nikotinbelag können – zu Lasten des Mieters – Kosten für eine Spe- zialbehandlung des Untergrundes zur Abdeckung der Nikotinablagerungen hinzu- kommen.

© Copyright bei HEV Schweiz und SMV/D (Publikation auch Auszugsweise nur mit Zu- stimmung der Herausgeber)

 

Estrich

Als Estrich (althochdeutsch esterih; über lateinisch astracus, astricus „Pflaster (aus Tonziegeln)“ von altgriechisch ὄστρακον óstrakon „Scherbe, irdenes Täfelchen“) bezeichnet man in Deutschland den Aufbau des Fußbodens als ebenen Untergrund für Fußbodenbeläge. Estriche werden je nach entsprechender Art und Ausführung auch fertig nutzbarer Boden genannt.

Das schweizerische Wort für Estrich ist Unterlagsboden, das Wort „Estrich“ bezeichnet dort den Dachboden.

 

Grafische Darstellung eines Fußbodens

Neben seiner Aufgabe als „Füll- und Ausgleichsstoff“ ist ein Estrich vor allem als Lastverteilungsschicht anzusehen, unter der sich Heizungen, Wärme- und Schalldämmungen befinden können. Er kann ebenso die direkte Nutzschicht sein.

Eine Sonderform ist der sogenannte „Nutzestrich“ oder „Sichtestrich“. Dabei ist der Estrich gleichzeitig die „Nutzschicht“ ohne Oberbodenbelag. Estrich wird aus Estrichmörtel hergestellt, dieser besteht aus einer Gesteinskörnung (meist Sand) und einem Bindemittel (z. B. Zement, Calciumsulfat, Magnesiumoxid, Bitumen). Alternativ dazu gibt es auch Trockenestrich aus Fertigteilplatten

 

Frisch verlegter Estrichfußboden

Definition

Die DIN EN 13318 definiert den Begriff Estrich wie folgt: Schicht oder Schichten aus Estrichmörtel, die auf der Baustelle direkt auf dem Untergrund, mit oder ohne Verbund, oder auf einer zwischenliegenden Trenn- oder Dämmschicht verlegt werden, um eine oder mehrere der nachstehenden Funktionen zu erfüllen:

  • den Druck gleichmäßig auf die darunterliegende Dämmung verteilen
  • gleichmäßiger Untergrund für einen Bodenbelag
  • unmittelbare Nutzbarkeit
  • eine vorgegebene Höhenlage zu erreichen[1]

Estriche nach Bindemittel

Estriche können nach ihren Bindemitteln unterschieden werden.

Zementestrich (CT)

Der bekannteste Estrich ist der nach DIN EN 13 813 als CT (von Cementitious screed) bezeichnete Zementestrich. Es handelt sich dabei um einen Mörtel, dessen Korngröße und Mischung auf seine spezielle Verwendung optimiert wurden. Üblicherweise werden Korngrößen bis zu 8 mm verwendet. Bei Estrichdicken über 40 mm darf das Größtkörn maximal 16 mm groß sein. Das Mischverhältnis von Zement zu Sand liegt etwa bei 1:5 bis 1:3.

Der Zementestrich (CT) hat den Vorteil der Beständigkeit gegenüber Wasser nach der Aushärtung. Und auch Kälte und Hitze sind keine Probleme. Außerdem können mit Zement als Bindemittel hohe Festigkeiten erreicht werden. Nachteilig ist die Anfälligkeit des Zements für chemische Angriffe (z. B. durch Säuren) und das Verhalten auf Dämmungen oder Trennlagen. Durch „Schrumpfungsvorgänge“, die sich beim Erhärtungsvorgang des Estrichs in Kriechen und Schwinden infolge der ungleichmäßigen Hydratation ausdrücken, ist die Feldgröße in der Regel auf 36 m² zu begrenzen, da sich in der Konstruktion sonst unkontrolliert Risse bilden. Des Weiteren benötigt der Zementestrich relativ lange bis er belegereif ist.

