Parkett ist ein Fußbodenbelag aus Holz oder Bambus fĂŒr RĂ€ume in geschlossenen GebĂ€uden. Das Holz, in der Regel Hartholz von LaubbĂ€umen, wird dazu in kleine StĂŒcke gesĂ€gt und nach bestimmten Mustern zusammengesetzt. Holzböden, bei denen die Jahresringe sichtbar sind, d. h. die Fasern vertikal stehen, nennt man Holzpflaster (Holzstöckelpflaster). Einen großformatigen Holzboden aus langen Brettern nennt man Dielenboden. Parkett gilt als hochwertiger Fußbodenbelag, benötigt wegen des Aufbaus aus kleinteiligen HolzstĂŒcken im Gegensatz zum Dielenboden einen tragfĂ€higen Untergrund, wirkt aus demselben Grund aber Fugenbildung entgegen. Durch seine geschlossenen FlĂ€chen ist er sehr hygienisch. [read more]

Holz Traditionelle europĂ€ische Holzarten, die zu Parkett verarbeitet werden, sind vorwiegend Eiche und Buche. AußereuropĂ€ische Holzarten fĂŒr Parkett sind etwa Teak/Burma, Palisander, Kambala, Afzelia (Doussie), Jatoba, Cabreuva, Eukalyptus, Mutenye, Bongossi/Azobe, Kosipo, Kotibe, Landa, Limbali, Louro vermelho, Peroba und andere. Es sind durchwegs robuste Harthölzer. Bei Mehrschichtparkett kommen als TrĂ€ger auch Holzwerkstoffe zum Einsatz. Vom Parkett zu unterscheiden ist ein Laminatbelag. LaminatbelĂ€ge bestehen aus Holzfaserstoffen als TrĂ€ger und sind mit Melaminharz beschichtet; die sichtbare HolzoberflĂ€che besteht hier aus einer einlaminierten Papierlage im Holzmuster (mit Melaminharz imprĂ€gnierte Dekorschicht). Die Verlegung der Laminatböden erfolgt in gleicher Art wie Parkett. Durch die KunststoffoberflĂ€che wird hier keine Feuchtigkeit aufgenommen, jedoch ist ĂŒber die Fugen eine Feuchtigkeitsaufnahme möglich. So kann es beispielsweise beim Nasswischen zu irreversiblen Aufquellungen der NĂ€hte kommen, wodurch der Bodenbelag unbrauchbar wird.[1] Laminat wird deshalb in der Regel trocken bis maximal nebelfeucht gereinigt. Ein Parkettboden ist teurer als ein Laminatboden, dafĂŒr kann Parkett durch Schleifen und Versiegeln in der Regel mehrfach renoviert werden, was bei Laminat nicht möglich ist. Parkett ist im VerhĂ€ltnis zu einem Textilboden ein sehr dauerhafter Bodenbelag. Es gibt Parkettböden in Schlössern, die nach Jahrhunderten noch attraktiv sind, hier haben aber meistens kostspielige Aufarbeitungen des Parketts stattgefunden. Der HĂ€rtegrad von Parkettböden wird im Allgemeinen in Brinell angegeben. Bambus Seit Mitte der 1990er Jahre wird in zunehmendem Umfang auch Bambus, der kein Holz im strengen Sinne, sondern ein verholztes Gras ist, zu Parketten verlegt. Bambusparkett ist, weil das Material so schnell wĂ€chst, um ein Vielfaches preiswerter als Holzparkett, ĂŒberdauert je nach QualitĂ€t und Belastung aber nur 10–25 Jahre. Die Feuchtigkeitstoleranz und Schimmelresistenz ist etwas höher als bei Holz. Einige Produkte bleichen in starkem Sonnenlicht aus. Die Verlegung erfolgt entweder durch Annageln oder durch Nut-Feder-Verbindungen. Moso-Bambus ist hĂ€rter als viele Holzsorten (z. B. Ahorn, Eiche). NatĂŒrlich gefĂ€rbter Bambus ist hĂ€rter als kĂŒnstlich gedunkelter (carbonizedcarmelized).[2][3][4] Die HĂ€rte von Bambusparkett wird, wie die von Holzparkett, nach dem Janka-HĂ€rte-Test bestimmt. Nasswischen fĂŒhrt bei Bambusparkett, ebenso wie jede andere ĂŒbermĂ€ĂŸige Wassereinwirkung, zu Verformungen.[5] Da Bambus, anders als Holz, nicht in großen sĂ€gbaren StĂ€mmen wĂ€chst, muss er, um in Brettform zu gelangen, in allen FĂ€llen stark bearbeitet werden. Je nach Herstellungsverfahren werden drei Arten von Bambusparkett unterschieden:

