besondere

Parkett abschleifen

Parkett ist ein strapazierfähiger Bodenbelag, dennoch entstehen selbst bei bester Pflege im Laufe der Zeit Laufspuren, Gebrauchspuren, Dellen und Verfärbungen durch Schmutz und Licht auf dem Holz. Im Gegensatz zu Laminatboden kann Parkett abgeschliffen werden, so dass er wieder in neuem Glanz erstrahlt. Parkett kann selbstverständlich vom Fachmann abgeschliffen oder vom erfahrenen Heimwerker renoviert werden. Falls Zweifel über die Stabilität oder Renovierbarkeit des Bodens besteht, sollte ein Fachmann zu Rate gezogen werden

Das Abschleifen von Parkett erfolgt in mehreren Schritten: Grobschliff, Zwischenschliff, Feinschliff und abschließende Oberflächenbehandlung. Stark beschädigte Böden müssen in mehreren Schritten abgeschliffen werden. Soll ein Fertigparkett abgeschliffen werden, sollte die Dicke der Nutzschicht berücksichtigt werden. Die obenliegende Holzschicht variiert zwischen 2,5 und 6 mm. Ein Bodenbelag mit geringer Nutzschicht kann weniger häufig renoviert werden, denn bei jedem Abschliff werden im Schnitt 0,5 mm, teilweise sogar 1 mm, der Holzschicht entfernt. Die verbleibende Nutzschicht sollte eine Dicke von mindestens 2 mm aufweisen. Wie dick die Nutzschicht ist, lässt sich in den Hersteller-Angaben erfahren oder an einem Reststück abmessen.

 

Parkettböden, die werkseitig mit farbig geölter Oberfläche ausgestattet sind, verlieren ihre spezielle Oberflächenfärbung durch das Schleifen. Im Vorfeld sollte geprüft werden, ob eine Renovierung ratsam ist oder ob eine professionelle Reinigung ausreicht, um den Boden in Stand zu setzen. Die erforderlichen Geräte wie eine Schleifmaschine und ein Winkelschleifer können unter anderem im Baumarkt oder bei einigen Fachhändlern entliehen werden. Der Fachhändler kann die für die Verlegetechnik und Holzart passenden Werkzeuge empfehlen. Häufig wird zusätzlich eine Gebrauchsanleitung mit der Maschine verliehen, dennoch sollten die Spannrichtung für die Schleifblätter sowie die Einstellungen für den Druck beim Fachhändler direkt erfragt werden. Bei der Arbeit sollte eine Atemschutzmaske getragen werden, denn beim Schleifen entsteht gesundheitsschädigender Feinstaub. Eine gute Lüftung minimiert zudem die Feinstaubbelastung. Eine Schutzbrille, Gehörschutz, festes Schuhwerk und Knieschoner erleichtern die Arbeit.

  • Vorbereitung
  • Grobschliff
  • Zwischenschliff
  • Feinschliff
  • Parkett versiegeln
  • Parkett abschleifen lassen
 
 

Vorbereitung Parkett schleifen

Zunächst muss der Raum leergeräumt werden. Möbel, Teppiche und Gardinen werden herausgeräumt und Möbelstücke, die nicht entfernt werden können, mit einer Schutzfolie abgeklebt. Die Sockelleisten müssen ebenfalls entfernt werden, um das Parkett vollständig bearbeiten zu können. Besonders einfach lassen sich geschraubte oder mit Befestigungsklipps montierte Sockelleisten entfernen. Genagelte Leisten lassen sich mit Schraubenzieher und Meißel von der Wand entfernen, indem Nagel für Nagel die Leiste abgehebelt wird. Wird ein genagelter Dielenboden abgeschliffen, müssen alle Nägel überprüft und überstehende Nägel entfernt oder versenkt werden. Zudem müssen abgelöste Holzteile mit Leim befestigt oder entfernt werden. Bevor die Schleifarbeiten beginnen, wird das Parkett gereinigt. Falls weitere Renovierungsarbeiten wie Tapezieren oder Streichen anstehen, sollten die vor der Parkettrenovierung erfolgen, damit keine Farbklekse oder Kleisterreste auf das frisch geschliffene Parkett tropfen.

  • Raum ausräumen, verbleibende Möbel abkleben
  • Sockelleisten entfernen
  • Parkett reinigen
 
 

Parkett Grobschliff

Beim Grobschliff werden Versiegelung und Verschmutzungen entfernt. Für den Grobschliff wird ein grobes Schleifpapier mit einer geringen Körnung verwendet. Meist wird Papier mit einer Körnung von 24 oder 36 eingesetzt, wobei für unebene Böden Schleifpapier mit geringerer Körnung empfohlen wird. Der Schliff erfolgt diagonal zur Maserung des Holzes. Die Schleifmaschine sollte erst auf den Boden gelassen werden, wenn die gewünschte Drehzahl erreicht ist, da die Oberfläche andernfalls unregelmäßig geschliffen wird und sich unerwünschte Dellen und Rillen bilden. Die Parkettschleifmaschine sollte regelmäßig geführt werden. Der Einsatz von einem Sicherheitsgurt kann dabei hilfreich sein, denn das Gerät entwickelt eine starke Zugkraft. Die laufende Maschine sollte nicht abgestellt werden, um keine Vertiefungen in das Parkett zu schleifen. Ebenso führen Richtungswechsel bei laufender Maschine zu Unregelmäßigkeiten im Boden, deshalb muss die Maschine rechtzeitig angehoben und gewendet werden. Der Staubsack der Maschine muss regelmäßig geleert werden. Da der Holzstaub leicht brennbar ist, sollte der Sack draußen gelagert werden. Bevor der nächste Schliff vorgenommen wird, sollte der Parkettboden gründlich abgesaugt werden.

  • Schleifen mit kleiner Körnung
  • Schleifmaschine nur bei voller Drehzahl auf den Boden aufsetzen
  • Staubbeutel regelmäßig leeren
  • Boden saugen
 
 

Parkett Zwischenschliff

Der Zwischenschliff dient dazu, Unebenheiten und die Schleifspuren des Grobschliffs auszugleichen. Es wird ein Schleifpapier mit einer Körnung von 60 verwendet. Bei stark beschädigten Bodenbelägen muss der Zwischenschliff mehrfach durchgeführt werden. Die Schleifrichtung hängt von dem Verlegemuster des Parketts ab. Fischgrät wird diagonal zur Maserung, Würfelparkett diagonal zum Faserverlauf, Stabparkett im Winkel von 7 bis 15 Grad zur Maserung abgeschliffen. Nach jedem Zwischenschliff sollte gestaubsaugt werden, um den verbliebenen Feinstaub zu entfernen. Schwer zugängliche Ecken, der Boden unter Heizkörpern sowie die Bereiche in der Nähe der Wände können mit der großen Schleifmaschine nicht erreicht werden. An diesen Stellen kommt eine kleinere Schleifmaschine zum Einsatz. Die schwer zugänglichen Stellen werden mit der gleichen Körnung bearbeitet wie der restliche Parkettboden. Den Übergängen zwischen der großen Fläche und den Rändern gilt es besondere Beachtung zu schenken und sie unauffällig zu gestalten.

  • Schleifen mit Schleifpapier mittlerer Körnung
  • Schleifrichtung abhängig von Verlegemuster
  • schwer zugängliche Stellen mit kleiner Schleifmaschine bearbeiten
  • Fußboden reinigen
 
 

Parkett Feinschliff

Vor dem Feinschliff können kleinere Schäden im Holz mit Kitt, einem Gemisch aus Kitt und Schleifstaub oder einem Holzreparaturset repariert werden. Der Feinschliff erfolgt mit einem Schleifpapier mit hoher Körnung von 100 oder 120. Er dient dazu, die Oberfläche zu glätten. Der Feinschliff wird parallel oder quer zum Lichteinfall vorgenommen. Auch hier muss abschließend der Boden gründlich gereinigt werden, um ihn für die Oberflächenbehandlung vorzubereiten.

  • Feinschliff glättet Oberfläche
  • vor dem Schliff kleinere Schäden beheben
  • Boden sehr gründlich reinigen
 
 

Parkett versiegeln

Der Boden wird nach dem Abschleifen mit Öl, Wachs oder Lack behandelt, um das Parkett zu schützen. Welche Oberflächenbehandlung bevorzugt wird, ist vom persönlichen Geschmack und der voraussichtlichen Belastungsintensität des Parketts abhängig. Wie viel Lack oder Öl benötigt wird hängt von der Raumgröße und Saugfähigkeit des Holzes ab. Die Oberflächenbehandlung erfolgt vom Licht weg mit Hilfe einer breiten Rolle. Es sollte kein Staub auf dem Boden oder im Raum liegen, um Öl oder Lack gleichmäßig auftragen zu können. Wird der Parkettboden lackiert, wird zunächst eine Grundierung aufgetragen. Beim Lackieren darf der Boden nicht direkten Sonnenstrahlen ausgesetzt werden, da sich Blasen im Lack bilden können. Auf die Grundierung wird der Lack aufgetragen. Es ist ratsam Grundierung und Lack vom selben Hersteller und aus der selben Produktlinie anzuschaffen. Bei der Lackierung sollte nass in nass gearbeitet werden. Bevor die zweite Lackschicht aufgetragen wird, wird die Oberfläche erneut abgeschliffen. Der Lack wird hierbei lediglich angeschliffen und nicht vollständig entfernt. Vor jedem Lackieren muss die Oberfläche bereinigt werden. Eine dritte Lackschicht sorgt für eine besonders robuste Oberfläche. Bevor ein Teppich ausgelegt werden kann, muss der Lack auslüften und nachhärten. Idealerweise sollte der Boden erst nach 14 Tagen wieder vollständig belastet werden.

Auch Öl sollte mehrfach aufgetragen werden. So lange das Öl nicht ausgehärtet ist, sollte der Boden nicht betreten werden. Es wird zwischen härtenden und nicht härtenden Ölen unterschieden, wobei das nicht härtende Öl die Oberfläche nicht versiegelt, sondern lediglich eine offenporige Schutzschicht bildet. Um die Oberfläche ausreichen zu schützen, kann Parkett, das mit nichthärtenden Ölen behandelt wird, mit einer Wachsschicht versehen werden. Einige Öl-Wachs-Gemische müssen in den Boden eingerieben werden. Durch das Polieren erhält die Oberfläche einen natürlichen Glanz. Geölte Oberflächen müssen regelmäßig nachgeölt werden. Beim Nachölen lassen sich zugleich kleinere Beschädigungen beheben.

  • Oberflächenbehandlung mit Lack oder Öl
  • Grundierung bei Lack notwendig
  • geölte Oberfläche kann mit Wachs abgeschlossen werden
  • Oberfläche trocknen, beziehungsweise aushärten lassen vor dem Einrichten des Raumes
 
 

Parkett abschleifen lassen

Wird ein Fachbetrieb beauftragt, um das Parkett abzuschleifen, sollten einige Fragen im Vorfeld geklärt werden. Vor allem muss abgesprochen werden, welche Leistungen im Preis inbegriffen sind. Einige günstige Betriebe verzichten auf eine Endreinigung oder die abschließende Versiegelung beziehungsweise Oberflächenbehandlung ist nicht inbegriffen. Einige Arbeiten müssen eventuell nicht vom Fachbetrieb übernommen werden wie das Ausräumen des Raumes oder das Entfernen der Sockelleiste. Teurere Fachbetriebe bieten häufig eine Gewährleistung an.

Quelle:https://www.deinetuer.de/

Lebensdauertabelle

Lebensdauertabelle

Die «Paritätische Lebensdauertabelle» (Seiten 2 bis 13) wurde vom Schweize- rischen Hauseigentümerverband und dem Schweizerischen MieterInnenver- band gemeinsam erarbeitet und wird von sämtlichen massgebenden Organisa- tionen der Immobilienwirtschaft mitgetragen1.

Die erwähnten Bauteile, Materialien, Geräte und Apparate werden normaler- weise im Mietwohnungsbau verwendet. In der Regel wird bei  der  Beurteilung der Lebensdauern vom Ersatz einer Einrichtung einer 90er-Jahr-Baute ausge- gangen.

Die innerhalb der Lebensdauertabelle kursiv  gesetzten  (Preis)-Angaben  sind als ergänzende Erläuterungen der Herausgeberin dieser Broschüre zu verste- hen. Es handelt sich dabei nicht um paritätisch festgelegte Angaben. Die Prei-  se wurden im Dezember 2005 bei Unternehmern, Herstellern und Reinigungs- instituten erhoben. Dazu ist folgendes zu beachten:

  • Sie sind zudem lediglich als Grössenordnung und nicht als effektive Preisangaben zu verstehen.
  • Den meisten Kostenangaben liegt eine Kleinmenge zugrunde: Z.B. Malerarbeiten oder Bodenbeläge für nur ein Zimmer einer Wohnung.
  • Die Fahrkosten zum Einsatzort sind nicht berücksichtigt.
  • Der Begriff «Ersatz» geht davon aus, dass ein bisher vorhandener Gegenstand ersetzt wird. Dabei sind weder Abbruch- noch Abtransportkosten etc. im Preis enthalten.
  • Bei den Küchengeräten und Sanitärapparaten sind weder Billigst-  noch Luxusangebote berücksichtigt.

Die angegebenen Preise sind immer Richtpreise und können stark variieren je nach Menge, Produkt und Ort wo die Sache eingesetzt wird. Für die Ermittlung von genauen Kostenangaben empfiehlt es sich, eine konkrete Offerte – bei grösseren Arbeiten im Konkurrenzverfahren unter mehreren Unternehmungen – einzuholen. Es ist zudem darauf hinzuweisen, dass der Preis nicht immer et-  was über die Qualität, bzw. die Lebensdauer eines Gegenstandes aussagt.

Die Angaben zur Schlussreinigung sind für die Kantone Basel-Stadt und Basel- land oft nicht zutreffend: Hier wird in der Regel vertraglich vereinbart, dass die Wohnung in «besenreinem» Zustand zurückgegeben werden muss. Dabei wird jedoch durch die Vermieterschaft eine «Reinigungspauschale» erhoben. Diese ist jedoch nur zu bezahlen, wenn der Vermieter die Wohnung tatsächlich reinigt und nur bis zur Höhe der vereinbarten Pauschale, auch wenn die tatsächlichen Reinigungskosten höher sind.

Die «Lebensdauertabelle» findet in der Regel bei zwei Vorgängen Anwendung:

  • Zur Bewertung von Schäden und Mängeln (in der Regel beim Auszug aus dem Mietobjekt).
  • Zur Berechnung der Mietzinsveränderung bei wertvermehrenden Investitionen.

1 Sie wird von folgenden Verbänden und Organisationen unterstützt: Schweizerischer Versicherungsverband (SVV); Schweizerischer Verband der Immobilienwirtschaft (SVIT); Schweizerischer Verband für Wohnbau- und Eigentumsförderung (SWE); Schweizerischer Verband für Wohnungswesen SVW; Verband der Immobilien- Investoren (VIV); Vereinigung Zürcher Immobilienfirmen (VZI); Schweizerischer Ver- band Liberaler Baugenossenschaften (VLB), © Copyright bei HEV Schweiz und  SMV/D (Publikation auch Auszugsweise nur mit Zustimmung der Herausgeber)

Bestehen Mängel, welche der Mieter nicht zu verantworten hat und der Vermie- ter behebt diese nicht innert angesetzter Frist, so kann der Mieter eine Reduk- tion seines Mietzinses verlangen.

Paritätische Lebensdauertabelle

Die Tabelle enthält Richtlinien für die voraussichtliche Lebensdauer verschie- dener Einrichtungen in Wohn- und Geschäftsräumen. Die angegebene Lebens- dauer basiert jeweils auf Durchschnittswerten für mittlere Material- und Ar- beitsqualitäten bei normaler, durchschnittlicher Beanspruchung durch die Mie- terschaft. Sofern eine überrmässige Abnützung vorliegt, werden Instandstel- lungskosten zwischen den Mietparteien aufgrund der angegebenen Lebens- dauer aufgeteilt.

Bei kleineren übermässigen Abnutzungen, die einer Nachmieterschaft zugemutet werden können (z.B. bei Kratzern auf der Küchenabdeckung,  offenen Dübellöchern, abgeschlagener Farbe an Radiatoren, Türrahmen und anderen exponierten Stellen) müssen durch die Mieterschaft nur die Reparaturkosten übernommen werden. In solchen Fällen ist oft sowohl Vermieter- als auch Mieterschaft mit einer Minderwertentschädigung am besten gedient.

Bei laufenden Mietverhältnissen hat die Mieterschaft keinen  Anspruch  darauf, dass Einrichtungen automatisch erneuert oder ersetzt werden, wenn deren Lebensdauer abgelaufen ist. Ein entsprechender Anspruch des Mieters besteht nur dann, wenn Einrichtungen mangelhaft sind. Eine Einrichtung gilt zudem nur als mangelhaft, wenn deren Weiterbenutzung im bisherigen Zustand dem Mieter in objektiver Hinsicht nicht mehr zugemutet werden kann. Zur Vornahme von so genannten Schönheitsreparaturen ist der Vermieter nicht verpflichtet.

Der Anspruch der Mieterschaft auf die Erneuerung und den Ersatz von mangelhaften Einrichtungen in einem laufenden Mietverhältnis besteht auch dann, wenn deren Lebensdauer noch nicht abgelaufen ist.

Ist die Mangelhaftigkeit einer Einrichtung allerdings durch die Mieterschaft verschuldet, so muss diese für die entsprechenden Reparaturkosten bzw.

 

anteilmässig für die Kosten einer Ersatzanschaffung oder Erneuerung im Rahmen der noch nicht abgelaufenen Lebensdauer aufkommen. Muss z.B. der beim Einzug neu gelegte Spannteppich im Wohnzimmer nach sechs Jahren ersetzt werden, weil dieser durch einen umgekippten Christbaum stark beschädigt wurde (Brandspuren, Kerzenwachsflecken), so muss  der  Mieter  40% der Kosten des neu anzuschaffenden Spannteppichs übernehmen (Lebensdauer eines Spannteppichs mittlerer Qualität 10 Jahre).

Kleinere Einrichtungsgegenstände, die im Laufe  des  Mietverhältnisses defekt werden, müssen auf Kosten der Mieterschaft ersetzt werden. In der Tabelle sind Beispiele solcher Gegenstände mit kU (kleiner Unterhalt) bezeichnet.

Reduktion der Lebensdauer bei besonderer Nutzung

Insbesondere Boden-, Wand- und Deckenbeläge

Büros                                                                                                                                    20%

Gewerbe mit wenig Beanspruchung (z.B. Läden)                                                    25%

Gewerbe mit viel Beanspruchung (z.B. Restaurant)                                                50%

Heizung / Lüftung / Klima  
Heizkessel   20 Jahre
Brenner   20 Jahre
Steuerung   20 Jahre
Umwälzpumpe   20 Jahre
Kamine:    
Chromstahl   20 Jahre
Glaskeramik   20 Jahre
Wärmepumpe   20 Jahre
Umformer, bei Fernwärme, inkl. Anschlussgebühr   25 Jahre
Sonnenkollektoren   20 Jahre
Bodenheizung   30 Jahre
Radiatoren / Heizwände:    
Radiator   50 Jahre
Handtuchradiator

Richtpreis: Ersatz

 

pro Stk.

30 Jahre

1’000.–

Leitungen Kupfer/Stahl/Guss   50 Jahre
Kunstharzfarbanstrich zu Leitungen und Radiatoren

Richtpreis: Neuanstrich

 

pro Stk.

