Beizen (Holz)

Beizen (Holz)

Unter Beizen versteht man in der Holzbearbeitung die Behandlung der OberflĂ€che mit einer Beize. Ziel der Beizung ist in erster Linie die VerĂ€nderung des Farbtones, allerdings kann diese auch zum Schutz der OberflĂ€che gegen Schimmel dienen.

 

Rohes Fichtenholz, die rechte HĂ€lfte gebeizt in „Eiche mittel“

Zielsetzung

Dem Beizen von HolzoberflÀchen können verschiedene Zielsetzungen zugrunde liegen:

  • Betonung bzw. VerstĂ€rkung des natĂŒrlichen Farbtons
  • Änderung des Farbtons
  • Betonung von Kontrasten in der Holzmaserung
  • Angleichung bzw. Egalisierung des natĂŒrlichen Farbtons
  • Angleichung bzw. Egalisierung von Farbtönen unterschiedlicher Holzarten

Verfahren

Bei der Holzbearbeitung werden zwei Hauptverfahren verwendet: Farbstoffbeizen und chemisches Beizen.[1]

Beim Farbstoffbeizen werden pulverförmige oder flĂŒssige Farbpigmente in einer geeigneten Lösung auf die OberflĂ€che aufgebracht und ziehen in das Holz ein. Da mehr Farbe in die weicheren Teile des Holzes einzieht,[2] erscheint die Maserung hinterher als Negativ. Man unterscheidet weiter in Wasserbeizen und alkohollösliche Beizen (Spiritusbeizen).[3]

Beim chemischen Beizen kommt es zu einer chemischen Reaktion mit den Inhaltsstoffen der Beize und dem Holz.[4] Da das gerbstoffreichere hĂ€rtere SpĂ€tholz mehr Beize chemisch bindet als das weichere FrĂŒhholz,[2] bleibt die Maserung als Positivbild erhalten. Bei geeigneter Wahl des Beizmittels kann das Holz nicht nur abgedunkelt, sondern auch in einer Vielzahl von Tönen gefĂ€rbt werden.

Kombinationsbeizen

RĂ€ucherbeizen: Bewirkt eine sehr gute Porenbeizung und betont sehr gut die Markstrahlen (positives Beizbild), die FĂ€rbung ist aber nicht ganz lichtecht. Ein bekanntes Beispiel ist die RĂ€uchereiche.

Bleichbeizen: Durch gleichzeitiges Auftragen einer peroxidbestĂ€ndigen Beize und Wasserstoffperoxid werden natĂŒrliche Farbstoffe ausgebleicht und dem Holz ein kĂŒnstlicher Farbstoff zugefĂŒhrt, womit eine wesentlich höhere LichtbestĂ€ndigkeit erreicht wird. Verwendet werden Bleichbeizen vorwiegend fĂŒr nicht farbstabile Hölzer, wie zum Beispiel Wenge, Mansonia und amerikanische Nuss.

Verarbeitung

Zum Beizen muss das Holz vorbehandelt werden. Da sich durch die wĂ€ssrige Beize die Holzfasern aufrichten, wird fĂŒr eine glatte OberflĂ€che das Holz vorab gewĂ€ssert und nach dem Trocknen fein nachgeschliffen.

Anhaftende Schleifstaubreste entfernt man mit BĂŒrsten, die mit Bronzedraht oder einem Mischbesatz aus Bronzedraht und Fibre besetzt sind. Eventuell vorhandene Leimreste, „Querschleifer“ oder Ähnliches werden beim Beizen sofort deutlich sichtbar.

Die gebeizte OberflĂ€che muss auf jeden Fall mit Hilfe einer Lackierung bzw. Lasierung vor BeschĂ€digung geschĂŒtzt werden. Je nach verwendetem System zur Behandlung der OberflĂ€che verĂ€ndert sich der Farbton der FlĂ€che erneut (im Fachjargon wird dieser Effekt „Anfeuern“ genannt).

Es empfiehlt sich, vor dem endgĂŒltigen Beizen und Lackieren der Fertigteile Beizmuster aus dem zu beizenden Material anzufertigen und diese dem kompletten Ablauf der OberflĂ€chenbehandlung zu unterziehen.

Beize dringt in die OberflÀche ein, es ist keine oberflÀchliche Schicht, die abplatzen könnte, tiefere kleine BeschÀdigungen können nachgefÀrbt werden.

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