  • Solid Bamboo â€“ die billigste Art von Bambusparkett – ist aus getrockneten Bambusstreifen gemacht, die entweder horizontal oder vertikal neu zusammengelegt, verklebt und dann zu Brettern verpresst werden.[6] Solid Bamboo und Engineered Bamboo enthalten nicht nur Klebstoffe, sondern in geringen Mengen auch Formaldehyd.[7]
  • Engineered Bamboo wird Ă€hnlich wie Solid Bamboo hergestellt, aber nicht zu massiven Brettern verarbeitet, sondern wie ein Furnier in 1 bis 2 Millimetern StĂ€rke auf Sperrholz oder Spanplatte aufgeklebt.[6]
  • Strand Woven Bamboo (Stranded BambooFossilized Bamboo) ist am aufwendigsten hergestellt und infolgedessen auch am teuersten: Der Bambus wird zerfasert, von fragilen Fasern befreit, kreuzweise neu verflochten, erhitzt und gepresst. Das fertige Produkt sieht nicht mehr wie Bambus, sondern je nach Verarbeitung wie Holz oder meliertes Fantasieholz aus, ist aber extrem hart und robust. Die OberflĂ€che braucht nicht versiegelt zu werden. Bei Bedarf kann das Parkett wie Holzparkett abgeschliffen werden.[4] Stranded Woven Bamboo enthĂ€lt meist Phenolformaldehyd, das als weniger giftig gilt als Formaldehyd.[7]

Hochkantlamellenparkett
Hochkantlamellenparkett (HKL) besteht wie das Mosaikparkett aus einzelnen Vollholzlamellen mit einem Querschnitt von meist ca. 8 mm Ă— 22 mm. Dieses Parkett ist ein sogenanntes Restprodukt aus der Mosaikparkett-Produktion. Die einzelnen Lamellen werden hochkant angeordnet und durch Papierstreifen, Kunststoffnetze oder KlebebĂ€nder in Verlegeeinheiten zusammengehalten. Durch die grĂ¶ĂŸere StĂ€rke von 22 mm kann das Parkett hĂ€ufiger geschliffen werden und wird deshalb vorwiegend im gewerblichen Bereich verwendet. Es trĂ€gt daher auch den Beinamen Industrieparkett. Hochkantlamellenparkett findet wegen seiner beliebten Optik als Designboden in letzter Zeit vermehrt auch im Wohnbereich und in öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Museen oder Ausstellungszentren Verwendung. Heutzutage wird auch immer hĂ€ufiger Hochkantlamellenparkett in der StĂ€rke 10 mm verwendet, seltener auch 16 mm. Parkettdiele Massive ParkettstĂ€be werden zu einer Diele verleimt. Üblich sind zwei oder drei parallele Stabreihen. Die Bretter sind meistens 2–3 Meter lang. Massivdiele Massivholzdielen bestehen aus einem StĂŒck Holz (massiv) und haben ein großflĂ€chiges Format (min. 12 cm breit und 1,20 m lang). Wenn sie zur Fixierung auf Unterkonstruktion vorgesehen sind, betrĂ€gt die StĂ€rke meist 21 mm, ist aber auch schwĂ€cher, wenn zur flĂ€chigen Verklebung vorgesehen. Tafelparkett

AufwÀndiges dekoratives Tafelparkett
