Vertrauen ist der Anfang von Allem
Parkett, Laminat, Kork, Vinyl

Bodenbeläge

Lebensdauertabelle

Lebensdauertabelle

Die «Paritätische Lebensdauertabelle» (Seiten 2 bis 13) wurde vom Schweize- rischen Hauseigentümerverband und dem Schweizerischen MieterInnenver- band gemeinsam erarbeitet und wird von sämtlichen massgebenden Organisa- tionen der Immobilienwirtschaft mitgetragen1.

Die erwähnten Bauteile, Materialien, Geräte und Apparate werden normaler- weise im Mietwohnungsbau verwendet. In der Regel wird bei  der  Beurteilung der Lebensdauern vom Ersatz einer Einrichtung einer 90er-Jahr-Baute ausge- gangen.

Die innerhalb der Lebensdauertabelle kursiv  gesetzten  (Preis)-Angaben  sind als ergänzende Erläuterungen der Herausgeberin dieser Broschüre zu verste- hen. Es handelt sich dabei nicht um paritätisch festgelegte Angaben. Die Prei-  se wurden im Dezember 2005 bei Unternehmern, Herstellern und Reinigungs- instituten erhoben. Dazu ist folgendes zu beachten:

  • Sie sind zudem lediglich als Grössenordnung und nicht als effektive Preisangaben zu verstehen.
  • Den meisten Kostenangaben liegt eine Kleinmenge zugrunde: Z.B. Malerarbeiten oder Bodenbeläge für nur ein Zimmer einer Wohnung.
  • Die Fahrkosten zum Einsatzort sind nicht berücksichtigt.
  • Der Begriff «Ersatz» geht davon aus, dass ein bisher vorhandener Gegenstand ersetzt wird. Dabei sind weder Abbruch- noch Abtransportkosten etc. im Preis enthalten.
  • Bei den Küchengeräten und Sanitärapparaten sind weder Billigst-  noch Luxusangebote berücksichtigt.

Die angegebenen Preise sind immer Richtpreise und können stark variieren je nach Menge, Produkt und Ort wo die Sache eingesetzt wird. Für die Ermittlung von genauen Kostenangaben empfiehlt es sich, eine konkrete Offerte – bei grösseren Arbeiten im Konkurrenzverfahren unter mehreren Unternehmungen – einzuholen. Es ist zudem darauf hinzuweisen, dass der Preis nicht immer et-  was über die Qualität, bzw. die Lebensdauer eines Gegenstandes aussagt.

Die Angaben zur Schlussreinigung sind für die Kantone Basel-Stadt und Basel- land oft nicht zutreffend: Hier wird in der Regel vertraglich vereinbart, dass die Wohnung in «besenreinem» Zustand zurückgegeben werden muss. Dabei wird jedoch durch die Vermieterschaft eine «Reinigungspauschale» erhoben. Diese ist jedoch nur zu bezahlen, wenn der Vermieter die Wohnung tatsächlich reinigt und nur bis zur Höhe der vereinbarten Pauschale, auch wenn die tatsächlichen Reinigungskosten höher sind.

Die «Lebensdauertabelle» findet in der Regel bei zwei Vorgängen Anwendung:

  • Zur Bewertung von Schäden und Mängeln (in der Regel beim Auszug aus dem Mietobjekt).
  • Zur Berechnung der Mietzinsveränderung bei wertvermehrenden Investitionen.

1 Sie wird von folgenden Verbänden und Organisationen unterstützt: Schweizerischer Versicherungsverband (SVV); Schweizerischer Verband der Immobilienwirtschaft (SVIT); Schweizerischer Verband für Wohnbau- und Eigentumsförderung (SWE); Schweizerischer Verband für Wohnungswesen SVW; Verband der Immobilien- Investoren (VIV); Vereinigung Zürcher Immobilienfirmen (VZI); Schweizerischer Ver- band Liberaler Baugenossenschaften (VLB), © Copyright bei HEV Schweiz und  SMV/D (Publikation auch Auszugsweise nur mit Zustimmung der Herausgeber)

Bestehen Mängel, welche der Mieter nicht zu verantworten hat und der Vermie- ter behebt diese nicht innert angesetzter Frist, so kann der Mieter eine Reduk- tion seines Mietzinses verlangen.

Paritätische Lebensdauertabelle

Die Tabelle enthält Richtlinien für die voraussichtliche Lebensdauer verschie- dener Einrichtungen in Wohn- und Geschäftsräumen. Die angegebene Lebens- dauer basiert jeweils auf Durchschnittswerten für mittlere Material- und Ar- beitsqualitäten bei normaler, durchschnittlicher Beanspruchung durch die Mie- terschaft. Sofern eine überrmässige Abnützung vorliegt, werden Instandstel- lungskosten zwischen den Mietparteien aufgrund der angegebenen Lebens- dauer aufgeteilt.

Bei kleineren übermässigen Abnutzungen, die einer Nachmieterschaft zugemutet werden können (z.B. bei Kratzern auf der Küchenabdeckung,  offenen Dübellöchern, abgeschlagener Farbe an Radiatoren, Türrahmen und anderen exponierten Stellen) müssen durch die Mieterschaft nur die Reparaturkosten übernommen werden. In solchen Fällen ist oft sowohl Vermieter- als auch Mieterschaft mit einer Minderwertentschädigung am besten gedient.

Bei laufenden Mietverhältnissen hat die Mieterschaft keinen  Anspruch  darauf, dass Einrichtungen automatisch erneuert oder ersetzt werden, wenn deren Lebensdauer abgelaufen ist. Ein entsprechender Anspruch des Mieters besteht nur dann, wenn Einrichtungen mangelhaft sind. Eine Einrichtung gilt zudem nur als mangelhaft, wenn deren Weiterbenutzung im bisherigen Zustand dem Mieter in objektiver Hinsicht nicht mehr zugemutet werden kann. Zur Vornahme von so genannten Schönheitsreparaturen ist der Vermieter nicht verpflichtet.

Der Anspruch der Mieterschaft auf die Erneuerung und den Ersatz von mangelhaften Einrichtungen in einem laufenden Mietverhältnis besteht auch dann, wenn deren Lebensdauer noch nicht abgelaufen ist.

Ist die Mangelhaftigkeit einer Einrichtung allerdings durch die Mieterschaft verschuldet, so muss diese für die entsprechenden Reparaturkosten bzw.

 

anteilmässig für die Kosten einer Ersatzanschaffung oder Erneuerung im Rahmen der noch nicht abgelaufenen Lebensdauer aufkommen. Muss z.B. der beim Einzug neu gelegte Spannteppich im Wohnzimmer nach sechs Jahren ersetzt werden, weil dieser durch einen umgekippten Christbaum stark beschädigt wurde (Brandspuren, Kerzenwachsflecken), so muss  der  Mieter  40% der Kosten des neu anzuschaffenden Spannteppichs übernehmen (Lebensdauer eines Spannteppichs mittlerer Qualität 10 Jahre).

Kleinere Einrichtungsgegenstände, die im Laufe  des  Mietverhältnisses defekt werden, müssen auf Kosten der Mieterschaft ersetzt werden. In der Tabelle sind Beispiele solcher Gegenstände mit kU (kleiner Unterhalt) bezeichnet.

Reduktion der Lebensdauer bei besonderer Nutzung

Insbesondere Boden-, Wand- und Deckenbeläge

Büros                                                                                                                                    20%

Gewerbe mit wenig Beanspruchung (z.B. Läden)                                                    25%

Gewerbe mit viel Beanspruchung (z.B. Restaurant)                                                50%

Heizung / Lüftung / Klima  
Heizkessel   20 Jahre
Brenner   20 Jahre
Steuerung   20 Jahre
Umwälzpumpe   20 Jahre
Kamine:    
Chromstahl   20 Jahre
Glaskeramik   20 Jahre
Wärmepumpe   20 Jahre
Umformer, bei Fernwärme, inkl. Anschlussgebühr   25 Jahre
Sonnenkollektoren   20 Jahre
Bodenheizung   30 Jahre
Radiatoren / Heizwände:    
Radiator   50 Jahre
Handtuchradiator

Richtpreis: Ersatz

 

pro Stk.

30 Jahre

1’000.–

Leitungen Kupfer/Stahl/Guss   50 Jahre
Kunstharzfarbanstrich zu Leitungen und Radiatoren

Richtpreis: Neuanstrich

 

pro Stk.

20 Jahre

80.–

Kunstharzfarbe einbrennlakiert zu Leitungen und Radiatoren                          20 Jahre Elektroinstallation der Heizanlage                                                              20 Jahre Öl- / Brennstofftank:

innenliegend                                                                                                                30 Jahre

erdverlegt                                                                                                                     20 Jahre

Leckschutzanlage                                                                                                     20 Jahre

Messinstrumente:

Wärme-, Mengen- und Durchflusszähler                                                                15 Jahre

Heizkostenverteiler                                                                                                     15 Jahre

Ventile:

Thermostat-Radiatorventile                                                                                      20 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Stk.                            350.–

Gewöhnliche Radiatorenventile                                                                               20 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Stk.                            250.–

Klimageräte, Kleingeräte für einzelne Räume                                                      15 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Stk.                         1’300.–

Lüftung:

Kontrollierte Wohnungslüftung                                                                                 20 Jahre

Lüftungskanäle                                                                                                            25 Jahre

Zentrale Warmwasseraufbereitung

Kombi-Kessel                                                                                                             20 Jahre

Umwälzpumpe                                                                                                           20 Jahre

Elektroinstallationen, der Warmwasseraufbreitungsanlage                             20 Jahre

Messinstrumente, elektronische Zähler                                                                15 Jahre

Boiler:

Kombiboiler, mit Heizung kombiniert                                                                       20 Jahre

Elektroboiler                                                                                                                 20 Jahre

Gasapparate                                                                                                                20 Jahre

Cheminée

Cheminèes:

Cheminée, Cheminéeofen                                                                                        25 Jahre

Schamottsteinauskleidung                                                                                     15 Jahre

Richtpreis: Neuauskleidung                                                  pro m2                             800.–

Warmluft-Cheminée                                                                                                   25 Jahre

Ventilator, zu Rauchabzug                                                                                       20 Jahre

Aggregate:

für Warmluftcheminée                                                                                                20 Jahre

zur Wärmerückgewinnung                                                                                        20 Jahre

Cheminéeabschluss, Metallgitter, Glas                                                                 20 Jahre

 

Gebäudehülle

Gebäudeisolation, Fenster, Rollladen, Lamellenstoren, Dach

 

Kompaktisolation:

Styropor                                                                                                                        25 Jahre

Mineralwolldämmplatten                                                                                            30 Jahre

Hinterlüftete Fassadenisolation:

Holzverkleidung                                                                                                          30 Jahre

Platten                                                                                                                           30 Jahre

Eternitverkleidung, -Schindeln                                                                                  40 Jahre

Verputz:

Mineralische Fassadenputze, auf Mauerwerk                                                       40 Jahre

Kunststoffputze Fassade, auf Mauerwerk                                                              25 Jahre

Silikatanstrich, auf Fassadenputz (rein mineralisch)                                             25 Jahre Dispersionsfarbe, aussen, Beschichtung für mineralische Untergründe 20 Jahre Kleinreparaturen an Fassade:

Richtpreis: Loch flicken nur oberflächlich                            pro Loch                         300.–

Richtpreis: grösseres Loch flicken inkl, Ersatz

Wärmedämmung (grösseres Loch)                                     pro Loch                         600.–

Estrich- / Keller- / Dachisolation                                                                            30 Jahre

Fensterbänke, Anpassung an Isolation                                                                 30 Jahre

Fugendichtungen, Kittfugen aussen, elastisch                                                    10 Jahre

DV-Fenster, Doppelverglasung in Holz                                                                  25 Jahre

IV-Fenster:

Kunststoff, Wärme-/Schallschutzfenster                                                                 25 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Flügel                       450.– Holz, Wärme-/Schallschutzfenster                                                                                                        25 Jahre Richtpreis: Ersatz      pro Flügel                             500.–

Holz-Metall, Wärme-/Schallschutzfenster                                                               25 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Flügel                       550.– Metall, Wärme-/Schallschutzfenster                                                                                                     30 Jahre Richtpreis: Ersatz      pro Flügel                             600.–

 

Beschichtung, mit Öl- , Kunstharz- oder

Acrylharz-Anstriche bei Fenstern, -bänken                                                             10 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro m                                 30.–

Gummidichtungen, zu Fenstern                                                                             10 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro m                                 20.–

Reinigung

Richtpreis: Fenster Holz, Doppelverglasung (allseitig)     pro m2                               40.–

Richtpreis: Fenster Holz oder Kunststoff,

Isolierverglasung                                                                     pro m2                               20.–

Rollläden:

Holz                                                                                                                               25 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Stk.                            850.–

Metall, Aluminium                                                                                                       30 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Stk.                            700.–

Lamellenstoren:

aussen, Aluminium                                                                                                     25 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Stk.                            650.–

innen, Aluminium oder Kunststoff                                                                            15 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Stk.                            400.–

Gurten, für Rollladen und Storen                                                                               8 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Stk.                            100.–

Motoren für Stoffstoren, Raffstoren, Rollläden                                                      15 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Stk.                            500.–

Kurbeln:

Kurbeln                                                                                                                         15 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Stk.                            150.–

Kurbel-Halterung, Metall                                                                                            10 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Stk. (inkl. Mont.)      110.–

Kurbel-Halterung, Kunststoff                                                                                       5 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Stk. (inkl. Mont.)      108.–

Jalousieläden:

Holz                                                                                                                               30 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Flügel                       700.–

Holz, neuer Anstrich                                                                                                    15 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Flügel                       160.–

Metall, Aluminium                                                                                                       40 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Flügel                       700.–

Reinigung

Richtpreis: Jalousieläden: Holz                                             pro m2                             100.–

Richtpreis: Rollläden: Holz, Metall, Kunststoff                    pro m2                             150.–

Richtpreis: Rollläden: Kunststoff                                           pro m2                             150.–

Richtpreis: Rafflamellenstoren: aussen, Alu,

Kunststoff, Metall                                                                     pro m2                             150.–

Richtpreis: Rafflamellenstoren: innen, Alu oder

Kunststoff                                                                                  pro m2                             150.–

Richtpreis: Rafflamellenstoren: aussen, Alu oder

Kunststoff                                                                                  pro m2                             150.–

Richtpreis: Stoffstoren                                                             pro m2                               30.–

Flachdach:

Kiesklebedach                                                                                                             30 Jahre

Zementplattenbelag                                                                                                   30 Jahre

Schrägdach:

Ziegel, Eternit                                                                                                               50 Jahre

Ziegel, Eternit, mit neuer Wärmedämmung                                                            50 Jahre

Dachrinne, Fallrohre, etc.:

gestrichen oder verzinkt                                                                                             20 Jahre

Kupfer-Titan-Zink                                                                                                        30 Jahre

Chromstahl, Uginox, Kupfer                                                                                      40 Jahre

Vordach:

Konstruktion Metall                                                                                                     30 Jahre

Konstruktion Holz                                                                                                        30 Jahre

 

Glaseinsatz, zu Türen                                                                                               30 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro m2                             800.–

Beschläge, zu Türen                                                                                                  15 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Stk.                              30.–

Gummidichtungen, zu Türen                                                                                  15 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro m                                 20.–

Schiebetüren/Faltwände:

Holzwerkstoff oder massiv                                                                                        30 Jahre

Rollen                                                                                                                            15 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Stk.                              50.–

Türrahmen, -zargen, -schwellen, innen:

Rahmen und Schwellen in Holz                                                                                30 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Stk.                            550.–

Rahmen und Schwellen in Metall, Kunst- oder Naturstein                                   40 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Stk.                            800.–

Zargen Metall                                                                                                               30 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Stk.                            300.–

Fenstersimse, innen, lackiert, Öl-, Acryl, oder Kunstharzfarbanstriche 20 Jahre
Schlösser:  
Wohnungstüre 30 Jahre
Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Stk. 220.–
Zimmertüre 30 Jahre
Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Stk. 180.–
Kittfugen 10 Jahre
Richtpreis: Ersatz                                                                     pro m 25.–
Schliessanlagen, automatische 20 Jahre
Reinigung

Richtpreis: Zimmertüren (mit Rahmen)                                pro m2

 

20.–

Richtpreis: Zimmertüren, Spanplatten,

gestrichen/fourniert (80×200 cm)                                          pro m2

 

20.–

Preisrahmen: Wohnungseingangstüre, Massivholz,

Metall                                                                                        pro m2

 

30.–

Malerarbeiten, Boden abdecken

Richtpreis: mit Papier                                                              pro m2

 

3.–

Richtpreis: mit Plastik                                                              pro m2 5.–
Richtpreis: mit Pavatex                                                           pro m2 15.–
Richtpreis: über Treppen, Geländer, etc. mit Plastik

und Pavatex                                                                              pro Tritt

 

15.–

Bodenbeläge  
Böden:  
PVC, Novilon etc. 20 Jahre
Richtpreis: Ersatz                                                                     pro m2 80.–
Gummi, Kautschuk 20 Jahre
Richtpreis: Ersatz                                                                     pro m2 120.–
Linoleum 20 Jahre
Richtpreis: Ersatz                                                                     pro m2 80.–
Korkboden versiegelt 15 Jahre
Richtpreis: Ersatz                                                                     pro m2 130.–
Laminatböden (Kunstparkett):  
günstige, schlechte Qualität, Klasse 31 10 Jahre
Richtpreis: Ersatz                                                                     pro m2 80.–
mittlere Qualität, Klasse 32 15 Jahre
Richtpreis: Ersatz                                                                     pro m2 100.–
gehobene Qualität, Klasse 33 25 Jahre
Richtpreis: Ersatz                                                                     pro m2 110.–
Parkett / Holzriemenböden:  
Klebeparkett, kleinformatiges Massivholzparkett (Klötzliparkett), bis ca. 6 x renovierbar  

40 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro m2 90.–
Hartholzriemen / Massivparkett, bis ca. x renovierbar 40 Jahre

Fernseh- und Radioempfang / elektrische Anlagen

TV-Kabelanschluss

Richtpreis: Ersatz

 

Stk.

10 Jahre

370.–

ISDN-Anschluss

Richtpreis: Ersatz

 

Stk.