Zementestrich erfordert nach dem Mischvorgang eine unverzügliche Verarbeitung. Und beim Einbringen und während der ersten drei Tage der Erstarrung eine Mindesttemperatur von 5 °C (auch nachts). Während der Erstarrungsphase darf diese Temperatur nicht unterschritten werden, da sonst mit starken Festigkeitsverlusten zu rechnen ist. Der Estrich ist außerdem vor Zugluft und Wassereintrag (undichtes Dach, Auskippen von Wasser usw.) zu schützen. Die Zugluft führt durch den Kapillarzug zu einer erhöhten Hydratation im Oberflächenbereich. Das bedeutet, dass „oben“ ein kleineres Volumen ist als „unten“ und der Estrich stark schüsselt. Zu viel Wärme zum Beispiel durch Zwangstrocknungen mit Heizungen führen zum Abbruch der Hydratation bzw. des Kristallwachstums. Daraus resultiert ein Schaden, wenn der Estrich Feuchte bekommt, z. B. durch Wasser aus einem Verlegemörtel. Die Begehbarkeit richtet sich nach der Art des Zements (CEM I, CEM II), der Dicke und den Umgebungsbedingungen. Ein schwimmend verlegter Zementestrich sollte frühestens nach 3 Tagen begangen werden. Nach 28 Tagen kann die erste Feuchtemessung durchgeführt werden.

Soll der Zementestrich mit einem Bodenbelag versehen werden, so muss der Estrich „genügend trocken“ (3.1.1 der DIN 18365 – Bodenbelagsarbeiten) sein. Nach einer Empfehlung zweier Verbände aus dem Jahr 2007 soll die Feuchtigkeitsmessung mit der Calciumcarbid-Methode (CM) nach DIN EN 18560 durchgeführt werden. Die so genannte Belegreife soll erreicht sein, wenn der Estrich eine Restfeuchte von maximal 2,0 CM % (unbeheizt) bzw. 1,8 CM % (beheizt) aufweist. Sowohl die Messmethode als auch die empfohlenen Grenzwerte werden kritisiert; nach einer im März 2012 veröffentlichten Studie der Technischen Kommission Bauklebstoffe (TKB) und der Universität Siegen trennt der CM-Grenzwert von 2 % belegreife Estriche nicht sicher von nicht belegreifen Estrichen. Bei diesem Grenzwert werden auch nasse Estriche als trocken bewertet.[2] Die DIN EN 18560 sagt außerdem, dass die Beurteilung der Belegreife zur Prüfpflicht des Oberbodenlegers direkt vor der Verlegung gehört

Bisher wird die Feuchtemessung bei Estrichen jedoch weiterhin nach der CM-Methode nach DIN 18560-1 durchgeführt. Die aktuellste Version der Norm DIN EN 18560 ist aus dem Jahre 2015. Diese Prüfmethode gilt auch für Calciumsulfat- und Magnesiaestriche, nicht aber für Kunstharz- und nicht für Gussasphaltestriche.

Schnellestriche auf Zementbasis bestehen aus Zement mit Zusätzen. Hier gelten andere Bedingungen für die Erhärtung und die Belegreife, die von Art und Wirkung des Zusatzes abhängt. Diese Estriche unterliegen nicht der DIN 13813 und gelten als Sonderkonstruktion. In dem Merkblatt 14 der Technischen Kommission Bauklebstoffe (TKB) wird festgestellt, dass sich bei Schnellestrichen grundsätzlich keine verlässlichen Aussagen zur Belegreife machen lassen. Die Ausnahme bilden Estriche mit ternären Bindemitteln. Dabei handelt es sich um Drei-Stoffgemische bestehend aus Portland-/Normalzement, Aluminatzement (Tonerdeschmelzzement), Calciumsulfat und weiteren Additiven. Dabei sind die Angaben vom Hersteller maßgeblich.

Ausgestemmter Zementestrich gilt als normaler Bauschutt, sofern keine organischen Bestandteile >5 % enthalten sind. Grundlage dafür ist die Verordnung über das Europäische Abfallverzeichnis (AVV).

Gussasphaltestrich (AS)

Der wasserfreie Gussasphaltestrich (AS) (von Mastic Asphalt screed) nach DIN EN 12591 besteht aus einem Gemisch aus Bitumen und Gesteinskörnungen (einschließlich Füller). Je nach Belastungsanforderungen werden normalerweise maximale Korngröße zwischen fünf und elf Millimeter verwendet.

Da dieses Gemisch auf eine Temperatur zwischen 220 °C und 250 °C erhitzt werden muss, ist der Gussasphaltestrich beim Einbau gieß- und streichbar und braucht nicht verdichtet zu werden. Er kann schwellen- und fugenlos eingebracht werden. Seine geringe Wärmeleitfähigkeit und seine trittschallmindernde Eigenschaft können dazu führen, dass abhängig von den bauphysikalischen Anforderungen an die Deckenkonstruktion keine Dämmungen eingebaut werden müssen. Er ist wasser- und wasserdampfdicht und stellt in Verbindung mit geeigneten Bitumen-Schweißbahnen oder einer Asphaltmastix eine Abdichtung im Sinne der DIN 18195 dar.