Tafelparkett heißt auch französisches Parkett und wird als die „Königin unter den Parkettfußböden“ gesehen. Geometrische Muster werden zu quadratischen Tafeln verleimt, etwa Rauten und Sterne derart, dass sich weitere komplexe Muster ergeben. HĂ€ufig werden verschiedenfarbige Hölzer verarbeitet. Bei der Gestaltung des Bodens wird die spĂ€tere Nutzung des Raumes berĂŒcksichtigt. HĂ€ufig wird ein Tafelparkett-Boden mit einem umlaufenden Fries verlegt. Mehrschichtparkett Das Patent fĂŒr das Mehrschichtparkett stammt aus dem Jahr 1939 von Johann KĂ€hr (Lamellenplatte). 1941 fĂŒhrte das Unternehmen KĂ€hrs das weltweit erste „Fertigparkett“ ein. Es hat auf Grund seines 3-schichtigen Aufbaus eine höhere Verwerfungsfestigkeit und kann deshalb auch lose, ohne vollflĂ€chige Verklebung, oft in einem Klick-System auf eine Unterlagsmatte verlegt werden. Es kann aber auch problemlos ohne Unterlagsmatte fest verklebt werden, dadurch werden die Lebensdauer und das Raumschallverhalten (durch Begehen, Fallenlassen von GegenstĂ€nden etc.) deutlich verbessert, hingegen verschlechtert sich das Trittschallverhalten (Schall in untenliegenden und angrenzenden RĂ€umen). Je nach akustischer Anforderung kann das Verkleben daher mehr oder weniger zu empfehlen sein. Bei den Klicksystemen unterscheidet man „kraftschließende“ und „formschließende“ Systeme. Bei den kraftschließenden Systemen erfolgt die Verbindung der Dielen durch die Überwindung eines Widerstands, der nachher die Dielen zusammenhĂ€lt, z. B. ein kleiner Vorsprung im Holz. HĂ€ufig mĂŒssen bei diesem Verfahren die Dielen vertikal eingeklopft werden. Der Nachteil des Systems ist, dass vielfach noch geleimt werden muss oder die kleinen VorsprĂŒnge sich abnutzen, was zu hĂ€sslichen Fugen fĂŒhrt. Das formschließende System (Woodloc, lock-it, smart-lock usw.) ist ein Winkelsystem. Hier werden die Dielen in eine CNC-gefrĂ€ste Form von oben eingewinkelt. Die sichtbare OberflĂ€chenschicht aus der jeweils prĂ€genden Holzart ist hier oft nur noch 2 bis 4 mm dick und auf einer oder mehreren TrĂ€gerschichten aus billigerem Nadelholz oder auf eine TrĂ€gerplatte aus Holzwerkstoff geklebt. Bei den Mehrschichtern hĂ€ngt die Belastbarkeit nicht nur von der Holzart, sondern auch vom Gesamtaufbau, von der StĂ€rke der Nutzschicht und von Art und GĂŒte der Mittellage ab. Daher wird empfohlen, auf die QualitĂ€t des Materials zu achten. Diese Platten erhalten Nut und Feder zur Verlegung, die in das Nadelholz eingearbeitet sind. Das Schleifen nach der Verlegung entfĂ€llt hier, da die einzelnen Elemente bereits fertig geschliffen und oberflĂ€chenbehandelt sind. Geringe Höhenunterschiede (< 0,1 mm) zwischen den einzelnen Elementen werden deshalb nicht ausgeglichen. Fertigparkett lĂ€sst sich von gewöhnlichem Parkett leicht durch Betrachten gegen das Licht unterscheiden, wobei die Einzelelemente ihre makellose GlĂ€tte und scharfkantige Begrenzung zeigen. Mehrschichtparkett kann auch in rohem Zustand erworben werden und dann bauseitig behandelt werden, dadurch wird die QualitĂ€t verbessert, und es ist kaum noch von Massivparkett zu unterscheiden. Die Lebensdauer von schwimmend verlegtem Mehrschichtparkett ist aufgrund seiner laufenden