10 Jahre

340.–

TV-Antenne / Satelitenschüssel   10 Jahre
Telefonverteiler, Installationen   25 Jahre
Telefonhauszentrale, Kleinzentrale

Richtpreis: Ersatz

 

Stk.

15 Jahre

4’000.–

Schalter

Richtpreis: Ersatz

 

Stk.

15 Jahre

150.–

Steckdosen

Richtpreis: Ersatz

 

Stk.

15 Jahre

150.–

Fassungen

Richtpreis: Ersatz

 

Stk.

15 Jahre

200.–

Zähler   20 Jahre

Leuchten, Decken- und Wandleuchten in Küche, Bad, WC                                20 Jahre

Leitungen                                                                                                                     40 Jahre

Starkstromanlagen                                                                                                   40 Jahre

Balkone / Sonnenstoren / Wintergarten

Balkone:

Holzkonstruktion                                                                                                         30 Jahre

Metallkonstruktion                                                                                                       40 Jahre

Zementplatten                                                                                                             30 Jahre

Feinsteinzeugplatten                                                                                                  25 Jahre

Geländer, Holzlatten, gestrichen                                                                              20 Jahre

Geländer, Metallprofile, Rohre, Bleche, gestrichen oder einbrennlackiert         30 Jahre

Sonnenstoren:

Holz, gestrichen oder lasiert, Kunststoffkonstruktion mit Verglasungen            20 Jahre Stahl, grundiert und gestrichen mit Verglasungen                                      25 Jahre

einbrennlackiertes Aluminium, feuerverzinkte oder einbrennlackierter Stahlkonstruktionen mit Verglasungen                                                                    30 Jahre

Isolierverglasung                                                                                                        25 Jahre

Richtpreis: Glasersatz                                                             pro m2                             400.–

Einfachverglasung                                                                                                      25 Jahre

Richtpreis: Glasersatz                                                             pro m2                             150.–

Maurerarbeiten                                                                                                            25 Jahre

Plattenarbeiten                                                                                                            25 Jahre

Keramikplattenarbeiten                                                                                              25 Jahre

Elektroinstallationen, zu Wintergarten etc.                                                              25 Jahre

Terrassen:

Geländer, Holzlatten, gestrichen                                                                              20 Jahre

Geländer, Metallprofile, Rohre, Bleche, gestrichen oder einbrennlackiert         30 Jahre Zementplatten                                                                                                   30 Jahre

Feinsteinzeugplatten                                                                                                  25 Jahre

Elektroinstallationen, auf Terrassen                                                                        25 Jahre

Gartensitzplatz, Eternit-Waren                                                                                  10 Jahre

Spielplatz:

Spielgeräte, Metall, Holz, Kunststoff                                                                        15 Jahre

Fussmatten, Schmutzschleusen, Fussabstreiffer, textil                                      10 Jahre

Keller- und Estrichausbau

Nutzung für Wohn- und Arbeitszwecke                                                                   40 Jahre

Nutzung als Lagerraum                                                                                             40 Jahre

Schutzraumbelüftung                                                                                                 40 Jahre

Aufzug

Liftanlage                                                                                                                     30 Jahre

Elektroinstallationen, zu Liftanlage                                                                          30 Jahre

Gemeinschaftseinrichtungen

Waschmaschine                                                                                                        15 Jahre

Tumbler                                                                                                                        15 Jahre

Trockenapparat                                                                                                         15 Jahre

Wasserenthärtungsanlage                                                                                     20 Jahre

Kombischliessanlage                                                                                               20 Jahre

automatische Türöffner-Anlage, mechanische Teile                                        20 Jahre

Gegensprechanlage, Türöffner, elektrische Teile                                               20 Jahre

Briefkasten                                                                                                                 20 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Stk.                            300.–

Zäune u.ä.:

Metallpfosten mit Holzstaketen o.ä., Holz imprägniert                                          15 Jahre

Metallpfosten mit Metallstaketen oder Maschendraht                                           25 Jahre

Gartenmauern, Garagenmauern, Geländemauern, massiv                               40 Jahre

Zementplatten, Zugangswege                                                                                30 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro m2                               60.–

Mietrechtliche Grundlagen

1.      Die normale Abnützung

MieterInnen dürfen das Mietobjekt gebrauchen, wie es im Mietvertrag verein-  bart worden ist. Sei es als Familienwohnung, als Laden oder als Büro. Für den normalen Gebrauch und die «normale Abnützung» des Mietobjekts zahlt die Mieterschaft Miete. Was unter der «normalen Abnützung» zu verstehen ist, bemisst sich in erster Linie nach dem vertraglich vereinbarten oder vorausge- setzten Verwendungszweck. So ist der Begriff der «normalen Abnützung» für eine Familie mit mehreren (Klein-) Kindern weiter zu fassen als für  eine Frau,  die alleine wohnt. Wird ein Wohnraum mit Wissen des Vermieters für Arbeiten  mit Rauchimmissionen vermietet, ist die normale Abnützung stärker.

2.      Die unsachgemässe Benützung

Die normale Lebensdauer bildet das Kriterium, wieviel beim Auszug bezahlt werden muss. Die Mieterschaft haftet beim Auszug aus einer Wohnung oder   aus einem Geschäftsraum nur für Schäden, die sie durch unsorgfältigen Ge- brauch des Mietobjekts verursacht hat. Darunter fallen etwa: Die Beschädigung von Türen durch Hunde, die Benützung von Nagelschuhen auf dem Wohnzim- mer-Parkett, von Kindern bemalte Tapeten oder das übermässige  Rauchen. Auch die Einrichtung von Werkstätten und Labors in Wohn- und Büroräumen kann zu einer unsachgemässen Benützung des Mietobjekts führen.

Bei der Haftung für den unsorgfältigen Gebrauch des Mietobjekts spielt es keine Rolle, ob die Mieterschaft  selbst,  die  MitbewohnerInnen,  die Angestellten, die Gäste oder die Haustiere mit der Einrichtung von Wohnungen und Geschäftsräumen unsorgfältig umgegangen sind. Wieviel die Mieterschaft zahlen muss, hängt nicht von der Dauer des Mietverhältnisses, sondern vom Zustandswert der beschädigten Sache ab. Die Entschädigung  bemisst  sich  nach dem Wert, den die Sache unter der Berücksichtigung des Alters und der

«normalen Lebensdauer» noch aufweist. Ein Beispiel: Ein Nadelfilz-Teppich muss ersetzt werden, weil ihn der Hund beschädigt hat. Die «normale Lebensdauer» eines Nadelfilzes beträgt acht Jahre. Der Vermieter hat den Bodenbelag vor 9 Jahren neu verlegt. Der Mieter muss keine Kosten übernehmen, weil die Lebensdauer des Teppichs bereits überschritten ist. Wieviel die Mieterschaft zahlen muss, bemisst sich also nach dem Alter des Einrichtungsgegenstandes, der Installation oder des Bauteils.

Hinweis: Massgebend ist die gesamte Lebensdauer der Sache und nicht    die Mietdauer. Ist ein Gegenstand bereits vom Vormieter benutzt worden, so ist diese Dauer bei der Berechnung hinzuzuzählen.

3.      Schäden durch Dritte

Werden Schäden durch unbekannte Dritte verursacht (z.B. durch Einbruch), so gilt der Grundsatz, dass die Schäden welche durch Gewalteinwirkung von aus- serhalb der Wohnung (Wohnungstüre, Fenster etc.) verursacht wurden, zu Las- ten des Vermieters (bzw. dessen Versicherung) gehen; wird Eigentum des Mie- ters zerstört, so hat dieser (bzw. dessen Versicherung) die Kosten zu über- nehmen.

4.      Die normale Lebensdauer bei besonderer Beanspruchung in Büros, Läden und Restaurants

Die Lebensdauer von Einrichtungen und Bauteilen verringert sich, wenn das Mietobjekt übermässig beansprucht worden ist. Dabei reduziert sich die Le- bensdauer (insbesondere für Boden-, Wand- und Deckenbeläge) bei speziellen Nutzungen wie folgt:

 

4 für Büros                                                                                                                          20%

4 Gewerbe mit wenig Beanspruchung (z.B. Läden)                                                    25%

4 Gewerbe mit viel Beanspruchung (z.B. Restaurant)                                                50%

5.      Die Reduktion der Lebensdauer bei nassen, feuchten und speziell ge- nutzten Räumen

Trotz allfälliger Ventilatoren haben in unzweckmässigen Nassräumen (Räume ohne Fenster, schlechte Entlüftung) oder feuchten Räumlichkeiten ungeeignete Einbaumöbel, Spiegelschränke, Wand- und Deckenanstriche, Fugendichtun- gen, Apparate etc. eine kürzere Lebensdauer.

Keine weitere Reduktion der «Lebensdauer» erfolgt für die besondere Beanspruchung von Räumlichkeiten wie Küche und Kinderzimmer: Diese ist bereits in einer generellen Reduktion der «Lebensdauer» von Anstrichen (von früher 10 Jahre) auf 8 Jahre berücksichtigt.

6.      Der «kleine Unterhalt» ist Sache der Mieterschaft

Die Behebung von kleinen Mängeln gehören zum «kleinen Unterhalt», die von der Mieterschaft behoben werden müssen. Dabei sollten die Kosten für die kleinen Ausbesserungen den Richtwert von ca. Fr. 100.– bis Fr. 150.– pro Re- paratur nicht überschreiten. Allgemein gelten Wartungsarbeiten die normaler- weise ohne Beizug von Fachleuten durch die Mieterschaft selbst ausgeführt werden können als «kleiner Unterhalt». Meist findet sich in den «Allgemeinen Bestimmungen zum Mietvertrag» Ausführungen oder eine Auflistung dieser Ar- beiten. Sonst gilt der Ortsgebrauch. Allerdings darf die vertragliche Regelung nicht dazu führen, dass die Mieterschaft zu einer Kostenübernahme verpflichtet wird, die den gesetzlichen Rahmen sprengt.

Beim «kleinen Unterhalt» ist die Mieterschaft nur zur Ausführung der Reparatur auf ihre Kosten verpflichtet, wenn die Ersatzteile  noch  erhältlich  sind. Ist dies nicht der Fall, muss der Vermieter die Instandstellung auf seine Kosten übernehmen.

7.      Reparaturen sind fachmännisch durchzuführen

Der kleine Unterhalt und Reparaturen müssen fachgerecht ausgeführt werden. Es darf kein «Flickwerk» entstehen. Im Zweifelsfalle sollen die Reparaturen durch einen Fachmann vorgenommen werden.

8.      Wenn Ersatzteile und Apparate nicht mehr erhältlich sind?

Wenn Ersatzteile und Apparate auf dem Markt nicht mehr erhältlich sind, hat    die Mieterschaft für die Kosten einer Neuanschaffung nicht vollumfänglich auf- zukommen. Vielmehr muss sie die Kosten im Rahmen der normalen Lebens- dauer übernehmen. Der Kostenanteil berechnet sich also nach der Rest- Lebensdauer des defekten Einrichtungsgegenstands oder des beschädigten Bauteils.

9.      Kleinere Schäden wie Farbveränderungen hinter Bildern und Möbeln

Dübellöcher, Schrammen, kleinere Schäden, Farbveränderungen von Bildern («Schatten»), hinter Möbeln usw. gehören in der Regel zur «normalen Abnüt- zung». Die Schäden sollen (wo möglich –  fachmännisch  repariert  oder,  wo nicht störend) belassen werden. Kleine Schäden können nicht zum Anlass ge- nommen werden, die ganze Einrichtung auf Kosten der Mieterschaft zu reno- vieren.

Sind kleinere Schäden derart, dass sie nicht mit der «normalen Abnützung» begründet werden können, so kann der Vermieter dafür eine Minderwertentschädigung verlangen. Diese bemisst sich am Umfange des Schadens (ästhetisch, im Gebrauch eingeschränkt etc.) und an  der  Lebensdauer der Einrichtung.

10.    Die Übernahme von Einrichtungen des Vormieters

Der Vermieter kann von der Mieterschaft verlangen, dass beim Auszug der ur- sprüngliche Zustand des Mietobjektes wiederhergestellt wird, sofern Änderun- gen ohne schriftliche vorbehaltlose Zustimmung des Vermieters vorgenommen wurden. Dies gilt auch, wenn die Mieterin von ihrem Vormieter Einrichtungsge- genstände (ohne Zutun des Vermieters) übernommen hat.  In  diesen  Fällen kann die Mieterschaft mit dem Vermieter vereinbaren, dass er beim Auszug  keine aufwändige Sanierung der Unterlage unter dem Teppich (Kleberesten),  auf dem Untergrund von Einbauten und Apparaten (Belagsfehler) fordert. Eine entsprechende Abmachung muss im Mietvertrag oder im Übernahmeprotokoll festgehalten werden.

11.    Abgelaufene Lebensdauer

Ist die Lebensdauer eines Gegenstandes abgelaufen, so muss dieser nicht zwangsläufig ersetzt werden. Ist er nach allgemeinem Ermessen noch in gu- tem, ansehnlichen und gebrauchsfähigen Zustand so kann die Mieterschaft die Erneuerung nicht verlangen (sog. «Schönheitsreparaturen»). Entstehen an sol- chen Gegenständen Schäden, so können dafür keine Minderwerte verlangt werden (Ausnahme: Antiquitäten etc.).

12.    Die Haftpflichtversicherung

Eine Haftpflichtversicherung erbringt in der Regel Leistungen für Beschädigun- gen am Mietobjekt, sofern deren Ursache nicht auf Abnützung, allmähliche Einwirkung oder durch unsachgemässen Gebrauch zurückzuführen ist.

Ist ein solcher Schaden entstanden, so sollte dieser unverzüglich der Versicherungsgesellschaft gemeldet werden. Steht eine Wohnungsabgabe an und es besteht die Möglichkeit, dass der Vermieter solche Schäden geltend macht, sollte die Versicherungsgesellschaft frühzeitig (ca. 30 Tage vor der Wohnungsabgabe) darüber verständigt werden. In der Regel wird die Gesellschaft einen Schadeninspektor mit der Aufnahme des Mieterschadens beauftragen.

Stellt sich erst bei der Wohnungsabgabe die Schadensforderung des Vermieters, so soll die Mieterschaft ohne Zustimmung der Versicherung keine Zusagen unterzeichnen oder gar Instandstellungsarbeiten ausführen lassen. Zwar kann der Schaden im Abnahmeprotokoll umschrieben werden, jedoch mit dem klaren Hinweis, dass die Übernahme der Schadensbehebungsungskosten vorbehältlich der Zustimmung der Versicherungsgesellschaft erfolge.

Wird die vom Vermieter geforderte Summe durch die  Versicherung  bestritten, so sollte darauf bestanden werden, dass diese die Kosten für die prozessuale Klärung der Streitfrage übernimmt.

13.    Schlüssel (verlorene)

Fehlende Schlüssel müssen auf Kosten des Mieters wie-derbeschafft werden. Bei unregistrierten Schlüsseln hat der Mieter das Recht, diese selbst neu anfertigen zu lassen. Bei registrierten Schlüsseln wird der Ersatz in der Regel durch den Vermieter beschafft. Sind durch verloren gegangene Schlüssel Anpassungen an Schliessplan und/oder Schliessanlage not-wendig, kann dies grössere Kosten zur Folge haben. Solche Aufwendungen sind nur durch die Mieterschaft zu übernehmen, wenn der begründete Verdacht besteht, dass verlorene Schlüssel zu Missbräuchen verwendet werden  können.  Die  Abgeltung muss angemessen erfolgen:

Preisrahmen: pro Wohnhaus maximal                                                            500 Fr.

Preisrahmen: pro Geschäftshaus maximal                                                  1000 Fr.

 

Schlüssel, welche von der Mieterschaft auf eigene Kosten während der Mietdauer hergestellt wurden, sind bei der Wohnungsabgabe  der Vermieterschaft ohne Entschädigung zu übergeben.

14.    Garten allgemein

Sofern im Vertrag nicht anders geregelt: Für den Unterhalt eines Gartens, (z.B.  in einem Einfamilienhaus oder in einem Mehr-familienhaus zur Alleinbenützung vermietet wurde) hat der Mieter aufzukommen. Wie und wann er dies tut, ist seine Sache. Dies trifft auch für die Schneeräumung zu. Zurückschneiden von Sträuchern geht zu Lasten des Mieters; nicht jedoch der Gehölzschnitt grosser Bäume.

Substanzielle Veränderungen an der Gartenanlage  bedürfen  der Zustimmung des Vermieters. Bei Beendigung des Mietverhältnisses muss der Garten den gleichen Zustand aufweisen wie beim Antritt. Im Streitfalle liegt die Beweispflicht beim Vermieter.

Berechnungsbeispiele

Beispiel 1: Ersatz eines Teppichs nach Ablauf der Lebensdauer

Ein Mieter ist vor sechs Jahren in die  Wohnung eingezogen. Der  Sisalteppich  im Wohnzimmer war bereits damals fünf Jahre alt. Insgesamt war der Teppich also elf Jahre in der Wohnung. Da die «Lebensdauer» eines Sisalteppichs höchstens zehn Jahre beträgt, muss der Mieter beim Auszug keine Kosten für diesen Teppich übernehmen. Er ist abgeschrieben und durch die monatlichen Mietzinszahlungen des Mieters bereits vor einem Jahr vollständig abbezahlt.

Beispiel 2: Streichen eines Zimmers

Ein Mieter ist vor vier Jahren in  die Wohnung eingezogen. Das Wohnzimmer war beim Einzug frisch gestrichen. Durch starkes Rauchen muss die Wohnung beim Auszug wiederum gestrichen werden:

Rechnung des Malers: Fr. 1’300.–
Lebensdauer des Anstriches   8 Jahre
bereits abgegolten   5 Jahre
durch den Mieter zu übernehmen: 50%2 Fr. 650.–
Beispiel 3: Minderwert durch Sprung im Lavabo    

Ein 12 Jahre altes Keramik-Lavabo wird durch eine fallengelassene Parfümfla- sche beschädigt (nicht stark sichtbare Kerbe in der Lavaboschüssel). Der Er- satz würde insgesamt ca. Fr. 900.– kosten. Rund 1/3 der Lebensdauer ist be- reits abgeschrieben. Der aktuelle Zustandswert beträgt also rund Fr. 600.–. Es scheint angemessen den Minderwert durch die kleine Beschädigung mit 5%, also Fr. 30.– zu berechnen.