Die Einbaudicke von Gussasphaltestrich beträgt mindestens 20 mm. Liegt die Einbaudicke bei über 40 mm so muss der Estrich in zwei Lagen eingebracht werden. Vor dem Erkalten wird die Oberfläche mit feinem Sand abgerieben.

Der Gussasphaltestrich kann entweder als Verbundestrich mit einer Bitumen-Schweißbahn als Haftbrücke oder als Schwimmender Estrich auf einer Trennlage mit Dämmschicht eingebaut werden. Auch als Heizestrich ist Gussasphalt einsetzbar, wobei hier nur die Härteklasse ICH 10 zulässig ist. Gussasphaltestrich wird, im Gegensatz zu Estrichen mit anderen Bindemitteln, aufgrund seiner Stempeleindringtiefe (nach DIN EN 12697-20) klassifiziert. Es gibt die Härteklassen IC 10, IC 15, IC 40, IC 100. Je höher die Zahl, desto weicher der Estrich.

Vor einer Belegung mit mineralischen Werkstoffen (Naturstein, Keramik, Betonwerkstein) ist i. d. R. eine Entkopplung oder eine Sperrschicht zu erstellen. Mörtelwasser ist hochalkalisch und kann die Oberfläche des AS kalt verseifen und eine Anhaftung erschweren. Hinzu kommt eine Verfärbungsgefahr durch wandernde bituminöse Stoffe. Ein weiterer Nachteil ist die langsame Bewegung bei Wärme und statischen und dynamischen Lasten.

Der größte Vorteil des Gussasphaltestrichs ist die kurze Belegreife, so lässt sich ein Gussasphaltestrich meist schon nach einer kurzen Abkühlzeit von 2–3 Stunden begehen und im besten Fall nach etwa 4 Stunden belegen. Und die Verlegung ist unabhängig von der Außentemperatur oder Witterung. Zusätzlich ist Gussasphaltestrich resistent gegen die meisten Laugen und Säuren und somit auch für Industriefußböden interessant.

Der größte Nachteil sind die hohen Kosten. Außerdem ist der Einbau in oberen Stockwerken oft problematisch, da der Estrich kaum pumpfähig ist.

Kunstharzestrich (SR)

Mit der internationalen Bezeichnung SR (von synthetic resin screed) werden Kunstharz­estriche, in der Regel Epoxydharz­estriche, bezeichnet. Aber auch Polyurethan, Polymethylmethacrylat und andere Kunststoffe sind möglich. Außerdem werden oft Farbpigmente zugegeben. Kunstharzestriche werden auf trockenen Untergrund meist in einer einzigen dünnen Schicht von ca. 8–15 mm eingebaut. Er ist unmittelbar nach dem Mischvorgang zu verarbeiten und eine Verdichtung ist in der Regel auch notwendig.

Diese sehr teuren Untergründe werden nur in Sonderfällen eingebaut, zum Beispiel wenn man kurze Trocknungszeiten oder hohe dynamische Belastbarkeit benötigt. Die Schrumpfung bei der Polyaddition liegt je nach Produkt bei 1 bis 5 Prozent. Dies ist bei der Auswahl des Verlegematerials zu berücksichtigen.

Kunstharzestrich ist wasserbeständig, er bildet eine nicht staubende flüssigkeitsdichte Schicht die für schwere mechanische Beanspruchung genutzt werden kann. Gegen die meisten Chemikalien ist der Estrich unempfindlich. Neben dem hohen Preis ist gibt es noch den Nachteil, einer möglichen Gefahr durch die Härter, wie z. B. Bisphenol A. Diese stehen in dem Verdacht, Unfruchtbarkeit zu verursachen. Auch ist ggf. eine Änderung der Brandklasse der Gesamtkonstruktion möglich. Der Estrich verliert bei höheren Temperaturen seine Beständigkeit und kann in der Regel Temperaturen über 100 °C nicht widerstehen. Polykondensate, wie Polyester, sind durch die hohe Schrumpfungsrate nicht geeignet.

Die Aushärtungszeiten sind von dem gewählten Kunstharzbindemittel, sowie den Temperaturen bei Einbau und Aushärtung abhängig. Nach 3 bis 7 Tagen ist der Estrich üblicherweise belastbar.

Kunstharzestrich gilt als Sondermüll und muss beim Entsorger entsprechend deklariert werden.

Calciumsulfatestrich (CA)

Unter Calciumsulfatestriche (CA) werden Estriche zusammengefasst, deren Bindemittel auf Calciumsulfathalbhydrat oder auf wasserfreiem natürlichem oder synthetischem Calciumsulfat (sogenannter Anhydrit) besteht. Mit Wasser reagierend entsteht Calciumsulfatdihydrat (Gips). Calciumsulfatestriche werden nach DIN EN 13813 mit CA (vom englischen „calcium sulfat screed“) gekennzeichnet und umgangssprachlich häufig als Anhydritestrich bezeichnet.