20 Jahre

80.–

Kunstharzfarbe einbrennlakiert zu Leitungen und Radiatoren                          20 Jahre Elektroinstallation der Heizanlage                                                              20 Jahre Öl- / Brennstofftank:

innenliegend                                                                                                                30 Jahre

erdverlegt                                                                                                                     20 Jahre

Leckschutzanlage                                                                                                     20 Jahre

Messinstrumente:

Wärme-, Mengen- und Durchflusszähler                                                                15 Jahre

Heizkostenverteiler                                                                                                     15 Jahre

Ventile:

Thermostat-Radiatorventile                                                                                      20 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Stk.                            350.–

Gewöhnliche Radiatorenventile                                                                               20 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Stk.                            250.–

Klimageräte, Kleingeräte für einzelne Räume                                                      15 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Stk.                         1’300.–

Lüftung:

Kontrollierte Wohnungslüftung                                                                                 20 Jahre

Lüftungskanäle                                                                                                            25 Jahre

Zentrale Warmwasseraufbereitung

Kombi-Kessel                                                                                                             20 Jahre

Umwälzpumpe                                                                                                           20 Jahre

Elektroinstallationen, der Warmwasseraufbreitungsanlage                             20 Jahre

Messinstrumente, elektronische Zähler                                                                15 Jahre

Boiler:

Kombiboiler, mit Heizung kombiniert                                                                       20 Jahre

Elektroboiler                                                                                                                 20 Jahre

Gasapparate                                                                                                                20 Jahre

Cheminée

Cheminèes:

Cheminée, Cheminéeofen                                                                                        25 Jahre

Schamottsteinauskleidung                                                                                     15 Jahre

Richtpreis: Neuauskleidung                                                  pro m2                             800.–

Warmluft-Cheminée                                                                                                   25 Jahre

Ventilator, zu Rauchabzug                                                                                       20 Jahre

Aggregate:

für Warmluftcheminée                                                                                                20 Jahre

zur Wärmerückgewinnung                                                                                        20 Jahre

Cheminéeabschluss, Metallgitter, Glas                                                                 20 Jahre

 

Gebäudehülle

Gebäudeisolation, Fenster, Rollladen, Lamellenstoren, Dach

 

Kompaktisolation:

Styropor                                                                                                                        25 Jahre

Mineralwolldämmplatten                                                                                            30 Jahre

Hinterlüftete Fassadenisolation:

Holzverkleidung                                                                                                          30 Jahre

Platten                                                                                                                           30 Jahre

Eternitverkleidung, -Schindeln                                                                                  40 Jahre

Verputz:

Mineralische Fassadenputze, auf Mauerwerk                                                       40 Jahre

Kunststoffputze Fassade, auf Mauerwerk                                                              25 Jahre

Silikatanstrich, auf Fassadenputz (rein mineralisch)                                             25 Jahre Dispersionsfarbe, aussen, Beschichtung für mineralische Untergründe 20 Jahre Kleinreparaturen an Fassade:

Richtpreis: Loch flicken nur oberflächlich                            pro Loch                         300.–

Richtpreis: grösseres Loch flicken inkl, Ersatz

Wärmedämmung (grösseres Loch)                                     pro Loch                         600.–

Estrich- / Keller- / Dachisolation                                                                            30 Jahre

Fensterbänke, Anpassung an Isolation                                                                 30 Jahre

Fugendichtungen, Kittfugen aussen, elastisch                                                    10 Jahre

DV-Fenster, Doppelverglasung in Holz                                                                  25 Jahre

IV-Fenster:

Kunststoff, Wärme-/Schallschutzfenster                                                                 25 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Flügel                       450.– Holz, Wärme-/Schallschutzfenster                                                                                                        25 Jahre Richtpreis: Ersatz      pro Flügel                             500.–

Holz-Metall, Wärme-/Schallschutzfenster                                                               25 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Flügel                       550.– Metall, Wärme-/Schallschutzfenster                                                                                                     30 Jahre Richtpreis: Ersatz      pro Flügel                             600.–

 

Beschichtung, mit Öl- , Kunstharz- oder

Acrylharz-Anstriche bei Fenstern, -bänken                                                             10 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro m                                 30.–

Gummidichtungen, zu Fenstern                                                                             10 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro m                                 20.–

Reinigung

Richtpreis: Fenster Holz, Doppelverglasung (allseitig)     pro m2                               40.–

Richtpreis: Fenster Holz oder Kunststoff,

Isolierverglasung                                                                     pro m2                               20.–

Rollläden:

Holz                                                                                                                               25 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Stk.                            850.–

Metall, Aluminium                                                                                                       30 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Stk.                            700.–

Lamellenstoren:

aussen, Aluminium                                                                                                     25 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Stk.                            650.–

innen, Aluminium oder Kunststoff                                                                            15 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Stk.                            400.–

Gurten, für Rollladen und Storen                                                                               8 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Stk.                            100.–

Motoren für Stoffstoren, Raffstoren, Rollläden                                                      15 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Stk.                            500.–

Kurbeln:

Kurbeln                                                                                                                         15 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Stk.                            150.–

Kurbel-Halterung, Metall                                                                                            10 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Stk. (inkl. Mont.)      110.–

Kurbel-Halterung, Kunststoff                                                                                       5 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Stk. (inkl. Mont.)      108.–

Jalousieläden:

Holz                                                                                                                               30 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Flügel                       700.–

Holz, neuer Anstrich                                                                                                    15 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Flügel                       160.–

Metall, Aluminium                                                                                                       40 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Flügel                       700.–

Reinigung

Richtpreis: Jalousieläden: Holz                                             pro m2                             100.–

Richtpreis: Rollläden: Holz, Metall, Kunststoff                    pro m2                             150.–

Richtpreis: Rollläden: Kunststoff                                           pro m2                             150.–

Richtpreis: Rafflamellenstoren: aussen, Alu,

Kunststoff, Metall                                                                     pro m2                             150.–

Richtpreis: Rafflamellenstoren: innen, Alu oder

Kunststoff                                                                                  pro m2                             150.–

Richtpreis: Rafflamellenstoren: aussen, Alu oder

Kunststoff                                                                                  pro m2                             150.–

Richtpreis: Stoffstoren                                                             pro m2                               30.–

Flachdach:

Kiesklebedach                                                                                                             30 Jahre

Zementplattenbelag                                                                                                   30 Jahre

Schrägdach:

Ziegel, Eternit                                                                                                               50 Jahre

Ziegel, Eternit, mit neuer Wärmedämmung                                                            50 Jahre

Dachrinne, Fallrohre, etc.:

gestrichen oder verzinkt                                                                                             20 Jahre

Kupfer-Titan-Zink                                                                                                        30 Jahre

Chromstahl, Uginox, Kupfer                                                                                      40 Jahre

Vordach:

Konstruktion Metall                                                                                                     30 Jahre

Konstruktion Holz                                                                                                        30 Jahre

 

Glaseinsatz, zu Türen                                                                                               30 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro m2                             800.–

Beschläge, zu Türen                                                                                                  15 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Stk.                              30.–

Gummidichtungen, zu Türen                                                                                  15 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro m                                 20.–

Schiebetüren/Faltwände:

Holzwerkstoff oder massiv                                                                                        30 Jahre

Rollen                                                                                                                            15 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Stk.                              50.–

Türrahmen, -zargen, -schwellen, innen:

Rahmen und Schwellen in Holz                                                                                30 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Stk.                            550.–

Rahmen und Schwellen in Metall, Kunst- oder Naturstein                                   40 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Stk.                            800.–

Zargen Metall                                                                                                               30 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Stk.                            300.–

Fenstersimse, innen, lackiert, Öl-, Acryl, oder Kunstharzfarbanstriche 20 Jahre
Schlösser:  
Wohnungstüre 30 Jahre
Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Stk. 220.–
Zimmertüre 30 Jahre
Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Stk. 180.–
Kittfugen 10 Jahre
Richtpreis: Ersatz                                                                     pro m 25.–
Schliessanlagen, automatische 20 Jahre
Reinigung

Richtpreis: Zimmertüren (mit Rahmen)                                pro m2

 

20.–

Richtpreis: Zimmertüren, Spanplatten,

gestrichen/fourniert (80×200 cm)                                          pro m2

 

20.–

Preisrahmen: Wohnungseingangstüre, Massivholz,

Metall                                                                                        pro m2

 

30.–

Malerarbeiten, Boden abdecken

Richtpreis: mit Papier                                                              pro m2

 

3.–

Richtpreis: mit Plastik                                                              pro m2 5.–
Richtpreis: mit Pavatex                                                           pro m2 15.–
Richtpreis: über Treppen, Geländer, etc. mit Plastik

und Pavatex                                                                              pro Tritt

 

15.–

Bodenbeläge  
Böden:  
PVC, Novilon etc. 20 Jahre
Richtpreis: Ersatz                                                                     pro m2 80.–
Gummi, Kautschuk 20 Jahre
Richtpreis: Ersatz                                                                     pro m2 120.–
Linoleum 20 Jahre
Richtpreis: Ersatz                                                                     pro m2 80.–
Korkboden versiegelt 15 Jahre
Richtpreis: Ersatz                                                                     pro m2 130.–
Laminatböden (Kunstparkett):  
günstige, schlechte Qualität, Klasse 31 10 Jahre
Richtpreis: Ersatz                                                                     pro m2 80.–
mittlere Qualität, Klasse 32 15 Jahre
Richtpreis: Ersatz                                                                     pro m2 100.–
gehobene Qualität, Klasse 33 25 Jahre
Richtpreis: Ersatz                                                                     pro m2 110.–
Parkett / Holzriemenböden:  
Klebeparkett, kleinformatiges Massivholzparkett (Klötzliparkett), bis ca. 6 x renovierbar  

40 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro m2 90.–
Hartholzriemen / Massivparkett, bis ca. x renovierbar 40 Jahre

Fernseh- und Radioempfang / elektrische Anlagen

TV-Kabelanschluss

Richtpreis: Ersatz

 

Stk.

10 Jahre

370.–

ISDN-Anschluss

Richtpreis: Ersatz

 

Stk.

10 Jahre

340.–

TV-Antenne / Satelitenschüssel   10 Jahre
Telefonverteiler, Installationen   25 Jahre
Telefonhauszentrale, Kleinzentrale

Richtpreis: Ersatz

 

Stk.

15 Jahre

4’000.–

Schalter

Richtpreis: Ersatz

 

Stk.

15 Jahre

150.–

Steckdosen

Richtpreis: Ersatz

 

Stk.

15 Jahre

150.–

Fassungen

Richtpreis: Ersatz

 

Stk.

15 Jahre

200.–

Zähler   20 Jahre

Leuchten, Decken- und Wandleuchten in Küche, Bad, WC                                20 Jahre

Leitungen                                                                                                                     40 Jahre

Starkstromanlagen                                                                                                   40 Jahre

Balkone / Sonnenstoren / Wintergarten

Balkone:

Holzkonstruktion                                                                                                         30 Jahre

Metallkonstruktion                                                                                                       40 Jahre

Zementplatten                                                                                                             30 Jahre

Feinsteinzeugplatten                                                                                                  25 Jahre

Geländer, Holzlatten, gestrichen                                                                              20 Jahre

Geländer, Metallprofile, Rohre, Bleche, gestrichen oder einbrennlackiert         30 Jahre

Sonnenstoren:

Holz, gestrichen oder lasiert, Kunststoffkonstruktion mit Verglasungen            20 Jahre Stahl, grundiert und gestrichen mit Verglasungen                                      25 Jahre

einbrennlackiertes Aluminium, feuerverzinkte oder einbrennlackierter Stahlkonstruktionen mit Verglasungen                                                                    30 Jahre

Isolierverglasung                                                                                                        25 Jahre

Richtpreis: Glasersatz                                                             pro m2                             400.–

Einfachverglasung                                                                                                      25 Jahre

Richtpreis: Glasersatz                                                             pro m2                             150.–

Maurerarbeiten                                                                                                            25 Jahre

Plattenarbeiten                                                                                                            25 Jahre

Keramikplattenarbeiten                                                                                              25 Jahre

Elektroinstallationen, zu Wintergarten etc.                                                              25 Jahre

Terrassen:

Geländer, Holzlatten, gestrichen                                                                              20 Jahre

Geländer, Metallprofile, Rohre, Bleche, gestrichen oder einbrennlackiert         30 Jahre Zementplatten                                                                                                   30 Jahre

Feinsteinzeugplatten                                                                                                  25 Jahre

Elektroinstallationen, auf Terrassen                                                                        25 Jahre

Gartensitzplatz, Eternit-Waren                                                                                  10 Jahre

Spielplatz:

Spielgeräte, Metall, Holz, Kunststoff                                                                        15 Jahre

Fussmatten, Schmutzschleusen, Fussabstreiffer, textil                                      10 Jahre

Keller- und Estrichausbau

Nutzung für Wohn- und Arbeitszwecke                                                                   40 Jahre

Nutzung als Lagerraum                                                                                             40 Jahre

Schutzraumbelüftung                                                                                                 40 Jahre

Aufzug

Liftanlage                                                                                                                     30 Jahre

Elektroinstallationen, zu Liftanlage                                                                          30 Jahre

Gemeinschaftseinrichtungen

Waschmaschine                                                                                                        15 Jahre

Tumbler                                                                                                                        15 Jahre

Trockenapparat                                                                                                         15 Jahre

Wasserenthärtungsanlage                                                                                     20 Jahre

Kombischliessanlage                                                                                               20 Jahre

automatische Türöffner-Anlage, mechanische Teile                                        20 Jahre

Gegensprechanlage, Türöffner, elektrische Teile                                               20 Jahre

Briefkasten                                                                                                                 20 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Stk.                            300.–

Zäune u.ä.:

Metallpfosten mit Holzstaketen o.ä., Holz imprägniert                                          15 Jahre

Metallpfosten mit Metallstaketen oder Maschendraht                                           25 Jahre

Gartenmauern, Garagenmauern, Geländemauern, massiv                               40 Jahre

Zementplatten, Zugangswege                                                                                30 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro m2                               60.–

Mietrechtliche Grundlagen

1.      Die normale Abnützung

MieterInnen dürfen das Mietobjekt gebrauchen, wie es im Mietvertrag verein-  bart worden ist. Sei es als Familienwohnung, als Laden oder als Büro. Für den normalen Gebrauch und die «normale Abnützung» des Mietobjekts zahlt die Mieterschaft Miete. Was unter der «normalen Abnützung» zu verstehen ist, bemisst sich in erster Linie nach dem vertraglich vereinbarten oder vorausge- setzten Verwendungszweck. So ist der Begriff der «normalen Abnützung» für eine Familie mit mehreren (Klein-) Kindern weiter zu fassen als für  eine Frau,  die alleine wohnt. Wird ein Wohnraum mit Wissen des Vermieters für Arbeiten  mit Rauchimmissionen vermietet, ist die normale Abnützung stärker.

2.      Die unsachgemässe Benützung

Die normale Lebensdauer bildet das Kriterium, wieviel beim Auszug bezahlt werden muss. Die Mieterschaft haftet beim Auszug aus einer Wohnung oder   aus einem Geschäftsraum nur für Schäden, die sie durch unsorgfältigen Ge- brauch des Mietobjekts verursacht hat. Darunter fallen etwa: Die Beschädigung von Türen durch Hunde, die Benützung von Nagelschuhen auf dem Wohnzim- mer-Parkett, von Kindern bemalte Tapeten oder das übermässige  Rauchen. Auch die Einrichtung von Werkstätten und Labors in Wohn- und Büroräumen kann zu einer unsachgemässen Benützung des Mietobjekts führen.

Bei der Haftung für den unsorgfältigen Gebrauch des Mietobjekts spielt es keine Rolle, ob die Mieterschaft  selbst,  die  MitbewohnerInnen,  die Angestellten, die Gäste oder die Haustiere mit der Einrichtung von Wohnungen und Geschäftsräumen unsorgfältig umgegangen sind. Wieviel die Mieterschaft zahlen muss, hängt nicht von der Dauer des Mietverhältnisses, sondern vom Zustandswert der beschädigten Sache ab. Die Entschädigung  bemisst  sich  nach dem Wert, den die Sache unter der Berücksichtigung des Alters und der

«normalen Lebensdauer» noch aufweist. Ein Beispiel: Ein Nadelfilz-Teppich muss ersetzt werden, weil ihn der Hund beschädigt hat. Die «normale Lebensdauer» eines Nadelfilzes beträgt acht Jahre. Der Vermieter hat den Bodenbelag vor 9 Jahren neu verlegt. Der Mieter muss keine Kosten übernehmen, weil die Lebensdauer des Teppichs bereits überschritten ist. Wieviel die Mieterschaft zahlen muss, bemisst sich also nach dem Alter des Einrichtungsgegenstandes, der Installation oder des Bauteils.

Hinweis: Massgebend ist die gesamte Lebensdauer der Sache und nicht    die Mietdauer. Ist ein Gegenstand bereits vom Vormieter benutzt worden, so ist diese Dauer bei der Berechnung hinzuzuzählen.

3.      Schäden durch Dritte

Werden Schäden durch unbekannte Dritte verursacht (z.B. durch Einbruch), so gilt der Grundsatz, dass die Schäden welche durch Gewalteinwirkung von aus- serhalb der Wohnung (Wohnungstüre, Fenster etc.) verursacht wurden, zu Las- ten des Vermieters (bzw. dessen Versicherung) gehen; wird Eigentum des Mie- ters zerstört, so hat dieser (bzw. dessen Versicherung) die Kosten zu über- nehmen.

4.      Die normale Lebensdauer bei besonderer Beanspruchung in Büros, Läden und Restaurants

Die Lebensdauer von Einrichtungen und Bauteilen verringert sich, wenn das Mietobjekt übermässig beansprucht worden ist. Dabei reduziert sich die Le- bensdauer (insbesondere für Boden-, Wand- und Deckenbeläge) bei speziellen Nutzungen wie folgt:

 

4 für Büros                                                                                                                          20%

4 Gewerbe mit wenig Beanspruchung (z.B. Läden)                                                    25%

4 Gewerbe mit viel Beanspruchung (z.B. Restaurant)                                                50%

5.      Die Reduktion der Lebensdauer bei nassen, feuchten und speziell ge- nutzten Räumen

Trotz allfälliger Ventilatoren haben in unzweckmässigen Nassräumen (Räume ohne Fenster, schlechte Entlüftung) oder feuchten Räumlichkeiten ungeeignete Einbaumöbel, Spiegelschränke, Wand- und Deckenanstriche, Fugendichtun- gen, Apparate etc. eine kürzere Lebensdauer.

Keine weitere Reduktion der «Lebensdauer» erfolgt für die besondere Beanspruchung von Räumlichkeiten wie Küche und Kinderzimmer: Diese ist bereits in einer generellen Reduktion der «Lebensdauer» von Anstrichen (von früher 10 Jahre) auf 8 Jahre berücksichtigt.

6.      Der «kleine Unterhalt» ist Sache der Mieterschaft

Die Behebung von kleinen Mängeln gehören zum «kleinen Unterhalt», die von der Mieterschaft behoben werden müssen. Dabei sollten die Kosten für die kleinen Ausbesserungen den Richtwert von ca. Fr. 100.– bis Fr. 150.– pro Re- paratur nicht überschreiten. Allgemein gelten Wartungsarbeiten die normaler- weise ohne Beizug von Fachleuten durch die Mieterschaft selbst ausgeführt werden können als «kleiner Unterhalt». Meist findet sich in den «Allgemeinen Bestimmungen zum Mietvertrag» Ausführungen oder eine Auflistung dieser Ar- beiten. Sonst gilt der Ortsgebrauch. Allerdings darf die vertragliche Regelung nicht dazu führen, dass die Mieterschaft zu einer Kostenübernahme verpflichtet wird, die den gesetzlichen Rahmen sprengt.

Beim «kleinen Unterhalt» ist die Mieterschaft nur zur Ausführung der Reparatur auf ihre Kosten verpflichtet, wenn die Ersatzteile  noch  erhältlich  sind. Ist dies nicht der Fall, muss der Vermieter die Instandstellung auf seine Kosten übernehmen.

7.      Reparaturen sind fachmännisch durchzuführen

Der kleine Unterhalt und Reparaturen müssen fachgerecht ausgeführt werden. Es darf kein «Flickwerk» entstehen. Im Zweifelsfalle sollen die Reparaturen durch einen Fachmann vorgenommen werden.

8.      Wenn Ersatzteile und Apparate nicht mehr erhältlich sind?

Wenn Ersatzteile und Apparate auf dem Markt nicht mehr erhältlich sind, hat    die Mieterschaft für die Kosten einer Neuanschaffung nicht vollumfänglich auf- zukommen. Vielmehr muss sie die Kosten im Rahmen der normalen Lebens- dauer übernehmen. Der Kostenanteil berechnet sich also nach der Rest- Lebensdauer des defekten Einrichtungsgegenstands oder des beschädigten Bauteils.

9.      Kleinere Schäden wie Farbveränderungen hinter Bildern und Möbeln

Dübellöcher, Schrammen, kleinere Schäden, Farbveränderungen von Bildern («Schatten»), hinter Möbeln usw. gehören in der Regel zur «normalen Abnüt- zung». Die Schäden sollen (wo möglich –  fachmännisch  repariert  oder,  wo nicht störend) belassen werden. Kleine Schäden können nicht zum Anlass ge- nommen werden, die ganze Einrichtung auf Kosten der Mieterschaft zu reno- vieren.

Sind kleinere Schäden derart, dass sie nicht mit der «normalen Abnützung» begründet werden können, so kann der Vermieter dafür eine Minderwertentschädigung verlangen. Diese bemisst sich am Umfange des Schadens (ästhetisch, im Gebrauch eingeschränkt etc.) und an  der  Lebensdauer der Einrichtung.

10.    Die Übernahme von Einrichtungen des Vormieters

Der Vermieter kann von der Mieterschaft verlangen, dass beim Auszug der ur- sprüngliche Zustand des Mietobjektes wiederhergestellt wird, sofern Änderun- gen ohne schriftliche vorbehaltlose Zustimmung des Vermieters vorgenommen wurden. Dies gilt auch, wenn die Mieterin von ihrem Vormieter Einrichtungsge- genstände (ohne Zutun des Vermieters) übernommen hat.  In  diesen  Fällen kann die Mieterschaft mit dem Vermieter vereinbaren, dass er beim Auszug  keine aufwändige Sanierung der Unterlage unter dem Teppich (Kleberesten),  auf dem Untergrund von Einbauten und Apparaten (Belagsfehler) fordert. Eine entsprechende Abmachung muss im Mietvertrag oder im Übernahmeprotokoll festgehalten werden.

11.    Abgelaufene Lebensdauer

Ist die Lebensdauer eines Gegenstandes abgelaufen, so muss dieser nicht zwangsläufig ersetzt werden. Ist er nach allgemeinem Ermessen noch in gu- tem, ansehnlichen und gebrauchsfähigen Zustand so kann die Mieterschaft die Erneuerung nicht verlangen (sog. «Schönheitsreparaturen»). Entstehen an sol- chen Gegenständen Schäden, so können dafür keine Minderwerte verlangt werden (Ausnahme: Antiquitäten etc.).

12.    Die Haftpflichtversicherung

Eine Haftpflichtversicherung erbringt in der Regel Leistungen für Beschädigun- gen am Mietobjekt, sofern deren Ursache nicht auf Abnützung, allmähliche Einwirkung oder durch unsachgemässen Gebrauch zurückzuführen ist.

Ist ein solcher Schaden entstanden, so sollte dieser unverzüglich der Versicherungsgesellschaft gemeldet werden. Steht eine Wohnungsabgabe an und es besteht die Möglichkeit, dass der Vermieter solche Schäden geltend macht, sollte die Versicherungsgesellschaft frühzeitig (ca. 30 Tage vor der Wohnungsabgabe) darüber verständigt werden. In der Regel wird die Gesellschaft einen Schadeninspektor mit der Aufnahme des Mieterschadens beauftragen.

Stellt sich erst bei der Wohnungsabgabe die Schadensforderung des Vermieters, so soll die Mieterschaft ohne Zustimmung der Versicherung keine Zusagen unterzeichnen oder gar Instandstellungsarbeiten ausführen lassen. Zwar kann der Schaden im Abnahmeprotokoll umschrieben werden, jedoch mit dem klaren Hinweis, dass die Übernahme der Schadensbehebungsungskosten vorbehältlich der Zustimmung der Versicherungsgesellschaft erfolge.

Wird die vom Vermieter geforderte Summe durch die  Versicherung  bestritten, so sollte darauf bestanden werden, dass diese die Kosten für die prozessuale Klärung der Streitfrage übernimmt.

13.    Schlüssel (verlorene)

Fehlende Schlüssel müssen auf Kosten des Mieters wie-derbeschafft werden. Bei unregistrierten Schlüsseln hat der Mieter das Recht, diese selbst neu anfertigen zu lassen. Bei registrierten Schlüsseln wird der Ersatz in der Regel durch den Vermieter beschafft. Sind durch verloren gegangene Schlüssel Anpassungen an Schliessplan und/oder Schliessanlage not-wendig, kann dies grössere Kosten zur Folge haben. Solche Aufwendungen sind nur durch die Mieterschaft zu übernehmen, wenn der begründete Verdacht besteht, dass verlorene Schlüssel zu Missbräuchen verwendet werden  können.  Die  Abgeltung muss angemessen erfolgen:

Preisrahmen: pro Wohnhaus maximal                                                            500 Fr.

Preisrahmen: pro Geschäftshaus maximal                                                  1000 Fr.

 

Schlüssel, welche von der Mieterschaft auf eigene Kosten während der Mietdauer hergestellt wurden, sind bei der Wohnungsabgabe  der Vermieterschaft ohne Entschädigung zu übergeben.

14.    Garten allgemein

Sofern im Vertrag nicht anders geregelt: Für den Unterhalt eines Gartens, (z.B.  in einem Einfamilienhaus oder in einem Mehr-familienhaus zur Alleinbenützung vermietet wurde) hat der Mieter aufzukommen. Wie und wann er dies tut, ist seine Sache. Dies trifft auch für die Schneeräumung zu. Zurückschneiden von Sträuchern geht zu Lasten des Mieters; nicht jedoch der Gehölzschnitt grosser Bäume.