2 Bei sehr starkem Nikotinbelag können – zu Lasten des Mieters – Kosten für eine Spe- zialbehandlung des Untergrundes zur Abdeckung der Nikotinablagerungen hinzu- kommen.

© Copyright bei HEV Schweiz und SMV/D (Publikation auch Auszugsweise nur mit Zu- stimmung der Herausgeber)

 

WELCHER BODENBELAG IST AM BESTEN?

WELCHER BODENBELAG IST AM BESTEN?

Schöner wohnen und sich richtig wohlfühlen: mit dem passenden Bodenbelag kein Problem. Doch welcher Bodenbelag ist besser? Elegante Fliesen, klassische Holzdielen, edles Parkett, warmer Kork? Oder doch moderner PVC-Fußboden oder kurzfloriger bis flauschiger Teppich?

Nicht nur sein Preis, auch das Auge sowie alle Sinne entscheiden, welcher Fußbodenbelag für einen Raum der beste ist. Nicht zuletzt kommt es darauf an, ob er die in seinem jeweiligen Einsatzbereich an ihn gestellten Anforderungen erfüllt: Denn ein Bodenbelag, der für das Wohnzimmer ideal ist, muss nicht für das Bad geeignet sein.

Sie suchen nach den perfekten Bodenbelag-Varianten für Ihren Neubau? Oder möchten Sie brandneue Bodenbeläge bei der Renovierung in das Eigenheim einbringen? Dann streifen Sie mit uns durch die Welt der Bodenbeläge: Unsere Übersicht über Materialien und Beläge bietet wertvolle Anregungen zur Identifizierung der Bodenbekleidungen für alle Ihre Zimmer.


 

Holz – Das warme Naturmaterial

Unter den Bodenbelagarten ist Holz eine besonders anheimelnde, denn mit einem Holzfußboden holt man sich die Natur ins Haus. Seine warme Struktur und angenehme Optik sorgen für die große Portion Wohlfühlatmosphäre, die man nach einem anstrengenden Alltag braucht.

Dabei gibt es den Bodenbelag in einer Vielzahl an Varianten: von urigen Holzdielen über edles Parkett bis hin zu innovativen Holzpflaster- und Korkböden. Seine naturgegebenen Maserungen und Farbschattierungen machen jeden Holzfußboden zum Unikat. Doch oft entscheiden sich Häuslebauer für das preisgünstige Parkett-Imitat Laminat.

 

HOLZDIELEN VERKÖRPERN GEMÜTLICHKEIT

Rustikal hoch 10: Mit Holzdielen zieht Wohlfühl-Ambiente der ursprünglichsten Variante in den heimischen Raum ein. Massive Holzbohlen – genauer gesagt Hobeldielen – sind der „Stoff“, aus dem die auch Schiffs- oder Riemenböden genannten Dielenböden bestehen. Sogar vereinzelte kleine Schönheitsfehler der Holzdielen haben ihre Berechtigung: Zusammen mit der natürlichen Holzmaserung machen diese markanten Stellen den Holzboden einmalig! Impressiv: Ob Dielenboden aus Weichhölzern wie Tanne, Fichte, Kiefer, Lärche, Douglasie oder Harthölzern wie Eiche, Buche, Esche, Ahorn, Kirsche – jeder Boden aus Holzdielen verleiht einem Raum seinen eigenen Charakter.

Holzdielenboden wird geölt

 

Tipps zu Holzdielen:

  • Klassisch & zugleich modern
  • Ruhige Oberflächengestaltungen: z.B. Eiche, lebhaft strukturvolle: z.B. Nussbaum
  • Dielenböden aus Harthölzern sind unempfindlicher gegenüber mechanischer Beanspruchung als Parkettböden
  • Durch Gebrauchsdicke von 2 bis 2,5 Zentimetern mehrmals abschleifbar
  • Mit Besen, Staubsauger oder einem nebelfeuchten Baumwolltuch zu reinigen
  • Trittschalldämmung sowie ggf. Einbringung feuchtigkeitssperrender PE-Folie notwendig
  • Versiegelung unbehandelter Dielen nach dem Verlegen mit Lasur, Öl, Wachs oder Lack unerlässlich
  • Regelmäßiges erneuern der Versiegelung vonnöten
  • Fugen- und Rissbildung durch Aufquellen und Schwinden möglich. Um dies zu vermeiden, Luftfeuchte von 50 bis 60% sowie Raumtemperatur zwischen 18 und 20°C beibehalten
  • Preis: Bereits ab 12,00 Euro/m² umsetzbar (unbehandelte Holzdielen aus Nadelhölzern); Preise für Holzdielenböden aus Laubhölzern beginnen bei ca. 30 Euro/m² (z.B. lackierte Eiche)

 

Vorteile von Holzdielen

  • Verlegung auch von Laien durchführbar
  • Dank geringer Wärmeableitung fußwarm
  • Gleicht leichte Feuchtigkeitsschwankungen der Raumluft aus
  • Dielenböden aus Harthölzern sind unempfindlicher gegenüber mechanischer Beanspruchung als Parkettböden
  • Langlebiger Bodenbelag
  • Einfach zu reinigen
  • Im Vergleich zum Pakett günstig

 

Nachteile von Holzdielen

  • Anfällig für Fugen- und Rissbildung
  • Spezielle Unterkonstruktion nötig
  • Übertragung von Schall- und Trittschallgeräuschen
  • Vergleichsweiser hoher Aufwand für Verlegung und Pflege
  • Sehr eingeschränkte Eignung für Fußbodenheizung
  • Für Feuchträume sind nur bestimmte, speziell imprägnierte Harthölzer geeignet
 

PARKETT: EXQUISITE RAUMGESTALTUNG

Beide Bodenarten – Parkett wie Holzdielen – sind für Holzliebhaber echte Traumböden. Aber welcher Bodenbelag ist besser? Dielen stehen mehr für eine rustikale Optik, Parkettböden für eine repräsentative. Ihr Naturmaterial Holz verleiht beiden Böden eine Individualität, die das Parkett-Pendant Laminat nicht erreichen kann. Mit einem fortlaufenden und sich wiederholenden Druck versehen, sind Laminatböden nämlich keine Unikate. Echtholzparkett steht in vielfältigen Holzsorten von Eiche über Ahorn und Birnbaum bis Olive zur Wahl. Zu dem jeweils eigenen Bild eines Parkettbodens trägt auch sein Verlegemuster maßgeblich bei. Unterschieden wird bei Parkett zwischen Einschichtparkett aus massivem Vollholz und dem auch Fertigparkett genannten Mehrschichtparkett mit Vollholz als Deckschicht.

Parkettboden bei der Einölung

 

Tipps zum Parkett:

  • Heller Parkettboden: z.B. Birkenholz, rötlicher: Merbau, dunkler: Teakholz
  • Auswahl aus vielerlei Verlegemustern wie Schiffsboden, Fischgrät, Diagonalverband, Altdeutscher Verband, Flechtmuster, Tafel, Kassette, Leiter
  • Hygienischer und Feuchte regulierender Bodenbelag, dadurch Verbesserung des Raumklimas und Eignung für Allergiker
  • Reinigung mit Besen, Staubsauger und nebelfeuchtem Lappen
  • Mittlerweile existiert sogar Parkett für das Bad: Dieses besteht aus Hölzern mit geringer Feuchtigkeitsaufnahme wie Teakholz, Merbau oder Doussie
  • Um Kratzern vorzubeugen, Möbel mit Filzgleitern versehen und Steinchen und Sand an einem Fußabstreifer im Eingangsbereich abstreifen
  • Preis: circa 40 Euro/m², Kosten sehr exklusiver Parkettböden: zwischen 80 und 200 Euro/m², hinzu kommen Kosten für Feuchtigkeitssperre und Trittschalldämmung

 

Vorteile von Parkett

  • Große Auswahl an Verlegungsmustern
  • Langlebig und häufig abschleifbar
  • Feuchtigkeitsregulierend
  • Fußwärmend, da gut wärmedämmend
  • Relativ leicht zu reinigen
  • Für Fußbodenheizung geeignet

 

Nachteile von Parkett

  • Überträgt Tritt- und Schallgeräusche
  • Je nach Gegebenheiten: Auslegung nur durchführbar vom Fachhandwerker
  • Fugen- und Rissbildung möglich
  • Hoher Pflegebedarf und Auslegungsaufwand durch Imprägnierung, Feuchtigkeitssperre und Trittschalldämmung
  • Relativ teuer
 
 
 

LAMINAT: DIE PREISGÜNSTIGE PARKETT-ALTERNATIVE

Es gibt wirklich viele Gründe, die für Laminat sprechen. Einer davon ist sein unschlagbar günstiger Preis gegenüber den meisten anderen Bodenarten. Der Natur nachempfundene Strukturen und Dekore oder auch moderne Designs sind stilprägend für das eigene Zuhause. Mittels moderner Druckverfahren kann bei der Laminatherstellung nicht nur die Optik, sondern auch eine Haptik nachgebildet werden. Ob mit dem Oberflächenfinish einer sägerauen, seidenmatten oder feinen Holzstruktur. Oder in authentisch wirkender Schiefer- oder Fliesenausführung. Ob als Hochglanzlaminat oder mit grafischen Designs bedruckt – qualitative Laminatböden überzeugen in Optik, Funktionalität und Robustheit. Obwohl keine reinen Naturprodukte, bestehen sie zu einem großen Teil aus Holz. Obenauf tragen sie ihre abriebfeste Versiegelung.

Laminatboden

 

Tipps zu Laminat:

  • Leicht und ohne Leim zu verlegen dank praktischer Klick-Mechanik
  • Weiter vereinfachte Verlegung mit bereits integrierter Trittschalldämmung und schwimmende Verlegung ohne Kleber
  • Mit 12 mm Dicke strapazierfähiger und langlebiger als mit 6 mm Stärke
  • Laminatböden werden Nutzungsklassen zugeordnet: Für Schlafzimmer und Gästezimmer eignet sich Nutzungsklasse 21
  • Für Wohnzimmer, Esszimmer, Kinderzimmer Nutzungsklasse 22; für Eingangsbereich, Diele, Küche Klasse 23
  • Um Kratzern vorzubeugen, Möbel mit Filzgleitern versehen und Steinchen und Sand an einem Fußabstreifer im Eingangsbereich abstreifen
  • Preis: Empfehlenswerter Laminatboden zum günstigen Preis von 15 Euro/m² aufsteigend erhältlich

 

Vorteile von Laminat

  • Leicht zu verlegen
  • Kann auf einer Fußbodenheizung verlegt werden
  • Besonders pflegeleicht
  • Besonders günstig

 

Nachteile von Laminat

  • Fußkalt, da keine Wärmespeicherung
  • Lässt sich nicht abschleifen – nur Ersatz kompletter Dielen möglich
  • Trittschalldämmung erforderlich, wenn nicht enthalten
 

HOLZPFLASTER: EIN HOLZFUSSBODEN, DER ÜBERZEUG

Ein anderer Name für Holzpflaster ist Hirnholzparkett, denn der Fußboden besteht aus dem quer statt parallel zur Faser geschnittenem Hirnholz, häufig auch bezeichnet als Stirnholz. Bisher kannte man Holzpflaster nur als Gebrauchsfußboden in Gebäuden mit starker Beanspruchung wie Werkshallen, Turnhallen oder Kirchen. Mittlerweile setzt die moderne Architektur Hirnholzparkett auch als Stilmittel im Wohnbereich ein. Hier verbreitet es Behaglichkeit und erfreut mit vielen nützlichen Eigenschaften. Die meisten Holzpflaster bestehen aus den Baumarten Eiche, Fichte, Kiefer oder Lärche. Bei dem in Blöcken gewonnenen Hirnholz sind die Jahresringe besonders gut sichtbar und verleihen dem Fußboden ein überaus lebendiges Strukturspiel.

Holzpflaster als Bodenbelag

 

Tipps zu Holzpflaster:

  • Einzigartige, naturgegebene Gestaltungen
  • Für den Feucht- und Freibereich nach speziell präparierten Hirnholzparketten fragen
  • Reagiert stark auf Luftfeuchtigkeitsschwankungen und „arbeitet“ intensiv
  • Hohe Wirtschaftlichkeit dank Langlebigkeit und geringem Verschleiß
  • Sofern nicht lackiert oder gewachst, muss Holzpflaster lediglich von Zeit zu Zeit geölt werden
  • Preis: Materialkosten von etwa 35 bis 65 Euro/m² plus Verlegekosten von circa 50 Euro/m² erscheinen zunächst hoch, lohnen jedoch aufgrund der Dauerhaftigkeit des Bodenbelags

 

Vorteile von Holzpflaster

  • Hohe Widerstandsfähigkeit und extreme Belastbarkeit
  • Beste Wärme- und Trittschalldämmung
  • Schwer entzündbar und niedrige elektrische Leitfähigkeit
  • Trittsicher und rutschfest
  • Leicht zu reinigen
  • Problemlos auswechselbare Teilflächen

 

Nachteile von Holzpflaster

  • Fugenbildung möglich
  • Verlegung von Hirnholzparkett muss vom Fachmann durchgeführt werden
  • Vergleichsweise teuer
  • Holzpflaster im Außenbereich kann bei Regen rutschig werden
 
 
 

KORK: MALERISCH & WEICH

Als fußwarmer und nachhaltiger Fußbodenbelag erhält Korkboden immer mehr Zuspruch. Eigenschaften wie diese machen ihn zu einer echten Alternative zu Holzdielen, Parkett & Co. Das von Flaschenverschlüssen und Pinnwänden bekannte Material wurde in den letzten Jahren zu einem beliebten Fußbodenbelag gerade im Allergikerhaus oder Biohaus. Dort begeistert es, verlegt in Form von Korkplatten oder Korkparkett, mit seiner lebendigen Struktur oder auf Wunsch in einer Holz- oder Steinoptik. Zur Gewinnung von Kork wird lediglich die Rinde der Korkeiche alle 9 Jahre geerntet, ohne dass der Baum dabei Schaden nimmt.

Korkfußboden

 

Tipps zu Korkböden:

  • Lebendige Korkstruktur kaschiert reparierte Stellen und Kratzer
  • Ein für Allergiker prädestinierter Bodenbelag, da er weder Staub noch Milben aufnimmt
  • Ist wasserabweisend und mit zusätzlicher Versiegelung ausgesprochen pflegeleicht
  • Weich, warm & rutschfest. Daher einem Teppich ähnlich und für Kinderzimmer geeignet
  • Wer die typische Korkbodenzeichnung nicht mag, kann Kork in Holz- oder Steinoptik verlegen
  • Aufgrund der dehnungsverstärkenden Wirkung von Feuchtigkeit ungeeignet für Bad und Küche
  • Filzuntersätze unter Möbeln verschaffen bei Möbelabdrücke Abhilfe; auch können sich die Abdrücke zurückbilden
  • Preis: Korkboden zu Preisen von 15,- bis 70,- Euro pro m² erhältlich

 

Vorteile von Kork

  • Exzellent wärme- und geräuschdämmende Wirkung
  • Federt Schritte ab und schont Gelenke
  • Ausgesprochen pflegeleicht
  • Allergiker geeignet
  • Leichter Austausch einzelner beschädigter Platten

 

Nachteile von Kork

  • Dehnungsfugen oder Wellenbildung durch klimatische Veränderung möglich
  • Kann durch Sonneneinstrahlung mit der Zeit ausbleichen
  • Es können Möbelabdrücke entstehen
 
 
 

Stein – Material mit vielen Facetten

Glatte oder raue Fliesen, Mosaikfliesen, Naturstein oder Beton lassen jeweils höchst unterschiedliche Bodengestaltungen verwirklichen: Künstlich hergestellte Fliesenarten bringen ihr jeweiliges besonders Design in den Raum ein. Natursteinplatten ihr einzigartiges, über Jahrtausende von der Natur gestaltetes Gesamtbild.

Beton begeistert im angesagten Industrie-Look. Allesamt verfügen Böden aus Stein über eine deutlich höhere Wärmeleitfähigkeit als alle anderen Arten von Bodenbelägen. Das heißt, sie geben Wärme schneller an den Raum weiter und eignen sich dadurch ideal zur Verbauung mit einer Fußbodenheizung.

 

FLIESEN: UNTERSTREICHEN VIELE RÄUME

Fliesen glatter oder rauer Beschaffenheit sowie Mosaikfliesen haben eines gemeinsam: Sie zählen zu den beliebtesten Fußboden- und Wandbelägen. Wobei glatten Fliesen im privaten Eigenheim der Vorzug gegeben wird. Andere Hausbesitzer schätzen vor allem den elegant-rustikalen Look der rauen und unglasierten Fliesen. Sie sind robuster als ihre glatten und glasierten Pendants, deren Eignung für bestimmte Wohnräume sich aus ihrer Abriebklasse ergibt. Durch hoch entwickelte Fertigungsmethoden sind Fliesen, die natürliche Steinstrukturen nachahmen, für den Laien von Natursteinplatten kaum zu unterscheiden. Im Bereich Mosaikfliesen aus Glas begeistern Hersteller mit einer riesigen Palette an Farben, Mustern und Verlegevarianten.