Aufgrund des geringen Schwindverhaltens weisen CA nicht das für Zementestrich übliche Schüsseln bzw. spätere Randabsenkungen auf und können großflächig (bis zu 1000 m²) ohne Dehnfugen verlegt werden. Bewegungsfugen der Unterkonstruktion sind jedoch trotzdem zu übernehmen und bei Kombination mit einer Fußbodenheizung sind auch Dehnungsfugen vorzusehen. Sie werden als konventionell zu verarbeitender Estrich oder als Fließestrich eingebaut und sind mit 2–3 Tagen früh begehbar. Calciumsulfatestriche sollten frühestens nach 5 Tagen höher belastet werden. Als Fließestriche können CA nach DIN 18560-2 auch mit CAF gekennzeichnet werden. CAF haben die weiteren Vorteile der schnellen, verarbeitungsfreundlichen Verlegung, der geringeren Estrichdicke und der guten Wärmeleitfähigkeit bei Heizestrichen.

Calciumsulfatestriche sind ökologisch und biologisch unbedenklich und benötigen außerdem keine Nachbehandlung. Allerdings muss der Estrich nach dem Einbringen mindestens zwei Tage auf mindestens 5 °C warm gehalten werden und vor schädlichen Einwirkungen wie zum Beispiel Schlagregen, zu starker Erwärmung oder Zugluft geschützt werden

CA sind nicht wasserbeständig und dürfen keiner andauernden Durchfeuchtung ausgesetzt werden. Sie sind deshalb nicht für den Einsatz in gewerblichen Nassräumen oder für Außenanwendung geeignet. In häuslichen Feuchträumen (z. B. Bad) werden sie durch eine Verbundabdichtung geschützt.

Bei späterer Durchfeuchtung ist ein höheres Schimmelrisiko als bei Zement- oder Gussasphaltestrich zu erwarten.

Vor Belagsverlegung bzw. Voranstrich muss der CA auf eine Restfeuchte von 0,5 %, als Heizestrich auf 0,3 % heruntertrocknen. Die Restfeuchte wird mit einem CM-Messgerät ermittelt.

Calciumsulfatestrich gilt als normaler Bauschutt, wenn keine organischen Bestandteile >5 % vorhanden sind.

Magnesiaestrich (MA)

Magnesia­estrich MA (von Magnesite screed) ist auch unter der früheren Bezeichnung als Steinholz bekannt. Nach 1945 war Zement rationiert, Magnesit nicht. Deshalb ist er in vielen Altbauten zu finden. Magnesia ist vielen von Turnwettbewerben als „Trockenmittel“ für die Hände bekannt. 1867 entdeckte Stanislas Sorel, dass Magnesia mit Magnesiumchlorid zu einer zementartigen Masse erstarrt. MA ist leicht einfärbbar und wurde oft mit Holzmehl oder Holzstückchen vermischt.

Magnesiaestrich wird heute nach DIN 14016 aus kaustischer Magnesia (MgO) und einer wässrigen Magnesiumsalzlösung (MgCl2, MgSO4) hergestellt. Als Zuschlag werden anorganische oder organische Füllstoffe verwendet. Außerdem wird teilweise Farbpigmente hinzugegeben

Sein besonderer Vorteil ist das geringe Gewicht und, aufgrund seiner Leitfähigkeit die Einsatzmöglichkeit als antistatischer Fertigboden. Außerdem weist er gute Wärme- sowie Schalldämmungswerte auf. Sein großer Nachteil ist die Feuchteempfindlichkeit und Korrosivität gegenüber Metallen, da bei Wasserzugabe das enthaltene Chlorid und Magnesiumhydroxid „ausgewaschen“ werden und der MA aufquillt. Er darf nie direkt mit wässrigem Mörtel in Kontakt kommen. Eine typische Verwendung heute ist die Verwendung als Nutzestrich für große trockene Flächen.

Wie die meisten anderen Estrichmörtel auch, muss Magnesiaestrich unverzüglich nach dem Mischvorgang eingebaut werden. Während des Einbaus und die folgenden zwei Tage muss die Temperatur über 5 °C gehalten werden. Außerdem ist der frische Mörtel für mindestens zwei Tage vor Wärme, Schlagregen und Zugluft zu schützen. Der Estrich ist frühstens nach zwei Tagen begehbar und sollte mindestens fünf Tage nicht höher belastet werden. Weiterhin ist Magnesiaestrich über Spannbetondecken wegen der hohen Korrosionsgefahr unzulässig.