Substanzielle Veränderungen an der Gartenanlage  bedürfen  der Zustimmung des Vermieters. Bei Beendigung des Mietverhältnisses muss der Garten den gleichen Zustand aufweisen wie beim Antritt. Im Streitfalle liegt die Beweispflicht beim Vermieter.

Berechnungsbeispiele

Beispiel 1: Ersatz eines Teppichs nach Ablauf der Lebensdauer

Ein Mieter ist vor sechs Jahren in die  Wohnung eingezogen. Der  Sisalteppich  im Wohnzimmer war bereits damals fünf Jahre alt. Insgesamt war der Teppich also elf Jahre in der Wohnung. Da die «Lebensdauer» eines Sisalteppichs höchstens zehn Jahre beträgt, muss der Mieter beim Auszug keine Kosten für diesen Teppich übernehmen. Er ist abgeschrieben und durch die monatlichen Mietzinszahlungen des Mieters bereits vor einem Jahr vollständig abbezahlt.

Beispiel 2: Streichen eines Zimmers

Ein Mieter ist vor vier Jahren in  die Wohnung eingezogen. Das Wohnzimmer war beim Einzug frisch gestrichen. Durch starkes Rauchen muss die Wohnung beim Auszug wiederum gestrichen werden:

Rechnung des Malers: Fr. 1’300.–
Lebensdauer des Anstriches   8 Jahre
bereits abgegolten   5 Jahre
durch den Mieter zu übernehmen: 50%2 Fr. 650.–
Beispiel 3: Minderwert durch Sprung im Lavabo    

Ein 12 Jahre altes Keramik-Lavabo wird durch eine fallengelassene Parfümfla- sche beschädigt (nicht stark sichtbare Kerbe in der Lavaboschüssel). Der Er- satz würde insgesamt ca. Fr. 900.– kosten. Rund 1/3 der Lebensdauer ist be- reits abgeschrieben. Der aktuelle Zustandswert beträgt also rund Fr. 600.–. Es scheint angemessen den Minderwert durch die kleine Beschädigung mit 5%, also Fr. 30.– zu berechnen.

2 Bei sehr starkem Nikotinbelag können – zu Lasten des Mieters – Kosten für eine Spe- zialbehandlung des Untergrundes zur Abdeckung der Nikotinablagerungen hinzu- kommen.

© Copyright bei HEV Schweiz und SMV/D (Publikation auch Auszugsweise nur mit Zu- stimmung der Herausgeber)

 

WELCHER BODENBELAG IST AM BESTEN?

WELCHER BODENBELAG IST AM BESTEN?

Schöner wohnen und sich richtig wohlfühlen: mit dem passenden Bodenbelag kein Problem. Doch welcher Bodenbelag ist besser? Elegante Fliesen, klassische Holzdielen, edles Parkett, warmer Kork? Oder doch moderner PVC-Fußboden oder kurzfloriger bis flauschiger Teppich?

Nicht nur sein Preis, auch das Auge sowie alle Sinne entscheiden, welcher Fußbodenbelag für einen Raum der beste ist. Nicht zuletzt kommt es darauf an, ob er die in seinem jeweiligen Einsatzbereich an ihn gestellten Anforderungen erfüllt: Denn ein Bodenbelag, der für das Wohnzimmer ideal ist, muss nicht für das Bad geeignet sein.

Sie suchen nach den perfekten Bodenbelag-Varianten für Ihren Neubau? Oder möchten Sie brandneue Bodenbeläge bei der Renovierung in das Eigenheim einbringen? Dann streifen Sie mit uns durch die Welt der Bodenbeläge: Unsere Übersicht über Materialien und Beläge bietet wertvolle Anregungen zur Identifizierung der Bodenbekleidungen für alle Ihre Zimmer.


 

Holz – Das warme Naturmaterial

Unter den Bodenbelagarten ist Holz eine besonders anheimelnde, denn mit einem Holzfußboden holt man sich die Natur ins Haus. Seine warme Struktur und angenehme Optik sorgen für die große Portion Wohlfühlatmosphäre, die man nach einem anstrengenden Alltag braucht.

Dabei gibt es den Bodenbelag in einer Vielzahl an Varianten: von urigen Holzdielen über edles Parkett bis hin zu innovativen Holzpflaster- und Korkböden. Seine naturgegebenen Maserungen und Farbschattierungen machen jeden Holzfußboden zum Unikat. Doch oft entscheiden sich Häuslebauer für das preisgünstige Parkett-Imitat Laminat.

 

HOLZDIELEN VERKÖRPERN GEMÜTLICHKEIT

Rustikal hoch 10: Mit Holzdielen zieht Wohlfühl-Ambiente der ursprünglichsten Variante in den heimischen Raum ein. Massive Holzbohlen – genauer gesagt Hobeldielen – sind der „Stoff“, aus dem die auch Schiffs- oder Riemenböden genannten Dielenböden bestehen. Sogar vereinzelte kleine Schönheitsfehler der Holzdielen haben ihre Berechtigung: Zusammen mit der natürlichen Holzmaserung machen diese markanten Stellen den Holzboden einmalig! Impressiv: Ob Dielenboden aus Weichhölzern wie Tanne, Fichte, Kiefer, Lärche, Douglasie oder Harthölzern wie Eiche, Buche, Esche, Ahorn, Kirsche – jeder Boden aus Holzdielen verleiht einem Raum seinen eigenen Charakter.

Holzdielenboden wird geölt

 

Tipps zu Holzdielen:

  • Klassisch & zugleich modern
  • Ruhige Oberflächengestaltungen: z.B. Eiche, lebhaft strukturvolle: z.B. Nussbaum
  • Dielenböden aus Harthölzern sind unempfindlicher gegenüber mechanischer Beanspruchung als Parkettböden
  • Durch Gebrauchsdicke von 2 bis 2,5 Zentimetern mehrmals abschleifbar
  • Mit Besen, Staubsauger oder einem nebelfeuchten Baumwolltuch zu reinigen
  • Trittschalldämmung sowie ggf. Einbringung feuchtigkeitssperrender PE-Folie notwendig
  • Versiegelung unbehandelter Dielen nach dem Verlegen mit Lasur, Öl, Wachs oder Lack unerlässlich
  • Regelmäßiges erneuern der Versiegelung vonnöten
  • Fugen- und Rissbildung durch Aufquellen und Schwinden möglich. Um dies zu vermeiden, Luftfeuchte von 50 bis 60% sowie Raumtemperatur zwischen 18 und 20°C beibehalten
  • Preis: Bereits ab 12,00 Euro/m² umsetzbar (unbehandelte Holzdielen aus Nadelhölzern); Preise für Holzdielenböden aus Laubhölzern beginnen bei ca. 30 Euro/m² (z.B. lackierte Eiche)

 

Vorteile von Holzdielen

  • Verlegung auch von Laien durchführbar
  • Dank geringer Wärmeableitung fußwarm
  • Gleicht leichte Feuchtigkeitsschwankungen der Raumluft aus
  • Dielenböden aus Harthölzern sind unempfindlicher gegenüber mechanischer Beanspruchung als Parkettböden
  • Langlebiger Bodenbelag
  • Einfach zu reinigen
  • Im Vergleich zum Pakett günstig

 

Nachteile von Holzdielen

  • Anfällig für Fugen- und Rissbildung
  • Spezielle Unterkonstruktion nötig
  • Übertragung von Schall- und Trittschallgeräuschen
  • Vergleichsweiser hoher Aufwand für Verlegung und Pflege
  • Sehr eingeschränkte Eignung für Fußbodenheizung
  • Für Feuchträume sind nur bestimmte, speziell imprägnierte Harthölzer geeignet
 

PARKETT: EXQUISITE RAUMGESTALTUNG

Beide Bodenarten – Parkett wie Holzdielen – sind für Holzliebhaber echte Traumböden. Aber welcher Bodenbelag ist besser? Dielen stehen mehr für eine rustikale Optik, Parkettböden für eine repräsentative. Ihr Naturmaterial Holz verleiht beiden Böden eine Individualität, die das Parkett-Pendant Laminat nicht erreichen kann. Mit einem fortlaufenden und sich wiederholenden Druck versehen, sind Laminatböden nämlich keine Unikate. Echtholzparkett steht in vielfältigen Holzsorten von Eiche über Ahorn und Birnbaum bis Olive zur Wahl. Zu dem jeweils eigenen Bild eines Parkettbodens trägt auch sein Verlegemuster maßgeblich bei. Unterschieden wird bei Parkett zwischen Einschichtparkett aus massivem Vollholz und dem auch Fertigparkett genannten Mehrschichtparkett mit Vollholz als Deckschicht.

Parkettboden bei der Einölung

 

Tipps zum Parkett:

  • Heller Parkettboden: z.B. Birkenholz, rötlicher: Merbau, dunkler: Teakholz
  • Auswahl aus vielerlei Verlegemustern wie Schiffsboden, Fischgrät, Diagonalverband, Altdeutscher Verband, Flechtmuster, Tafel, Kassette, Leiter
  • Hygienischer und Feuchte regulierender Bodenbelag, dadurch Verbesserung des Raumklimas und Eignung für Allergiker
  • Reinigung mit Besen, Staubsauger und nebelfeuchtem Lappen
  • Mittlerweile existiert sogar Parkett für das Bad: Dieses besteht aus Hölzern mit geringer Feuchtigkeitsaufnahme wie Teakholz, Merbau oder Doussie
  • Um Kratzern vorzubeugen, Möbel mit Filzgleitern versehen und Steinchen und Sand an einem Fußabstreifer im Eingangsbereich abstreifen
  • Preis: circa 40 Euro/m², Kosten sehr exklusiver Parkettböden: zwischen 80 und 200 Euro/m², hinzu kommen Kosten für Feuchtigkeitssperre und Trittschalldämmung

 

Vorteile von Parkett

  • Große Auswahl an Verlegungsmustern
  • Langlebig und häufig abschleifbar
  • Feuchtigkeitsregulierend
  • Fußwärmend, da gut wärmedämmend
  • Relativ leicht zu reinigen
  • Für Fußbodenheizung geeignet

 

Nachteile von Parkett

  • Überträgt Tritt- und Schallgeräusche
  • Je nach Gegebenheiten: Auslegung nur durchführbar vom Fachhandwerker
  • Fugen- und Rissbildung möglich
  • Hoher Pflegebedarf und Auslegungsaufwand durch Imprägnierung, Feuchtigkeitssperre und Trittschalldämmung
  • Relativ teuer
 
 
 

LAMINAT: DIE PREISGÜNSTIGE PARKETT-ALTERNATIVE

Es gibt wirklich viele Gründe, die für Laminat sprechen. Einer davon ist sein unschlagbar günstiger Preis gegenüber den meisten anderen Bodenarten. Der Natur nachempfundene Strukturen und Dekore oder auch moderne Designs sind stilprägend für das eigene Zuhause. Mittels moderner Druckverfahren kann bei der Laminatherstellung nicht nur die Optik, sondern auch eine Haptik nachgebildet werden. Ob mit dem Oberflächenfinish einer sägerauen, seidenmatten oder feinen Holzstruktur. Oder in authentisch wirkender Schiefer- oder Fliesenausführung. Ob als Hochglanzlaminat oder mit grafischen Designs bedruckt – qualitative Laminatböden überzeugen in Optik, Funktionalität und Robustheit. Obwohl keine reinen Naturprodukte, bestehen sie zu einem großen Teil aus Holz. Obenauf tragen sie ihre abriebfeste Versiegelung.

Laminatboden

 

Tipps zu Laminat:

  • Leicht und ohne Leim zu verlegen dank praktischer Klick-Mechanik
  • Weiter vereinfachte Verlegung mit bereits integrierter Trittschalldämmung und schwimmende Verlegung ohne Kleber
  • Mit 12 mm Dicke strapazierfähiger und langlebiger als mit 6 mm Stärke
  • Laminatböden werden Nutzungsklassen zugeordnet: Für Schlafzimmer und Gästezimmer eignet sich Nutzungsklasse 21
  • Für Wohnzimmer, Esszimmer, Kinderzimmer Nutzungsklasse 22; für Eingangsbereich, Diele, Küche Klasse 23
  • Um Kratzern vorzubeugen, Möbel mit Filzgleitern versehen und Steinchen und Sand an einem Fußabstreifer im Eingangsbereich abstreifen
  • Preis: Empfehlenswerter Laminatboden zum günstigen Preis von 15 Euro/m² aufsteigend erhältlich

 

Vorteile von Laminat

  • Leicht zu verlegen
  • Kann auf einer Fußbodenheizung verlegt werden
  • Besonders pflegeleicht
  • Besonders günstig

 

Nachteile von Laminat

  • Fußkalt, da keine Wärmespeicherung
  • Lässt sich nicht abschleifen – nur Ersatz kompletter Dielen möglich
  • Trittschalldämmung erforderlich, wenn nicht enthalten
 

HOLZPFLASTER: EIN HOLZFUSSBODEN, DER ÜBERZEUG

Ein anderer Name für Holzpflaster ist Hirnholzparkett, denn der Fußboden besteht aus dem quer statt parallel zur Faser geschnittenem Hirnholz, häufig auch bezeichnet als Stirnholz. Bisher kannte man Holzpflaster nur als Gebrauchsfußboden in Gebäuden mit starker Beanspruchung wie Werkshallen, Turnhallen oder Kirchen. Mittlerweile setzt die moderne Architektur Hirnholzparkett auch als Stilmittel im Wohnbereich ein. Hier verbreitet es Behaglichkeit und erfreut mit vielen nützlichen Eigenschaften. Die meisten Holzpflaster bestehen aus den Baumarten Eiche, Fichte, Kiefer oder Lärche. Bei dem in Blöcken gewonnenen Hirnholz sind die Jahresringe besonders gut sichtbar und verleihen dem Fußboden ein überaus lebendiges Strukturspiel.

Holzpflaster als Bodenbelag

 

Tipps zu Holzpflaster:

  • Einzigartige, naturgegebene Gestaltungen
  • Für den Feucht- und Freibereich nach speziell präparierten Hirnholzparketten fragen
  • Reagiert stark auf Luftfeuchtigkeitsschwankungen und „arbeitet“ intensiv
  • Hohe Wirtschaftlichkeit dank Langlebigkeit und geringem Verschleiß
  • Sofern nicht lackiert oder gewachst, muss Holzpflaster lediglich von Zeit zu Zeit geölt werden
  • Preis: Materialkosten von etwa 35 bis 65 Euro/m² plus Verlegekosten von circa 50 Euro/m² erscheinen zunächst hoch, lohnen jedoch aufgrund der Dauerhaftigkeit des Bodenbelags

 

Vorteile von Holzpflaster

  • Hohe Widerstandsfähigkeit und extreme Belastbarkeit
  • Beste Wärme- und Trittschalldämmung
  • Schwer entzündbar und niedrige elektrische Leitfähigkeit
  • Trittsicher und rutschfest
  • Leicht zu reinigen
  • Problemlos auswechselbare Teilflächen

 

Nachteile von Holzpflaster

  • Fugenbildung möglich
  • Verlegung von Hirnholzparkett muss vom Fachmann durchgeführt werden
  • Vergleichsweise teuer
  • Holzpflaster im Außenbereich kann bei Regen rutschig werden
 
 
 

KORK: MALERISCH & WEICH

Als fußwarmer und nachhaltiger Fußbodenbelag erhält Korkboden immer mehr Zuspruch. Eigenschaften wie diese machen ihn zu einer echten Alternative zu Holzdielen, Parkett & Co. Das von Flaschenverschlüssen und Pinnwänden bekannte Material wurde in den letzten Jahren zu einem beliebten Fußbodenbelag gerade im Allergikerhaus oder Biohaus. Dort begeistert es, verlegt in Form von Korkplatten oder Korkparkett, mit seiner lebendigen Struktur oder auf Wunsch in einer Holz- oder Steinoptik. Zur Gewinnung von Kork wird lediglich die Rinde der Korkeiche alle 9 Jahre geerntet, ohne dass der Baum dabei Schaden nimmt.

Korkfußboden

 

Tipps zu Korkböden:

  • Lebendige Korkstruktur kaschiert reparierte Stellen und Kratzer
  • Ein für Allergiker prädestinierter Bodenbelag, da er weder Staub noch Milben aufnimmt
  • Ist wasserabweisend und mit zusätzlicher Versiegelung ausgesprochen pflegeleicht
  • Weich, warm & rutschfest. Daher einem Teppich ähnlich und für Kinderzimmer geeignet
  • Wer die typische Korkbodenzeichnung nicht mag, kann Kork in Holz- oder Steinoptik verlegen
  • Aufgrund der dehnungsverstärkenden Wirkung von Feuchtigkeit ungeeignet für Bad und Küche
  • Filzuntersätze unter Möbeln verschaffen bei Möbelabdrücke Abhilfe; auch können sich die Abdrücke zurückbilden
  • Preis: Korkboden zu Preisen von 15,- bis 70,- Euro pro m² erhältlich

 

Vorteile von Kork

  • Exzellent wärme- und geräuschdämmende Wirkung
  • Federt Schritte ab und schont Gelenke
  • Ausgesprochen pflegeleicht
  • Allergiker geeignet
  • Leichter Austausch einzelner beschädigter Platten

 

Nachteile von Kork

  • Dehnungsfugen oder Wellenbildung durch klimatische Veränderung möglich
  • Kann durch Sonneneinstrahlung mit der Zeit ausbleichen
  • Es können Möbelabdrücke entstehen
 
 
 

Stein – Material mit vielen Facetten

Glatte oder raue Fliesen, Mosaikfliesen, Naturstein oder Beton lassen jeweils höchst unterschiedliche Bodengestaltungen verwirklichen: Künstlich hergestellte Fliesenarten bringen ihr jeweiliges besonders Design in den Raum ein. Natursteinplatten ihr einzigartiges, über Jahrtausende von der Natur gestaltetes Gesamtbild.

Beton begeistert im angesagten Industrie-Look. Allesamt verfügen Böden aus Stein über eine deutlich höhere Wärmeleitfähigkeit als alle anderen Arten von Bodenbelägen. Das heißt, sie geben Wärme schneller an den Raum weiter und eignen sich dadurch ideal zur Verbauung mit einer Fußbodenheizung.

 

FLIESEN: UNTERSTREICHEN VIELE RÄUME

Fliesen glatter oder rauer Beschaffenheit sowie Mosaikfliesen haben eines gemeinsam: Sie zählen zu den beliebtesten Fußboden- und Wandbelägen. Wobei glatten Fliesen im privaten Eigenheim der Vorzug gegeben wird. Andere Hausbesitzer schätzen vor allem den elegant-rustikalen Look der rauen und unglasierten Fliesen. Sie sind robuster als ihre glatten und glasierten Pendants, deren Eignung für bestimmte Wohnräume sich aus ihrer Abriebklasse ergibt. Durch hoch entwickelte Fertigungsmethoden sind Fliesen, die natürliche Steinstrukturen nachahmen, für den Laien von Natursteinplatten kaum zu unterscheiden. Im Bereich Mosaikfliesen aus Glas begeistern Hersteller mit einer riesigen Palette an Farben, Mustern und Verlegevarianten.

GLATTE FLIESEN: PRAKTISCH UND AUSERLESEN

Glatte Fliesen

 

Tipps zu glatten Fliesen:

  • Mit Besen oder Wischmopp, Wasser und dem geeigneten Putzmittel leicht zu säubern
  • Für jeden Raum die passende Fliese: Die sehr gering beanspruchbaren Fliesen der Abriebklasse 1 sind ein möglicher Bodenbelag für Schlaf- und Badezimmer
  • Fliesen der Abriebklasse 2 für Wohn- und Esszimmer
  • Abriebklassen 3 und 4 sind geeignet für viel begangene Wohnräume
  • In Feuchträumen wie Bad und Küche auf Fliesen mit der höheren Rutschfestigkeitsklasse C zurückgreifen, im Außenbereich auf frostsichere Fliesen
  • Glasierte Fliesen sind zerbrechlicher als unglasierte
  • Preis: Ab 10 Euro/m² für günstige Fliesenvarianten und -formate ist der Bodenbelag für viele Bauherren interessant

 

Vorteile von glatten Fliesen

  • Leicht zu säubern
  • Für Allergiker geeignet
  • Sehr günstig erhältlich

 

Nachteile von glatten Fliesen

  • Zerbrechlich und dann schwer auswechselbar
  • Kühle Oberfläche
 

RAUE FLIESEN: VERLEIHEN DEM RAUM MARKANTEN CHARAKTER

Raue Fliesen bei der Verlegung

 

Tipps zu rauen Fliesen:

  • Bei Herstellung künstliche Erzeugung der gewünschten Oberflächenstrukturen möglich
  • Daher keine Einteilung in Abriebklassen
  • Preis: Ab 10 Euro/m² für günstige Fliesenvarianten und -formate ist der Bodenbelag für viele Bauherren interessant

 

Vorteile von rauen Fliesen

  • Größere Härte und Beständigkeitkeit gegenüber glatten und glasierten Fliesen
  • Nach Oberflächenversiegelung schmutz- und fleckenbeständig

 

Nachteile von rauen Fliesen

  • Besitzen raue Fliesen noch keine Versiegelung, ist diese vor der Verlegung durchzuführen
  • Unversiegelt schwer zu reinigen
 

MOSAIKFLIESEN: FÜR ANSPRUCHSVOLLE BODENGESTALTUNGEN

Mosaik als Bodenbelag

 

Tipps zu Mosaikfliesen:

  • Ermöglicht eine belebende Fußboden- oder Wandgestaltung
  • Hohe chemische und mechanische Widerstandsfähigkeit
  • Preis: Ab 15 Euro/m² für günstige Mosaikvarianten und -formate ist der Bodenbelag für viele Bauherren interessant

 

Vorteile von Mosaikfliesen

  • Leicht zu reinigen
  • Für Allergiker und Umweltkranke geeignet
  • Von langer Lebensdauer
  • Macht durch gute Wärmeweiterleitung bei Installation einer Fußbodenheizung Sinn

 

Nachteile von Mosaikfliesen

  • Kühl temperiert, wenn unbeheizt
  • Für Mosaike am Boden ausschließlich Fiesen mit hoher Abriebfestigkeit und Ritzhärte einplanen
 
 
 
 
 
 
 

NATURSTEINPLATTEN: UNNACHAHMLICHE MEISTERWERKE

Viele Menschen entscheiden sich aus Wertschätzung gegenüber dem Naturprodukt für Natursteinplatten. Im Laufe seiner weit zurückreichenden Entstehungsgeschichte haben Naturgewalten wie Wind und Wasser den Naturstein geformt und seine sehbare und spürbare Steinstruktur gebildet – eine Beschaffenheit, die sich schwerlich in Perfektion künstlich nachahmen lässt. Natursteine wie Schiefer mit schichtartiger Beschaffenheit oder Travertin mit deutlichen Lufteinschlüssen und offenen Poren verleihen dem Innenraum wie dem Außenbereich einen einzigartigen Charakter. Ein Beispiel für die Langlebigkeit von Natursteinplatten ist das vor rund 2.000 Jahren erbaute Kolosseum in Rom. Allerdings sind viele Natursteinarten weniger widerstandsfähig als einige industriell hergestellte Fliesen.