GLATTE FLIESEN: PRAKTISCH UND AUSERLESEN

Glatte Fliesen

 

Tipps zu glatten Fliesen:

  • Mit Besen oder Wischmopp, Wasser und dem geeigneten Putzmittel leicht zu säubern
  • Für jeden Raum die passende Fliese: Die sehr gering beanspruchbaren Fliesen der Abriebklasse 1 sind ein möglicher Bodenbelag für Schlaf- und Badezimmer
  • Fliesen der Abriebklasse 2 für Wohn- und Esszimmer
  • Abriebklassen 3 und 4 sind geeignet für viel begangene Wohnräume
  • In Feuchträumen wie Bad und Küche auf Fliesen mit der höheren Rutschfestigkeitsklasse C zurückgreifen, im Außenbereich auf frostsichere Fliesen
  • Glasierte Fliesen sind zerbrechlicher als unglasierte
  • Preis: Ab 10 Euro/m² für günstige Fliesenvarianten und -formate ist der Bodenbelag für viele Bauherren interessant

 

Vorteile von glatten Fliesen

  • Leicht zu säubern
  • Für Allergiker geeignet
  • Sehr günstig erhältlich

 

Nachteile von glatten Fliesen

  • Zerbrechlich und dann schwer auswechselbar
  • Kühle Oberfläche
 

RAUE FLIESEN: VERLEIHEN DEM RAUM MARKANTEN CHARAKTER

Raue Fliesen bei der Verlegung

 

Tipps zu rauen Fliesen:

  • Bei Herstellung künstliche Erzeugung der gewünschten Oberflächenstrukturen möglich
  • Daher keine Einteilung in Abriebklassen
  • Preis: Ab 10 Euro/m² für günstige Fliesenvarianten und -formate ist der Bodenbelag für viele Bauherren interessant

 

Vorteile von rauen Fliesen

  • Größere Härte und Beständigkeitkeit gegenüber glatten und glasierten Fliesen
  • Nach Oberflächenversiegelung schmutz- und fleckenbeständig

 

Nachteile von rauen Fliesen

  • Besitzen raue Fliesen noch keine Versiegelung, ist diese vor der Verlegung durchzuführen
  • Unversiegelt schwer zu reinigen
 

MOSAIKFLIESEN: FÜR ANSPRUCHSVOLLE BODENGESTALTUNGEN

Mosaik als Bodenbelag

 

Tipps zu Mosaikfliesen:

  • Ermöglicht eine belebende Fußboden- oder Wandgestaltung
  • Hohe chemische und mechanische Widerstandsfähigkeit
  • Preis: Ab 15 Euro/m² für günstige Mosaikvarianten und -formate ist der Bodenbelag für viele Bauherren interessant

 

Vorteile von Mosaikfliesen

  • Leicht zu reinigen
  • Für Allergiker und Umweltkranke geeignet
  • Von langer Lebensdauer
  • Macht durch gute Wärmeweiterleitung bei Installation einer Fußbodenheizung Sinn

 

Nachteile von Mosaikfliesen

  • Kühl temperiert, wenn unbeheizt
  • Für Mosaike am Boden ausschließlich Fiesen mit hoher Abriebfestigkeit und Ritzhärte einplanen
 
 
 
 
 
 
 

NATURSTEINPLATTEN: UNNACHAHMLICHE MEISTERWERKE

Viele Menschen entscheiden sich aus Wertschätzung gegenüber dem Naturprodukt für Natursteinplatten. Im Laufe seiner weit zurückreichenden Entstehungsgeschichte haben Naturgewalten wie Wind und Wasser den Naturstein geformt und seine sehbare und spürbare Steinstruktur gebildet – eine Beschaffenheit, die sich schwerlich in Perfektion künstlich nachahmen lässt. Natursteine wie Schiefer mit schichtartiger Beschaffenheit oder Travertin mit deutlichen Lufteinschlüssen und offenen Poren verleihen dem Innenraum wie dem Außenbereich einen einzigartigen Charakter. Ein Beispiel für die Langlebigkeit von Natursteinplatten ist das vor rund 2.000 Jahren erbaute Kolosseum in Rom. Allerdings sind viele Natursteinarten weniger widerstandsfähig als einige industriell hergestellte Fliesen.

Natursteinpflaster

 

Tipps zu Natursteinböden:

  • Durch stets individuelle Maserungen, Farbnuancen und Brillanzen einzigartig
  • Oberflächenbearbeitungen wie Bürsten, Trommeln, Polieren, Schleifen, Glätten ergeben rustikale, samtige oder glatte Haptiken
  • Unregelmäßige Fugenbildung unterstreicht den natürlichen Eindruck des Natursteinverbunds
  • Es gibt über 300 Verlegemuster für Naturstein, darunter Römischer Verband, quadratischer Belag, Bahnenbelag, Rosenspitz
  • Ist natürlicher Alterung unterworfen
  • Ein Schliff stellt sein ursprüngliches Aussehen wieder her
  • Für nahezu jeden Einsatzbereich gibt es geeignete Natursteinvarianten
  • Beim Verlegen von Naturstein sollte man Hilfestellung eines erfahrenen Fliesenverlegerbetriebs in Anspruch nehmen oder ihm die Verlegung komplett überlassen
  • Preis: Natursteine wie Kalksandstein, Travertin oder Marmor können, müssen aber nicht teurer sein als künstlich hergestellte Fliesenarten. Tipp: Online lassen sich mitunter bis zu 30% gegenüber den Preisen im Fachhandel vor Ort sparen

 

Vorteile von Natursteinplatten

  • Auch nach dem Verlegen schleif- und bearbeitbar
  • Viel Spielraum auch bei der Auswahl der Plattenformate von klein über XXL bis hin zu Sonderanfertigungen
  • Überdauert Generationen
  • Übertrifft die Wärmeleitfähigkeit industriell produzierter Fliesen
  • Besitzt daher hohes Energiespar-Potenzial in Verbindung mit einer Fußbodenheizung

 

Nachteile von Natursteinplatten

  • Relativ kompliziertes Verlegen, muss ggf. ein Fachmann machen
  • Müssen imprägniert werden
  • Imprägnierung muss alle paar Jahre erneuert werden
  • Verträgt nur speziell auf ihn abgestimmte Grundreiniger
  • Nicht jede Natursteinart ist frostsicher
 

BETON: EIN ECHTER TRENDFUSSBODE

Der Industrial Chic hat den Betonboden in den letzten Jahren aus den Kellern hinauf in die Wohnlandschaften gehoben. Im Gegensatz zu Fliesen besitzt er keine Fugen, sondern ein ebenmäßiges Bild. Somit zeichnet er sich aus durch eine besondere Pflegeleichtigkeit. Wer einen Fußboden von kühlem Charme sucht, trifft mit einem Betonboden die passende Wahl. Wer dagegen zu einem Bodenbelag mit behaglicher Ausstrahlung tendiert, wählt besser Holzdielen, Parkett, Laminat, Kork oder Teppich. Betonböden präsentieren sich keinesfalls immer in eintönigem Grau. Hersteller kreieren zunehmend Kollektionen in unterschiedlichsten Farbtönen und Schattierungen. Um Sichtbeton einen Schutz vor Flecken zu verleihen, muss er zwingend nach dem Verlegen beschichtet werden.

Betonboden im Innenraum

 

Tipps zu Betonfussböden:

  • Wertet das Interieur auf
  • Cooler Industrie-Look
  • Kombinierbar mit vielen Einrichtungsstilen
  • Individuelle Beschaffenheiten und Eigenschaften durch Zuschläge wie Bitumen, Kunstharz, Sägemehl etc.
  • Besonders beliebt in Küchen, Wohnbereichen, aber auch im Badezimmer
  • Glänzende und matte Oberflächenstrukturen umsetzbar
  • Polieren, Schleifen oder Wachsen verleihen ihm ein glattes, samtiges Aussehen
  • Preis: Dreifacher Schliff circa 60 Euro/m², Grobkornschliff ca. 75 Euro/m², Glanzschliff zusätzlich etwa 5 Euro/m², spiegelnde Oberfläche weitere 10 Euro/m². Investition lohnt jedoch durch jahrzehntelange Haltbarkeit

 

Vorteile von Betonböden

  • Mit der richtigen Beschichtung extrem robust und langlebig
  • Hervorragende Isoliereigenschaften
  • Geeignet für alle, die allergisch auf Staub und Milben reagieren
  • Wasser- und schmutzabweisend
  • Leicht mit Wasser und Seife zu reinigen
  • Für eine Fußbodenheizung gut geeignet

 

Nachteile von Betonböden

  • Weniger angenehmes Laufgefühl
  • Wohnklima kann je nach Betonboden Variante als „kalt“ empfunden werden, bestimmte Farbgebungen erzeugen jedoch warmes Ambiente
  • Kann nur vom Fachmann verlegt werden
  • Muss beschichtet werden
  • Relativ teuer
 
 
 

Kunststoff – Modern, designstark, pflegeleicht

Den Bereich der Bodenbeläge aus Kunststoff teilen sich Bodenarten wie PVC, Vinyl und Linoleum. Wobei die Begriffe PVC und Vinyl ein und dasselbe Material bezeichnen. Linoleum ist ein Boden auf Leinöl-Basis, der sich nur dann in die Reihe der Kunststoffböden einreiht, wenn ihm eine Beschichtung aus PVC oder Vinylacetat verliehen wurde.

Allen drei gemeinsam ist, dass es sich um dehnbare Bodenbeläge handelt. Auch existieren sie heute alle in großer Farb- und Designauswahl und bringen praktische Eigenschaften wie eine hohe Widerstandsfähigkeit und Pflegeleichtigkeit mit.

 

PVC/VINYL: PRÄSENTIERT SICH IN NEUER QUALITÄT

PVC und Vinyl – wie kommen die beiden unterschiedlichen Namen für den Kunststoffboden zustande? Beide meinen einen Bodenbelag aus Polyvinylchlorid, wovon „PVC“ eine Abkürzung ist und „Vinyl“ der Mittelteil. Nicht immer – aber meistens – wird er verkauft auf Rollen PVC genannt und als Klick-System Vinyl. Seinen schlechten Ruf hat der Kunststoffboden in den letzten Jahren wieder gutgemacht. Anders als einst existiert er heute nämlich in vielen optisch ansprechenden Gestaltungsvarianten wie etwa in Stein- oder Holzoptiken. Gesetzlich vorgeschriebene Prüfungen stellen weiterhin sicher, dass PVC-Böden keine gesundheitsgefährdenden Stoffe enthalten.

PVC Böden

 

Tipps zu PVC- & Vinylfussböden:

  • Vorhanden in vielen Holzdesigns von schlicht und elegant bis rustikal mit verwittertem Touch
  • Eine ebenso reizvolle Alternative: Varianten mit Stein- oder Metallmuster
  • Authentische Oberflächenprägungen, die begeistern
  • Achtung: Da er sich bei Kälte zusammenzieht und bei Wärme ausdehnt, nicht direkt von einem kalten Bereich in einen warmen verlegen
  • Einsetzbar in für Kinder- und Spielzimmer, Küche, Badezimmer, Garage sowie viel begangenen Räumen
  • CE-Zeichen garantiert, dass er die Mindestanforderungen an Gesundheit und Sicherheit erfüllt
  • Ü-Zeichen belegt seine Prüfung betreffend Schadstoffe und Emissionen sowie regelmäßige Überwachung von Produkt & Produktion
  • Preis: Hochwertige PVC-Böden kosten in der Regel 25 bis 50 Euro/m²

 

Vorteile von PVC-Böden

  • Nahezu grenzenlose Gestaltungsmöglichkeiten mit hochwertigen PVC-Böden
  • Einfach zu verlegen
  • Pflegeleichter als Linoleum
  • Weicher Bodenbelag mit guter Schalldämmung
  • Ausreichend widerstandsfähig
  • Vergleichsweise günstig

 

Nachteile von PVC-Böden

  • Auf glatten Bodenvarianten mit dunkler Farbgebung fallen Abnutzungsspuren eher auf, als auf hellen mit strukturierter Oberfläche
 

LINOLEUM: FANTASTISCHE EIGENSCHAFTEN

Wenn Sie einen äußerst hygienischen Bodenbelag mit langer Lebensdauer realisieren möchten, sollten Sie Linoleum in die engere Wahl ziehen. Da das originalgetreue Linoleum vor allem Leinöl enthält, hemmt es Bakterienwachstum und wirkt zudem leicht fungizid – nicht umsonst wird der Bodenbelag in Krankenhäusern sehr geschätzt. Die höheren Preise für den Belag sowie seine kompliziertere Verlegung lassen Heimwerker allerdings meist lieber auf PVC-Bodenbeläge zurückgreifen. Als Bahnenware ist Linoleum ebenso wie PVC dank seiner glatten und durchgängigen Oberfläche sehr leicht zu reinigen. In Varianten ohne Kunststoffoberfläche enthält die Bodenbekleidung allein natürliche Beigaben wie Naturharz, Kork- oder Holzmehl sowie Jutegewebe als Trägerschicht.

Linoleum-Boden in Holzoptik

 

Tipps zu Linoleumböden:

  • Bis zu sechs Wochen Wartezeit bis zur vollständigen Trocknung
  • Volle Belastbarkeit erst dann gegeben
  • Verbreitet nach der Verlegung wochenlang einen ausgeprägten Eigengeruch
  • Zeigt starke Reaktionen auf alkalische Mittel wie Laugen
  • Preis:
  • Materialkosten von 15 bis 55 Euro/m², für Klick-Linoleum von 40 bis 80 Euro/m² – zuzüglich Handwerkerkosten von 8 bis 12 Euro/m²

 

Vorteile von Linoleum

  • Widerstandsfähig und sehr dauerhaft
  • Sehr gute Pflegeeigenschaften, da sich Schmutz nicht in Fugen oder Rillen ansammeln kann
  • Angenehm fußwarm, wärmedämmend und rutschhemmend
  • Verlegbar auf einer Fußbodenheizung
  • Schwer entflammbar

 

Nachteile von Linoleum

  • Sollte nur vom Fachmann verlegt werden
  • Auslegung und Trocknung dauern
  • Quillt bei Nässe auf und eignet sich somit nicht für Feuchträume wie Badezimmer
  • Kann mit der Zeit einen „Reifeschleier“ bilden, dem sich durch direkte Sonneneinstrahlung entgegenwirken lässt
 

TEPPICH (AUSLEGEWARE): KUSCHELWEICH

Seit man weiß, dass Teppich mit Einschränkungen auch für Allergiker zu empfehlen ist, ist dieser klassische Bodenbelag wieder in Mode gekommen. Vor allem im Schlafzimmer möchten viele Menschen auf Wärme, Wohlbehagen und den weichen Tritt von Teppichboden einfach nicht verzichten. Vor dem Teppichkauf ist zu entscheiden, aus welchem Material er bestehen soll und in welcher Farbe oder Musterung er zum eigenen Einrichtungsstil passt. Weiterhin steht die Wahl zwischen Kurzflor (Florhöhe unter 1,5 cm), Hochflor (Florhöhe zwischen 1,5 und 5 cm) und Langflor (Höhe über 5 cm). Teppichböden existieren gewebt, geknüpft, getupft oder gefilzt aus reiner Wolle, synthetischen Materialien wie Polyester, Nylon, Polypropylen oder Mischfasern. Spannende Kontraste setzen außerdem Teppiche aus Seegras, Sisal, Jute, Binsen Kokosfaser, Abacá oder Papier.

verschiedene Teppichböden

 

Tipps zu Teppichböden:

  • Vermindert häusliche Verletzungsgefahr
  • In vielen Farben und Designs erhältlich
  • Sorgt für Behaglichkeit im Kinderzimmer, Wohnzimmer, Schlafzimmer, Flur
  • Fasern leiden durch Krabbeln, Robben, Spielen auf dem Teppich
  • Sollte mindestens alle zwei oder drei Tage abgesaugt sowie mit Spezialreinigern zwischengereinigt werden
  • Fleckenrisiko gerade mit kleinen Kindern im Haushalt erhöht
  • Es wird dazu geraten, Teppichboden nach spätestens 10 Jahren auszutauschen
  • Preis:
  • Mit 8 bis 20 Euro/m² recht günstig, es existieren auch Designs mit Preisen bis 100 Euro/m²

 

Vorteile von Teppich

  • Fußwarmer Bodenbelag mit weichem Laufgefühl
  • Wärmedämmend, hilft daher beim Energiesparen
  • Rutschfest und schalldämpfend
  • Sorgt durch Bindung von Luftstaub für ein gutes Raumklima
  • Als Kurzflor aus synthetischen Fasern auch für Allergiker geeignet: Lass Dich im Fachhandel beraten!
  • Vergleichsweise günstig
  • Es ist nicht schwer, den Bodenbelag selbst zu verlegen

 

Nachteile von Teppich

  • Hausstaubmilben finden in Hochfloren aus Naturfasern beste Bedingungen vor
  • Gebundene Stäube und Keime können sich z.B. lösen, wenn Kinder über den Teppich krabbeln
  • Anfällig für Flecken, wenn nicht schmutzabweisend und nanobeschichtet
  • Relativ kurzlebig
 
 
 

Welcher Belag eignet sich für welchen Raum?

Um Ihnen die Auswahl der passenden Bodenbeläge zu erleichtern, möchten wir an dieser Stelle noch einmal einen kleinen Überblick über für bestimmte Räume jeweils ideal passende Boden-Varianten geben.

 

 

Welcher Bodenbelag eignet sich für das Schlafzimmer?

  • Warm und geräuschdämmend, vermittelt Teppich hier kuschelige Wohlfühlatmosphäre.
  • Auch Holzdielen, Kork, Parkett, Laminat und Linoleum sind im Schlafraum die passende Wahl.

 

Welcher Bodenbelag eignet sich gut für das Wohnzimmer?

  • Ebenso wie im Schlafzimmer lädt Teppichboden im Wohnzimmer zum Wohlfühlen ein.
  • Holzdielen und Parkett schaffen im Wohnbereich ebenfalls eine behagliche Atmosphäre, sind aber pflegeleichter.
  • Auch aufwändige Beton-Böden und hochwertige PVC-Böden für den Wohnraum finden immer mehr Anklang.

Bemusterungszentrum für Böden

 

Ein Bemusterungszentrum eignet sich super zur Beratung und als Inspirationsquelle.

 

Welcher Bodenbelag eignet sich gut für das Badezimmer?

  • Glatte und robuste Fliesen sind im Badbereich insbesondere dann die beste Lösung, wenn Kinder oder Haustiere zum Haushalt gehören.
  • Der Fachhandel bietet mittlerweile sogar Holzböden für das Bad mit spezieller Öl-Versiegelung an.

 

Welcher Bodenbelag eignet sich gut für das Kinderzimmer?

  • Statt kalten Fliesen, rauem Naturholz oder sensiblem Parkett werden im Kinderzimmer kurzflorige Teppichböden bevorzugt.
  • Sie sorgen für ein warmes Gehgefühl, schlucken Geräusche und reduzieren das Verletzungsrisiko.
  • Kork begeistert hier mit denselben Vorteilen und sorgt als Naturprodukt für ein ausgewogenes Raumklima.

 

Welcher Bodenbelag eignet sich gut für die Küche?