mechanischen Belastung nicht so hoch wie bei verklebtem Parkett, weil die Kippbewegungen bei den Fugen mit der Zeit zum Eindringen von Wasser fĂŒhren können. Entscheidend fĂŒr die QualitĂ€t von Mehrschichtparkett ist a) die QualitĂ€t des OberflĂ€chenlacks bzw. des Öles oder Wachses (denn hier findet die Belastung statt und nicht auf dem Holz), b) die QualitĂ€t der Dielenverbindung und c) die Verwendung hochwertiger Techniken (z. B. keine „Briefmarken“, stehende Jahresringe, Lamellenseitenverleimung). Als Variante des Mehrschichtparkettes gibt es, neben dem Dreischichtparkett, auch Zweischichtparkett. Das erste 2-Schicht-Fertigparkett wurde 1975 vom Schweizer Unternehmen Bauwerk Parkett vorgestellt. Das erste 1-Stab-2-Schicht-Fertigparkett wurde in den 1980er-Jahren von diesem Hersteller und vom italienischen Unternehmen Margaritelli entwickelt, beide Unternehmen lieferten einander um die Patentrechte einen jahrelangen Rechtsstreit. Diese Parkettart muss vollflĂ€chig auf dem Untergrund verklebt werden, was die Lebensdauer wieder durchaus erhöhen und den Raumschall entscheidend verbessern kann. Zweischichtparkett gibt es als klassischen Einzelstab (ca. 490 Ă— 70 mm), Schiffsböden und Landhausdielen (LĂ€ngen und Breiten unterschiedlich). Verlegemuster
Parquet massif chĂȘne rustique chanfreinĂ©.jpg Parallel-Verband: Die StĂ€be werden auf gleicher Höhe parallel verlegt.
  • Schiffsboden-Verband, auch Wilder Verband: Parallel mit versetzten StĂ¶ĂŸen, wie die Beplankung auf einem Schiffsdeck.
  • Englischer Verband: Die StĂ€be werden um die HĂ€lfte versetzt parallel verlegt.
  • Oxford-Verband: Die StĂ€be werden um ein Drittel versetzt parallel verlegt.
  • Altdeutscher Verband: Die StĂ€be werden um die HĂ€lfte versetzt parallel verlegt (wie englischer Verband), jedoch immer doppelt nebeneinandergelegt. An den KopfstĂ¶ĂŸen wird ein verkĂŒrzter, um 90 Grad gedrehter Stab dazwischen verlegt. Ein Flechtmuster entsteht.
Art-parket-asp.jpg Flechtboden: Durch nebeneinander paralleles Anbringen von StĂ€ben (2 bis 4) und rechtwinkliger Drehung solcher Pakete zueinander entsteht eine Flechtoptik. Wie WĂŒrfel, nur zueinander verschoben.
  • Flechtboden mit WĂŒrfel: Um ein quadratisches ParkettstĂŒck herum werden StĂ€be in LĂ€ngs- und Querrichtung parallel und zueinander gelegt (Abb.).
  • WĂŒrfel-Verband, auch Tafelmuster, einzelne StĂ€be werden zu Quadraten zusammengefĂŒgt, deren Richtung abwechselnd um 90° versetzt ist (Schachbrettmuster). Dazu muss allerdings die LĂ€nge des Stabes ein natĂŒrliches Vielfaches der Stabbreite sein, z. B. 49 × 7 cm.
Parkett 01 KMJ.jpg FischgrĂ€t: Klassisches Verlegemuster mit interessantem Lichtspiel. Eher fĂŒr große RĂ€ume geeignet.
  • Französisches FischgrĂ€t: Die ParkettstĂ€be sind beidseitig um 45° oder 30° abgeschrĂ€gt. Zwischen den Zopfreihen verlĂ€uft eine durchgehende Kopffuge.
Parquet Buffon.JPG Leiterboden: Eine Reihe parallel nebeneinanderliegender StĂ€be wechselt sich ab mit einer quer dazu liegenden Einzelreihe.
  • Kombination mit FischgrĂ€tmuster (Abb.): Französisches FischgrĂ€t
      
 Quelle : Wikipedia.org [/read]