Natursteinpflaster

 

Tipps zu Natursteinböden:

  • Durch stets individuelle Maserungen, Farbnuancen und Brillanzen einzigartig
  • Oberflächenbearbeitungen wie Bürsten, Trommeln, Polieren, Schleifen, Glätten ergeben rustikale, samtige oder glatte Haptiken
  • Unregelmäßige Fugenbildung unterstreicht den natürlichen Eindruck des Natursteinverbunds
  • Es gibt über 300 Verlegemuster für Naturstein, darunter Römischer Verband, quadratischer Belag, Bahnenbelag, Rosenspitz
  • Ist natürlicher Alterung unterworfen
  • Ein Schliff stellt sein ursprüngliches Aussehen wieder her
  • Für nahezu jeden Einsatzbereich gibt es geeignete Natursteinvarianten
  • Beim Verlegen von Naturstein sollte man Hilfestellung eines erfahrenen Fliesenverlegerbetriebs in Anspruch nehmen oder ihm die Verlegung komplett überlassen
  • Preis: Natursteine wie Kalksandstein, Travertin oder Marmor können, müssen aber nicht teurer sein als künstlich hergestellte Fliesenarten. Tipp: Online lassen sich mitunter bis zu 30% gegenüber den Preisen im Fachhandel vor Ort sparen

 

Vorteile von Natursteinplatten

  • Auch nach dem Verlegen schleif- und bearbeitbar
  • Viel Spielraum auch bei der Auswahl der Plattenformate von klein über XXL bis hin zu Sonderanfertigungen
  • Überdauert Generationen
  • Übertrifft die Wärmeleitfähigkeit industriell produzierter Fliesen
  • Besitzt daher hohes Energiespar-Potenzial in Verbindung mit einer Fußbodenheizung

 

Nachteile von Natursteinplatten

  • Relativ kompliziertes Verlegen, muss ggf. ein Fachmann machen
  • Müssen imprägniert werden
  • Imprägnierung muss alle paar Jahre erneuert werden
  • Verträgt nur speziell auf ihn abgestimmte Grundreiniger
  • Nicht jede Natursteinart ist frostsicher
 

BETON: EIN ECHTER TRENDFUSSBODE

Der Industrial Chic hat den Betonboden in den letzten Jahren aus den Kellern hinauf in die Wohnlandschaften gehoben. Im Gegensatz zu Fliesen besitzt er keine Fugen, sondern ein ebenmäßiges Bild. Somit zeichnet er sich aus durch eine besondere Pflegeleichtigkeit. Wer einen Fußboden von kühlem Charme sucht, trifft mit einem Betonboden die passende Wahl. Wer dagegen zu einem Bodenbelag mit behaglicher Ausstrahlung tendiert, wählt besser Holzdielen, Parkett, Laminat, Kork oder Teppich. Betonböden präsentieren sich keinesfalls immer in eintönigem Grau. Hersteller kreieren zunehmend Kollektionen in unterschiedlichsten Farbtönen und Schattierungen. Um Sichtbeton einen Schutz vor Flecken zu verleihen, muss er zwingend nach dem Verlegen beschichtet werden.

Betonboden im Innenraum

 

Tipps zu Betonfussböden:

  • Wertet das Interieur auf
  • Cooler Industrie-Look
  • Kombinierbar mit vielen Einrichtungsstilen
  • Individuelle Beschaffenheiten und Eigenschaften durch Zuschläge wie Bitumen, Kunstharz, Sägemehl etc.
  • Besonders beliebt in Küchen, Wohnbereichen, aber auch im Badezimmer
  • Glänzende und matte Oberflächenstrukturen umsetzbar
  • Polieren, Schleifen oder Wachsen verleihen ihm ein glattes, samtiges Aussehen
  • Preis: Dreifacher Schliff circa 60 Euro/m², Grobkornschliff ca. 75 Euro/m², Glanzschliff zusätzlich etwa 5 Euro/m², spiegelnde Oberfläche weitere 10 Euro/m². Investition lohnt jedoch durch jahrzehntelange Haltbarkeit

 

Vorteile von Betonböden

  • Mit der richtigen Beschichtung extrem robust und langlebig
  • Hervorragende Isoliereigenschaften
  • Geeignet für alle, die allergisch auf Staub und Milben reagieren
  • Wasser- und schmutzabweisend
  • Leicht mit Wasser und Seife zu reinigen
  • Für eine Fußbodenheizung gut geeignet

 

Nachteile von Betonböden

  • Weniger angenehmes Laufgefühl
  • Wohnklima kann je nach Betonboden Variante als „kalt“ empfunden werden, bestimmte Farbgebungen erzeugen jedoch warmes Ambiente
  • Kann nur vom Fachmann verlegt werden
  • Muss beschichtet werden
  • Relativ teuer
 
 
 

Kunststoff – Modern, designstark, pflegeleicht

Den Bereich der Bodenbeläge aus Kunststoff teilen sich Bodenarten wie PVC, Vinyl und Linoleum. Wobei die Begriffe PVC und Vinyl ein und dasselbe Material bezeichnen. Linoleum ist ein Boden auf Leinöl-Basis, der sich nur dann in die Reihe der Kunststoffböden einreiht, wenn ihm eine Beschichtung aus PVC oder Vinylacetat verliehen wurde.

Allen drei gemeinsam ist, dass es sich um dehnbare Bodenbeläge handelt. Auch existieren sie heute alle in großer Farb- und Designauswahl und bringen praktische Eigenschaften wie eine hohe Widerstandsfähigkeit und Pflegeleichtigkeit mit.

 

PVC/VINYL: PRÄSENTIERT SICH IN NEUER QUALITÄT

PVC und Vinyl – wie kommen die beiden unterschiedlichen Namen für den Kunststoffboden zustande? Beide meinen einen Bodenbelag aus Polyvinylchlorid, wovon „PVC“ eine Abkürzung ist und „Vinyl“ der Mittelteil. Nicht immer – aber meistens – wird er verkauft auf Rollen PVC genannt und als Klick-System Vinyl. Seinen schlechten Ruf hat der Kunststoffboden in den letzten Jahren wieder gutgemacht. Anders als einst existiert er heute nämlich in vielen optisch ansprechenden Gestaltungsvarianten wie etwa in Stein- oder Holzoptiken. Gesetzlich vorgeschriebene Prüfungen stellen weiterhin sicher, dass PVC-Böden keine gesundheitsgefährdenden Stoffe enthalten.

PVC Böden

 

Tipps zu PVC- & Vinylfussböden:

  • Vorhanden in vielen Holzdesigns von schlicht und elegant bis rustikal mit verwittertem Touch
  • Eine ebenso reizvolle Alternative: Varianten mit Stein- oder Metallmuster
  • Authentische Oberflächenprägungen, die begeistern
  • Achtung: Da er sich bei Kälte zusammenzieht und bei Wärme ausdehnt, nicht direkt von einem kalten Bereich in einen warmen verlegen
  • Einsetzbar in für Kinder- und Spielzimmer, Küche, Badezimmer, Garage sowie viel begangenen Räumen
  • CE-Zeichen garantiert, dass er die Mindestanforderungen an Gesundheit und Sicherheit erfüllt
  • Ü-Zeichen belegt seine Prüfung betreffend Schadstoffe und Emissionen sowie regelmäßige Überwachung von Produkt & Produktion
  • Preis: Hochwertige PVC-Böden kosten in der Regel 25 bis 50 Euro/m²

 

Vorteile von PVC-Böden

  • Nahezu grenzenlose Gestaltungsmöglichkeiten mit hochwertigen PVC-Böden
  • Einfach zu verlegen
  • Pflegeleichter als Linoleum
  • Weicher Bodenbelag mit guter Schalldämmung
  • Ausreichend widerstandsfähig
  • Vergleichsweise günstig

 

Nachteile von PVC-Böden

  • Auf glatten Bodenvarianten mit dunkler Farbgebung fallen Abnutzungsspuren eher auf, als auf hellen mit strukturierter Oberfläche
 

LINOLEUM: FANTASTISCHE EIGENSCHAFTEN

Wenn Sie einen äußerst hygienischen Bodenbelag mit langer Lebensdauer realisieren möchten, sollten Sie Linoleum in die engere Wahl ziehen. Da das originalgetreue Linoleum vor allem Leinöl enthält, hemmt es Bakterienwachstum und wirkt zudem leicht fungizid – nicht umsonst wird der Bodenbelag in Krankenhäusern sehr geschätzt. Die höheren Preise für den Belag sowie seine kompliziertere Verlegung lassen Heimwerker allerdings meist lieber auf PVC-Bodenbeläge zurückgreifen. Als Bahnenware ist Linoleum ebenso wie PVC dank seiner glatten und durchgängigen Oberfläche sehr leicht zu reinigen. In Varianten ohne Kunststoffoberfläche enthält die Bodenbekleidung allein natürliche Beigaben wie Naturharz, Kork- oder Holzmehl sowie Jutegewebe als Trägerschicht.

Linoleum-Boden in Holzoptik

 

Tipps zu Linoleumböden:

  • Bis zu sechs Wochen Wartezeit bis zur vollständigen Trocknung
  • Volle Belastbarkeit erst dann gegeben
  • Verbreitet nach der Verlegung wochenlang einen ausgeprägten Eigengeruch
  • Zeigt starke Reaktionen auf alkalische Mittel wie Laugen
  • Preis:
  • Materialkosten von 15 bis 55 Euro/m², für Klick-Linoleum von 40 bis 80 Euro/m² – zuzüglich Handwerkerkosten von 8 bis 12 Euro/m²

 

Vorteile von Linoleum

  • Widerstandsfähig und sehr dauerhaft
  • Sehr gute Pflegeeigenschaften, da sich Schmutz nicht in Fugen oder Rillen ansammeln kann
  • Angenehm fußwarm, wärmedämmend und rutschhemmend
  • Verlegbar auf einer Fußbodenheizung
  • Schwer entflammbar

 

Nachteile von Linoleum

  • Sollte nur vom Fachmann verlegt werden
  • Auslegung und Trocknung dauern
  • Quillt bei Nässe auf und eignet sich somit nicht für Feuchträume wie Badezimmer
  • Kann mit der Zeit einen „Reifeschleier“ bilden, dem sich durch direkte Sonneneinstrahlung entgegenwirken lässt
 

TEPPICH (AUSLEGEWARE): KUSCHELWEICH

Seit man weiß, dass Teppich mit Einschränkungen auch für Allergiker zu empfehlen ist, ist dieser klassische Bodenbelag wieder in Mode gekommen. Vor allem im Schlafzimmer möchten viele Menschen auf Wärme, Wohlbehagen und den weichen Tritt von Teppichboden einfach nicht verzichten. Vor dem Teppichkauf ist zu entscheiden, aus welchem Material er bestehen soll und in welcher Farbe oder Musterung er zum eigenen Einrichtungsstil passt. Weiterhin steht die Wahl zwischen Kurzflor (Florhöhe unter 1,5 cm), Hochflor (Florhöhe zwischen 1,5 und 5 cm) und Langflor (Höhe über 5 cm). Teppichböden existieren gewebt, geknüpft, getupft oder gefilzt aus reiner Wolle, synthetischen Materialien wie Polyester, Nylon, Polypropylen oder Mischfasern. Spannende Kontraste setzen außerdem Teppiche aus Seegras, Sisal, Jute, Binsen Kokosfaser, Abacá oder Papier.

verschiedene Teppichböden

 

Tipps zu Teppichböden:

  • Vermindert häusliche Verletzungsgefahr
  • In vielen Farben und Designs erhältlich
  • Sorgt für Behaglichkeit im Kinderzimmer, Wohnzimmer, Schlafzimmer, Flur
  • Fasern leiden durch Krabbeln, Robben, Spielen auf dem Teppich
  • Sollte mindestens alle zwei oder drei Tage abgesaugt sowie mit Spezialreinigern zwischengereinigt werden
  • Fleckenrisiko gerade mit kleinen Kindern im Haushalt erhöht
  • Es wird dazu geraten, Teppichboden nach spätestens 10 Jahren auszutauschen
  • Preis:
  • Mit 8 bis 20 Euro/m² recht günstig, es existieren auch Designs mit Preisen bis 100 Euro/m²

 

Vorteile von Teppich

  • Fußwarmer Bodenbelag mit weichem Laufgefühl
  • Wärmedämmend, hilft daher beim Energiesparen
  • Rutschfest und schalldämpfend
  • Sorgt durch Bindung von Luftstaub für ein gutes Raumklima
  • Als Kurzflor aus synthetischen Fasern auch für Allergiker geeignet: Lass Dich im Fachhandel beraten!
  • Vergleichsweise günstig
  • Es ist nicht schwer, den Bodenbelag selbst zu verlegen

 

Nachteile von Teppich

  • Hausstaubmilben finden in Hochfloren aus Naturfasern beste Bedingungen vor
  • Gebundene Stäube und Keime können sich z.B. lösen, wenn Kinder über den Teppich krabbeln
  • Anfällig für Flecken, wenn nicht schmutzabweisend und nanobeschichtet
  • Relativ kurzlebig
 
 
 

Welcher Belag eignet sich für welchen Raum?

Um Ihnen die Auswahl der passenden Bodenbeläge zu erleichtern, möchten wir an dieser Stelle noch einmal einen kleinen Überblick über für bestimmte Räume jeweils ideal passende Boden-Varianten geben.

 

 

Welcher Bodenbelag eignet sich für das Schlafzimmer?

  • Warm und geräuschdämmend, vermittelt Teppich hier kuschelige Wohlfühlatmosphäre.
  • Auch Holzdielen, Kork, Parkett, Laminat und Linoleum sind im Schlafraum die passende Wahl.

 

Welcher Bodenbelag eignet sich gut für das Wohnzimmer?

  • Ebenso wie im Schlafzimmer lädt Teppichboden im Wohnzimmer zum Wohlfühlen ein.
  • Holzdielen und Parkett schaffen im Wohnbereich ebenfalls eine behagliche Atmosphäre, sind aber pflegeleichter.
  • Auch aufwändige Beton-Böden und hochwertige PVC-Böden für den Wohnraum finden immer mehr Anklang.

Bemusterungszentrum für Böden

 

Ein Bemusterungszentrum eignet sich super zur Beratung und als Inspirationsquelle.

 

Welcher Bodenbelag eignet sich gut für das Badezimmer?

  • Glatte und robuste Fliesen sind im Badbereich insbesondere dann die beste Lösung, wenn Kinder oder Haustiere zum Haushalt gehören.
  • Der Fachhandel bietet mittlerweile sogar Holzböden für das Bad mit spezieller Öl-Versiegelung an.

 

Welcher Bodenbelag eignet sich gut für das Kinderzimmer?

  • Statt kalten Fliesen, rauem Naturholz oder sensiblem Parkett werden im Kinderzimmer kurzflorige Teppichböden bevorzugt.
  • Sie sorgen für ein warmes Gehgefühl, schlucken Geräusche und reduzieren das Verletzungsrisiko.
  • Kork begeistert hier mit denselben Vorteilen und sorgt als Naturprodukt für ein ausgewogenes Raumklima.

 

Welcher Bodenbelag eignet sich gut für die Küche?

  • Glatte Fliesenmodelle sind in der Küche die Fliesen der Wahl, denn anders als raue lassen sie sich einfach reinigen.
  • Die im Küchenbereich benötigten guten Reinigungseigenschaften bringt auch Beton mit.
  • Geölte Hartholzböden lassen sich in einem offenen Raumkonzept vom Wohnbereich in die Küche fortsetzen, sie machen allerdings eine aufwändige Pflege notwendig.
 
 

 FAZIT:

Die Vielzahl der spannenden Bodenbeläge animiert zum Aussuchen und Losgestalten des eigenen Zuhauses. Die Qual der Wahl: Doch welcher Bodenbelag für einen bestimmten Raum nun der beste ist, lässt sich nicht eindeutig festlegen. Jeder Fußbodenbelag hat seine Vor- und Nachteile und besonders entscheidend ist am Ende, wie man sich mit – und auf! – ihm fühlt. Ein Vergleich von Mustern der verschiedenen Belagsvarianten sowie eine persönliche Beratung im Fachhandel können abschließende Hilfe bei der Auswahl bieten.

Quelle: Wikipedia

Trittschalldämmung

Die Trittschalldämmung ist die Schalldämmung von Trittschall. Trittschall ist eine besondere Form von Körperschall und entsteht beim Begehen von Fußböden und Treppen, aber auch beispielsweise beim Stühlerücken oder beim Hüpfen auf Böden. Die Trittschalldämmung wird in der Regel mit Estrichen auf Dämmschicht („Schwimmender Estrich“) realisiert.

Anforderungen an den Trittschallschutz

Die Mindestanforderungen im Sinne des Gesundheitsschutzes an die Trittschalldämmung werden in Deutschland durch die DIN 4109 „Schallschutz im Hochbau“ geregelt. Je nach ausgeschriebenem Komfort der Wohnung gelten gegenüber dem Bauherrn auch erhöhte Anforderungen an den Schallschutz. Regelwerke für die erhöhten Anforderungen sind in Deutschland die VDI 4100 und die Richtlinie der Deutschen Gesellschaft für Akustik, DEGA, zu finden. Die DEGA-Empfehlung 103 definiert zudem den Schallschutzausweis, eine Möglichkeit den Schallschutz vereinfacht in Form eines Ausweises, der an den Energieausweis angelehnt ist, darzustellen.

Die DIN 4109 berücksichtigt die Schallübertragung über das trennende und über die flankierenden Bauteile sowie ggf. über Nebenwege. Die Anforderung an die Trittschalldämmung ist vom Bauteil und von der Nutzung des Gebäudes abhängig. Bei Decken in Mehrfamilienhäusern und Bürogebäuden sind die strengsten Anforderungen an die Trittschalldämmung bei weniger als 46 dB, bei Treppen weniger als 53 dB. Die Werte beschreiben den sogenannten bewerteten Norm-Trittschallpegel, dieser wird nach DIN EN ISO 717-2 ermittelt.

Trittschalldämmung bei Decken

In mehrstöckigen Gebäuden ist die Trittschalldämmung bei Decken wichtig. Die Trittschalldämmung wird eingesetzt um störende Geräusche aus Menschenbewegungen auf Decken in den darunterliegenden Räumen zu reduzieren. Dämmstoffe fangen dabei ein Teil der erzeugten Stoßenergie ab und reduzieren so den Teil der in angrenzende Räume weitergeleitet wird.

Die DEGA empfiehlt für einen normalen Schallschutz an Decken von Mehrfamilienhäusern (Klasse D) eine Reduzierung des Trittschalls auf unter 50 dB, für einen erhöhten Schallschutz (Klasse C) eine Reduzierung auf unter 45 dB. Bei Doppel- und Reihenhäusern sind die Empfehlungen noch strenger.

Stahlbetondecke

Stahlbetondecken sind für den Schallschutz vorteilhaft, da sie eine hohe Masse besitzen. Je höher die Masse desto schwieriger ist es sie anzuregen. Zur Trittschalldämmung werden im Fußbodenbereich Estriche auf Dämmschicht, sogenannte „schwimmende Estriche“ eingesetzt. Es handelt sich dabei um ein zweischaliges Bauteil aus einer biegesteifen und einer biegeweichen Schale. Dabei wird der Estrich schalltechnisch von den angrenzenden Bauteilen entkoppelt. Schallbrücken müssen vermieden werden. Die schalldämmende Wirkung ist umso stärker je geringer die dynamische Steifigkeit des Dämmmaterials ist. Im Massivbau wird dafür meist Mineralwolle oder Polystyrol-Hartschaum verwendet. Andere Dämmmaterialien sind natürliche Werkstoffe wie Holzfaserplatten, Kork oder Dämmunterlagen mit besonderen Biopolymerstrukturen. Auch sogenannte Tackerplatten können als Trittschalldämmung verwendet werden. Für den Estrich wird häufig Zement als Bindemittel verwendet.

Holzbalkendecke

Da bei Holzbalkendecken die Masse sehr viel geringer als bei Stahlbetonplatten ist, kann der Schallschutz nicht so gut realisiert werden wie bei Decken aus Stahlbeton. Häufig werden im Altbau Fertigteilestriche auf Schüttungen (z. B. aus Sand) verwendet, weil sie ein geringes Gewicht und eine niedrige Höhe benötigen. Allerdings lässt sich so kein ordentlicher Trittschallschutz realisieren. Durch die geringe Masse sind Holzbalkendecken vor allem für tiefe Frequenzen anfällig. Mineralwolledämmung bietet im Gegensatz zu Polystyroldämmung bei tiefen Frequenzen einen besseren Schallschutz und ist deswegen bei Holzbalkendecken vorzuziehen. Des weitern kann mit Betonsteinen die Masse der Decke und dadurch auch der Schallschutz erhöht werden. Die Verwendung ist jedoch vorher statisch zu prüfen. Wie bei Stahlbetondecken kann auch bei Holzbalkendecken ein schwimmender Estrich eingebaut werden. Damit lässt sich ein verhältnismäßig geeigneter Schallschutz erzielen. Eine weitere schalltechnische Verbesserung wird durch eine zusätzlich abgehängte Unterdecke erreicht.

Weichfedernde Bodenbeläge

Bei der Einhaltung der Anforderungen der Trittschalldämmung werden Teppichböden oder Laminatböden mit Trittschalldämmplatten nicht angerechnet, da diese Beläge austauschbar sind. Zudem können weder Teppich- noch Laminatböden mit Trittschalldämmplatten die schalldämmende Wirkung von schwimmendem Estrich ersetzen.

Trittschalldämmung bei Treppen

Treppen mit Treppenhäusern stellen schalltechnisch ein großes Problem dar. Der Auftritt auf einer Treppenstufe erzeugt Schallübertragung in die angrenzende Wand. Dazu kommt, dass über das in der Wand eingebundene Treppenpodest auch Schall in die angrenzenden Wände übertragen wird. Im Treppenbau gibt es verschiedene Möglichkeiten die geforderte Trittschalldämmung zu erreichen. Die DEGA empfiehlt für einen normalen Schallschutz an Treppen von Mehrfamilienhäusern (Klasse D) eine Reduzierung des Trittschalls auf unter 53 dB, für einen erhöhten Schallschutz (Klasse C) eine Reduzierung auf unter 48 dB. Bei Doppel- und Reihenhäusern sind die Empfehlungen noch strenger.