  • Glatte Fliesenmodelle sind in der Küche die Fliesen der Wahl, denn anders als raue lassen sie sich einfach reinigen.
  • Die im Küchenbereich benötigten guten Reinigungseigenschaften bringt auch Beton mit.
  • Geölte Hartholzböden lassen sich in einem offenen Raumkonzept vom Wohnbereich in die Küche fortsetzen, sie machen allerdings eine aufwändige Pflege notwendig.
 
 

 FAZIT:

Die Vielzahl der spannenden Bodenbeläge animiert zum Aussuchen und Losgestalten des eigenen Zuhauses. Die Qual der Wahl: Doch welcher Bodenbelag für einen bestimmten Raum nun der beste ist, lässt sich nicht eindeutig festlegen. Jeder Fußbodenbelag hat seine Vor- und Nachteile und besonders entscheidend ist am Ende, wie man sich mit – und auf! – ihm fühlt. Ein Vergleich von Mustern der verschiedenen Belagsvarianten sowie eine persönliche Beratung im Fachhandel können abschließende Hilfe bei der Auswahl bieten.

Quelle: Wikipedia

Parkettleger

Boden-Parkettleger tragen mit ihrer Arbeit zur Zweckmässigkeit und Wohnlichkeit von Räumen bei. Sie verlegen fachgerecht Bodenbeläge und Parkettböden in Wohnungen, Büros, Ladenlokalen, Hotels, Spitälern, Bahnhöfen, Sporthallen, Industriehallen usw.

Boden-Parkettlegerinnen der Fachrichtung Parkett verlegen Parkett-, Kork- und Laminatböden. Sie kennen die verschiedenen Holzarten und beherrschen mehrere Verlegetechniken. Viele Holzböden sind werkbehandelte Industrieprodukte, die nur verlegt werden müssen. Boden-Parkettlegerinnen fertigen aber auch selber Holzböden an. Sie sortieren die Holzriemen oder Holztafeln nach Farbe und Maserung, schneiden sie zu und verlegen sie. Am Schluss behandeln sie die Oberfläche durch Schleifen, Einölen oder Versiegeln. Sie renovieren auch alte, wertvolle Parkettböden.

Boden-Parkettleger der Fachrichtung textile und elastische Beläge verlegen Teppiche, PVC-Beläge, Linoleum, Kork und Kautschuk. Vor dem Verlegen führen sie die notwendigen Vorbereitungsarbeiten aus: Räume ausmessen, Untergrund überprüfen, Material zuschneiden und Unterlage schleifen. Damit der neue Bodenbelag gut haftet, wird die grundierte Unterlage noch mit Spachtelmasse ausgeebnet. Sobald diese ausgehärtet ist, bestreichen Boden-Parkettleger den Boden mit Leim und rollen die zugeschnittenen Bahnen auf die Leimfläche ab. Sie pressen den neuen Belag mit einer Walze an und sorgen mit einer sauberen Naht dafür, dass die Übergänge zwischen zwei Bahnen so gut wie unsichtbar sind. Bei Renovationen und Umbauten gehört natürlich auch das Herausreissen von alten Belägen zu den Vorarbeiten. Je nach Betrieb übernehmen Boden-Parkettleger dieser Fachrichtung auch spätere Reparaturen und Reinigungsarbeiten.

Weitere Aufgaben von Boden-Parkettlegerinnen sind das Montieren von Kunststoffsockel- und Holzleisten, das Setzen von Abschlussprofilen und Schienen, Reparatur- und Unterhaltsarbeiten sowie die Beratung von Kunden zur Pflege von Bodenbelägen.

Boden-Parkettleger kennen Massnahmen zur Unfallverhütung am Arbeitsplatz. Da sie ihre Arbeit zu einem grossen Teil kniend verrichten, tragen sie immer Knieschoner. Gegen Staub und Lärm schützen sie sich mit Maske und Gehörschutz.

 
 

 

Berufsverhältnisse

Boden-Parkettleger/innen werden vor allem von Fachgeschäften für Bodenbeläge und/oder Parkett sowie von Innendekorationsbetrieben beschäftigt. Die meisten dieser Gewerbebetriebe führen sowohl textile und elastische Beläge als auch Holzböden. Anstellungsmöglichkeiten bieten auch Handelsfirmen, wo Boden-Parkettleger/innen als technische Berater/innen oder als Disponenten und Disponentinnen tätig sind.

Boden-Parkettleger/innen haben gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Mit einer verkürzten Grundbildung in der jeweils anderen Fachrichtung verbessern sich die Arbeitsmöglichkeiten.

Fertigparkett 

Fertigparkett ist ein bereits verlegefertig produzierter Bodenbelag aus Holz bzw. mit Holzoberfläche für Räume in geschlossenen Gebäuden.

Beim Fertigparkett sind die einzeln zu verlegenden Stäbe oder Planken schon fertig versiegelt oder geölt etc. Das Parkett aus Massivholz oder als Mehrschichtparkett (Edelholznutzschicht auf ein Trägersystem aus meist günstigerem Nadelholz oder Multiplex mit oder ohne Gegenzug aufgebracht) ist frei von Oberflächenfehlern und besonders passgenau verarbeitet. Der Vorteil liegt im Besonderen in der einfachen und kostengünstigen Montage auf der Baustelle, da schleifen, kitten und endbehandeln entfällt. Ein Fertigparkett ist wesentlich schneller „bewohnbar“. Einfache Mehrschichtparkettböden sind wegen der im Vergleich zum Stabparkett wesentlich dünneren Nutzschicht (meist nur 2–6 mm) auch günstiger als Stab- oder Mosaikparkett. Eine besonders hochwertige Variante ist scharfkantiges Massivparkett als Fertigparkett mit lackierten Oberflächen.

Ein abgenutzter oder verkratzter Parkettboden kann durch Abschleifen und anschließende Neulackierung renoviert werden. Bei Mehrschichtparkettboden ist dies wegen der geringen Dicke der Nutzschicht jedoch nur ein- oder zweimal möglich, da dann die oberste Holzschicht „durchgeschliffen“ ist und der Untergrund sichtbar wird.

Unterscheidungsmerkmale

Fertigparkett gibt es von mehreren Herstellern in verschiedenen Varianten, welche sich durch einige Kriterien voneinander unterscheiden.

Holzart

Parkette werden traditionell aus Eiche, Buche oder Nadelholz hergestellt. Es gibt jedoch auch Parkette aus anderen Hölzern wie Kirsche, Ahorn, Esche, Nussbaum, Birke oder Teak.

Die Holzarten unterscheiden sich neben dem Aussehen in ihrer Struktur und Festigkeit. Die Härte von Holzbelägen wird mit dem Brinell-Verfahren ermittelt. Dabei wird unter definierten Umgebungsvoraussetzungen eine Stahlkugel auf das Holz gedrückt. Deren Abdruck wird vermessen und gibt die Härte des Holzbelags wieder.

Sortierung

Die meisten Hersteller bieten ihre Parkette in unterschiedlich sorgfältiger Auslese an. Eine feinere Aussortierung von Holzstücken mit Fehlern und Astlöchern sorgt für ein gleichmäßigeres Aussehen des Bodenbelags. Werden die Holzstücke nicht aussortiert, bleibt ein urwüchsiges, rustikales Aussehen.

Schichtaufbau

Massivparkett als Fertigparkett ist aus einem massiven Stück Holz. Beim Mehrschichtparkett ist der Schichtaufbau ein wesentliches Qualitäts- und Unterscheidungsmerkmal. Die oberste Schicht ist immer die, wahlweise geölte oder lackierte, Echtholzschicht. Darunter können sich eine oder mehrere Träger- und Stabilitätsschichten befinden. Meist werden für diese Schichten Fichtenstäbe verwendet. An einigen Fertigparkettsorten ist eine Trittschalldämmung direkt als unterste Schicht angebracht, bei anderen ist eine separate Trittschalldämmung als Untergrund zu verlegen.

Verlegeweise

Ursprünglich wurde Mehrschichtparkett immer durch Anleimen der zusammenzusteckenden Nut und Feder stabilisiert und feuchtigkeitsfest gemacht. Seit einiger Zeit werden jedoch immer mehr Mehrschichtparkette zur leimlosen Verlegung und/oder mit diversen „Klick-Systemen“ zur einfacheren Montage angeboten. 2-schicht Fertigparkett ist schubfest zu verlegen, also zu kleben oder zu nageln.

Anmerkungen zur Verarbeitung

Fertigparkett kann teilweise, je nach Art, schwimmend (ohne am Unterboden befestigt zu werden) verlegt werden. Dabei ist, wie bei dem mit dem Untergrund fest verbundenen Fertigparkett, eine Dehnungsfuge zur Wand bzw. beim Übergang auf andere Bodenbeläge zu erstellen. Diese verhindert eine Wölbung des Bodenbelages bei Feuchtigkeitsänderung (Quellen und Schwinden).

Unterschied zu Laminat

Parkett, sowie auch Fertigparkett, besitzt immer zumindest eine aus Echtholz gefertigte oberste Schicht, während der preisgünstigere, Parkett nachahmende, Bodenbelag Laminat lediglich eine in Farbe und Struktur holzähnliche Kunststoffoberfläche besitzt.

Quelle : Wikipedia

PVC-Polyvinylchlorid

Polyvinylchlorid

Strukturformel
Struktur von Polyvinylchlorid
Allgemeines
Name Polyvinylchlorid
Andere Namen
  • PVC
  • IUPAC: Polychlorethen
CAS-Nummer 9002-86-2
Art des Polymers amorpher Thermoplast
Monomer
Monomer Vinylchlorid
Summenformel C2H3Cl
Molare Masse 62,5 g·mol−1
Eigenschaften
Typ PVC-U (PVC hart) PVC-P (PVC weich)
Aggregatzustand fest fest
Dichte 1,38–1,40 g·cm−3 1,20–1,35 g·cm−3
Schmelzpunkt Zersetzung > 180 °C [1] Zersetzung > 180 °C [1]
Glastemperatur 79[2]
Härte 75–155
Schlagzähigkeit gering [3]
Elastizitätsmodul 1000–3500 MPa
Wasseraufnahme gering [3] gering [3]
Löslichkeit praktisch unlöslich in Wasser [1]
löslich in organischen Lösungsmitteln (Aceton sowie Ester und Fleckenreinigungsmittel) wenn Molgew. ≤ 30.000Da [3]
praktisch unlöslich in Wasser [1]
löslich in organischen Lösungsmitteln (Aceton sowie Ester und Fleckenreinigungsmittel) wenn Molgew. ≤ 30.000Da [3]
Chemische Beständigkeit beständig gegen konz. und verd. Alkalien, Öle, aliph.Kohlenwasserstoffe
Zersetzung durch oxidierendeMineralsäuren [3]
beständig gegen konz. und verd. Alkalien, Öle, aliph.Kohlenwasserstoffe
Zersetzung durch oxidierendeMineralsäuren [3]
Wärmeleitfähigkeit gering [3] gering [3]
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [4]

07 – Achtung

Achtung

H- und P-Sätze H: 315319335
EUH: keine EUH-Sätze
P: 261-​305+351+338 [4]
Gefahrstoffkennzeichnung [1]

keine Gefahrensymbole
R- und S-Sätze R: keine R-Sätze
S: keine S-Sätze
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Polyvinylchlorid ist ein amorpher thermoplastischer KunststoffPVC (Kurzzeichen) ist hart und spröde und wird erst durch Zugabe von Weichmachern und Stabilisatoren weich, formbar und für technische Anwendungen geeignet. Bekannt ist PVC durch seine Verwendung in Fußbodenbelägen, zu Fensterprofilen, Rohren, für Kabelisolierungen und -ummantelungen und für Schallplatten, die in der englischen Sprache „Vinyls“ genannt werden.

Inhaltsverzeichnis

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Aufbau

Vinylchlorid zu Polyvinylchlorid

Polyvinylchlorid wird durch radikalische oder ionische Polymerisation aus dem Monomer Vinylchlorid (chemische Formel H2C=CHCl) erzeugt.

Eigenschaften

mechanische und elektrische Eigenschaften
Vergleichsparameter PVC-U (PVC hart) PVC-P (PVC weich)
Dichte in g/cm3 1,38−1,40 1,20−1,35
Zugfestigkeit in N/mm2 (nach DIN 53455) 50−75 10−25
Reißdehnung/Reißfestigkeit in % (nach DIN 53455) 10−50 170−400
Zug-E-Modul in N/mm2 (nach DIN 53457) 1000−3500 k.A.
Kugeldruckhärte 10-Sekunden-Wert in N/mm2 DIN 53456 75…155 k.A.
Schlagzähigkeit kJ/m2 (nach DIN 53453) > 20 o.
Kerbschlagzähigkeit in kJ/m2 (nach DIN 53453) 2−75 o. Br.
spezifischer Durchgangswiderstand (nach DIN 5348) in Ω 2 > 1015 > 1011
Oberflächenwiderstand (nach DIN 53482) in Ω 1013 1011
Gebrauchstemperatur in °C −50 − +60 k.A.
Dielektrizitätszahl εr (nach DIN 53483, bei 50 Hz) 3,5 4−8
Dielektrizitätszahl εr (nach DIN 53483, bei 106 Hz) 3,0 4…4,5

Kalottenmodell von Polyvinylchlorid

Durch den Zusatz von Weichmachern lässt sich die Härte und Zähigkeit von PVC gut variieren. Es lässt sich gut einfärben. PVC nimmt kaum Wasser auf, es ist beständig gegen SäurenLaugenAlkoholÖl und Benzin. Angegriffen wird PVC von AcetonEtherBenzolChloroform, und konzentrierter SalzsäureHart-PVC lässt sich gut, Weich-PVC schlecht spanabhebend verarbeiten. Bei Temperaturen von 120 °C bis 150 °C kann es spanlos verformt werden. Verbindungen können mit Klebstoffen (Lösungsmittelklebstoffe, Zweikomponentenklebstoffe) oder durch Schweißen (verschiedene manuelle und maschinelle Schweißverfahren) hergestellt werden.

PVC brennt mit gelber, stark rußender Flamme und erlischt ohne weitere externe Beflammung schnell. Aufgrund des hohen Chlorgehalts ist PVC im Gegensatz zu anderen technischen Kunststoffen wie beispielsweisePolyethylen oder Polypropylen schwer entflammbar. Bei Bränden von PVC-Kunststoffen entstehen allerdings Chlorwasserstoff, Dioxine und auch Aromaten.

PVC ist ein guter Isolator. Die Ausbildung von Dipolen und deren ständige Neuausrichtung im elektrischenWechselstromFeld führt im Vergleich zu den meisten anderen Isolatoren zu hohen Dielektrizitätsverlusten. Wegen der hohen Festigkeit des Kabelmantels und der guten Isoliereigenschaften sind PVC-Niederspannungskabel für die Verlegung unter Putz oder im Freien sehr gut geeignet.

Geschichte

Der französische Chemiker Henri Victor Regnault war 1835 der erste, der im Gießener Laboratorium von Justus von Liebig Vinylchlorid herstellte und bemerkte, dass sich daraus bei längerer Einwirkung von Sonnenlicht ein weißes Pulver – Polyvinylchlorid – bildete, konnte die Bedeutung seiner Entdeckung jedoch nicht erkennen.

Mit ein Grund für den heutigen Einsatz von Polyvinylchlorid ist sicher die Verwendung eines anderen Stoffes und ein daraus entstehendes Abfallproblem. Mit dem Aufblühen der chemischen Industrie wurde der Rohstoff Natronlauge, der auch heute für viele Prozesse und Verfahren eingesetzt wird, in immer größeren Mengen hergestellt. Die wichtigsten Einsatzbereiche der Natronlauge sind die Verarbeitung in der Seifenindustrie, die Celluloseherstellung und die Gewinnung von Aluminium ausBauxit. Die Natronlauge wurde mit Hilfe elektrolytischer Zersetzung aus Kochsalz (Natriumchlorid) gewonnen, übrig blieb dabei Chlor und Wasserstoff.

1912 erhielt der deutsche Chemiker Fritz Klatte von der Chemischen Fabrik Griesheim-Elektron (Griesheim bei Frankfurt), später ein Produktionsort der Firma Hoechst, den Auftrag, für den in großen Mengen vorhandenen Rohstoff Ethen (Ethylen) neue Umsetzungsprodukte zu finden. Auch er setzte für seine Versuche, wie zuvor Regnault, Glasgefäße mit Vinylchlorid und verschiedenen Zusätzen dem Sonnenlicht aus. Seine Forschungen führten 1912 zur Synthese von Vinylchlorid ausAcetylen und Chlorwasserstoff. 1913 erhielt Klatte das Patent auf die „Polymerisation von Vinylchlorid und Verwendung als Hornersatz, als Filme, Kunstfäden und für Lacke“.

Er legte damit die Grundsteine für die Herstellung von PVC, das vorerst nur die Bindung von Chlor ermöglichte und so die Lagerung in großen Mengen gestattete. Mit der Rohstoffknappheit während und nach dem Ersten Weltkrieg wurden die Anstrengungen verstärkt, PVC als Rohstoff zu nutzen, um teure Rohstoffe durch kostengünstige Materialien zu ersetzen. Es kam jedoch erst Ende der 1920er Jahre zu weiteren Anwendungen. 1928 erfolgte die großtechnische Ausweitung durch Produktion in den USA und 1930 in Rheinfelden (Baden) durch die BASF; 1935 nahm die I.G. Farben die PVC-Produktion auf.

1935 gelang in Bitterfeld die Plastifikation von Hart-PVC bei Temperaturen von 160 Grad Celsius: erste Produkte waren Folien und Rohre. Letztere wurden 1935 in Bitterfeld und Salzgitter verlegt. Eine Produktmarke dieser Zeit, die umgangssprachlich auch das Ende der im Namen enthaltenen IG-Farben noch eine Zeitlang überlebte, war das Igelit. Nach 1945 war PVC der meistproduzierte Kunststoff der Welt. Im Jahr 1948 wurden schließlich Schallplatten aus PVC hergestellt, das den Schellack endgültig ablöste. Daher rührt auch die heutige Bezeichnung Vinylplatte.

Die Entwicklung der Chlorchemie beruht ursächlich auf der leichten Zugänglichkeit chlorierter Paraffine und der damit zugänglichen Palette von daraus ableitbaren Substanzen und Materialien. Begünstigt wurde dies dadurch, dass die bei der Herstellung von Natronlauge durch elektrolytische Zersetzung von Natriumchlorid entstehenden großen Mengen an Chlor zu lagern und einer Verwendung zuzuführen waren. Möglich wurde dies durch die großtechnische und kommerzielle Erschließung des thermoplastischen Materials PVC.