Faserbewehrte Estriche

Eine Bewehrung für Estriche ist nach DIN 18560 grundsätzlich nicht erforderlich. Sinnvoll ist sie hauptsächlich bei Zementestrichen auf Dämmschichten zur Aufnahme von Stein- oder Keramikbelägen. Neben der Möglichkeit einer Bewehrung mit Estrichgittern gibt es die Faserbewehrung. Die Estrichgitter sind auf weichen Dämmschichten schwer lagegenau einzubauen und erschweren darüber hinaus den sauberen Einbau einer Estrichschicht, besonders auf Dämmschichten oder bei Heizelementen. Eine Faserbewehrung ist hingegen einfach einzubauen, die Fasern (Stahlfasern, alkalibeständige Glasfasern, Kunststofffasern) werden dem Estrichmörtel zugemischt. Eine Faserbewehrung wird hauptsächlich zur Verminderung von Rissen eingesetzt. Eine vollständige Vermeidung von Rissen kann auch mit einer Faserbewehrung nicht erreicht werden. Die Funktion einer konstruktiven Bewehrung können Fasern erst bei höherer Menge, welche bei Estrichen unüblich sind, übernehmen. Die Zugabe von Fasern kann die Bildung von Schrumpf- und Frühschwindrissen im Estrich verringern. Anzumerken ist jedoch, dass eine Faserzugabe die Konsistenz des Estrichmörtel herabsetzt und so die Verarbeitung erschwert. Gegenüber früher üblichen Stalhbewehrungsmatten ist eine Faserbewehrung deutlich preisgünstiger.

Zementestriche

Für alle zementgebundenen Estriche empfehlen sich alkaliresistente (AR) Glasfasern. Diese sind auch bei der alkalischen Umgebung im Zement beständig. Besonders sinnvoll ist die Verwendung bei Heizestrichen oder Untergründen für keramische oder Natursteinbeläge.

Konstruktionsarten

Bei den Konstruktionsarten des Estrichs wird nicht nach Estrichbindemitteln, sondern nach der Bauweisen bzw. der Konstruktionsart unterteilt.

Verbundestrich

Der Verbundestrich wird direkt auf dem tragenden Untergrund aufgetragen und ist mit diesem kraftschlüssig verbunden. Da alle Kräfte direkt in den Untergrund abgeleitet werden, ist die Tragfähigkeit durch den Untergrund, i. d. R. eine Betondecke, bzw. durch die Druckfestigkeit des Estrichs begrenzt.

Die Estrichdicke spielt somit nicht die entscheidende Rolle. Bei einschichtigen Zement-, Calciumsulfat-, Magnesia- oder Kunstharzestrichen sollte die Nenndicke maximal 50 mm betragen. Bei Gussasphaltestrichen zwischen 20 und 40 mm. Das Wichtigste bei der Herstellung eines Verbundestrichs ist die richtige Untergrundvorbereitung, damit es zu keinen Hohllagen kommt und der Verbund zwischen Estrich und Untergrund gewährleistet ist. Dazu ist der Untergrund gründlich zu reinigen. Er sollte außerdem möglichst frei von Rissen sein. Für einen guten Verbund kann es auch sinnvoll sein eine Haftbrücke, zum Beispiel aus einer Kunststoffdispersion oder –emulsion, auf die Tragschicht aufzutragen. Ebenso ist ein teilweise Strahlen oder Fräsen, und gegebenenfalls ein Vornässen der Tragschicht erforderlich. Sind Rohrleitungen oder Kabel auf dem Untergrund müssen diese in einen Ausgleichsestrich eingebettet werden. Auch wenn der tragende Untergrund nicht eben genug ist, ist ein ebener Ausgleichsestrich einzubauen, auf dem anschließend der Verbundestrich gebaut werden kann. Besonders bei hohen dynamischen Lasten ist ein Verbundestrich zu wählen. Es gilt die DIN 18560-3.

Estrich auf einer Trennschicht bzw. Trennlage

Eine weitere Möglichkeit einen Estrich zu konstruieren ist als Estrich auf Trennschicht. Dabei befindet sich zwischen dem tragenden Untergrund und dem Estrich eine dünne Schicht, die die Bauteile voneinander trennt. Diese Schicht besteht in der Regel aus zwei Lagen, so dass der Estrich vom tragenden Untergrund entkoppelt wird und eine spannungsfreie Bewegung möglich ist. Bei Calciumsulfat- und Gussasphaltestrich ist die Trennschicht nur einlagig auszuführen. Auch an den angrenzenden Wänden wird die Trennschicht und zusätzlich ein Trennstreifen zur Verhinderung von Einspannung verlegt. Als Material für die Trennschicht wird zum Beispiel Polyethylenfolie, kunststoffbeschichtetes Papier, bitumengetränktes Papier oder Rohglasvlies verwendet.