Stahlbetontreppen

 

Trittschallentkopplung Fertigteilpodest in einem Treppenhaus

Treppen aus Stahlbeton sind generell durch ihre hohe Masse schallschutztechnisch in tiefen Frequenzbereich vorteilhaft. In Treppenhäusern mit Schallschutzanforderungen werden Treppenläufe vom restlichen Bauwerk entkoppelt. Podeste werden ebenfalls entkoppelt oder benötigen einen schwimmenden Estrich. Für die akustische Entkopplung werden Schalldämmelemente mit Elastomerlagern eingesetzt. Je nach Qualität des Elastomerlagers werden verschiedene Schallschutzstufen erreicht. Der Nachweis der Schallschutzqualität wird durch Messung nach DIN 7396[1] erbracht[2]. Eine andere Variante ist nur die Treppenläufe von den Wänden zu entkoppeln und die Treppenläufe auf den nicht entkoppelten Podesten mit schallentkoppelnden Auflagern zu versehen.

Eine weitere Möglichkeit ist die Treppen innerhalb eines zweischaligen Mauerwerks zu legen, wobei die Wände durch eine Dämmschicht voneinander getrennt sind.

Bei der Planung und bei der Ausführung ist es wichtig, dass die akustische Trennung ohne Schallbrücken ausgebildet wird. Eine umlaufende Linie ist dabei wichtig, die die Treppe komplett vom Baukörper trennt. Fugen werden idealerweise mit weichem Schaumstoff verfüllt, sodass durch herabfallenden Schmutz keine Schallbrücken entstehen können.

Auch schalldämmende elastische Beläge auf den Treppenstufen können zum Schallschutz beitragen.

Leichtbautreppen

Leichtbautreppen haben im Gegensatz zu Massivtreppen ein deutlich geringeres Gewicht und sind daher im höheren Frequenzbereich schalltechnisch vorteilhaft. Ohne besondere Maßnahmen wird kein ausreichender Trittschallschutz erreicht.

Im Treppenbau sind in den vergangenen Jahrzehnten Lösungen entstanden, die den modernen Anforderungen an die Trittschalldämmung gerecht werden. Schalltechnisch entkoppelte Konstruktionen, wie die so genannten Flüstertreppen[3], liefern unter der Bedingung geeigneter Trennwände und Decken einen ausreichenden Schallschutz, der die Wohnqualität erhöht sowie Lärmbelästigungen und negative Gesundheitsauswirkungen verringert. Sogar bei einschaligen Hauswänden lässt sich heute mit einer entsprechend schallentkoppelten Treppe ein optimaler Trittschallschutz erreichen.[4]

Trittschalldämmung im Mietrecht

Ein Mieter kann ohne besondere vertragliche Regelung nicht erwarten, dass seine Wohnung einen Schallschutz aufweist, der über die Einhaltung der zur Zeit der Errichtung des Gebäudes geltenden DIN-Vorschriften hinausgeht.[5][6] Bei Umbau- oder Ausbaumaßnahmen muss sich der Vermieter allerdings an aktuelle Lärmschutzvorschriften halten.[7]

Quelle:Wikipedia

Anhydritestrich

Der Anhydritestrich (AE) oder Calciumsulfatestrich (CA) ist eine Estrichart und besteht aus Anhydritbinder, Gesteinskörnung (bis zu einer Korngröße von 8 mm) und Zugabewasser. Um die Verarbeitung zu verbessern, können entsprechende Zusätze enthalten sein. Der Anhydritestrich kann etwa zwei Tage nach dem Einbau begangen und frühestens nach fünf Tagen geringfügig belastet werden.[1] Er darf keiner dauerhaften Feuchtigkeitsbelastung ausgesetzt werden, daher eignet sich dieser Estrich besonders für Trockenbereiche in einem Gebäude. Gegenüber Zementestrich besitzt der Anhydritestrich eine geringere Festigkeit und darf entsprechend weniger stark belastet werden.[1]

Eine Weiterentwicklung stellt der Anhydritfließestrich (AFE) dar. Dieser nivelliert sich aufgrund der flüssigen Konsistenz selbst. Zudem kann infolge geringerer Spannung beim Trocknungsvorgang auch auf Flächen bis zu 1.000 m² (wenn keine Fußbodenheizung eingebaut wurde) auf zusätzliche Dehnungsfugen verzichtet werden.

Hauptbestandteil ist als Bindemittel Anhydrit, der mit Wasser relativ schnell zu Gips (Calciumsulfat-Dihydrat) hydratisiert und sich dabei verfestigt. In der Regel wird synthetischer Anhydrit verwendet, der durch Brennen von Gips (z. B. REA-Gips aus der Rauchgasreinigung in Kraftwerken) gewonnen wird. Seltener wird auch mineralischer (körniger) Naturanhydrit eingesetzt. Als Gesteinskörnung werden Kalkstein und Quarzsand verwendet.

Verarbeitung

Der AE-Fließestrich wird entweder trocken auf der Baustelle angeliefert (als Sackware oder lose in einem Silo/Container) und in einer normalen Putzmaschine, welche kontinuierlich arbeitet, durch Wasserzugabe in seiner Konsistenz pumpfähig und mittels Schläuchen zur Einbaufläche gepumpt, oder fertig im Fahrmischer angeliefert und mit einer am Fahrzeug oder separat beigestellten Schnecken- oder Kolbenpumpe zügig eingebaut. Durch diese flüssige Konsistenz kann die Nivellierung des Fließestrichs nahezu von selbst erfolgen. Nach dem Einpumpen wird der Estrich mit einem groben Straßenbesen oder mit einer so genannten Rakel (Schwabbelstange) durchgeschlagen (im Kreuzgang), um beim Einpumpen eingeschlossene Luftblasen zu entfernen. Die Oberfläche wird dadurch waagerecht und eben hergestellt. Je länger die Schwabbelstange ist, umso größer wird die Genauigkeit und Ebenheit der fertigen Estrichfläche. Da diese bereits werkseitig hergestellte Mischung nur noch mit Wasser gemischt wird, sind entsprechenden Maschinen in der Lage, hohe Misch- und Förderleistungen zu erzielen. Bei großflächigen Verlegungen, beispielsweise in Industriehallen, sind daher gegossene Flächen von 1.300 m² bis zu 1.500 m² an einem Tag möglich.

Eingebaut werden kann AE-Fließestrich als so genannter Verbundestrich, Estrich auf Trennschicht und Estrich auf einer zusätzlichen Dämmschicht (auch als schwimmender Estrich bezeichnet), als Industrie- und Installationsboden, sowie als Heizestrich bei Fußbodenheizungen. Bei der Untergrundvorbereitung ist zu beachten, dass dieser aufgrund seiner flüssigen Konsistenz durch ungesicherte bzw. unbedeckte Öffnungen wegfließen und auf Dämmschichten oder bei mangelnder Entkoppelung von Wänden oder Pfeilern Schallbrücken bilden kann. Der AE-Fließestrich ist selbstverdichtend, so dass keine Verdichtungsarbeiten durch den Verarbeiter notwendig sind. Aufgrund seiner Bestandteile erhält er sehr hohe Biege- und Zugfestigkeitswerte. AE-Fließestrich auf Basis von Calciumsulfat weist geringe Schwindwerte bei Erhärtung und Trocknung auf und kann daher in Flächen zeitsparend, weil in einem durchgehenden Arbeitsgang großflächig eingebracht werden. Das beim Zementestrich übliche Aufschüsseln (durch ungleichmäßiges Schwinden entstehende, hochstehende Ränder) in den Eck- und Randbereichen und der Abriss der Randfugen (bei der späteren Nutzung und durch Beendigung des Schwindvorgangs) sind bei AE-Fließestrich nicht zu beobachten. Die Fugenausbildungen bei Estrichen sind in der DIN 18560, Teil 2, geregelt und gelten auch für AE-Fließestrich.

Einbau als Heizestrich

Einbau von Anhydritestrich als schwimmender Estrich mit Fußbodenheizung

Bei Heizestrichen sind Dehnungsfugen notwendig, wenn die Seitenlänge der Estrichfläche mehr als 6 m beträgt. Außerdem sind Bewegungsfugen in Türdurchgängen bei mehreren hintereinander angeordneten Räumen innerhalb einer Wohnung notwendig. Seine besondere Vorteile bietet der Fließestrich bei der Verlegung auf Fußbodenheizungen. Ein dichter Anschluss an die Heizrohre und die hohe Wärmeleitfähigkeit, die über den in der DIN 4108 für Zementestrich geltenden Werte für die Wärmeleitfähigkeit liegen, gewährleisten eine ungehinderte und gleichmäßige Wärmeabgabe vom Heizschlauch o. Ä. zur Raumumgebungsluft. Durch seine geringere Stärke von nur 40 bis 45 mm über dem Heizungsschlauch hat dieser Estrich eine kurze Aufheizzeit.

Beim Verwenden als Heizestrich wird dieser sieben Tage nach dem Einbau aufgeheizt, um die natürlichen Austrocknungszeiten zu verkürzen, was dann den Baufortschritt entscheidend beschleunigt.

Der Heizestrich wird auch immer mehr als Decorboden verwendet. Wenn der Estrich ausgetrocknet ist, wird er bis auf die Körnung geschliffen und dann transparent versiegelt.

Der CAF kann auch in verschiedenen Farben eingebracht werden und mit unterschiedlich vielen % an Pigmenten, dadurch entschteht eine breite Palette an Möglichkeiten.

Anhydritestrich der geschliffen und versiegelt wurde um eine fugenlose und glatte Oberfläche in einem Raum zu haben.

Anhydritestrich als Decorboden

Bautechnik und Verarbeitungshinweise

AE-Fließestrich wird nach den Vorgaben der DIN 18560 und in den Festigkeitsklassen AE 12, 20, 30 oder 40 hergestellt.[2] Entsprechend der zu erwartenden Verkehrslast gemäß DIN 1055 und der Art der Fußbodenkonstruktion wird eine Nennstärke zwischen 35 und über 90 mm eingebaut. Anhydritestrich ist aufgrund seiner chemischen Zusammensetzung stark saugfähig und daher muss die zu belegende Oberfläche (wie etwa durch Fliesen) vollflächig grundiert werden. Die sich auf der Oberfläche bildende Sinterschicht muss vor dieser Grundierung entfernt werden (beispielsweise durch Schleifen).

Bei der Verarbeitung des AE-Fließestrich sind Vorsichtsmaßnahmen (Handschuhe, Atemschutz) wegen der ätzenden Eigenschaften des trockenen Produkts notwendig. Das flüssige Material und der abgebundene Estrich stellen aber keine Schadstoffquelle mehr dar. Bei der Verwendung von synthetischen Zusatzstoffen ist allerdings auch eine spätere Ausgasung von Rest- oder Hilfsstoffen nicht auszuschließen.

Außenbereich und Feuchträume

Aufgrund seiner Empfindlichkeit gegenüber dauerhafter Feuchtigkeitseinwirkung, ist ein Einsatz im Außenbereich, aber auch in nicht weiter abgedichteten Nass- und Feuchträumen grundsätzlich ausgeschlossen. Nach dem ZDB-Merkblatt “Hinweise für die Ausführung von flüssig zu verarbeitenden Verbundabdichtungen mit Bekleidungen und Belägen aus Fliesen und Platten für den Innen- und Außenbereich” (Januar 2010) gilt allgemein, dass bei Flächen mit Bodenablauf keine feuchtigkeitsempfindlichen Untergründe eingesetzt werden dürfen.

In Bädern oder Feuchträumen von Wohnungsbauten muss die Estrichoberfläche abgedichtet werden (beispielsweise durch Fliesenaufbau mit Abdichtungen im Verbund), so dass auftretende Oberflächenfeuchte nicht in den Estrich eindringen kann. Ebenso müssen Estriche gegen Bodenfeuchtigkeit, nichtdrückendes und drückendes Wasser abgedichtet werden (Bitumendichtungsbahn).

Anhydrite sind typische Schnellbinder, was aber nur bei optimalen klimatischen Bedingungen zutrifft (nicht zu kalt, trockene Luft). In Bereichen, in denen mit Dampfdiffusion oder auch Feuchtigkeit zu rechnen ist, muss zwingend eine Dampfsperre eingebaut werden. Dampfdiffusion oder Feuchtigkeit führt dann zu Schäden, wenn z. B. aufgrund der heutzutage üblichen kurzen Bauzeiten die Betondecke nicht ausreichend trocken ist und das überschüssige und austretende Wasser in Ermangelung einer Dampfbremse zum Estrich gelangt. Derartige Schäden treten vorwiegend in Verbindung mit dampfdichten Belägen wie PVCLinoleum, Gummi oder Teppichbelägen mit dichten Rückenausrüstungen auf, wenn diese vor vollständiger Austrocknung des Bauteils verlegt wurden.

Normen und Standards

  • DIN EN 13813 – Estrichmörtel, Estrichmassen und Estriche – Estrichmörtel und Estrichmassen – Eigenschaften und Anforderungen
  • DIN 18353 – Estricharbeiten
  • DIN 18560 – Estriche im Bauwesen

Quelle:wikipedia

Vinyl

Vinyl-Boden ist ein Bodenbelag aus Polyvinylchlorid (PVC).

Geschichte

Vinyl-Boden ist die moderne Variante des klassischen PVC-Bodens. PVC-Böden wurden ab den 60er-Jahren verbreitet eingesetzt in Wohnungen, Treppenhäusern, Büros und in Industrie- und Verwaltungsgebäuden. Sie waren preiswert, pflegeleicht, unempfindlich gegen Wasser und Schmutz und durch feucht Wischen leicht sauberzuhalten. In Verruf kamen PVC-Böden durch gesundheitsschädliche Ausdünstung der damals im Weich-PVC enthaltenen Weichmacher.[1] PVC ist zudem entflammbar. Dabei entstehen giftige Gase wie Chlorwasserstoff, Dioxine und auch Aromate.[2] Großbrände in Verbindung mit PVC trugen zum Umdenken bei.[3][4]

Mit der Initiative „Vinyl 2010“[5] und „Vinyl Plus“ (bis 2020)[6] leitete die Industrie eine Verbesserung ein. Insbesondere die Schadstofffreiheit und das Recycling sind wichtige Ziele. Seit 2015 sind in der EU das in Verkehr bringen und der Gebrauch von Phthalat als Weichmacher verboten.[7][8]

Als Ersatz für Phthalat wird heute Mesamoll als Weichmacher verwendet.

Eigenschaften

Vinyl-Boden ist hygienisch und pflegeleicht. Der Boden ist fußwarm. Er ist unempfindlich gegen Feuchtigkeit. Er wirkt sich aber eher negativ auf das Raumklima aus, da PVC weder Feuchtigkeit aufnimmt noch abgeben kann und deshalb keine Feuchtigkeitsregulierende Wirkung hat. Massiv-Vinyl eignet sich auch für Feuchträume, für Krankenhäuser und Kindergärten. Unempfindlichkeit gegen Säuren und Laugen macht Voll-Vinyl geeignet für Industriegebäude und Labore.

Vinyl gibt es in beliebigen Dekoren und Farben. Durch Strukturierung der Oberfläche wird eine besondere “Griffigkeit” erreicht (Haptik). Durch die Verbindung von Optik und Oberflächenstruktur können auch Stein- oder Holzdekore naturgetreu nachgebildet werden, wobei bei Stein-Nachbildung die fehlende kühle Haptik des Steines verwirrend wirkt.

Die Geräuschentwicklung im Zimmer (Raumschall) und in angrenzenden Zimmern (Trittschall) ist geringer als bei Laminatböden. Die bei Schwimmend-Verlegung erforderliche Trittschall-Folie verstärkt diesen Vorteil zusätzlich.

Die Empfindlichkeit in Bezug auf Kratzer ist größer als bei Laminat. Schon kleine Steinchen unter Schuhen oder harte Stuhlrollen können Kratzer erzeugen. Hingegen zerbricht Geschirr deutlich weniger als auf Laminat-, Holz- oder Steinböden.

Ausführung

Vinyl auf HDF

Vinyl auf HDF sind ca. 10 Millimeter hohe Dielen, als Laminat von einer Vinyl-Schicht auf einer HDF-Schicht. Die Dielen werden schwimmend verlegt, also ohne Verklebung. Vinylböden erfordern eine Trittschallschutz-Folie als Untergrund, die bei Klick-Systemen manchmal bereits als unterste Schicht integriert ist.

Massiv-Vinyl

Massiv-Vinyl oder Voll-Vinyl gibt es als Rollenware oder als Klick-System, jeweils bis zu 5 Millimeter dick. Rollenware gibt es in den Standardbreiten 3, 4 und 5 m. Sie wird meist schwimmend verlegt, in Industriegebäuden oft verklebt. Klick-Vinyl wird schwimmend verlegt, seltener selbstklebend. Schwimmend verlegte Vinylböden erfordern eine Trittschallschutz-Folie als Untergrund, die bei Klick-Systemen manchmal bereits als unterste Schicht integriert ist.

Produktbezeichnungen

Die Hersteller verwenden in der Werbung verschiedene Bezeichnungen für ihre Produkte, beispielsweise “phthalatfrei”, “schadstofffrei” oder “schadstoffgeprüft” oder gar “PVC-frei”. Bei den großen EU-Herstellern kann man aber davon ausgehen, dass in Vinyl-Böden keine schädlichen Weichmacher verwendet werden.

Vinyl-Boden ist nicht zu verwechseln mit Linoleum, das aus Leinöl und Naturharzen sowie Kork- oder Holzmehl, Kalksteinpulver und anderen Bestandteilen und einem Jutegewebe als Trägerschicht gefertigt wird.

Treppen

Eine Treppe besteht aus mindestens drei aufeinander folgenden Stufen.[1] Häufig sind auch Kombinationen aus Treppenläufen und Treppenabsätzen sowie, für die sichere Benutzung, Geländer als Absturzsicherung und ein Handlauf zum Festhalten.

Wortgebrauch

In Süddeutschland und Österreich wird im Allgemeinen der Ausdruck Stiege für die Treppe verwendet. Als Treppe wird zumeist nur ein schmaler Holzaufstieg, aber auch eine Wendeltreppe bezeichnet. Andere umgangssprachliche Bezeichnungen von Treppen sind regional auch Steige oder Tritt, im südwestdeutschen, insbesondere alemannischen Sprachraum Staffel. In der Seeschifffahrt spricht man in diesem Zusammenhang auch von Niedergang, der, vom Deck aus gesehen, die tiefer gelegenen Räume im Rumpf des Schiffes erschließt. Die Wissenschaft, die sich mit der Erforschung der Treppen befasst, heißt Scalalogie (lat. scala: Treppe, Stufe).

 

Funktionen

Treppe als Aufenthaltsort

Treppen und Treppenanlagen sind ein fester und wichtiger Bestandteil der Formensprache der Architektur weltweit. Die Funktion der Treppe ist nicht nur die des lotrechten Erschließungsbauteils, sie stellt auch ein wichtiges Gestaltungselement dar.

Außentreppen werden oft als Würdemotiv vor repräsentativen Gebäuden eingesetzt. Sie erhöhen das Gebäude, stellen es auf einen Sockel. Der Besucher wird beim Hinaufgehen erniedrigt, er steht niedriger als die Person, die am Ende der Treppe auf ihn wartet. Große Außentreppen sind als Aufenthaltsort beliebt, besonders bei Touristen (z. B. Basilique du Sacré-Cœur in Paris, Spanische Treppe in Rom).

Innentreppen weiten den Raum in die Vertikale und können so zu einem besonderen Blickfang werden. Sie sind wettergeschützt und oftmals aufwändiger gestaltet. In der Vergangenheit wurden HolzschnitzereienOrnamente, Figurinen, verzierte Balustraden und Teppiche ergänzt, heute sind Treppen Objekte, die durch ihre Form, Materialität und Konstruktion auffallen. Besondere Innentreppen dienen dem Bauherren oder Besitzer auch als Statussymbol.

Geschichte

Urzeit

Einfache Treppe als Zugang eines Heiligen Hauses in Osttimor

Die Idee, durch Stufen Höhenunterschiede zu überwinden, kann auch bei Primaten beobachtet werden. An fast allen längerfristigen Siedlungsplätzen mit unterschiedlichen Höhenlagen können Treppen nachgewiesen werden. Funde von Baumstämmen mit stufenartigen Einkerbungen aus dem Neolithikum lassen auf eine Verwendung als Treppe schließen.

Frühe Hochkulturen

Der früheste gestalterische Einsatz von Treppen ist in Göbekli Tepe 10.000 Jahre v. Chr. nachweisbar und findet einen ersten belegten Höhepunkt in der Anlage von Zikkurats in Mesopotamien 6.000 Jahre v. Chr. Neben der reinen Erschließungsfunktion hat die Treppe hier jene Symbolkraft (Übergang von einer Ebene zur anderen; Aufstieg; Zugang zum Transzendenten; Verbindung zwischen Himmel und ErdeProzessionsweg), die fortan bei fast allen sakralen oder repräsentativen Bauten zum Tragen kommt.

Bronzezeit

Bronzezeitliche Stiege aus den Hallstätter Salzbergwerken
(etwa 1344 und 1343 v. Chr.)

Wohl die älteste erhaltene Holztreppe Europas datiert in die Bronzezeit.[2] Sie stammt aus dem prähistorischen Salzbergwerk von Hallstatt und ist komplett erhalten. Die Stiege wurde dendrochronologisch untersucht und konnte auf die Jahre 1344 und 1343 v. Chr. datiert werden. Die Treppenbreite von über 1 m erlaubte ein gleichzeitiges Benutzen in beiden Richtungen bzw. das Nebeneinandergehen von mehreren Menschen, wie es beim Tragen sehr schwerer Lasten erforderlich gewesen sein könnte. Die Stiege besteht prinzipiell aus drei Elementen: den beiden seitlichen Holmen, den Auftrittbrettern und den Distanzbrettern, die über und unter jedem Auftrittbrett in die seitlichen Holme eingelassen sind. Die beiden seitlichen Holme bilden die Wangen der Treppe. Sie bestehen aus Baumstämmen von 20 bis 35 cm Durchmesser. In diese ist je eine 6 cm breite und 8 cm tiefe Längsnut eingearbeitet. Die Auftrittbretter sind lediglich mit einem viereckigen Zapfen in den Wangen zu beiden Seiten in die Nut geschoben.