Technik

Ursprünglich wurde das Carbidverfahren zur Herstellung von Vinylchlorid (VCM = Vinylchloridmonomer) verwendet. Dabei wird aus Calciumcarbid durch die Umsetzung mit Wasser Acetylen gewonnen. Das Acetylen seinerseits wird mit Salzsäure (HCl) zu Vinylchlorid umgesetzt. Dieses Verfahren spielt in Europa keine Rolle mehr, wohl aber ist es in China das eher dominierende Herstellungsverfahren. Heute wird aus Rohöl Ethen gewonnen. Chlor wird großtechnisch vor allem in der Chlor-Alkali-Elektrolyse aus Kochsalz gewonnen. Das Chlor wird im ersten Schritt an das Ethen addiert, und es entsteht 1,2-Dichlorethan. In einem zweiten Schritt wird daraus HCl abgespalten, wobei VCM entsteht. Unter Druck und Zugabe von Initiatoren und anderen Additiven wird VCM in einem Autoklaven zum PVC polymerisiert. Im Wesentlichen sind drei verschiedene Polymerisationsverfahren bekannt. Das historisch gesehen älteste Verfahren ist die Emulsionspolymerisation (erstmals 1929). Die Initiatoren (zum Beispiel Peroxide und andere Perverbindungen) sind in diesem Falle wasserlöslich. Man erhält das sogenannte E-PVC. Wird das VCM durch intensives Rühren im Wasser verteilt und ist der Initiator (zum Beispiel organische Peroxide, Azobisisobutyronitril [AIBN]) im Monomeren löslich, so spricht man von der Suspensionspolymerisation, das zum S-PVC führt. Wird kein Wasser während der Polymerisation genutzt, so spricht man von Block- bzw. Masse-PVC, auch M-PVC genannt. Dabei ist der Initiator im monomeren Vinylchlorid gelöst.

Heute wird PVC nach der Anwendung in PVC-weich (PVC-P /P=plasticized) und PVC-hart (PVC-U /U=unplasticized) unterteilt. Aus Hart-PVC werden Rohre und Profile, zum Beispiel für Fenster hergestellt, ferner Pharmazie-Folien. PVC-weich enthält bis zu 40 % WeichmacherPVC-hart enthält grundsätzlich keinen Weichmacher. PVC-P spielt in Kabelanwendungen eine große Rolle. Allerdings findet es auch in Fußbodenbelägen, Schläuchen, Schuhsohlen, Dachabdichtungen, „Gummi“-Handschuhen seine Anwendung.

PVC ist ein thermoplastischer Kunststoff, der normalerweise im Temperaturbereich von 160 bis 200 Grad Celsius verarbeitet wird. Das an sich spröde und harte PVC wird mit Additiven, in erster Linie Stabilisatoren, Weichmachern, Schlagzäh-Modifier an die verschiedensten Einsatzgebiete angepasst. Die Additive verbessern die physikalischen Eigenschaften wie die Temperatur-, Licht- und Wetterbeständigkeit, die Zähigkeit und Elastizität, die Kerbschlagzähigkeit, den Glanz und sie dienen der Verbesserung der Verarbeitbarkeit. An die verwendeten PVC-Additive werden hohe Anforderungen gestellt: Sie müssen in möglichst geringer Konzentration eine hohe Wirkung erzielen, die durch die unterschiedlichen Herstellungsprozesse für das Kunststoffformteil nicht beeinträchtigt werden darf. Sie müssen eine gute Verarbeitbarkeit garantieren und dem Formteil während dessen Gebrauchsdauer die gewünschten Eigenschaften verleihen. Sie sollen auch aus Konsumentensicht sicher anwendbar sein.

Der Zusatz von Thermostabilisatoren ist notwendig, wenn Verarbeitungen bei Temperaturen zwischen 160 °C und 200 °C stattfinden. Bei diesen Temperaturen beginnt ansonsten der Zersetzungsprozesse unter Abspaltung von HCl Chlorwasserstoff. Wenn das PVC bei der Weiterverarbeitung erhöhten Temperaturen ausgesetzt ist (zum Beispiel durch Heizelementschweißen bei 260 °C), muss das Additivpaket darauf abgestimmt sein.

Der Zusatz von Weichmachern verleiht dem von Natur aus harten Werkstoff plastische Eigenschaften, wie Nachgiebigkeit und Weichheit. Als Weichmacher werden vor allemPhthalsäureester eingesetzt. Weniger Bedeutung haben Adipinsäureester und Phosphorsäureester. Die Weichmacher lagern sich bei der thermoplastischen Verarbeitung zwischen die Molekülketten des PVC ein und lockern dadurch das Gefüge. Diese Einlagerung ist eine physikalische Aufdehnung der Struktur, sodass trotz der geringen Flüchtigkeit eine Migration und Gasabgabe erfolgt. Dadurch kommt es je nach Anwendungszweck zu einer sorbierten Oberflächenschicht oder auch zur Wanderung des Weichmachers in angrenzende Materialien oder auch durch den Luftraum in benachbarte Substanzen. Weichmacher auf der Basis Dioctylphthalat (DOP) migrieren. Produkte auf anderer Basis, die auf Grund wesentlich niedrigerer Dampfdrücke langsamer migrieren, sind deutlich teurer, werden aber zunehmend zumindest in Europa eingesetzt.

Durch sogenannte Schlagzähmodifier werden Eigenschaften wie die Kerbschlagzähigkeit verbessert. Solche Modifier bestehen in der Regel aus speziellen Acrylatpolymeren oder chloriertem Polyethylen. Durch Modifier wird auch die Verarbeitung von PVC verbessert, so wird eine schnellere Plastifizierung von PVC erreicht.

Dry-Blends sind spezielle Mischungen mit PVC-Pulver.

Verwendung

Nahezu 40 % der PVC-Anwendungen werden als Fensterprofile, Rohre, Fußbodenbeläge und Dachbahnen im Bausektor eingesetzt. Rohre setzen sich auf Grund der glatten Innenfläche weniger zu, Fensterprofile sind pflegeleicht, wartungsarm und witterungsbeständig, sie sind in den verschiedensten Farben und Dekors herstellbar. PVC wird auch für schwerentflammbare Kabel eingesetzt. Verbreitet sind PVC-Folien in verschiedenen Anwendungen, so etwa für Wasserkerne von Wasserbetten. Für Kunstleder werden ebenfalls PVC-Folien verwendet.

PVC findet verbreitet Verwendung in der Elektroindustrie, als Isolationsmaterial für Kabel, als Schalterdose oder als Einziehrohr. Kreditkarten und ähnliche, wie Telefonwertkarten, sind meist aus PVC. PVC-Hartschaum findet in der Faserverbundtechnologie Verwendung als Sandwichwerkstoff. Anwendungsgebiete sind Sportboote, Rotorblätter für Windkraftanlagen und der Waggonbau. Geschäumtes PVC in Plattenform (FOREX®) wird als Trägermaterial für Werbemedien, wie ausgeplottete Schriftzüge, Bilder und Grafiken verwendet, vor allem wegen des geringen Gewichts und der einfachen Verarbeitung. Spezielle Präparationen finden ihren Einsatz bei künstlerischen Installationen und Events. Stark weichgemachte PVC-Folien werden als Anti-Slip-Unterlagen angeboten.

In einigen Anwendungsbereichen können auch andere Kunststoffe wie Polypropylen (PP) oder Polyethylen (PE) PVC ersetzen. Vorteilhaft ist dabei der Wegfall von Weichmachern, die aus Weich-PVC ausdünsten (typischer Plastik-Geruch) und gesundheitsschädlich sind. Auch die dem PVC zugeschriebene Säure-, Öl- und Seewasser-Beständigkeit sind oft nicht erforderlich. Einige Umweltverbände raten deshalb, die Herstellung von PVC auf einige wenige Spezialanwendungen einzuschränken.

Wirtschaft

Die PVC-Produktion nimmt weiterhin weltweit zu. In den letzten Jahren wurde ein Wachstum von durchschnittlich 5 % pro Jahr erzielt. Somit kann die weltweite PVC-Produktion bis zum Jahr 2016 von derzeit 34 Millionen Tonnen auf voraussichtlich 40 Millionen Tonnen pro Jahr ansteigen.[5] Vorwiegend werden Fenster mit PVC-Rahmen exportiert. Häufig wird PVC für Rohre in Kabeltrassen und für Membrandächer eingesetzt, auch für Bodenbeläge. Im Jahr 2001 erbrachten in Deutschland 150.000 Beschäftigte in 5.000 Unternehmen einen Umsatz von 20 Milliarden Euro, das ist etwa ein Viertel der gesamten Kunststoffbranche.

Nachhaltigkeit

Die europäische PVC-Branche hat im März 2000 eine Selbstverpflichtung zur nachhaltigen Entwicklung verabschiedet. Jedes Jahr wird ein Bericht über das jeweils abgelaufene Jahr veröffentlicht.[6] Es werden fünf Nachhaltigkeitsforderungen für PVC beschrieben, die auf der Basis des Frameworks von The Natural Step (TNS) erarbeitet wurden. Viele Maßnahmen innerhalb von Vinyl 2010 stimmen in der Tat mit den TNS-Nachhaltigkeitsherausforderungen überein.

  • TNS-Nachhaltigkeitsherausforderung für PVC Nr. 1 beschäftigt sich mit dem Endprodukt intrinsischen Energie- und CO2-Mengen. Das Endziel ist die Erlangung der CO2-Neutralität.
  • Kontrollierte, geschlossene Kreisläufe sind das Ziel von TNS-Nachhaltigkeitsherausforderung Nr. 2. Hydro Polymers und dessen neuen Eigentümer INEOS sind wichtige Akteure innerhalb der Recovinyl-Initiative im Rahmen von Vinyl2010.
    Eine von vielen Initiativen seitens Hydro Polymers betrifft die Entwicklung einer neuen Produktlinie EcoVin®, das weitgehend aus post-industriellen, aufgearbeiteten PVC-Abfällen von Endkunden besteht und eine Differenzierung von der traditionellen Neuware darstellt. Vinyl 2010 bietet auf starke, beeindruckende Weise in Form von Recovinyl eine Plattform dazu. Recovinyl bietet finanzielle Anreize (Incentives), um das Sammeln von PVC-Abfällen aus dem Bau- und Abbruchgewerbe zu fördern. Sein Ziel ist es, eine ständige Lieferung von Post-Consumer-PVC-Abfällen für das Recycling in Europa sicherzustellen. Recovinyl arbeitet dabei mit den verschiedensten Partnern zusammen: Konsumenten, Gemeinenden, Recyclern, Unternehmen im allgemeinen und Abfallmanagement-Unternehmen im besonderen sowie mit der Europäischen Kommission und nationalen Landesregierungen. Seit 2005 steigen die recyclierten Mengen ständig. 2008 war ein erfolgreiches Jahr für dieses Projekt. Die Abfallregistrierung im Jahr 2008 erbrachte 12.365 PVC-Liefereingänge. 198.000 Tonnen registriertem PVC-Abfall wurden erfasst und recycliert.[7]
  • Die Emission von POPs während des gesamten Lebenszyklus eines PVC-Produkts ist der Fokus der 3. TNS-Nachhaltigkeitsherausforderung für PVC. Hydro Polymers hat wichtige Schritte in Richtung zur Beseitigung der diffusen Emissionen von potenziell persistenten Stoffen in der PVC-Herstellung gesetzt. Man hat Gummidichtungen durch Titan-Dichtungen wegen der Neigung von Gummioberflächen zur Dioxinbildung ersetzt.
  • Betrachtet man den Einsatz von Additiven, die nicht nur durch ihre Eigenschaften bezüglich der direkten Toxizität zur vollständigen Nachhaltigkeit von PVC-Produkten beitragen, so kommt man zur 4. TNS-Nachhaltigkeitsherausforderung für PVC. Die Additive bestimmen nicht nur beim Gebrauch, sondern im gesamten Lebenszyklus des Produkts und darüber hinaus während der Wiederverwertung das Nachhaltigkeitspotenzial. Das Ergebnis der extensiven Untersuchungen, die unter der Federführung von Hydro Polymers gemacht wurden sind in Zusammenarbeit mit den strategischen Zulieferern von Rohstoffen[8] In diesem Programm gemeinschaftlicher Untersuchungen sind drei Strategic Supplier Sustainability-Workshops eingebunden gewesen. Ein österreichischer PVC-Stabilisatorhersteller hat in einem gemeinsamen Projekt mit Hydro Polymers seine Rohstoffe, Prozesse und Produkte für Rohranwendungen im Rahmen des TNS-Frameworks evaluiert und gefunden, dass beide Alternativen das beste Potenzial zur vollständigen Nachhaltigkeit haben[9].
  • Die Verpflichtung zur Sensibilisierung für eine nachhaltige Entwicklung in der gesamten PVC-Branche wird in der 5. TNS-Nachhaltigkeitsherausforderung untermauert. Gemeinsam mit Rohm und Haas (kürzlich von Dow Chemical Company übernommen) hat Hydro Polymers einen Weiterbildungskurs an der Blekinge Tekniska Högskola (Technische Universität Belkinge) in Karlskrona (Schweden) initiiert. Dieser Fernlernkurs hat die Entwicklung in der PVC-Industrie in Richtung Nachhaltigkeit beschleunigt. An diesem Kurs haben Schlüssellieferanten und –kunden von Hydro Polymers teilgenommen.[10].

Umwelt- und Gesundheitsaspekte, Gefahren

PVC ist eine chemisch sehr stabile Verbindung, die kaum verrottet. Sonnenlicht wirkt an der Oberfläche wenig zersetzend. Die mechanischen Eigenschaften werden nicht beeinträchtigt. Produkte und Verpackungen aus PVC sind (meer-)wasser- und luftbeständig und damit während der Zeit einer Mülldeponierung weitestgehend grundwasser– und umweltneutral.

Wird PVC verbrannt, bildet sich ätzender gasförmiger Chlorwasserstoff, der mit Wasser oder Luftfeuchtigkeit Salzsäure bildet. In Müllverbrennungsanlagen wird diese mit Kalk in den Ablüftungsanlagen neutralisiert. Bei den Temperaturen von PVC-Bränden entstehen hochgiftige Dioxine. Die Verbrennung erfolgt unvollständig und rußend. Der entstehende Rauch undRuß enthält polykondensierte Aromaten, wie Benz(a)-Pyren, Pyren und Chrysen, die hochgiftig und karzinogen wirken. Eine weitere Gefahr geht von schwermetallhaltigen Stabilisatoren wie etwa Bleidistearat aus.

Auch die Verwertung in Müllverbrennungsanlagen kann so die Umwelt beeinträchtigen, wenn nicht die besonderen Bedingungen eingehalten werden. Für PVC-Bauprodukte wie Rohre und Fenster gibt es flächendeckende Rücknahmesysteme der kunststoffverarbeitenden Industrie. So sollen Umweltschäden durch die kommunale Müllentsorgung verringert werden.

Als erste Arbeiter in der PVC-Produktion an Deformationen der Fingerendgliedmaßen erkrankten oder schwere Leberschäden bis hin zu Leberkrebs (Hämangioendothelsarkom) aufwiesen, wurde der Arbeitsschutz bei der Herstellung und Weiterverarbeitung von PVC verbessert. Die „VC-Krankheit“ wurde von den Berufsgenossenschaften als Berufskrankheitanerkannt.[11] Der Ausgangsstoff für PVC Vinylchlorid kann beim Menschen Krebs erzeugen und wirkt erbgutverändernd. Auch andere Ausgangsstoffe der PVC-Herstellung sind bedenklich.

Weich-PVC ist durch die enthaltenen Weichmacher je nach Einsatzbereich physiologisch bedenklich. Für Spielzeuge ist der Einsatz von Weich-PVC problematisch, obwohl es wegen seines günstigen Preises und der Eigenschaften verbreitet ist. Trotz des geringen Dampfdrucks können Weichmacher über Speichel, Hautkontakt oder die Atemwege in den kindlichen Körper gelangen. Die Phthalatweichmacher sind zum Teil leber- und nierenschädigend und stehen im Verdacht, krebserzeugend zu wirken. Dies ergaben mehrere Untersuchungen bei denen sich deutliche Spuren im Blut fanden. Diethylhexylphthalat (DEHP) wurde durch eine EU-Arbeitsgruppe im Jahr 2000 als frucht- und fruchtbarkeitsschädigend eingestuft. Weich-PVC mit Phthalatweichmachern wurde in der EU im Jahre 1999 für Kleinkinderspielzeug verboten.

„Der menschliche Organismus nimmt PVC-Weichmacher in höheren Mengen auf, als bisher angenommen. Besonders gefährdet sind Kinder. Die weit verbreiteten Weichmacher Phthalate gelten als höchst gesundheitsgefährdend, weil sie in den Hormonhaushalt des Menschen eingreifen und die Fortpflanzung bzw. Entwicklung schädigen“

– Umweltbundesamt

In Lebensmittelverpackungen ist Weich-PVC problematisch, wenn nicht durch Sperrschichten das Einwandern in die Lebensmittel verhindert wird. Für fetthaltige Lebensmittel sollte Weich-PVC unbedingt vermieden werden, da Weichmacher gut vom Fett aufgenommen werden.

Bestimmung

Bei einer Brennprobe riechen die Gase nach Chlorwasserstoff. Beim Verbrennen auf Kupfer färbt sich die Flamme grün (siehe Beilsteinprobe). Für eine solche Brennprobe als auch die Beilsteinprobe sollten (außerhalb der Untersuchungslabore) nur Kleinstmengen benutzt werden, da gesundheitlich bedenkliche chlororganische Verbindungen entstehen.

PVC-Entsorgung

Zur PVC-Entsorgung gibt es drei Verfahren:

Deponierung von organischen Abfällen

Dieses Verfahren war nur bis zum 31. Dezember 2004 erlaubt. Bis zum Jahr 1989 deponierte man etwa siebzig Prozent des Abfallvorkommens. (Hart-PVC vergeht nicht und schadet auch weder Wasser noch Luft, allerdings beanspruchte er großen Raum der Deponie und dies wegen der Unvergänglichkeit für einen langen Zeitraum.) Es kann keine Prognose getroffen werden, ob das Hart-PVC nicht doch irgendwann durch Mikroorganismen oder chemische Vorgänge angegriffen werden kann. Von den PVC-weich-Stoffen kann man aber mit großer Sicherheit behaupten, dass diese aufgrund ihres Weichmachers das Sickerwasser und somit die Umwelt verschmutzen.