Die Estrichkonstruktion mit Trennschicht wird zum Beispiel bei hohen Biegebeanspruchungen in der Tragkonstruktion eingesetzt oder wenn der Tragbeton wasserabweisend ist. Um den Boden vor aufsteigender Feuchtigkeit zu schützen kann eine Abdichtung eingebaut werden, die zudem auch als eine Lage der zweilagigen Trennschicht gezählt wird.

Für eine funktionierende Konstruktion ist es wichtig, dass der tragende Untergrund eine ebene Fläche ohne unregelmäßige Erhebungen oder störende Rohrleitungen ist. Das Kriechen und Schwinden und die damit einhergehenden Verformungen des Rohbetons können die Ebenheit zusätzlich beeinflussen. Das kann dazu führen, dass die Bewegung des Estrichs eingeschränkt wird und sich durch Zwangsspannungen Risse bilden. Bei einem Altbau ist das Risiko in der Regel nicht mehr gegeben, da im älteren Untergrund so gut wie keine Schwindeffekte mehr auftreten.

Für einen Estrich auf Trennschicht (DIN 18560-4) werden die erforderlichen Festigkeits- bzw. Härteklassen in der DIN EN 13813 geregelt

Estrich auf einer Dämmschicht („schwimmender Estrich“ bzw. „Heizestrich“)

Eine weitere Konstruktionsart ist der Estrich auf Dämmschicht. Der Estrich liegt dabei auf einer Dämmschicht auf und wird seitlich von Dämmstreifen ummantelt, so dass keine direkte Verbindung zu dem angrenzenden Untergrund und den Wänden besteht, der Estrich „schwimmt“ sozusagen. Der Estrich wird dabei auf einer wasserundurchlässigen Folie verlegt, die die Dämmschicht vor Durchfeuchten schützt und die Schallübertragung weiter abdämpft. Sind in dem Estrich oder der Dämmschicht Heizelemente eingebaut, so spricht man von einem Heizestrich.

Die Dämmschicht hat die Funktion der Trittschalldämmung oder der Wärmedämmung. Zudem ist es möglich mehrere Dämmschichtlagen einzubauen. Als Dämmschicht werden meist Dämmmatten oder –platten verwendet. Typische Materialien sind z. B. Polystyrol-Hartschaum (EPS), extrudierter Polystyrol-Hartschaum (XPS), Mineralfasern (Stein- oder Glaswolle) oder Holzweichfasern. Bei der Wahl des Dämmmaterials ist die Verformungsstabilität eine entscheidende Eigenschaft.

Aufgrund der weichen Dämmschicht kommt es immer wieder zu Schäden durch Absenkungen bei schwimmenden Estrichen. Verantwortlich können dafür zu hohe Lasten sein, die besonders in Plattenecken problematisch sind. Durch eine übermäßige Last kann ein einspannender Effekt entstehen wodurch der Estrich seinen schwimmenden Charakter verliert. Besonders das Problem des sogenannten „Aufschüsselns“ ist ein wiederkehrendes Problem.

Bei einem Heizestrich gibt es verschiedene Bauarten. So können die Heizelemente innerhalb (Bauart A), unterhalb des Estrichs (Bauart B) oder in einem Ausgleichsestrich (Bauart C) angeordnet sein.

Normenrechtlich gilt die DIN 18560-2, neben diversen Merkblättern des ZDB (Zentralverband des Deutschen Baugewerbes) und des BEB (Bundesverband Estrich und Belag). Des Weiteren müssen Messstellen für die CM-Feuchtemessung ausgewiesen werden, je Raum mindestens 2 Messstellen, und bei Räumen über 50 m² mindestens 3. Bei Heizestrichen mit mehr als 8 m Seitenlänge oder mehr als 40 m² Fläche müssen unbedingt Bewegungsfugen eingebaut werden.