Die Treppe war durch diese Konstruktionsweise einfach zu bauen, zu transportieren und zu reparieren. Sie gehört zu jenen Spezialentwicklungen des bronzezeitlichen Bergbaus, die in dieser Form nur in Hallstatt belegt sind. Da der Bergdruck die erhaltene Stiege im Christian von Tuschwerk zu beschädigen drohte, war es notwendig, sie an ihrem Fundplatz abzubauen und umzusiedeln. Die Stiege wurde vor dem Abbau umfassend am Fundort dokumentiert. Dann wurde sie in über 60 Einzelteile zerlegt, wobei aufgrund der Enge des Bergwerks und der umgebenden Fundschichten die Stiegenwangen zersägt werden mussten. Die Teile wurden ins Naturhistorische Museum nach Wien gebracht, wo eine umfassende technische Aufnahme durchgeführt wurde. Darüber hinaus wurde sie unter anderem erneut dendrochronologisch untersucht und es wurde eine Computertomographie durchgeführt[3]. Da die Stiege für ihre Erhaltung sehr spezielle klimatische Bedingungen benötigt, wie sie im Hallstätter Salzberg herrschen, und sie zudem der Öffentlichkeit zugänglich sein sollte, wurde sie im Besucherbergwerk der Salzwelten Hallstatt neu aufgestellt. In einem eigens dafür angelegten Schauraum ist sie dort seit Frühjahr 2015 Teil der regulären Führungen. Zuvor war sie ausschließlich im Rahmen von Sonderführungen zu sehen.

Antike

Die Treppe als Würdemotiv: Beispiel Tempel Maison Carrée in Nimes

Auch in der Antike wurden Treppen in der sakralen und repräsentativen Architektur als Würdemotiv eingesetzt. Griechische und römische Tempel stehen in der Regel auf mehrstufigen Sockeln. Die Akropolis in Athen erstieg man über eine Abfolge von Treppen.

Hauptsächlich unter funktionellen Gesichtspunkten entstanden die imposanten, treppenförmig angelegten Sitzreihen der Theater der griechischen Antike wie zum Beispiel in DelphiEphesusEpidauros und Athen wie auch der Theater der römischen Antike. Die Doppelfunktion des Auf- und Abweges und des Sitzens findet sich zudem noch bei den Stadien.

Mittelalter

Turmtreppe bei Caernarfon CastleWales (c1300)

Seit dem Mittelalter baute man zunehmend mehrgeschossig, wodurch der Treppe eine immer größere Bedeutung zukam. Das betraf besonders Bürger- und Handelshäuser, die im Spätmittelalter sogar mehrgeschossige Dachstühle als Lagerräume hatten.

Neuzeit

Im Barock wurden Treppen und Treppenhäuser in Schlössern äußerst prunkvoll ausgestattet und dienten zu Repräsentationszwecken. Beispiel: Treppenhaus von Balthasar Neumann in der Residenz in Würzburg.

Dabei lassen sich bisweilen auch bautechnische Kuriositäten finden, zum Beispiel im Schloss Hartenfels in Torgau ist die außen angebrachte Wendeltreppe, der sogenannte Wendelstein, der einzige Zugang zu dem nächsten Geschoss für die gesamte Schlossanlage. Ähnlich exponiert ist der Wendelstein auf der Albrechtsburg in Meißen. Dort ist er allerdings nicht der einzige Zugang zu den oberen Geschossen.

Mit der Erweiterung der Bauaufgaben auf repräsentative öffentliche Gebäude wurde dieses Motiv auch für TheaterRathäuser und so weiter übernommen.

Moderne

In der Moderne übernahm der Aufzug besonders bei Hochhäusern teilweise die Aufgaben der repräsentativen Vertikalerschließung.

Barrierefreiheit

Um allen Menschen eine uneingeschränkte Nutzung von Gebäuden zu ermöglichen, muss heute ein barrierefreier Zugang zu öffentlichen Gebäuden gegeben sein. Das bedeutet, dass der Eingang neben der Treppe auch über eine Rampe oder einen Aufzug möglich sein muss, damit auch Eltern mit Kinderwagen oder Rollstuhlfahrer Zugang haben.

Die Treppe in der Kunst

Häufig wird die Treppe auch in der Kunst thematisiert, beispielsweise in den Werken von M. C. Escher und Giovanni Battista Piranesi. Auch in der Literatur schlägt sich das nieder, so beschreibt der ehemalige schwedische Modearzt Axel Munthe in seiner Autobiographie Das Buch von San Michele seinen Wohnort Anacapri auf der Insel Capri, wo seine Villa San Michele steht. Diese wie den oben gelegene Ortsteil Anacapri erreichte man zu seiner Zeit von Marina Grande aus über die links neben der Kirche von San Costanzo beginnende Treppe Scala Fenicia mit ihren über 500 Stufen. Die dort befindliche Serpentinenstraße gab es zu seiner Zeit nicht, so dass diese Treppe die einzige Verbindung von dem unten gelegenen Capri zu dem oben gelegenen Anacapri war. Die Potemkinsche Treppe (früher Richelieu-Treppe) in Odessa wurde durch eine Schlüsselszene in Sergei Eisensteins Film „Panzerkreuzer Potemkin“ berühmt.

Begriffe im Treppenbau

Schodiště.JPG (1) Treppenabsatz oder Treppenpodest

(2) Zwischenpodest

(3) unterer Treppenlauf

(4) oberer Treppenlauf

(5) Treppenloch: Ausschnitt für die Treppe in der Geschossdecke oder in einer Balkenlage

(6) Treppengeländer und Handlauf

(7) Treppenauge: Lichte Öffnung oder Luftraum, von Treppenläufen und Absätzen umschlossen und oft über mehrere Stockwerke durchgehend. Umgangssprachlich auch Treppenloch genannt.

(8) Austritt

(9) Antritt

(10) Lauflinie / Gehlinie: Mittellinie des Treppenlaufs, bei gewendelten Treppen meist dezentriert. Die Lauflinie beginnt nach DIN 1356 (Bauzeichnungen) stets „unten“ mit einem Kreis und endet mit einem Pfeil „oben“. Abstand der Gehlinie vom Handlauf meist etwa 45 cm, Freitreppen werden auf Grund ihrer Breite auch unabhängig vom Handlauf begangen.

Treppe Begriffe.png (a) Setzstufe (vertikal)

(b) Vorderkante (VK) Antritt

(c) Trittstufe (horizontal)

(d)

(e) Auftrittsbreite: die horizontale Fläche, die in sich aus der Vorderkante der Trittstufe und der Vorderkante der nächsten Trittstufe ergibt. Ein Überstand der Trittstufe über die Setzstufe bleibt unberücksichtigt. Siehe Treppensteigung.

(f) Untertritt (Unterschneidung)

(g) Trittfläche (Auftritt + Untertritt (Unterschneidung))

(h)

(i)

(j) Steigung (Stufenhöhe), siehe Treppensteigung

(k) Treppenbelag

  • Treppengeometrie
    • lichte Durchgangshöhe: senkrechte Höhe über der gedachten Linie zwischen den Stufenvorderkanten bis Unterkante Decke bzw. Unterkante des darüberliegenden Treppenlaufes/Bauteils
    • Treppenhöhe: Differenz zwischen den Fertighöhen (Oberkante Fertigfußboden)
    • Steigungsmaß: Das Steigungsmaß oder Steigungsverhältnis gibt das Verhältnis zwischen Stufenhöhe und Auftritt der Treppenstufen und damit der Treppe an. Es wird angegeben als Verhältnis der Maße in cm zueinander (17/29) oder als Verhältniszahl (1:1,7). Für die Wahl des richtigen Steigungsverhältnisses wurden verschiedene Regeln entwickelt, siehe Treppensteigung.

      Anschlussbauteile

  • Anschlussbauteile
    • Treppensockel = Verkleidung der Fugen zwischen Treppe und Wand
    • Sockelleiste (a) = Leiste, die die Fuge zwischen Fußboden, Treppenstufe, Absatz oder Wandwange und Wandputz verdeckt. Auf den Absätzen und Wandwangen sind das lange Leisten. Bei Treppen ohne Wandwange sind es treppenartig angebrachte kurze Stufenleisten und Setzstufenleisten. Anstelle der Stufen und Setzstufenleisten können sogenannte Bischofsmützen eingebaut werden.
    • Bischofsmütze (b) = Verkleidung mit einer der Treppenneigung entsprechenden schrägen oberen Kante. Die Kanten sind durch unterschiedliche weitere kurze Kanten miteinander verbunden, so dass die Form einer Bischofsmütze entsteht.

Typologie

Treppen nach Lage und Funktion

Außenraum

  • Außentreppen sind alle Treppen außerhalb von Gebäuden. Da sie der Witterung ausgesetzt sind, ist besonders bei den Materialien auf Witterungsbeständigkeit zu achten. Des Weiteren ist zu beachten, dass die Treppenstufen zur Stufenkante hin geneigt sein sollten, damit Regenwasser schnell abfließen kann und Pfützen- und Eisbildung vermieden wird. Wegen der besonderen Rutschgefahr bei Regen müssen die Stufenkanten und Auftritte besonders rutschfest sein oder ausgestattet werden. Die Steigung von Außentreppen ist im Allgemeinen niedriger als bei Innentreppen. Gebräuchliche Steigungsverhältnisse sind (16/31), (15/33), (14/35) und (12/39).
  • Freitreppen befinden sich außerhalb des Gebäudes, aber an das Gebäude angebaut und sind nicht überdeckt. Diese Treppen führen meist zu einem Gebäudezugang.
  • Unter dem Begriff Gartentreppe sind alle Treppen im Garten zusammengefasst. Sie haben meist große Auftrittsbreiten und niedrige Stufenhöhen. Sie dienen zur Überwindung von Höhenunterschieden im Garten oder führen auf eine Terrasse oder zum Eingang auf der Gartenseite eines Gebäudes. Außer in Parks und Schlossgärten sind diese Treppen meist in einfacher Konstruktion.
  • Die Eingangstreppe führt direkt zum Eingang. Sie kann sowohl eine Freitreppe als auch eine überdachte Treppe sein. Je nach Gebäudetyp kann es sich dabei um sehr einfache Treppen als auch um reich verzierte aufwändige Repräsentationstreppen handeln. Wenn die Platzverhältnisse sehr beengt sind, kann die Eingangstreppe auch in das Gebäude eingezogen sein.
  • Die Hintertreppe hat einen Ausgang an der Hinterseite eines Gebäudes. Sie dient meistens als Zugang für Personal und Lieferanten. Ihre Ausführung ist meist sehr einfach. Oft führt die Hintertreppe auch in den Keller.
  • Die Monumentaltreppe zeichnet sich dadurch aus, dass sie entweder extrem breite Treppenstufen hat oder dass sie enorm viele Treppenstufen besitzt – meist ohne Absätze. Beispiele sind: Die Monumentaltreppe „La Scala“ in CaltagironeSizilien, mit 142 Stufen. Die Monumentaltreppe in MihintaleSri Lanka, aus vier Treppenabsätzen bestehend mit insgesamt 1.840 Stufen.

Innenraum

  • Als Innentreppe bezeichnet man alle Treppen, die sich im Innenraum eines Gebäudes befinden.
  • Eine Geschosstreppe verbindet zwei verschiedene Geschosse.
    • Eine Kellertreppe führt vom Hauseingang oder vom untersten ausgebauten Geschoss zum Keller und ist oft steiler als die Treppen zu den oberen Stockwerken. Bei älteren Gebäuden ist diese Treppe oft auf tragendem Baugrund ohne tragende Unterkonstruktion aufgebaut und führt oft durch einen sogenannten Kellerhals in einen Gewölbekeller.
    • Dachbodentreppen oder kurz Bodentreppen sind Treppen, die zum Dachboden, also zu Räumen im Dachraum führen, welche nicht ständig bewohnt werden. Meist werden einfache Treppenkonstruktionen verwendet (siehe Veränderbare Treppen), es kommen aber auch komfortablere Treppen zum Einsatz.
  • Als Ausgleichtreppe bezeichnet man die Treppen, die zum Ausgleich von Höhenunterschieden innerhalb eines Geschosses benötigt werden. Eine Differenztreppe ist eine Treppe mit nur wenigen Stufen, die geringe Höhendifferenzen miteinander verbindet.
  • Fluchttreppe
  • Das heutige deutsche Bauordnungsrecht unterscheidet notwendige Treppen, die zwingend vorhanden sein müssen und an die Auflagen geknüpft sind, sowie ggf. zusätzlich vorhandene nichtnotwendige Treppen, an die weniger strenge Auflagen geknüpft sind.
  • Eine Geheimtreppe ist eine der Öffentlichkeit nicht zugängliche Treppe. Es gibt sie häufig in alten Burgen und Schlössern. Sie dienten entweder der Fluchtmöglichkeit oder waren dafür ausgelegt, unerkannt in Gasträume zu kommen, um dort zu spionieren. Der Zugang zu diesen Treppen erfolgte oft über geheime unsichtbare Türen, sogenannte Tapetentüren.

Spezielle Treppen

Es gibt eine Vielzahl von besonderen Treppentypen für spezielle Anwendungsfälle. Diese sind in der Liste spezieller Treppen zusammengefasst.

Treppen nach Form

Übersicht

Treppen gibt es in unzähligen Formen. Als Draufsicht lässt sich die Form im Grundriss eines Gebäudes darstellen. Der Schnitt liefert in der Regel die dazugehörigen Angaben zur Konstruktion und zum Steigungsmaß. Man kann Treppenformen aufgrund der Anzahl (einläufig, zweiläufig..) oder der Geometrie (gradläufig, gewendelt, geschwungen) ihrer Treppenläufe unterscheiden. Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht über einige Grundtypen.

Treppe einläufig 2a.png Einläufige Treppen(a) gerade

(b) gerade mit viertelgewendeltem Austritt

(c) gerade mit Viertelpodest am Austritt

(d) gerade mit viertelgewendeltem Antritt

(e) gerade mit Viertelpodest am Antritt

(f) gerade mit viertelgewendeltem Antritt und Austritt

(g) gerade mit zwei Viertelpodesten

(h) halbgewendelt

(i) viertelgewendelt

Treppe zweiläufig 2b.png Zweiläufige Treppen(j) gerade mit Zwischenpodest

(k) gewendelte U-Treppe mit verzogenen Stufen an keilförmiger Zwischenpodeststufe

(l) U-Treppe mit Halbpodest

(m) Winkeltreppe mit Viertelpodest

Treppe dreiläufig 2c.png Dreiläufige Treppen(n) dreiläufige U-Treppe S-Form mit zwei Viertelpodesten

(o und p) dreiläufige T-Treppe mit Viertelpodest

(q) dreiläufige U-Treppe mit zwei Viertelpodesten

(r) und (s) dreiläufige E-Treppe mit Halbpodest

Treppe gewendelt mehräufig 2d.png Treppe gewendelt und mehrläufig repräsentativ(t) einläufige Kreisbogentreppe

(u) einläufige Wendeltreppe mit Massivspindel

(v) einläufige Wendeltreppe mit Treppenauge bzw. Hohlspindel

(w) zweiläufige doppelte Wendeltreppe

(x) mehrläufige repräsentative Treppe mit mehreren Zwischenpodesten

Treppe Y und S Form 2e.png Treppe in Y und S Form, Berliner Treppe(y) Y-Treppe einläufig beginnend und zweiläufig endend

(z) Y-Treppe zweiläufig beginnend und einläufig endend

(α) einläufige S-förmige gerade Treppe mit zwei Viertelwendelungen

(β) Berliner Treppe

(λ) einläufige S-förmige Treppe

Treppe Pyramiden Kegel.png Pyramiden und Kegeltreppen(δ) Pyramidentreppe positiv

(ε) Pyramidentreppe negativ

(φ) Pyramidentreppe auf 8eck-Grundriss positiv

(γ) Pyramidentreppe auf 8eck-Grundriss negativ

(η) Kegeltreppe positiv

(ι) Kegeltreppe negativ

Gradläufige Treppen

Gradläufige Treppen sind Treppen, deren Treppenläufe gerade sind, also in keiner Form gewendelt. Alle Stufen haben dieselbe Form und Auftrittsbreite. Richtungsänderungen werden durch Treppenabsätze erreicht. Das ist die einfachste und am weitesten verbreitete Form einer Treppe.

Sehr steile geradläufige Treppen mit halbseitigen Trittstufen bezeichnet man als Raumspartreppe oder Sambatreppe.

Sind in einem Gebäude die Treppenläufe zu den Geschossen ohne Richtungsänderung hintereinander angeordnet, so spricht man auch von einer Himmelstreppe. Der Hintergrund ist, dass man bei der Anordnung eines Fensters am obersten Ende den Eindruck hat, „in den Himmel“ zu steigen. Bei Freitreppen mit ähnlichem Effekt spricht man auch von Himmelsleiter.

Als Scherentreppe bezeichnet man gradläufige Treppen, die über mehrere Geschosse ineinander verschränkt sind. Sie entsprechen in der Funktion einer doppelläufigen Wendeltreppe, also einer Doppelhelix, sind aber im Grundriss orthogonal.

Gewendelte Treppen

Als gewendelte Treppe (von Wendel = schraubenförmige Struktur) bezeichnet man alle Treppen, die nicht gradläufig sind. Die Treppenstufen haben durch Biegungen des Treppenlaufs unterschiedlich große Auftritte, sehr schmal am Treppenauge, sehr breit an der Außenwand des Treppenhauses. Die Lauflinie wählt der jeweilige Benutzer selbst.

Biegt der Treppenlauf um 90° ab, spricht man von viertelgewendelt, macht er eine 180° Biegung, spricht man von halbgewendelt. Bei allen höheren Winkeln spricht man von einer Wendeltreppe.

Siehe auch Liste antiker Wendeltreppen

Bildergalerie

Treppen nach Material

Folgende Treppentypen sind vor allem aufgrund ihrer Materialien unterscheidbar. Die aufgeführten Konstruktionen sind in der Regel spezifisch für dieses Material.

Mauerwerk

  • Eine gemauerte Treppe hat immer eine Wand an den Seiten. Auf die Wände wird ein Gewölbe in Treppenneigung gemauert, auf das die Stufen gemauert werden.

Stahlbeton

Diese kann eine Oberfläche aus allen als Bodenbelag geeigneten Stoffen haben. Die Massivtreppe kann ein vor Ort gegossenes Bauteil wie auch ein an den Einbauort geliefertes Fertigbauteil sein. Auch Kombinationen aus Fertigteil und Ortbeton sind möglich.

  • Bei der Laufplattentreppe handelt es sich um eine schräge Platte, auf der die Trittstufen als prismenförmige Blöcke direkt aufgebracht sind. Meist sind das Stahlbeton-Massivtreppen oder Stahlbeton-Fertigteiltreppen. Diese Treppen können unmittelbar nach dem Einbau genutzt werden.
  • Eine Belagtreppe ist eine Rohtreppe, meist eine Stahlbetontreppe, auf die ein geeigneter Belag als Nutzschicht aufgebracht wird.

Holz

Treppen aus Holz werden seit der Frühgeschichte verwendet. Zuerst waren es Baumstämme, bei denen die Äste wie die Sprossen einer Leiter benutzt wurden, dann einfache Konstruktionen wie der sogenannte Steigbaum, der auf der ganzen Welt zu finden war. Aus diesem wurde die Einholm-Sägezahntreppe mit aufgesattelten Stufen entwickelt. Zwischen diesen einfachen Konstruktionen und modernen Holztreppen gibt es unzählige Variationen.

Üblich sind Balkentreppen, bei denen die Trittstufen auf einem Balken aufliegen, der auch Holm genannt wird. Bei einer aufgesattelten Treppe liegen die Trittstufen auf Tragholmen, die sägezahnförmig ausgeschnitten sind, daher wird diese Konstruktion auch „Sägezahntreppe“ genannt.

Bei Wangentreppen werden die Holzstufen in der seitlich laufenden Treppenwange verankert. Man spricht von einstemmen oder einschieben. Die Holzstufen werden in passende Stemmlöcher oder Nuten eingeschoben. Die Stufen werden mit der Wange verleimt und/oder verschraubt. Alternativ kann die Nut auch als Schwalbenschwanznut ausgebildet sein. Man unterscheidet zwischen halb und voll gestemmten Treppen. Bei der halb gestemmten Treppe entfällt die Setzstufe. Setzstufen können die Treppe nach unten abschließen, alternativ werden Bretter in eine durchgehende Nut in den Wangen eingesetzt, die dann eine weitgehend glatte Untersicht ergeben.

Möglich sind auch Bolzentreppen, bei denen jede Holzstufe mit der vorherigen und nächsten Stufe mit verspannten Bolzen verbunden ist.

Beim Faltwerk sind die einzelnen Trittstufen kraftschlüssig mit den Setzstufen verbunden und wandseitig mit Stahlbolzen befestigt.

Die handwerkliche Holztreppe wird vom Tischler oder Zimmerer gefertigt.

Gusseisen

Gusseiserne Treppen waren zu Beginn der industriellen Fertigung sehr beliebt. Heute findet man gusseiserne Treppen überwiegend als dekorative Spindeltreppen.

Stahl

Bei der Stahltreppe sind die tragenden Teile wie Treppenwangen oder Treppenholme aus Profilstahl oder aus Stahlrohr gefertigt. Die Stufen können gefertigt sein aus Metall (Gitterroste oder Riffelbleche), Naturstein, Beton, Holz, Panzerglas oder einem Materialmix (z. B. estrichverfüllte Wannenstufen aus Blech). Die Treppengeländer und Handläufe können ebenfalls aus Stahl gefertigt sein. Stahltreppen im Außenbereich werden in der Regel durch Feuerverzinken vor Korrosion geschützt.

Häufig findet man Stahltreppen im Industrie- und Gewerbebau und Not- oder Feuertreppen. Stahl ermöglicht relativ filigrane Konstruktionen. Manche Treppen werden (z. B. wegen der hochwertigen Anmutung) aus rostfreiem Edelstahl statt aus verzinktem Stahl gebaut.

Glas

Seit in der Glasforschung Verbundgläser mit hoher Tragfähigkeit entwickelt wurden, experimentieren Architekten mit Glas als Material für Treppen. Als Stufenmaterial ist Glas inzwischen weit verbreitet, meist ist das Tragwerk der Treppe aus Stahl. Inzwischen gibt es weltweit jedoch auch einige Treppen, die ganz aus Glas sind. Aufgrund der hohen Kosten sind das allerdings Ausnahmen, die nur bei sehr hochwertigen Innenarchitekturen (zum Beispiel für Nobelboutiquen) zum Einsatz kommen.

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Treppen nach Konstruktion

Es gibt mehrere Möglichkeiten, wie man die Treppenläufe lagern kann.

Freitragende Treppen

Treppen mit Auflager oben und unten nennt man ‘freitragend’. Auch zweiläufige U-Treppen, bei denen das Zwischenpodest keinerlei Auflager hat, nennt man freitragend.