Werkstoffliches Recycling

Mittlerweile hat man die Möglichkeit, die PVC-Abfälle wiederzuverwenden und als Recyclingmaterial in neue Produkte einzufügen. Während anfangs etwa achtzig Prozent Neu-PVC mit zur Mischung gegeben werden mussten, kann man heute mit etwa siebzig Prozent Recyclingmaterial einen gleich hochwertigen und qualitativ guten Kunststoff herstellen. Ein Vorteil dieser Recyclingmethode ist, dass durch die Verarbeitung unterhalb von 200 Grad Celsius keine hohen Emissionsmengen entstehen können.

Stoffliches Chlorrecycling

Dieses Chlorrecycling-Konzept besteht seit Mitte der achtziger Jahre. Die bei der Verbrennung von PVC gewonnene Salzsäure wird gereinigt und zurück in den PVC-Kreislauf eingeleitet, oder sie wird direkt auf den Markt gegeben.

Siehe auch

Literatur

  • Schrader, Franke: Kleiner Wissensspeicher Plaste. Zentralinstitut für Schweißtechnik Halle (ZIS). Technisch-wissenschaftliche Abhandlung. Bd 61. VEB Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie, Leipzig 1970.
  • Charles Levinson: PVC zum Beispiel. Krebserkrankungen bei der Kunststoffherstellung. Rowohlt, Reinbek 1985.
  • Robert Hohenadel, Torsten Rehm, Oliver Mieden: Polyvinylchlorid (PVC). Kunststoffe 10/2005, S. 38–43 (2005), ISSN 0023-5563
  • Andrea Westermann: Plastik und politische Kultur in Westdeutschland. Chronos, Zürich 2007; ISBN 978-3-0340-0849-5doi:10.3929/ethz-a-005303277.

Bodenbeläge

Bodenbeläge

Bodenbelag ist der Nutzbelag des Fußbodens eines Gebäudes.

Einteilung

 

Bodenbelag Laminat

 

Teppichboden

 

Fugenloser Sichtestrich auf Zementbasis

 

Parkettfußboden (1768)

 

Rosenpitz, ein historisches Verlegemuster aus Naturwerkstein

Bodenbeläge lassen sich einteilen in Textile Beläge (Teppichboden, Spannteppich) und nicht textile Beläge. Klassische hingelegte Teppiche gelten nicht als Bodenbelag, da sie nicht baufest sind, sondern als normales Mobiliar.

Textile Beläge nach dem Material:

  • Webteppiche
  • Tuftingteppiche
  • Wirkteppiche (Strickteppiche)
  • Bondingteppiche
  • Nadelvliesteppiche

Nicht-textile Beläge:

  • elastische Beläge
    • homogene Kunststoffbeläge (PVC-, Polyolefinbeläge)
    • mehrschichtige Kunststoffbeläge (PVC-, CV (cushioned vinyl)-Beläge)
    • Kautschukbeläge
    • Linoleum
    • Korkbeläge
    • Lederbeläge
    • Balatum
  • Hartbeläge
    • Laminatboden
    • Fertigparkett
    • Parkett
    • Dielenboden
    • Holzpflaster
  • Mineralische Beläge
    • Natur(werk)stein
    • Steinteppich
    • Terrazzo (siehe auch Betonwerkstein)
    • keramische Fliesen
    • Steinpflaster
    • Gußasphalt
    • Halbstarrer Belag
    • Sichtestrich

Auch ist eine Einteilung nach der Beanspruchungsklasse möglich.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Plattenlegerarbeiten2

Plattenlegerarbeiten

Keramikfliesen sind keramische Platten, die als Wandverkleidung sowie als Beläge für den Boden, Arbeitsflächen, Fenstersimse und andere Flächen im Innen- wie Außenbereich verwendet werden. Der Begriff „Fliese“ wird auch für Naturstein, Glas, Teppich usw. genutzt, um Bauteile ähnlicher Form und Verwendung zu klassifizieren. In der Schweiz spricht man von „Plättli“, während in der Schriftsprache meistens „Platten“ oder „Plättchen“ verwendet wird. Der Begriff Kachel ist eher im Süddeutschen und in Österreich verbreitet

Geschichte

Fliesen als Außenschmuck am Felsendom, Jerusalem

Keramik stammt von dem griechischen Wort für Ton, „Keramos“, ab. Tonminerale entstehen aus den überwiegend feinstkörnigen Erweiterungsprodukten von Feldspaten, die mit unterschiedlichsten Beimengungen abgelagert wurden. Die Zusammensetzung des Tons, die Aufbereitung und der Brand bestimmen die Farbe des unglasierten Scherbens.

Die ersten Gegenstände aus gebranntem Ton stellten Menschen vor ca. 30.000 Jahren her, während die ersten keramischen Gefäße vor ca. 11.000 Jahren im Nildelta entstanden sind. Die ersten europäischen Keramikindustrien waren im Römischen Reich zu finden: Rote, glasierte Gebrauchskeramik, Terra Sigillata, war im gesamten Römischen Reich verbreitet. Die typischen roten Dachziegel sind ebenfalls bereits in großen Mengen hergestellt worden. Bodenziegel kamen auch im unteren Mittelstand zur Anwendung. Die römischen Fußbodenheizungen basierten auf keramischen und somit hitzebeständigen Werkstoffen. Die rote Farbe entstand durch die kontrollierte Belüftung des Brennofens. Schwarze Keramik wurde unter Luftabschluss gebrannt und war relativ teuer, da es sehr aufwendig war, den Brennofen abzudichten.

Keramikfliesen als Wandbelag wurden im Altertum in Ägypten, Mesopotamien und Persien angewendet, besonders in der islamisch-arabischen Architektur. Mit den Mauren kamen farbig glasierte Fliesen nach Spanien und Portugal, wo sie als Azulejos bezeichnet werden.

Für das Jahr 1000 sind die ersten nichtrömischen keramischen Bodenbeläge in Deutschland nachgewiesen. Die Handelswege der Niederländer, Spanier und Italiener verbreiteten die Keramiken in ganz Europa. Allerdings war die Herstellung sehr aufwendig und teuer, da das technische Wissen der Römer zur industriellen Herstellung verloren gegangen war.

In West- und Mitteleuropa wurden Fliesen im Mittelalter vor allem als Fußbodenbelag und zur Kaminumrandung genutzt. Diese Tonplatten, auch Tonkacheln genannt[1] trugen häufig Reliefverzierungen oder es wurde andersfarbiger Ton eingelegt, so dass ein zweifarbiges Muster entstand.

Für das 15. und 16. Jahrhundert finden vor allem Fayencefliesen aus Italien, Spanien und Frankreich Erwähnung. Von dort gelangten die Fayencen nach Antwerpen, das sich zwischen 1520 und 1570 zu einem Zentrum der Fliesenherstellung entwickelte. Nach dem Frieden von Antwerpen 1609 begann in den Niederlanden die Fliesenherstellung. Obwohl die Produkte meist Delfter Fliesen genannt werden, verlor Delft als Fliesenproduzent ab 1650 an Bedeutung und wurde von Fabriken in Rotterdam, Utrecht, Haarlem und Makkum abgelöst. Die blau-weißen holländischen Fliesentableaus und Einzelfliesen erlangten eine solche Bedeutung, dass sie sogar wieder nach Portugal exportiert wurden oder dort die Herstellung von „Azulejos in der holländischen Mode“ anregten. Auch Norddeutschland und Dänemark importierten Delfter Fliesen, mit denen häufig ganze Stuben (Pesel) ausgeschmückt wurden. Entsprechend weit reichte das Bildprogramm von Bibelfliesen bis hin zu Seefahrt und Jagd.

Mit der industriellen Revolution im 19. Jahrhundert stieg die Verbreitung der keramischen Bodenbeläge stark an. Anfangs noch als Zubrot der Ziegeleien hergestellt, entstand eine eigenständige Industrie. Seit dem späten 20. Jahrhundert werden Fliesen fast ausschließlich in hochautomatisierten Fabriken hergestellt. Es gibt aber immer noch kleine handwerkliche Betriebe, die individuelle Keramiken in kleinsten Serien produzieren.

Herstellung

Rohstoffaufbereitung

Seit den Anfängen der Keramikherstellung haben sich die verwendeten Rohstoffe nur wenig geändert. Basis ist der Werkstoff Ton als Hauptinhaltsstoff. Hierbei werden je nach Anwendung Gemische aus verschiedenen Tongruben verwendet. Neben Ton gehören weitere mineralische Rohstoffe zur Rezeptur einer Keramik. Die wichtigsten Zuschlagstoffe sind Quarz, Kaolin und Feldspat. Je nach Anwendungszweck werden unter anderem auch Kalzit, Dolomite, Flussspat oder Schamotte beigemischt. Die Kunst bei der Aufbereitung ist es, unter anderem die Verhinderung der Entmischung vor der Formgebung und das Schrumpfverhalten beim Brand kontrollieren zu können. Diese Faktoren hängen zum großen Teil nicht nur von der Korngröße, sondern vor allen Dingen von der Kornform ab. Je runder die Körner sind, desto geringer wird die Festigkeit, desto geringer wird im Gegenzug die Schrumpfung.

Formgebung

Handgeformte Keramikfliesen entstehen meistens nur noch bei Cotto oder bei Spezialanwendungen. In der modernen Keramikherstellung werden das Strangpressverfahren und die Pulverpressung (auch Trockenpressung genannt) angewendet. Beim Strangpressen wird aus einer plastischen Keramikmasse durch Extrusion ein endloses Band als Einzel- oder Doppelfliesen (Spaltklinker) hergestellt und anschließend in Fliesengröße zerteilt. Im Trockenpressverfahren wird speziell aufbereitetes Keramikpulver mit hohem Druck in Formen gepresst und danach gebrannt.

Alle Fliesen weisen besondere Muster auf der Unterseite der Fliese auf, die eine bessere Mörtelverbindung schaffen. Beim Strangpressen sind es verfahrensbedingt immer Längsrillen, die auch schwalbenschwanzförmig vertieft sein können, beim Pressen können nur einfache Muster eingepresst werden.

Ein relativ neues Verfahren ist die Verwendung von Rollenpressen bei großformatigen Feinsteinzeugtafeln (l bis größer 300 cm). Hierbei wird die keramische Grundmasse zwischen zwei sich axial bewegenden Walzen gepresst. Eine reine Pulverpresse bei Plattengrößen von mehr als zwei Quadratmeter wäre nicht wirtschaftlich.

Farben

Die Farbe von unglasierten Keramikfliesen entsteht meist durch färbende Oxide. Diese Oxide sind entweder natürliche Bestandteile der Rohstoffe (beispielsweise Eisenoxid, Mangandioxid, Titandioxid) oder sie werden dem Scherben gezielt zugemischt.

Bei glasierter Keramik wird die Oberfläche durch eine auf den Scherben aufgetragene Glasur gefärbt. Beim Monoporosa-Verfahren wird die Glasur vor dem Brand aufgetragen. Beim Biporosa-Verfahren wird der Scherben erst gebrannt, abgekühlt, und mit dem Glasurrohstoff nochmals gebrannt.

Keramikarten für Wand und Boden

Schnitt durch eine Steingutfliese, sichtbar ist die dünne Glasurschicht auf der Oberseite und die Profilierung der Unterseite zur besseren Anhaftung des Klebemörtels

Produkt Produktnorm Anwendungsbereiche[2]
Steingut- Fliesen EN 14411 Gruppe BIII Wandbekleidungen im Wohnungs- und Nichtwohnungsbau
Steinzeug- Fliesen EN 14411 Gruppe Blb; BIIa; BIIb Wandbekleidungen innen im Wohnungs- und Nicht- wohnungsbau Bodenbeläge nach erforder- licher Verschleißklasse (Innen- und Außenbeläge) Behälterbau (Trinkwasser- behälter, Schwimmbäder)
Fein- steinzeug EN 14411 Gruppe BIa Vorzugsweise (Wand- und) Bodenbeläge im Wohnungs- und Nichtwohnungsbau

Typische Steingutfliese

Steingut

Steingut (DIN EN 14411, Gruppe BIII, Anhang K) ist Keramik, deren „Scherben“ nach dem Brand bei 950–1150 °C eine Wasseraufnahme von mehr als 10 Prozent aufweist. Vorteil ist die gute Bearbeitbarkeit sowie Dekorierungsfähigkeit. Aufgrund der hohen Porosität ist Steingut nicht frostfest und bleibt auf Anwendungen in Innenbereichen beschränkt. Hierbei ist die Hauptanwendung die Verwendung als glasierte Wandfliese. Bei der Herstellung von Steingut werden zwei Verfahren unterschieden. Bei dem Einbrandverfahren (Monoporosa) wird auf die Fliese direkt nach der Formgebung flüssige Glasur aufgetragen. Anschließend wird die Fliese mit einem gewünschten Muster bedruckt. Beim Zweibrandverfahren (Biporosa) wird zuerst der Scherben gebrannt. Danach wird die Fliese glasiert und bedruckt und anschließend nochmals gebrannt.

Steinzeug

Steinzeug ist definiert als eine Keramik mit einer Wasseraufnahme von unter 3 Prozent. Aufgrund der geringen Porosität ist das Material frostbeständig. Gegenüber dem poröseren Steingut hat Steinzeug eine höhere Dichte und bessere mechanische Festigkeiten. Fast alle Fliesen für stark beanspruchte Anwendungsbereiche, zum Beispiel in Industrie, Gewerbe oder für öffentliche Bereiche, sind aus unglasiertem Steinzeug. Die Rutschhemmung wird durch die Oberflächenstruktur eingestellt. Steinzeugfliesen mit Glasuren sind die klassische Bodenkeramik. Die technischen Eigenschaften der Glasur bestimmen die Abriebfestigkeit und die Rutschhemmung.

Im Gegensatz zum Steingut wird der Scherben bei 1150–1300 °C gebrannt. Durch Zugabe von Flussspat und anderen Flussmitteln kann die Porosität verringert werden.

Feinsteinzeug

Schnitt durch eine Feinsteinzeugplatte mit strukturierter Oberfläche

Feinsteinzeug (FSZ) zeichnet sich durch eine sehr geringe Wasseraufnahme von weniger als 0,5 % aus. Es stellt damit eine Weiterentwicklung der Steinzeugfliesen dar, deren Wasseraufnahme unter 3 % liegt. Die Herstellung von Feinsteinzeug erfolgt durch trockene Verpressung von fein aufbereiteten keramischen Rohstoffen mit größeren Anteilen an Quarz, Feldspaten und anderen Flussmitteln unter hohem Druck. Danach wird der Scherben in einem Rollenofen bei hohen Temperaturen (1200–1300 °C) gebrannt.

Wegen der hohen Bruchfestigkeit und der guten Verschleißeigenschaften wird FSZ bevorzugt in öffentlichen und stark beanspruchten Bereichen eingesetzt. Durch entsprechende Oberflächenstrukturen kann die Rutschsicherheit von R 9 – R13, V4, eingestellt werden.

Zunächst wurden unglasierte Fliesen hergestellt, die eine hochdichte versinterte Brennhaut aufweisen, die annähernd so resistent gegen die Bildung von Flecken ist, wie glasierte Oberflächen.

Die Brennhaut wird auch als geläppte Oberfläche bezeichnet. Dabei handelt es sich um die anpolierte Oberschicht einer Feinsteinzeug- oder einer unglasierten Steinzeugfliese. Dies geschieht mittels mechanischer Schleifung.

Ist diese Oberfläche strukturiert bzw. reliefartig gestaltet, dann erscheint der höher ragende Bereich eher glänzend, der tiefer liegende Bereich eher matt.

Poliertes FSZ besitzt keine geschlossene Oberfläche. Die Porenräume des Scherbens werden beim Polieren durch die Entfernung der sogenannten Brennhaut geöffnet, wodurch bestimmte Verunreinigungen, die nach der Verlegung auftreten, schwieriger zu entfernen sind. Je nach Herstellungsverfahren unterscheidet sich die Porosität sehr stark.

Durch das Aufbringen von farbigen Keramikpulvern oder löslichen Salzen kann die Oberfläche von unglasiertem FSZ beeinflusst werden. Allerdings sind die Möglichkeiten aufgrund des durchscheinenden Scherbens eingeschränkt. In zunehmendem Maße wird glasiertes und bedrucktes FSZ mit einer großen Vielfalt an Dekoren hergestellt. Beispielsweise können Steine, Hölzer, Stoffe, Kork, Leder etc. imitiert werden.

Glasuren auf Steinzeug und Feinsteinzeug erreichen meist nicht die Abriebfestigkeit des Trägermaterials.

Terrakotta

Basismaterial für diese Fliesenart, umgangssprachlich auch Cotto genannt, ist ein Kalkmergel, der auch als toskanischer Schieferton bezeichnet wird und Verunreinigungen aus Quarzkrümeln enthält. Das im Tagebau gewonnene Material wird mit Wasser vermengt, geknetet, durch eine Zerkleinerungsanlage (Wolf) gedreht und strang- oder trockengepresst, oder in Holzformen gedrückt und an der Luft getrocknet. Traditionell wurden auch Reliefs oder Muster in die feuchte Masse gedrückt. Teilweise wird die Oberflächenstruktur nach dem Trocknungsprozess durch die Bearbeitung mit Stahlbürsten angepasst. Der Brand erfolgt über 36–48 Stunden bei einer Temperatur von 950 bis 1050 °C. Dabei entsteht aus dem blau-grauen Ton durch Oxidation der typisch rötlich gefärbte Cotto. Terrakotta-Produkte werden mit größerer Materialstärke als moderne Keramikprodukte gefertigt, da das grobe und kalkhaltige Rohmaterial oft keine große Festigkeit besitzt.