 

 

 

 

 

Belegereife

Eine Definition der Belegreife lautet: „Die Belegreife ist der erreichte Zustand eines Estrichs in Bezug auf Abbinde- und Trocknungsreaktionen, in dem er für die schadens- und mangelfreie, dauerhafte Aufnahme eines Belags geeignet ist.“ Dazu werden drei wesentliche zeitabhängige Parameter genannt:

• Ausreichende Trocknung

• Ausreichende Festigkeit

• Ausreichender Schwindungsabbau

Üblicherweise wird die Belegreife aber nur an der ausreichenden Trocknung festgemacht, dazu wird die CM-Messung verwendet. Ein Estrich muss die sogenannte Gleichgewichtsfeuchte erreicht haben damit er als belegreif gilt. Das bedeutet, dass sein Wassergehalt im Gleichgewicht mit der umgebenden Raumluft steht. Für Naturstein und Keramik ist zudem auch die Verformungsstabilität entscheidend, während bei Parkett bzw. Weichboden, wie PVC, Linoleum oder Kautschuk die Feuchtigkeit ausschlaggebend ist.

Für den Natursteinbereich bedeutet es, dass die zu erwartende Schwindung des Estrichs so weit wie möglich abgeschlossen sein muss. Bei zu hoher Raumtemperatur oder eingeschalteter Fußbodenheizung wirkt der Estrich zwar trocken, ist aber noch lange nicht belegreif. Für die mit Wasser angemischten Estrichmörtel sind ausreichend lange Trocknungszeiten (inkl. Aushärtung) einzuhalten.

Je nach Luftwechsel, Raumtemperatur, relativer und absoluter Luftfeuchte kann sich diese Zeit erheblich verlängern. Die Werte für die zulässige Restfeuchte bis zur Belegreife sind abhängig von der Estrichart, von der unbeheizten oder beheizten Konstruktion und von der späteren Belagsart. Eine Zwangstrocknung kann zu einer unterbrochenen Hydratation führen und bei späterem Feuchteeintrag (Mörtel des Oberbelags) Verformungen mit Rissbildung hervorrufen. Die Richtwerte für den Feuchtegehalt bei Belegreife nach der CM-Methode betragen für beheizte Zementestriche 1,8 CM-% (bei unbeheizt 2 CM-%). Wenn der gemessene Wert den Richtwert unterschreitet ist der Estrich belegreif.

Bei Calciumsulfatestrichen ist eine erhöhte Trockenheit notwendig. Der Richtwert liegt bei 0,3 CM-% (bei unbeheizt 0,5 CM-%). Außerdem sind Calciumsulfatestriche vor aufsteigender Feuchtigkeit oder Wasserdampfdiffusion mit Dampfsperren und Abdichtungen zu schützen.

Die angegebenen Werte entsprechen CM-%. Diese Werte werden mit einem Calciumcarbid-Messgerät (CM-Gerät) ermittelt. Die CM-Messung ist normativ vorgeschrieben. Dabei wird eine kleine Menge Estrich aus dem vorhandenen Estrich entnommen, zerkleinert und unter Zugabe von Calciumcarbid in einer Stahldruckflasche aufgeschüttelt. Das Calciumcarbid reagiert unter Druckanstieg mit dem Restwasser zu dem Gas Ethin (Acetylen). Der Druck wird mittels Manometer gemessen und kann mit einer Eichtabelle auf CM-% umgerechnet werden. Mit Zusätzen, die so genannte „schnell trocknende Estriche“ enthalten, kann die Belegreife ggf. verkürzt werden. Diese Schnellestriche sind keine normgerechten Estriche, sondern Sonderkonstruktionen. Sie sind daher mit Vorsicht zu benutzen, weil teilweise keine sicheren Aussagen über die Belegreife gemacht werden können, es muss sich auf die Angaben des Herstellers verlassen werden.

Trockenestriche

Unter einen Trockenestrich versteht man einen Estrich aus vorgefertigten Teilen, die auf der Baustelle kraftschlüssig miteinander verbunden werden. Daher ist er auch unter dem Namen „Fertigteilestrich“ oder „Trockenunterboden“ bekannt. Alle Trockenestriche sind nicht normativ erfasst. Es handelt sich hierbei generell um Sonderkonstruktionen, die besonders beauftragt werden müssen. Hierbei hat der Planer eine wesentlich höhere Verantwortung bzw. Planungshaftung. Es gilt die VOB/C ATV DIN 18340 „Trockenbauarbeiten“ und für Fertigteileestriche aus Holzspanplatten ist die DIN 68771 zu beachten.

Bei Trockenestrichen kommen nachfolgende Materialien zum Einsatz:

• Holzspanplatten (auch zement- oder magnesitgebunden)

• OSB-Platten, Hartholzfaserplatten

• Gipsfaserplatten, Gipskartonplatten

• Beton- und zementäre Estrichplatten.