  • Faltwerktreppen werden aus einem treppenlaufbreiten Blechstreifen durch Hin-und-Her-Falten hergestellt. Als Material wird überwiegend Riffelblech verwendet; sie können auch aus Beton oder Holz bestehen. Faltwerktreppen aus Holz sind nicht gefaltet, sondern werden hergestellt, indem man mehrere Holzwerkstoffplatten miteinander verbindet. Das filigrane Aussehen erlangen Faltwerktreppen dadurch, dass die Setzstufe nicht die gesamte Trittstufe “unterfüttert”, sondern nur zu einem geringen Teil unter der Trittstufe angesetzt ist.
  • Bei einer Bolzentreppe, auch Tragbolzentreppe genannt, sind die Treppenstufen untereinander mit Tragbolzen biegesteif verbunden.

Balkentreppen

Bei Balkentreppen liegen die Trittstufen auf einem Träger auf, der auch Holm genannt wird. Der Träger besteht meist aus HolzBrettschichtholzStahl oder Stahlbeton.

Einholmtreppen sind Treppen mit nur einem tragenden Balken aus Holz oder Stahl, auf dem die Stufen aufgesattelt sind. Die Trittstufen müssen kippsicher auf dem Holm befestigt sein, was durch Verstrebungen erreicht werden kann. Der Holm muss neben der Biegebelastung auch eine Drehbelastung aufnehmen können. Da der Holm meist in der Mitte der Treppe angeordnet ist, wird diese Konstruktion auch Mittelholmtreppe genannt. Die Zweiholmtreppe ist eine Treppe mit zwei tragenden Balken.

Werden die Stufen massiv ausgeführt, egal ob in HolzNatursteinBetonwerkstein oder Stahlbeton, so spricht man auch von einer Blockstufentreppe.

Wangentreppen

Eine Wange ist das tragende schrägliegende Bauteil links und rechts der Treppenstufe. Die linke Wange ist dabei die beim Treppaufgehen links liegende Wange. Als innere WangeFreiwange oder Lichtwange wird die am Treppenauge liegende Wange bezeichnet. Die Wandwange liegt direkt an der Wand an oder ist mit einem Abstand von max. 6 cm von der Wandoberfläche abgerückt.

Eine Stufenwange hat keine über die gesamte Treppenlauflänge durchgehende schräge Ober- und Unterkante. Die Ober- und Unterkante der Stufenwange ist vielmehr in einem gleichmäßigen parallelen Abstand zu den Stufen und Setzstufen und hat somit ein stufenförmiges Aussehen.

Ein Krümmling oder Kröpfling ist die gebogene Verbindung von zwei die Richtung wechselnden Wangen oder Handläufen.

Den im Bild (Fig. 12. links) sichtbaren senkrechten Pfosten, an dem das Treppengeländer beginnt, nennt man Antrittpfosten. Er kann kunstvoll verziert sein, wird aber bei modernen Treppen eher nüchtern ausgeführt.

Die im Bild (Fig. 13. rechts) sichtbare senkrechte Holzsäule mit dem Abhängling gehört zu den Hängesäulen.

Andere Konstruktionsarten

Bei einer Kragstufentreppe sind die Stufen einseitig an bzw. in der Treppenhauswand als Kragarm befestigt. Die Treppenstufen sind meist Naturstein- oder Stahlbeton-Blockstufen.

Bei einer Abgehängten Treppe, auch als Harfentreppe bezeichnet, werden die Stufen an dünnen Seilen oder Stäben aus Edelstahl oder anderen geeigneten Materialien von der Decke abgehängt. Die Seile bzw. Stäbe sind meist zum Boden hin abgespannt. Diese Treppenart kann auch als Treppe mit tragendem Geländerholm ausgeführt werden. Hier übernimmt der bohlenförmige Holm, der zugleich auch als Handlauf genutzt wird, die anfallenden Kräfte der Abhängung. Das harfenähnliche Aussehen dieser Konstruktion gibt ihr den Namen.

Bei Schwebetreppen oder Schwebestufen werden die einzelnen Stufen kraftschlüssig mit der Wand verbunden und „schweben“ im Raum.

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Tragsysteme

Entsprechend der Vielzahl von Treppengeometrien ist eine Vielzahl von statischen Tragsystemen möglich. Für den Lastabtrag sind dabei als Vertikallasten neben dem Eigengewicht der Konstruktion die Verkehrslasten auf der Treppe zu berücksichtigen. Zusätzlich sind horizontale Lasten auf Geländer oder Holme und bei Treppen, die der Witterung ausgesetzt sind, Windlasten zu beachten.

  • Treppen mit selbsttragenden Stufen sind ein Tragsystem. Die Treppenstufen tragen dabei die Lasten als einfacher oder eingespannter Balken in Querrichtung ab. Die Lagerung bzw. Einspannung der einzelnen Stufen kann in Treppenhauswänden, Längsträgern oder einer Spindel erfolgen, die für den weiteren Lastabtrag sorgen. Die Längsträger sind bei Stahl- oder Holztreppen seitliche Wangenträger oder unten liegende Holmträger, bei Stahlbetontreppen massive Laufbalken. Die Treppenträger bestimmen die Steigung und können im Grundriss gekrümmt sein, sie tragen die Lasten in Längsrichtung nach oben und/oder unten ab. Als statisches System liegt ein räumlicher, evtl. gekrümmter, Balken vor.
  • Im Stahlbetonbau gibt es als zusätzliches wichtiges Tragsystem die Treppe mit gerader Lauflinie, bestehend aus den geneigten Laufplatten, die die Stufen tragen und etwaigen horizontalen Platten als Absätzen. Das statische System besteht jetzt nicht mehr aus einem räumlichen Balkensystem, sondern aus einzelnen Plattenelementen oder bei monolithischer Verbindung von Absatz und Lauf aus einem räumlich wirkenden Flächentragwerk, auch Faltwerk genannt. Der allgemeine Sonderfall des freitragenden, räumlich gekrümmten Treppenlaufes wird heute in der Statik mit der Methode der finiten Elemente berechnet.

Normen und Vorschriften

Die für den Treppenbau in Deutschland relevanten Normen und Vorschriften sind:

  • Bauordnungsrecht der Länder:
    • Bauordnungen (speziell Fünfter Abschnitt der Musterbauordnung: Rettungswege, Öffnungen, Umwehrungen)
    • soweit zutreffend: Versammlungsstättenverordnungen, Geschäfts- und Warenhausverordnungen, Krankenhausbauverordnungen, Industriebauverordnungen und Bestimmungen über Bau und Ausrüstung von Schulen und Kindertageseinrichtungen
  • DIN 18 065 Maßliche Anforderungen an Treppenbauwerke
  • DIN 18040-1 + DIN 18024-1: 2010-10 Barrierefreies Bauen – Planungsgrundlage – Teil 1: Öffentlich zugängliche Gebäude
  • Die DIN EN ISO 14122 „Ortsfeste Zugänge zu maschinellen Anlagen“ regelt in Teil 1 „Wahl eines ortsfesten Zugangs zwischen zwei Ebenen“ Treppen mit Neigungswinkeln (Steigungswinkel) von 20° bis 45°
  • Die DIN 24 531 „Roste als Stufen“ behandelt Trittstufen aus Gitterrosten
  • BGI/GUV-I 561, ‘Information Treppen’ der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV)[4] (ehemals BG-Information „Treppen“ BGI 561 bzw. “Merkblatt für Treppen” ZH 1/113)
  • Verordnung über Arbeitsstätten (Arbeitsstättenverordnung – ArbStättV) mit Arbeitsstätten-Regeln: ASR 12/1-3 „Schutz gegen Absturz und herabfallende Gegenstände“, ASR 17/1,2 „Verkehrswege“, ASR A2.3 „Fluchtwege, Notausgänge, Flucht- und Rettungsplan“.
  • Arbeits-Sicherheits-Information “ASI 4.06 – Treppen”, Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe[5]

DIN 18065

Baurechtlich notwendige Treppen

  • Die jeweils 18. Stufe muss als Podest ausgebildet sein.
  • Die Steigung darf nicht mehr als 19 cm, der Auftritt nicht weniger als 26 und nicht mehr als 37 cm betragen (DIN 18065 Abs. 6 Tab. 1).

Bei Wohngebäuden mit nicht mehr als 2 Wohnungen gelten weniger strenge Regeln.

ASR A2.3

Die Arbeitsstättenrichtlinie ASR A2.3[6] nennt Mindestbreiten von Fluchtwegen, die insofern auch für Notwendigen Treppen gelten, welche in den Bereich der Richtlinie fallen.

BGI/GUV-I 561 der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV)

  • Der Abstand des Treppenlaufs und -podests von der Wand und/oder vom Geländer darf nicht mehr als 6 cm betragen.
  • Treppenabsätze vor oder hinter Türen müssen eine Tiefe von 1 m bzw. von 1,5 m, falls die Tür in Richtung der Treppe aufschlägt, haben. Das gleiche Maß gilt für den Abstand der Treppe zur Tür.
  • Die Schrittmaßformel Auftritt + 2 × Steigung = 62 cm ± 3 cm gilt für Auftrittsbreiten von 26 bis 32 cm und Steigungen von 14 bis 19 cm.
  • Die Steigungen und Auftritte innerhalb von einer Geschoßtreppe dürfen nicht um mehr als 5 mm von den Sollmaßen abweichen. Von einer Stufe zu anderen darf ebenfalls keine größere Abweichung dieser Maße als 5 mm vorliegen.
  • Bei Freitreppen, Kindergärten und -krippen muss der Auftritt 30 bis 32 cm und die Steigung 14 bis 16 cm betragen. Bei Versammlungsstätten, Verwaltungsgebäude, Schulen, Horte gelten entsprechend 29 – 31 cm und 15 – 17 cm, sowie bei gewerblichen und sonstige Bauten 26 – 30 cm und 16 – 19 cm bzw. bei Steiltreppen und Zugängen zu maschinellen Anlagen 21 – 30 cm und 14 – 21 cm (bei Auftrittsbreiten von weniger als 24 cm ist durch Unterschneidung der Stufen eine Auftrittstiefe dieses Maßes herzustellen).
  • Wendeltreppen sind nicht als erster Fluchtweg zulässig. Als zweiter Fluchtweg sind sie zulässig, wenn eine Gefährdungsbeurteilung deren sichere Benutzung im Gefahrenfall erwarten lässt (siehe ASR A2.3). In Schulen und Kindertageseinrichtungen sind Spindeltreppen als notwendige Flucht- und Rettungswege nicht zulässig.Die Lauflinie wird bei Wendeltreppen mit nutzbarer Laufbreite bis zu 100 cm in der Mitte der Laufbreite vorgesehen, bei breiteren Treppen im Abstand von etwa 50 cm vom schmalen Stufenende und bei Spindeltreppen in einem Abstand von etwa 4/10 der Laufbreite von der Handlaufseite.Die nutzbare Treppenlaufbreite wird an der Innenseite von der Linie begrenzt, an welcher die Auftrittsbreite der Stufen 10 cm beträgt. Wenn die Treppe gleichzeitig in Auf- und Abwärtsrichtung begangen werden kann, ist die Laufbreite an dieser Linie auch baulich zu begrenzen. Die Auftrittsbreite darf an der Außenseite maximal 40 cm betragen. In Schulen und Kindertageseinrichtungen gilt innen mindestens 23 cm und in 1,25 m Entfernung maximal 40 cm.
  • Treppen in Betriebsanlagen, die häufiger und von einer größeren Zahl Personen begangen werden, sollten mit ihren Neigungswinkeln im Bereich zwischen 30° und 38° liegen. Dabei sollte die Breite der Treppe mindestens 60 cm betragen, vorzugsweise 80 cm. Hier gilt:Abweichungen in der Steigung im Treppenverlauf dürfen maximal 15 % betragen.Die Unterschneidung der Stufen muss wenigstens 1 cm betragen.Die lichte Durchgangshöhe muss mindestens 230 cm betragen.Bei Aufstiegshöhen von über 50 cm und seitlichem Spalt von mehr als 20 cm ist ein Geländer vorzusehen.

    Die lotrechte Höhe des Handlaufs oberhalb der Antrittskante muss mindestens 90 cm und über dem Austrittspodest mindestens 110 cm betragen.

  • Flache Treppen (Stufenrampen) im Freien sollten Trittflächen mit Gefälle von ca. 2 % zur Trittkante hin besitzen. Stufen und Absätze werden nach der Schrittmaßformel bemessen. In Schulen sollen Fahrradrampen eine Neigung zwischen 10 % und maximal 25 % haben.
  • Kantenprofile sind grundsätzlich bündig mit der Stufenoberfläche zu verlegen.

Beleuchtungsstärke

In der Regel „Natürliche und künstliche Beleuchtung von Arbeitsstätten“ (BGR 131) sowie der DIN EN 12464 „Beleuchtung von Arbeitsstätten“, Teil 1 „Arbeitsstätten in Innenräumen“ wird eine Nennbeleuchtungsstärke von wenigstens 150 Lux genannt.

Treppenforschung

Die Architektur-Fakultät der Hochschule Regensburg besitzt bundesweit die einzige internationale Arbeitsstelle für Treppenforschung. Diese Hochschule erhielt auch den Nachlass des Scalalogie-Begründers Friedrich Mielke (1921–2018).

Plattenlegerarbeiten2

Plattenlegerarbeiten

Keramikfliesen sind keramische Platten, die als Wandverkleidung sowie als Beläge für den Boden, Arbeitsflächen, Fenstersimse und andere Flächen im Innen- wie Außenbereich verwendet werden. Der Begriff „Fliese“ wird auch für Naturstein, Glas, Teppich usw. genutzt, um Bauteile ähnlicher Form und Verwendung zu klassifizieren. In der Schweiz spricht man von „Plättli“, während in der Schriftsprache meistens „Platten“ oder „Plättchen“ verwendet wird. Der Begriff Kachel ist eher im Süddeutschen und in Österreich verbreitet

Geschichte

Fliesen als Außenschmuck am Felsendom, Jerusalem

Keramik stammt von dem griechischen Wort für Ton, „Keramos“, ab. Tonminerale entstehen aus den überwiegend feinstkörnigen Erweiterungsprodukten von Feldspaten, die mit unterschiedlichsten Beimengungen abgelagert wurden. Die Zusammensetzung des Tons, die Aufbereitung und der Brand bestimmen die Farbe des unglasierten Scherbens.

Die ersten Gegenstände aus gebranntem Ton stellten Menschen vor ca. 30.000 Jahren her, während die ersten keramischen Gefäße vor ca. 11.000 Jahren im Nildelta entstanden sind. Die ersten europäischen Keramikindustrien waren im Römischen Reich zu finden: Rote, glasierte Gebrauchskeramik, Terra Sigillata, war im gesamten Römischen Reich verbreitet. Die typischen roten Dachziegel sind ebenfalls bereits in großen Mengen hergestellt worden. Bodenziegel kamen auch im unteren Mittelstand zur Anwendung. Die römischen Fußbodenheizungen basierten auf keramischen und somit hitzebeständigen Werkstoffen. Die rote Farbe entstand durch die kontrollierte Belüftung des Brennofens. Schwarze Keramik wurde unter Luftabschluss gebrannt und war relativ teuer, da es sehr aufwendig war, den Brennofen abzudichten.

Keramikfliesen als Wandbelag wurden im Altertum in Ägypten, Mesopotamien und Persien angewendet, besonders in der islamisch-arabischen Architektur. Mit den Mauren kamen farbig glasierte Fliesen nach Spanien und Portugal, wo sie als Azulejos bezeichnet werden.

Für das Jahr 1000 sind die ersten nichtrömischen keramischen Bodenbeläge in Deutschland nachgewiesen. Die Handelswege der Niederländer, Spanier und Italiener verbreiteten die Keramiken in ganz Europa. Allerdings war die Herstellung sehr aufwendig und teuer, da das technische Wissen der Römer zur industriellen Herstellung verloren gegangen war.

In West- und Mitteleuropa wurden Fliesen im Mittelalter vor allem als Fußbodenbelag und zur Kaminumrandung genutzt. Diese Tonplatten, auch Tonkacheln genannt[1] trugen häufig Reliefverzierungen oder es wurde andersfarbiger Ton eingelegt, so dass ein zweifarbiges Muster entstand.

Für das 15. und 16. Jahrhundert finden vor allem Fayencefliesen aus Italien, Spanien und Frankreich Erwähnung. Von dort gelangten die Fayencen nach Antwerpen, das sich zwischen 1520 und 1570 zu einem Zentrum der Fliesenherstellung entwickelte. Nach dem Frieden von Antwerpen 1609 begann in den Niederlanden die Fliesenherstellung. Obwohl die Produkte meist Delfter Fliesen genannt werden, verlor Delft als Fliesenproduzent ab 1650 an Bedeutung und wurde von Fabriken in Rotterdam, Utrecht, Haarlem und Makkum abgelöst. Die blau-weißen holländischen Fliesentableaus und Einzelfliesen erlangten eine solche Bedeutung, dass sie sogar wieder nach Portugal exportiert wurden oder dort die Herstellung von „Azulejos in der holländischen Mode“ anregten. Auch Norddeutschland und Dänemark importierten Delfter Fliesen, mit denen häufig ganze Stuben (Pesel) ausgeschmückt wurden. Entsprechend weit reichte das Bildprogramm von Bibelfliesen bis hin zu Seefahrt und Jagd.

Mit der industriellen Revolution im 19. Jahrhundert stieg die Verbreitung der keramischen Bodenbeläge stark an. Anfangs noch als Zubrot der Ziegeleien hergestellt, entstand eine eigenständige Industrie. Seit dem späten 20. Jahrhundert werden Fliesen fast ausschließlich in hochautomatisierten Fabriken hergestellt. Es gibt aber immer noch kleine handwerkliche Betriebe, die individuelle Keramiken in kleinsten Serien produzieren.

Herstellung

Rohstoffaufbereitung

Seit den Anfängen der Keramikherstellung haben sich die verwendeten Rohstoffe nur wenig geändert. Basis ist der Werkstoff Ton als Hauptinhaltsstoff. Hierbei werden je nach Anwendung Gemische aus verschiedenen Tongruben verwendet. Neben Ton gehören weitere mineralische Rohstoffe zur Rezeptur einer Keramik. Die wichtigsten Zuschlagstoffe sind Quarz, Kaolin und Feldspat. Je nach Anwendungszweck werden unter anderem auch Kalzit, Dolomite, Flussspat oder Schamotte beigemischt. Die Kunst bei der Aufbereitung ist es, unter anderem die Verhinderung der Entmischung vor der Formgebung und das Schrumpfverhalten beim Brand kontrollieren zu können. Diese Faktoren hängen zum großen Teil nicht nur von der Korngröße, sondern vor allen Dingen von der Kornform ab. Je runder die Körner sind, desto geringer wird die Festigkeit, desto geringer wird im Gegenzug die Schrumpfung.

Formgebung

Handgeformte Keramikfliesen entstehen meistens nur noch bei Cotto oder bei Spezialanwendungen. In der modernen Keramikherstellung werden das Strangpressverfahren und die Pulverpressung (auch Trockenpressung genannt) angewendet. Beim Strangpressen wird aus einer plastischen Keramikmasse durch Extrusion ein endloses Band als Einzel- oder Doppelfliesen (Spaltklinker) hergestellt und anschließend in Fliesengröße zerteilt. Im Trockenpressverfahren wird speziell aufbereitetes Keramikpulver mit hohem Druck in Formen gepresst und danach gebrannt.

Alle Fliesen weisen besondere Muster auf der Unterseite der Fliese auf, die eine bessere Mörtelverbindung schaffen. Beim Strangpressen sind es verfahrensbedingt immer Längsrillen, die auch schwalbenschwanzförmig vertieft sein können, beim Pressen können nur einfache Muster eingepresst werden.

Ein relativ neues Verfahren ist die Verwendung von Rollenpressen bei großformatigen Feinsteinzeugtafeln (l bis größer 300 cm). Hierbei wird die keramische Grundmasse zwischen zwei sich axial bewegenden Walzen gepresst. Eine reine Pulverpresse bei Plattengrößen von mehr als zwei Quadratmeter wäre nicht wirtschaftlich.

Farben

Die Farbe von unglasierten Keramikfliesen entsteht meist durch färbende Oxide. Diese Oxide sind entweder natürliche Bestandteile der Rohstoffe (beispielsweise Eisenoxid, Mangandioxid, Titandioxid) oder sie werden dem Scherben gezielt zugemischt.

Bei glasierter Keramik wird die Oberfläche durch eine auf den Scherben aufgetragene Glasur gefärbt. Beim Monoporosa-Verfahren wird die Glasur vor dem Brand aufgetragen. Beim Biporosa-Verfahren wird der Scherben erst gebrannt, abgekühlt, und mit dem Glasurrohstoff nochmals gebrannt.

Keramikarten für Wand und Boden

Schnitt durch eine Steingutfliese, sichtbar ist die dünne Glasurschicht auf der Oberseite und die Profilierung der Unterseite zur besseren Anhaftung des Klebemörtels

Produkt Produktnorm Anwendungsbereiche[2]
Steingut- Fliesen EN 14411 Gruppe BIII Wandbekleidungen im Wohnungs- und Nichtwohnungsbau
Steinzeug- Fliesen EN 14411 Gruppe Blb; BIIa; BIIb Wandbekleidungen innen im Wohnungs- und Nicht- wohnungsbau Bodenbeläge nach erforder- licher Verschleißklasse (Innen- und Außenbeläge) Behälterbau (Trinkwasser- behälter, Schwimmbäder)
Fein- steinzeug EN 14411 Gruppe BIa Vorzugsweise (Wand- und) Bodenbeläge im Wohnungs- und Nichtwohnungsbau

Typische Steingutfliese

Steingut

Steingut (DIN EN 14411, Gruppe BIII, Anhang K) ist Keramik, deren „Scherben“ nach dem Brand bei 950–1150 °C eine Wasseraufnahme von mehr als 10 Prozent aufweist. Vorteil ist die gute Bearbeitbarkeit sowie Dekorierungsfähigkeit. Aufgrund der hohen Porosität ist Steingut nicht frostfest und bleibt auf Anwendungen in Innenbereichen beschränkt. Hierbei ist die Hauptanwendung die Verwendung als glasierte Wandfliese. Bei der Herstellung von Steingut werden zwei Verfahren unterschieden. Bei dem Einbrandverfahren (Monoporosa) wird auf die Fliese direkt nach der Formgebung flüssige Glasur aufgetragen. Anschließend wird die Fliese mit einem gewünschten Muster bedruckt. Beim Zweibrandverfahren (Biporosa) wird zuerst der Scherben gebrannt. Danach wird die Fliese glasiert und bedruckt und anschließend nochmals gebrannt.

Steinzeug

Steinzeug ist definiert als eine Keramik mit einer Wasseraufnahme von unter 3 Prozent. Aufgrund der geringen Porosität ist das Material frostbeständig. Gegenüber dem poröseren Steingut hat Steinzeug eine höhere Dichte und bessere mechanische Festigkeiten. Fast alle Fliesen für stark beanspruchte Anwendungsbereiche, zum Beispiel in Industrie, Gewerbe oder für öffentliche Bereiche, sind aus unglasiertem Steinzeug. Die Rutschhemmung wird durch die Oberflächenstruktur eingestellt. Steinzeugfliesen mit Glasuren sind die klassische Bodenkeramik. Die technischen Eigenschaften der Glasur bestimmen die Abriebfestigkeit und die Rutschhemmung.