Klinker und Spaltklinker 

Zu den grobkeramischen Produkten gehören die klassischen Klinker. Bestehend aus Schamotte, Feldspäten und weiß- oder rotbrennenden Tonen (d. h. die Farbe entsteht erst durch den Brand), werden sie wie Cotto als Teig angerührt und im Strangpressverfahren geformt. Wenn bei der Trocknung eine Restfeuchte von circa drei Prozent erreicht worden ist, wird der Hartziegel glasiert oder unglasiert bei 1200 °C gebrannt. Um Verformungen beim Brand durch unterschiedlich strukturierte Ober- und Unterseiten zu minimieren, werden solche Platten oft als Spaltklinker in doppelter Ausfertigung (Rücken an Rücken, mit Stegen verbunden) geformt, gemeinsam gebrannt und erst nach Fertigstellung getrennt bzw. gespalten.

Hohe Kantenschärfe und Beständigkeit gegen Wasser und Frost sind die Voraussetzungen, dass Klinker ein idealer Boden- und Wandbelag für Innen- und Außenbereiche sind, auch als Verblendung, die vor ein Mauerwerk mit einem Klinkermörtel aufgeklebt wird. Die volkstümliche Bezeichnung als „Klinkerwand“ für jede vorgemauerte Wandschale ist unrichtig, hierfür werden weichere Steine, auch härter gebrannte Lochmauersteine verwendet, jedoch nur selten (und unfachgerecht) Vollklinkersteine, da solche Wände wegen mangelnder Mörtel-Verbundhaftung leicht Risse bekommen.

Vollklinker kommen überwiegend als Gehwegbelag zum Einsatz. Hierbei handelt es sich um unglasierte Klinkersteine. Diese sind trittsicher, wasserabweisend, frostfest und langlebig. Auch verändern sie im Gebrauch ihre Farbe nur wenig und verschmutzen kaum, sie bekommen lediglich eine Patina.

Kriterien für die Gebrauchseigenschaften

Fliesen werden im Wesentlichen nach ihrer Wasseraufnahmefähigkeit, ihrer Frostbeständigkeit, ihren rutschhemmenden Eigenschaften und der Beständigkeit ihrer Oberfläche gegenüber Abrieb klassifiziert.

Keramikfliesen werden in zwei Qualitäten eingeteilt: erste und zweite Wahl. Dabei werden sowohl optische wie auch qualitative Anforderungen an Glasur, Oberfläche, Maßhaltigkeit und Wasseraufnahme gestellt. Fliesen mit groben Fehlern werden oftmals auch als dritte Wahl angeboten oder gelangen in den Ausschuss.

Wasseraufnahmevermögen

Gruppe Massen-% Wasseraufnahmevermögen
Ia höchstens 0,5 %
Ib höchstens 3 %
IIa 3 % bis 6 %
IIb 6 % bis 10 %
III mehr als 10 %

Die Europäische Norm DIN EN 14411 unterteilt keramische Fliesen und Platten nach ihrem Wasseraufnahmevermögen in fünf Gruppen. Die Prüfung erfolgt nach DIN EN ISO 10545.

Frostbeständig und somit für den Außenbereich geeignet sind nur Fliesen und Platten der Gruppen Ia und Ib. Dies gilt auch Fliesen auf überdachten Flächen wie Balkonen, da diese nach Durchfeuchtung ebenfalls vom Frost geschädigt werden können. Da gewöhnlicher Fugenmörtel wasserdurchlässig ist, muss auch bei Verklebung und Unterkonstruktion auf frostbeständige Materialien und richtige Verarbeitung geachtet werden.

Aufgrund des dichten Scherbens sind Feinsteinzeugfliesen generell frostbeständig.

Abriebfestigkeit

Die Abriebbeständigkeit der Glasur von Steinzeugfliesen (Widerstandsfähigkeit gegen Oberflächenverschleiß) wird durch ein genormtes Prüfverfahren mit einer Prüfmaschine mit rotierenden Stahlbürsten des amerikanischen Porzellan- und Emaille-Instituts (PEI) oder durch Sandstrahlen geprüft und nach DIN EN ISO 10545-7 in die Klassen 0 bis 5 eingeteilt (siehe Tabelle).

Abrieb (Oberflächenverschleiß) tritt bei Bodenbelägen infolge schleifender, reibender Beanspruchung auf und kann bei glasierten Fliesen durch Glanzveränderung der Oberfläche sichtbar werden.Glasierte Steinzeugfliesen werden hinsichtlich ihrer Beständigkeit gegen Abrieb in Gruppen unterteilt und können damit Anwendungsbereichen zugeordnet werden. Die Abriebbeständigkeit (Verschleißgruppe) ist die durch Schleif- und Sandstrahlprüfung ermittelte Widerstandsfähigkeit glasierter Fliesen und Platten. Sie wird vom Hersteller angegeben.

Abrieb- klasse Prüf-Umdrehungen Anwendungsbereiche[3]
1 150 für Wandmaterial sowie barfuß oder mit Hausschuhen begangene Flächen
2 600 für leichte Beanspruchung in wenig genutzten Räumen in privaten Haushalten
3 750/ 1500 für mittlere und kratzende Beanspruchung mit normalem Schuhwerk; etwa in privaten Dielen, Fluren und auf Balkonen, sowie in Hotelzimmern und -bädern
4 2100 / 6000/ 12000 für hohe Beanspruchung durch häufige Begehung mit normalem Schuhwerk in öffentlichen Eingangsbereichen, Terrassen, Küchen, sowie in Wirtschafts- und Verkaufsräumen, Krankenhäusern, Bürogebäuden, Hotels und Schulen
5 >12000 Anwendungsbereiche mit sehr starkem Publikumsverkehr, wie Verkehrsanlagen, Gastronomie, Verkaufs-, Versammlungs- und Sportstätten, sowie bei Beanspruchung durch Befahren wie in Garagen

Unter Zugabe von Wasser und definierten Schleifmitteln wird ein künstlicher Abrieb ermittelt. Als Ergebnis erhält man einen Wert, der angibt, bei welcher Anzahl der Umdrehungen sich eine sichtbare Veränderung ergibt. Diese Werte werden dann für eine Klassifizierung benutzt.

Bei unglasierten keramischen Fliesen und Platten wird der Tiefenverschleiß nach DIN EN ISO 10545-6 ermittelt. Mit Schmelzkorund und einer speziellen Schleifscheibe wird der „anfallende Abrieb“ gemessen. Je geringer der Wert, desto verschleißresistenter ist die Keramik.

Rutschsicherhei

Bewertungsklassen
Gruppe Haftreibwert Neigungswinkel
R9 Minimum von 6 bis 10°
R10 erhöht von 10 bis 19°
R11 erhöht2 von 19 bis 27°
R12 groß von 27 bis 35°
R13 sehr groß über 35°
Verdrängungsraum
Gruppe Mindestvolumen (cm³/dm²)
V4 4
V6 6
V8 8
V10 10

Durch die Prüfung der Rutschsicherheit nach der DIN 51130 erfolgt die Einstufung in R-Werte. Je höher die hinter dem „R“ stehende Zahl, desto rutschhemmender und schlechter reinigungsfähig ist der Belag. Wie aus der Tabelle zu ersehen ist, gibt es die Bewertungsgruppen von R9 bis R13. Die BGR 181 der Berufsgenossenschaften findet jedoch keine Anwendung auf Fußböden in Arbeitsräumen, Arbeitsbereichen und betrieblichen Verkehrswegen, bei denen keine gleitfördernden Mittel zu erwarten sind. Regenschirme transportieren Wasser, also sollte immer auf die BGR 181 Rücksicht genommen werden. Bei Abweichung von der BGR 181 sollten die Berufsgenossenschaft und die Gewerbeaufsicht zum jeweiligen Bauobjekt grundsätzlich befragt werden, da es vorkommen kann, dass beide Institutionen unterschiedliche Meinungen haben können. In Bereichen, wo fettige, pastöse oder faserig-zähe Stoffe auf den Boden gelangen, müssen Fliesen eventuell auch noch einen „Verdrängungsraum“ besitzen. Dieser Verdrängungsraum ist der zur Gehebene hin offene Hohlraum unterhalb der Gehebene und wird nach vier V-Klassen bewertet. Der V-Wert gibt an, wie viel cm³ Flüssigkeit der Boden auf einem dm² mindestens aufnehmen kann.

Eine Besonderheit bilden Keramiken für nassbelastete Barfußbereiche. Diese Oberflächen werden nach DIN 51097 geprüft und in die Bewertungsgruppen nach GUV 26.17 A, B und C eingeteilt.

Für den privaten Bereich gibt es keine Vorgaben. Dort sind polierte oder glattglasierte Keramiken anwendbar. Ein privates Schwimmbad oder eine private Sauna sollte aber nach den Regeln der GUV 26.17 Rutschsicherheit für nassbelastete Barfußbereiche ausgeführt werden.

Werden Bodenbeläge mit geringerer Mindestrutschhemmung geplant oder eingebaut (nach BGR 181/GUV 26.17), drohen im Unglücksfall Schadenersatz- oder Regressansprüche.

Säurebeständigkeit

Die Säurebeständigkeit wird nach der DIN EN ISO 10545-13 bestimmt.

Fleckempfindlichkeit

Fleckempfindlichkeit wird nach der DIN EN ISO 10545-14 klassifiziert.

Ökologische Aspekte

Keramikfliesen enthalten durch den Brand keine raumluftbelastenden, ausgasenden Stoffe. Bei Verlegung mit einem Kalk- oder Zementmörtel wird die Raumluft nicht mehr belastet, wenn das Anmachwasser verdunstet ist.

Feinsteinzeug sowie glasiertes Steinzeug und Steingut besitzen eine sehr dichte Oberfläche. Schimmelpilze finden im Allgemeinen nur in den Fugen ein geeignetes Substrat.

Bei einer Verlegung mit Reaktionsharzen, die säurebeständig sind, besteht neben einer Ausdünstungsgefahr auch ein höheres Risiko der mikrobiologischen Besiedlung gegenüber alkalischen Klebe- und Fugenmörteln.

Die Strahlenbelastung hängt von den verwendeten Ausgangsstoffen ab. Eine Gefährdung ging früher hauptsächlich von Natriumdiuranat- (Uranglas) und Kobaltglasuren aus. (Siehe Radonbelastung.)

Formate

Bis in die 1970er Jahre dominierte bei den Wandfliesen das Format 15 × 15 cm. Seitdem wird eine große Zahl neuer Formate angeboten mit der Tendenz zu immer größeren Fliesen. Inzwischen werden Formate von 120 × 120 cm und darüber hinaus verwendet.

Die gängigsten Formate lagen 2008 zwischen 25 × 33 und 30 × 90 cm bei Wandfliesen aus Steingut sowie 33 × 33 und 45 × 90 cm bei Bodenfliesen aus (Fein-)Steinzeug. Aufgrund des komplexeren Herstellungsverfahrens sind größere Formate teurer.

Auch Mosaikfliesen in Formaten von 1 × 1 cm bis 10 × 10 cm werden vermehrt verwendet.

Detail im gefliesten Bad: Übergang zwischen Fliesen und verputzter Wand durch Schienen

Überdies existieren Formstücke für Sockelausbildungen, Bordüren, Treppenstufen, Ecken etc. sowie spezielle Schienen zum Anschluss an andere Bodenbeläge, Ecken etc.

Maßangaben

Zu unterscheiden ist zwischen dem Nennmaß, dem Werkmaß, dem Koordinierungsmaß, dem Modularen Maß und dem Istmaß.

Das Nennmaß (z. B. 15 × 15 cm) beschreibt die nominelle Fliesengröße in cm, unter der die Fliesen gehandelt werden. Das Istmaß beschreibt die tatsächlich vorhandenen Abmessungen, die innerhalb des Toleranzbereichs von Fliese zu Fliese abweichen können.

Das Werkmaß „W“ ist das vom Hersteller vorgesehene Fertigungsmaß und addiert sich mit der Fuge zum Koordinierungsmaß „C“ (in mm). Zum Beispiel hat eine Fliese mit dem Werkmaß 247 × 197 × 5 mm ein Koordinierungsmaß von 250 × 200 mm und eine vorgesehene Fugenbreite von 3 mm. Das Nennmaß ist 25 × 20 cm.

Das Modulare Maß basiert auf einem Raster von M = 100 mm und gleicht dem Koordinierungsmaß. Das heißt, es beinhaltet die Vorgabe für die Fugenstärke in Verbindung mit dem Werkmaß.

Kalibrierung und Rektifizierung 

Bedingt durch den Brennvorgang weisen traditionell gefertigte Fliesen leicht abgerundete Kanten und gewisse Maßabweichungen auf und sind zur Verlegung mit Fugenbreiten von rund 5 mm (bzw. im Bereich von 3 bis 8 mm) vorgesehen.

Um schmalere Fugenbreiten zu erreichen, ohne dass Maßabweichungen optisch auffallen, werden Fliesen im Werk vorsortiert (nach „Kaliber“). Sortierte Fliesen besitzen in der Regel Maßabweichungen von weniger als ± 0,7 mm und werden auf der Verpackung mit der Angabe „kalibriert“ bzw. „cal.“ sowie dem genauen Maß oder einer Kennziffer gekennzeichnet. Bei Verlegung mit geringer Fugenbreite sollten Fliesen mit gleicher Kennziffer verwendet werden.[4]

Feinsteinzeugplatten werden auch als „rektifiziert“ angeboten. Rektifizierte Fliesen wurden nach dem Brand auf Maß geschnitten, so dass sie scharfe und exakt rechtwinklige Kanten aufweisen. Durch genau definierten Aussenmaße läßt sich die Fugenbreite auf 1,5 bis 2 mm verringern. Die scharfgeschnittenen Kanten sind optisch sowie beim Begehen von Fußbodenflächen allerdings deutlich wahrnehmbar, wenn Höhendifferenzen zwischen den Platten vorliegen. Bei der Verlegung ist daher eine besondere Sorgfalt erforderlich.[5][6][7][8]

Oberflächen und Reinigung von Keramikfliesen

Gaststätten-Urinal

Schmutzanhaftung und Reinigungaufwand sind in erster Linie abhängig von der Oberflächenrauheit. Während Wandfliesen und viele Bodenfliesen eine pflegeleichte, glatte Oberfläche besitzen, wird in gewerblichen Küchen und Schwimmbädern ein rutschsicherer Belag gefordert, die durch eine Strukturierung und Erhöhung der Rauheit der Fliesenoberfläche erreichbar ist.

Imprägnierung

Imprägniermittel wie Silane reduzieren die Fleckempfindlichkeit von offenporigen Oberflächen. In kapillar saugfähiger Keramik wie Terrakotta oder Steingut können zudem farbverändernde Substanzen einziehen.

Bei glasierter Keramik, unpoliertem Feinsteinzeug sowie bei unglasierten, aber vom Hersteller oberflächenvergüteten Belägen („keramische Versiegelung“) kann eine Imprägnierung nicht in die Oberfläche einziehen und würde auf der Oberfläche einen unerwünschten Belag hinterlassen. Auch bei offenporigen Werkstoffen können nicht von der Oberfläche aufgenommene Reste der Imprägniermittel zur Anhaftung von Verunreinigungen führen, speziell von in Gummi enthaltenem Ruß.

Beim Polieren von Feinsteinzeug wird die gesinterte Oberfläche abgetragen, so dass die feinen Porenräume freiliegen. Obwohl Feinsteinzeug kaum kapillar saugfähig ist, wird von den Herstellern häufig eine Imprägnierung empfohlen, um die Reinigung zu erleichtern.

Ziegelböden aus unglasiertem Steinzeug (Terracotta) oder (Spalt-)Klinkern wurden traditionell mit Klinkeröl oder anderen porenfüllenden Mitteln imprägniert, wenn es erforderlich schien, sie vor Fett-, Rotwein- und anderen Flecken zu schützen. Manche Hersteller empfehlen, die Imprägnierung noch vor dem Verfugen vorzunehmen.

Zur Versiegelung der Fugen sind spezielle Imprägniermittel erhältlich. Empfohlen wird oft eine vorherige Säuberung der Fugen mit einem sauren Reinigungsmittel (z. B. Anti-Kalk).[9]

Werkseitige Vergütungen

Nachträgliche Schutzbehandlungen durch Imprägniermittel unterscheiden sich von werkseitigen mineralischen Oberflächenvergütungen, wie Glasuren oder Engoben. Diese werden im Verlauf eines zweiten Brennvorgangs auf der Oberfläche aufgeschmolzen bilden eine glatte, flüssigkeits- und schmutzabweisende Beschichtung.

Reinigung

Insbesondere nach dem Verfugen von unglasierte Fliesen sollte die Fugenmasse gründlich abgewaschen werden, damit sich das Bindemittel nicht in der Oberfläche festsetzt und dort aushärtet. Falls es doch zu einer Verfärbung der Oberfläche kommt, kann Zementschleierentferner eingesetzt werden, um den grauen Zementbelag anzulösen und entfernen zu können. Dieser saure Spezialreiniger greift auch die Fugen an. Sie sollten daher angenässt werden, um das Eindringen des Reinigers in die Fuge zu erschweren. Nach dem Abwaschen des Reinigers kann die Fläche mit einem alkalisch wirkenden (Reinigungs-)Mittel neutralisiert werden.[10]

Fliesen mit geschlossener Oberfläche sind pflegeleicht und lassen sich mit beliebigen Haushaltsreinigern säubern. Zur Entfernung fettiger Verunreinigungen werden alkalische Reinigungmittel empfohlen.[10]

Pflegemittelhaltige Reiniger, die einen Fett-, Wachs- oder Polymerfilm hinterlassen, können das Erscheinungsbild der Fliesenoberfläche verändern und sich auf Dauer zu einer unansehnlichen und schlimmstenfalls klebrigen Schicht akkumulieren. Sofern diese Mittel im professionellen Bereich eingesetzt werden, um die Eigenschaften der Fliesenoberfläche zu beeinflussen, werden die zurückbleibenden Schichten meist bei einer jährlichen intensiven Grundreinigung wieder entfernt.[10]

Bei hartnäckigen Verschmutzungen sowie rutschsicheren Fliesen mit rauer Oberflächenstruktur kann es erforderlich sein, das Reinigungsmittel zunächst einwirken zu lassen und Microfaserbezüge, Bürsten oder Reinigungspads einzusetzen. Bürsten und Pads sollten keinen Schleifkornzusatz enthalten, der die Oberfläche mattieren oder abtragen würde.[10]

Schimmel und schwarze Stockflecken werden mit chlorhaltigen Reinigern oder speziellem Schimmelentferner entfernt.

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