Bei unebenen Untergründen ist eine Einebnung notwendig, z. B. durch eine Schüttung. Diese besteht je nach System z. B. aus Tonkügelchen, Kunststoffen oder anderen Materialien. Eine Spachtelung des Untergrunds wäre bei kleineren Unebenheiten möglich. Hierbei sind aber das unterschiedliche Ausdehnungsverhalten und eine Reaktion auf dynamische Lasten zu berücksichtigen (Bauphysik). In Nassbereichen ist zusätzlich die Belastbarkeit durch Feuchte zu berücksichtigen. Es ist erforderlich, dass die einzelnen Fertigteilplatten zu einer tragenden Estrichplatte konstruktiv verbunden werden. Dazu gibt es die folgenden vier Verbindungsarten:

• Stumpf gestoßen und verklebt

• Geklebtes Verbindungssystem mit Nut und Feder

• Breiter Stufenfalz, geklebt oder verschraubt mit Verklebung

• Zweilagige Verlegung mit versetzten Fugen, Lagen ganzflächlig verklebt/verschraubt

Vor- und Nachteile von Trockenestrichen

  • Vorteile von Trockenestrichen:
    • keine Wartezeit durch Trocknung,
    • keine Trocknungsprotokolle,
    • keine CM-Messung notwendig,
    • keine Feuchtigkeitsbelastung des Baukörpers,
    • teilweise leichterer Aufbau, analog einem Magnesitestrich,
    • geringere Konstruktionshöhen als konventionelle Estriche sind möglich,
    • größere Höhendifferenzen sind durch Schüttungen ausgleichbar, dadurch geringere Gewichtsbelastung.
    • bei Fußbodenheizung weniger Masse betroffen, daher schneller aufheizbare Räume.
  • Nachteile von Trockenestrichen:
    • ebener Untergrund ist erforderlich (Schüttung, Spachtelung),
    • die Kombination Konstruktion und Belagsart muss ggf. von einem Bauphysiker errechnet werden,
    • geringere Belastbarkeit bei dynamischen Lasten, wie zum Beispiel Rollstühle,
    • Standardtabellen für Trittschalldämmung sind nicht anwendbar,
    • bei Fußbodenheizungen sind Temperaturobergrenzen zu beachten,
    • die Feuchteempfindlichkeit hängt vom Estrichmaterial und dem System des Höhenausgleichs ab,
    • Standardtabellen zur Wärmeleitfähigkeit bei Heizungen sind nicht anwendbar,
    • höhere Kosten,
    • generell Sonderkonstruktionen mit höherem Haftungsrisiko für den Planer und die ausführenden Unternehmen.

Normen

Die geltenden Normen für Estriche sind innerhalb der EU:

  • DIN EN 13318 Estrichmörtel und Estrich-Begriffe
  • DIN EN 13813 Estrichmörtel und Estrichmassen – Eigenschaften und Anforderungen
  • DIN EN 13892 Prüfverfahren für Estrichmörtel und Estrichmassen, Teil 1 bis 8

Zusätzlich gilt in Deutschland:

  • DIN 18560 Estriche im Bauwesen, deutsche Anwendungsregeln
    • Teil 1: Allgemeine Anforderungen, Prüfung und Anwendungsregeln
    • Teil 2: Estrich und Heizestriche auf Dämmschichten
    • Teil 3: Verbundestriche
    • Teil 4: Estriche auf Trennschicht
    • Teil 7: Hochbeanspruchte Estriche (Industrieestriche)

Konformitätskontrolle

Die Konformitätskontrolle bei normativ erfassten werkgefertigten Estrichen umfasst die Erstprüfung und eine werkseigene Produktionskontrolle bzw. Eigenüberwachung.

Eine Erstprüfung muss bei Produktionsbeginn des Estrichs bzw. vor der Herstellung eines jeweils neuen Produktes oder aber bei Veränderungen von Reaktanten durchgeführt werden. Auch eine Veränderung und eine Umstellung des Herstellverfahrens erfordern eine jeweilige Erstprüfung. Die erforderlichen Prüfungen für die jeweilige Estrichtart ist in der DIN EN 13813 geregelt.

Bei sogenannten Baustellenestrichen erfolgen eine Prüfung der Lieferscheine sowie eine Sichtprüfung der Edukte. Der Herstellungsvorgang als solcher muss in regelmäßigen Abständen kontrolliert werden. In Ausnahmefällen kann eine Erhärtungsprüfung anfallen und in Sonderfällen, wenn erhebliche Zweifel an der Güte des Estrichs im Bauwerk bestehen, kann auch eine Bestätigungsprüfung notwendig sein

Quelle:wikipedia

Meine Arbeit
Something is wrong.
Instagram token error.
Follow
Load More