Im Gegensatz zum Steingut wird der Scherben bei 1150–1300 °C gebrannt. Durch Zugabe von Flussspat und anderen Flussmitteln kann die Porosität verringert werden.

Feinsteinzeug

Schnitt durch eine Feinsteinzeugplatte mit strukturierter Oberfläche

Feinsteinzeug (FSZ) zeichnet sich durch eine sehr geringe Wasseraufnahme von weniger als 0,5 % aus. Es stellt damit eine Weiterentwicklung der Steinzeugfliesen dar, deren Wasseraufnahme unter 3 % liegt. Die Herstellung von Feinsteinzeug erfolgt durch trockene Verpressung von fein aufbereiteten keramischen Rohstoffen mit größeren Anteilen an Quarz, Feldspaten und anderen Flussmitteln unter hohem Druck. Danach wird der Scherben in einem Rollenofen bei hohen Temperaturen (1200–1300 °C) gebrannt.

Wegen der hohen Bruchfestigkeit und der guten Verschleißeigenschaften wird FSZ bevorzugt in öffentlichen und stark beanspruchten Bereichen eingesetzt. Durch entsprechende Oberflächenstrukturen kann die Rutschsicherheit von R 9 – R13, V4, eingestellt werden.

Zunächst wurden unglasierte Fliesen hergestellt, die eine hochdichte versinterte Brennhaut aufweisen, die annähernd so resistent gegen die Bildung von Flecken ist, wie glasierte Oberflächen.

Die Brennhaut wird auch als geläppte Oberfläche bezeichnet. Dabei handelt es sich um die anpolierte Oberschicht einer Feinsteinzeug- oder einer unglasierten Steinzeugfliese. Dies geschieht mittels mechanischer Schleifung.

Ist diese Oberfläche strukturiert bzw. reliefartig gestaltet, dann erscheint der höher ragende Bereich eher glänzend, der tiefer liegende Bereich eher matt.

Poliertes FSZ besitzt keine geschlossene Oberfläche. Die Porenräume des Scherbens werden beim Polieren durch die Entfernung der sogenannten Brennhaut geöffnet, wodurch bestimmte Verunreinigungen, die nach der Verlegung auftreten, schwieriger zu entfernen sind. Je nach Herstellungsverfahren unterscheidet sich die Porosität sehr stark.

Durch das Aufbringen von farbigen Keramikpulvern oder löslichen Salzen kann die Oberfläche von unglasiertem FSZ beeinflusst werden. Allerdings sind die Möglichkeiten aufgrund des durchscheinenden Scherbens eingeschränkt. In zunehmendem Maße wird glasiertes und bedrucktes FSZ mit einer großen Vielfalt an Dekoren hergestellt. Beispielsweise können Steine, Hölzer, Stoffe, Kork, Leder etc. imitiert werden.

Glasuren auf Steinzeug und Feinsteinzeug erreichen meist nicht die Abriebfestigkeit des Trägermaterials.

Terrakotta

Basismaterial für diese Fliesenart, umgangssprachlich auch Cotto genannt, ist ein Kalkmergel, der auch als toskanischer Schieferton bezeichnet wird und Verunreinigungen aus Quarzkrümeln enthält. Das im Tagebau gewonnene Material wird mit Wasser vermengt, geknetet, durch eine Zerkleinerungsanlage (Wolf) gedreht und strang- oder trockengepresst, oder in Holzformen gedrückt und an der Luft getrocknet. Traditionell wurden auch Reliefs oder Muster in die feuchte Masse gedrückt. Teilweise wird die Oberflächenstruktur nach dem Trocknungsprozess durch die Bearbeitung mit Stahlbürsten angepasst. Der Brand erfolgt über 36–48 Stunden bei einer Temperatur von 950 bis 1050 °C. Dabei entsteht aus dem blau-grauen Ton durch Oxidation der typisch rötlich gefärbte Cotto. Terrakotta-Produkte werden mit größerer Materialstärke als moderne Keramikprodukte gefertigt, da das grobe und kalkhaltige Rohmaterial oft keine große Festigkeit besitzt.

Klinker und Spaltklinker 

Zu den grobkeramischen Produkten gehören die klassischen Klinker. Bestehend aus Schamotte, Feldspäten und weiß- oder rotbrennenden Tonen (d. h. die Farbe entsteht erst durch den Brand), werden sie wie Cotto als Teig angerührt und im Strangpressverfahren geformt. Wenn bei der Trocknung eine Restfeuchte von circa drei Prozent erreicht worden ist, wird der Hartziegel glasiert oder unglasiert bei 1200 °C gebrannt. Um Verformungen beim Brand durch unterschiedlich strukturierte Ober- und Unterseiten zu minimieren, werden solche Platten oft als Spaltklinker in doppelter Ausfertigung (Rücken an Rücken, mit Stegen verbunden) geformt, gemeinsam gebrannt und erst nach Fertigstellung getrennt bzw. gespalten.

Hohe Kantenschärfe und Beständigkeit gegen Wasser und Frost sind die Voraussetzungen, dass Klinker ein idealer Boden- und Wandbelag für Innen- und Außenbereiche sind, auch als Verblendung, die vor ein Mauerwerk mit einem Klinkermörtel aufgeklebt wird. Die volkstümliche Bezeichnung als „Klinkerwand“ für jede vorgemauerte Wandschale ist unrichtig, hierfür werden weichere Steine, auch härter gebrannte Lochmauersteine verwendet, jedoch nur selten (und unfachgerecht) Vollklinkersteine, da solche Wände wegen mangelnder Mörtel-Verbundhaftung leicht Risse bekommen.

Vollklinker kommen überwiegend als Gehwegbelag zum Einsatz. Hierbei handelt es sich um unglasierte Klinkersteine. Diese sind trittsicher, wasserabweisend, frostfest und langlebig. Auch verändern sie im Gebrauch ihre Farbe nur wenig und verschmutzen kaum, sie bekommen lediglich eine Patina.

Kriterien für die Gebrauchseigenschaften

Fliesen werden im Wesentlichen nach ihrer Wasseraufnahmefähigkeit, ihrer Frostbeständigkeit, ihren rutschhemmenden Eigenschaften und der Beständigkeit ihrer Oberfläche gegenüber Abrieb klassifiziert.

Keramikfliesen werden in zwei Qualitäten eingeteilt: erste und zweite Wahl. Dabei werden sowohl optische wie auch qualitative Anforderungen an Glasur, Oberfläche, Maßhaltigkeit und Wasseraufnahme gestellt. Fliesen mit groben Fehlern werden oftmals auch als dritte Wahl angeboten oder gelangen in den Ausschuss.

Wasseraufnahmevermögen

Gruppe Massen-% Wasseraufnahmevermögen
Ia höchstens 0,5 %
Ib höchstens 3 %
IIa 3 % bis 6 %
IIb 6 % bis 10 %
III mehr als 10 %

Die Europäische Norm DIN EN 14411 unterteilt keramische Fliesen und Platten nach ihrem Wasseraufnahmevermögen in fünf Gruppen. Die Prüfung erfolgt nach DIN EN ISO 10545.

Frostbeständig und somit für den Außenbereich geeignet sind nur Fliesen und Platten der Gruppen Ia und Ib. Dies gilt auch Fliesen auf überdachten Flächen wie Balkonen, da diese nach Durchfeuchtung ebenfalls vom Frost geschädigt werden können. Da gewöhnlicher Fugenmörtel wasserdurchlässig ist, muss auch bei Verklebung und Unterkonstruktion auf frostbeständige Materialien und richtige Verarbeitung geachtet werden.

Aufgrund des dichten Scherbens sind Feinsteinzeugfliesen generell frostbeständig.

Abriebfestigkeit

Die Abriebbeständigkeit der Glasur von Steinzeugfliesen (Widerstandsfähigkeit gegen Oberflächenverschleiß) wird durch ein genormtes Prüfverfahren mit einer Prüfmaschine mit rotierenden Stahlbürsten des amerikanischen Porzellan- und Emaille-Instituts (PEI) oder durch Sandstrahlen geprüft und nach DIN EN ISO 10545-7 in die Klassen 0 bis 5 eingeteilt (siehe Tabelle).

Abrieb (Oberflächenverschleiß) tritt bei Bodenbelägen infolge schleifender, reibender Beanspruchung auf und kann bei glasierten Fliesen durch Glanzveränderung der Oberfläche sichtbar werden.Glasierte Steinzeugfliesen werden hinsichtlich ihrer Beständigkeit gegen Abrieb in Gruppen unterteilt und können damit Anwendungsbereichen zugeordnet werden. Die Abriebbeständigkeit (Verschleißgruppe) ist die durch Schleif- und Sandstrahlprüfung ermittelte Widerstandsfähigkeit glasierter Fliesen und Platten. Sie wird vom Hersteller angegeben.

Abrieb- klasse Prüf-Umdrehungen Anwendungsbereiche[3]
1 150 für Wandmaterial sowie barfuß oder mit Hausschuhen begangene Flächen
2 600 für leichte Beanspruchung in wenig genutzten Räumen in privaten Haushalten
3 750/ 1500 für mittlere und kratzende Beanspruchung mit normalem Schuhwerk; etwa in privaten Dielen, Fluren und auf Balkonen, sowie in Hotelzimmern und -bädern
4 2100 / 6000/ 12000 für hohe Beanspruchung durch häufige Begehung mit normalem Schuhwerk in öffentlichen Eingangsbereichen, Terrassen, Küchen, sowie in Wirtschafts- und Verkaufsräumen, Krankenhäusern, Bürogebäuden, Hotels und Schulen
5 >12000 Anwendungsbereiche mit sehr starkem Publikumsverkehr, wie Verkehrsanlagen, Gastronomie, Verkaufs-, Versammlungs- und Sportstätten, sowie bei Beanspruchung durch Befahren wie in Garagen

Unter Zugabe von Wasser und definierten Schleifmitteln wird ein künstlicher Abrieb ermittelt. Als Ergebnis erhält man einen Wert, der angibt, bei welcher Anzahl der Umdrehungen sich eine sichtbare Veränderung ergibt. Diese Werte werden dann für eine Klassifizierung benutzt.

Bei unglasierten keramischen Fliesen und Platten wird der Tiefenverschleiß nach DIN EN ISO 10545-6 ermittelt. Mit Schmelzkorund und einer speziellen Schleifscheibe wird der „anfallende Abrieb“ gemessen. Je geringer der Wert, desto verschleißresistenter ist die Keramik.

Rutschsicherhei

Bewertungsklassen
Gruppe Haftreibwert Neigungswinkel
R9 Minimum von 6 bis 10°
R10 erhöht von 10 bis 19°
R11 erhöht2 von 19 bis 27°
R12 groß von 27 bis 35°
R13 sehr groß über 35°
Verdrängungsraum
Gruppe Mindestvolumen (cm³/dm²)
V4 4
V6 6
V8 8
V10 10

Durch die Prüfung der Rutschsicherheit nach der DIN 51130 erfolgt die Einstufung in R-Werte. Je höher die hinter dem „R“ stehende Zahl, desto rutschhemmender und schlechter reinigungsfähig ist der Belag. Wie aus der Tabelle zu ersehen ist, gibt es die Bewertungsgruppen von R9 bis R13. Die BGR 181 der Berufsgenossenschaften findet jedoch keine Anwendung auf Fußböden in Arbeitsräumen, Arbeitsbereichen und betrieblichen Verkehrswegen, bei denen keine gleitfördernden Mittel zu erwarten sind. Regenschirme transportieren Wasser, also sollte immer auf die BGR 181 Rücksicht genommen werden. Bei Abweichung von der BGR 181 sollten die Berufsgenossenschaft und die Gewerbeaufsicht zum jeweiligen Bauobjekt grundsätzlich befragt werden, da es vorkommen kann, dass beide Institutionen unterschiedliche Meinungen haben können. In Bereichen, wo fettige, pastöse oder faserig-zähe Stoffe auf den Boden gelangen, müssen Fliesen eventuell auch noch einen „Verdrängungsraum“ besitzen. Dieser Verdrängungsraum ist der zur Gehebene hin offene Hohlraum unterhalb der Gehebene und wird nach vier V-Klassen bewertet. Der V-Wert gibt an, wie viel cm³ Flüssigkeit der Boden auf einem dm² mindestens aufnehmen kann.

Eine Besonderheit bilden Keramiken für nassbelastete Barfußbereiche. Diese Oberflächen werden nach DIN 51097 geprüft und in die Bewertungsgruppen nach GUV 26.17 A, B und C eingeteilt.

Für den privaten Bereich gibt es keine Vorgaben. Dort sind polierte oder glattglasierte Keramiken anwendbar. Ein privates Schwimmbad oder eine private Sauna sollte aber nach den Regeln der GUV 26.17 Rutschsicherheit für nassbelastete Barfußbereiche ausgeführt werden.

Werden Bodenbeläge mit geringerer Mindestrutschhemmung geplant oder eingebaut (nach BGR 181/GUV 26.17), drohen im Unglücksfall Schadenersatz- oder Regressansprüche.

Säurebeständigkeit

Die Säurebeständigkeit wird nach der DIN EN ISO 10545-13 bestimmt.

Fleckempfindlichkeit

Fleckempfindlichkeit wird nach der DIN EN ISO 10545-14 klassifiziert.

Ökologische Aspekte

Keramikfliesen enthalten durch den Brand keine raumluftbelastenden, ausgasenden Stoffe. Bei Verlegung mit einem Kalk- oder Zementmörtel wird die Raumluft nicht mehr belastet, wenn das Anmachwasser verdunstet ist.

Feinsteinzeug sowie glasiertes Steinzeug und Steingut besitzen eine sehr dichte Oberfläche. Schimmelpilze finden im Allgemeinen nur in den Fugen ein geeignetes Substrat.

Bei einer Verlegung mit Reaktionsharzen, die säurebeständig sind, besteht neben einer Ausdünstungsgefahr auch ein höheres Risiko der mikrobiologischen Besiedlung gegenüber alkalischen Klebe- und Fugenmörteln.

Die Strahlenbelastung hängt von den verwendeten Ausgangsstoffen ab. Eine Gefährdung ging früher hauptsächlich von Natriumdiuranat- (Uranglas) und Kobaltglasuren aus. (Siehe Radonbelastung.)

Formate

Bis in die 1970er Jahre dominierte bei den Wandfliesen das Format 15 × 15 cm. Seitdem wird eine große Zahl neuer Formate angeboten mit der Tendenz zu immer größeren Fliesen. Inzwischen werden Formate von 120 × 120 cm und darüber hinaus verwendet.

Die gängigsten Formate lagen 2008 zwischen 25 × 33 und 30 × 90 cm bei Wandfliesen aus Steingut sowie 33 × 33 und 45 × 90 cm bei Bodenfliesen aus (Fein-)Steinzeug. Aufgrund des komplexeren Herstellungsverfahrens sind größere Formate teurer.

Auch Mosaikfliesen in Formaten von 1 × 1 cm bis 10 × 10 cm werden vermehrt verwendet.

Detail im gefliesten Bad: Übergang zwischen Fliesen und verputzter Wand durch Schienen

Überdies existieren Formstücke für Sockelausbildungen, Bordüren, Treppenstufen, Ecken etc. sowie spezielle Schienen zum Anschluss an andere Bodenbeläge, Ecken etc.

Maßangaben

Zu unterscheiden ist zwischen dem Nennmaß, dem Werkmaß, dem Koordinierungsmaß, dem Modularen Maß und dem Istmaß.

Das Nennmaß (z. B. 15 × 15 cm) beschreibt die nominelle Fliesengröße in cm, unter der die Fliesen gehandelt werden. Das Istmaß beschreibt die tatsächlich vorhandenen Abmessungen, die innerhalb des Toleranzbereichs von Fliese zu Fliese abweichen können.

Das Werkmaß „W“ ist das vom Hersteller vorgesehene Fertigungsmaß und addiert sich mit der Fuge zum Koordinierungsmaß „C“ (in mm). Zum Beispiel hat eine Fliese mit dem Werkmaß 247 × 197 × 5 mm ein Koordinierungsmaß von 250 × 200 mm und eine vorgesehene Fugenbreite von 3 mm. Das Nennmaß ist 25 × 20 cm.

Das Modulare Maß basiert auf einem Raster von M = 100 mm und gleicht dem Koordinierungsmaß. Das heißt, es beinhaltet die Vorgabe für die Fugenstärke in Verbindung mit dem Werkmaß.

Kalibrierung und Rektifizierung 

Bedingt durch den Brennvorgang weisen traditionell gefertigte Fliesen leicht abgerundete Kanten und gewisse Maßabweichungen auf und sind zur Verlegung mit Fugenbreiten von rund 5 mm (bzw. im Bereich von 3 bis 8 mm) vorgesehen.

Um schmalere Fugenbreiten zu erreichen, ohne dass Maßabweichungen optisch auffallen, werden Fliesen im Werk vorsortiert (nach „Kaliber“). Sortierte Fliesen besitzen in der Regel Maßabweichungen von weniger als ± 0,7 mm und werden auf der Verpackung mit der Angabe „kalibriert“ bzw. „cal.“ sowie dem genauen Maß oder einer Kennziffer gekennzeichnet. Bei Verlegung mit geringer Fugenbreite sollten Fliesen mit gleicher Kennziffer verwendet werden.[4]

Feinsteinzeugplatten werden auch als „rektifiziert“ angeboten. Rektifizierte Fliesen wurden nach dem Brand auf Maß geschnitten, so dass sie scharfe und exakt rechtwinklige Kanten aufweisen. Durch genau definierten Aussenmaße läßt sich die Fugenbreite auf 1,5 bis 2 mm verringern. Die scharfgeschnittenen Kanten sind optisch sowie beim Begehen von Fußbodenflächen allerdings deutlich wahrnehmbar, wenn Höhendifferenzen zwischen den Platten vorliegen. Bei der Verlegung ist daher eine besondere Sorgfalt erforderlich.[5][6][7][8]

Oberflächen und Reinigung von Keramikfliesen

Gaststätten-Urinal

Schmutzanhaftung und Reinigungaufwand sind in erster Linie abhängig von der Oberflächenrauheit. Während Wandfliesen und viele Bodenfliesen eine pflegeleichte, glatte Oberfläche besitzen, wird in gewerblichen Küchen und Schwimmbädern ein rutschsicherer Belag gefordert, die durch eine Strukturierung und Erhöhung der Rauheit der Fliesenoberfläche erreichbar ist.

Imprägnierung

Imprägniermittel wie Silane reduzieren die Fleckempfindlichkeit von offenporigen Oberflächen. In kapillar saugfähiger Keramik wie Terrakotta oder Steingut können zudem farbverändernde Substanzen einziehen.

Bei glasierter Keramik, unpoliertem Feinsteinzeug sowie bei unglasierten, aber vom Hersteller oberflächenvergüteten Belägen („keramische Versiegelung“) kann eine Imprägnierung nicht in die Oberfläche einziehen und würde auf der Oberfläche einen unerwünschten Belag hinterlassen. Auch bei offenporigen Werkstoffen können nicht von der Oberfläche aufgenommene Reste der Imprägniermittel zur Anhaftung von Verunreinigungen führen, speziell von in Gummi enthaltenem Ruß.

Beim Polieren von Feinsteinzeug wird die gesinterte Oberfläche abgetragen, so dass die feinen Porenräume freiliegen. Obwohl Feinsteinzeug kaum kapillar saugfähig ist, wird von den Herstellern häufig eine Imprägnierung empfohlen, um die Reinigung zu erleichtern.

Ziegelböden aus unglasiertem Steinzeug (Terracotta) oder (Spalt-)Klinkern wurden traditionell mit Klinkeröl oder anderen porenfüllenden Mitteln imprägniert, wenn es erforderlich schien, sie vor Fett-, Rotwein- und anderen Flecken zu schützen. Manche Hersteller empfehlen, die Imprägnierung noch vor dem Verfugen vorzunehmen.

Zur Versiegelung der Fugen sind spezielle Imprägniermittel erhältlich. Empfohlen wird oft eine vorherige Säuberung der Fugen mit einem sauren Reinigungsmittel (z. B. Anti-Kalk).[9]

Werkseitige Vergütungen

Nachträgliche Schutzbehandlungen durch Imprägniermittel unterscheiden sich von werkseitigen mineralischen Oberflächenvergütungen, wie Glasuren oder Engoben. Diese werden im Verlauf eines zweiten Brennvorgangs auf der Oberfläche aufgeschmolzen bilden eine glatte, flüssigkeits- und schmutzabweisende Beschichtung.

Reinigung

Insbesondere nach dem Verfugen von unglasierte Fliesen sollte die Fugenmasse gründlich abgewaschen werden, damit sich das Bindemittel nicht in der Oberfläche festsetzt und dort aushärtet. Falls es doch zu einer Verfärbung der Oberfläche kommt, kann Zementschleierentferner eingesetzt werden, um den grauen Zementbelag anzulösen und entfernen zu können. Dieser saure Spezialreiniger greift auch die Fugen an. Sie sollten daher angenässt werden, um das Eindringen des Reinigers in die Fuge zu erschweren. Nach dem Abwaschen des Reinigers kann die Fläche mit einem alkalisch wirkenden (Reinigungs-)Mittel neutralisiert werden.[10]

Fliesen mit geschlossener Oberfläche sind pflegeleicht und lassen sich mit beliebigen Haushaltsreinigern säubern. Zur Entfernung fettiger Verunreinigungen werden alkalische Reinigungmittel empfohlen.[10]

Pflegemittelhaltige Reiniger, die einen Fett-, Wachs- oder Polymerfilm hinterlassen, können das Erscheinungsbild der Fliesenoberfläche verändern und sich auf Dauer zu einer unansehnlichen und schlimmstenfalls klebrigen Schicht akkumulieren. Sofern diese Mittel im professionellen Bereich eingesetzt werden, um die Eigenschaften der Fliesenoberfläche zu beeinflussen, werden die zurückbleibenden Schichten meist bei einer jährlichen intensiven Grundreinigung wieder entfernt.[10]

Bei hartnäckigen Verschmutzungen sowie rutschsicheren Fliesen mit rauer Oberflächenstruktur kann es erforderlich sein, das Reinigungsmittel zunächst einwirken zu lassen und Microfaserbezüge, Bürsten oder Reinigungspads einzusetzen. Bürsten und Pads sollten keinen Schleifkornzusatz enthalten, der die Oberfläche mattieren oder abtragen würde.[10]

Schimmel und schwarze Stockflecken werden mit chlorhaltigen Reinigern oder speziellem Schimmelentferner entfernt.

Meine Arbeit