Vertrauen ist der Anfang von Allem
Parkett, Laminat, Kork, Vinyl

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WELCHER BODENBELAG IST AM BESTEN?

WELCHER BODENBELAG IST AM BESTEN?

Schöner wohnen und sich richtig wohlfühlen: mit dem passenden Bodenbelag kein Problem. Doch welcher Bodenbelag ist besser? Elegante Fliesen, klassische Holzdielen, edles Parkett, warmer Kork? Oder doch moderner PVC-Fußboden oder kurzfloriger bis flauschiger Teppich?

Nicht nur sein Preis, auch das Auge sowie alle Sinne entscheiden, welcher Fußbodenbelag für einen Raum der beste ist. Nicht zuletzt kommt es darauf an, ob er die in seinem jeweiligen Einsatzbereich an ihn gestellten Anforderungen erfüllt: Denn ein Bodenbelag, der für das Wohnzimmer ideal ist, muss nicht für das Bad geeignet sein.

Sie suchen nach den perfekten Bodenbelag-Varianten für Ihren Neubau? Oder möchten Sie brandneue Bodenbeläge bei der Renovierung in das Eigenheim einbringen? Dann streifen Sie mit uns durch die Welt der Bodenbeläge: Unsere Übersicht über Materialien und Beläge bietet wertvolle Anregungen zur Identifizierung der Bodenbekleidungen für alle Ihre Zimmer.


 

Holz – Das warme Naturmaterial

Unter den Bodenbelagarten ist Holz eine besonders anheimelnde, denn mit einem Holzfußboden holt man sich die Natur ins Haus. Seine warme Struktur und angenehme Optik sorgen für die große Portion Wohlfühlatmosphäre, die man nach einem anstrengenden Alltag braucht.

Dabei gibt es den Bodenbelag in einer Vielzahl an Varianten: von urigen Holzdielen über edles Parkett bis hin zu innovativen Holzpflaster- und Korkböden. Seine naturgegebenen Maserungen und Farbschattierungen machen jeden Holzfußboden zum Unikat. Doch oft entscheiden sich Häuslebauer für das preisgünstige Parkett-Imitat Laminat.

 

HOLZDIELEN VERKÖRPERN GEMÜTLICHKEIT

Rustikal hoch 10: Mit Holzdielen zieht Wohlfühl-Ambiente der ursprünglichsten Variante in den heimischen Raum ein. Massive Holzbohlen – genauer gesagt Hobeldielen – sind der „Stoff“, aus dem die auch Schiffs- oder Riemenböden genannten Dielenböden bestehen. Sogar vereinzelte kleine Schönheitsfehler der Holzdielen haben ihre Berechtigung: Zusammen mit der natürlichen Holzmaserung machen diese markanten Stellen den Holzboden einmalig! Impressiv: Ob Dielenboden aus Weichhölzern wie Tanne, Fichte, Kiefer, Lärche, Douglasie oder Harthölzern wie Eiche, Buche, Esche, Ahorn, Kirsche – jeder Boden aus Holzdielen verleiht einem Raum seinen eigenen Charakter.

Holzdielenboden wird geölt

 

Tipps zu Holzdielen:

  • Klassisch & zugleich modern
  • Ruhige Oberflächengestaltungen: z.B. Eiche, lebhaft strukturvolle: z.B. Nussbaum
  • Dielenböden aus Harthölzern sind unempfindlicher gegenüber mechanischer Beanspruchung als Parkettböden
  • Durch Gebrauchsdicke von 2 bis 2,5 Zentimetern mehrmals abschleifbar
  • Mit Besen, Staubsauger oder einem nebelfeuchten Baumwolltuch zu reinigen
  • Trittschalldämmung sowie ggf. Einbringung feuchtigkeitssperrender PE-Folie notwendig
  • Versiegelung unbehandelter Dielen nach dem Verlegen mit Lasur, Öl, Wachs oder Lack unerlässlich
  • Regelmäßiges erneuern der Versiegelung vonnöten
  • Fugen- und Rissbildung durch Aufquellen und Schwinden möglich. Um dies zu vermeiden, Luftfeuchte von 50 bis 60% sowie Raumtemperatur zwischen 18 und 20°C beibehalten
  • Preis: Bereits ab 12,00 Euro/m² umsetzbar (unbehandelte Holzdielen aus Nadelhölzern); Preise für Holzdielenböden aus Laubhölzern beginnen bei ca. 30 Euro/m² (z.B. lackierte Eiche)

 

Vorteile von Holzdielen

  • Verlegung auch von Laien durchführbar
  • Dank geringer Wärmeableitung fußwarm
  • Gleicht leichte Feuchtigkeitsschwankungen der Raumluft aus
  • Dielenböden aus Harthölzern sind unempfindlicher gegenüber mechanischer Beanspruchung als Parkettböden
  • Langlebiger Bodenbelag
  • Einfach zu reinigen
  • Im Vergleich zum Pakett günstig

 

Nachteile von Holzdielen

  • Anfällig für Fugen- und Rissbildung
  • Spezielle Unterkonstruktion nötig
  • Übertragung von Schall- und Trittschallgeräuschen
  • Vergleichsweiser hoher Aufwand für Verlegung und Pflege
  • Sehr eingeschränkte Eignung für Fußbodenheizung
  • Für Feuchträume sind nur bestimmte, speziell imprägnierte Harthölzer geeignet
 

PARKETT: EXQUISITE RAUMGESTALTUNG

Beide Bodenarten – Parkett wie Holzdielen – sind für Holzliebhaber echte Traumböden. Aber welcher Bodenbelag ist besser? Dielen stehen mehr für eine rustikale Optik, Parkettböden für eine repräsentative. Ihr Naturmaterial Holz verleiht beiden Böden eine Individualität, die das Parkett-Pendant Laminat nicht erreichen kann. Mit einem fortlaufenden und sich wiederholenden Druck versehen, sind Laminatböden nämlich keine Unikate. Echtholzparkett steht in vielfältigen Holzsorten von Eiche über Ahorn und Birnbaum bis Olive zur Wahl. Zu dem jeweils eigenen Bild eines Parkettbodens trägt auch sein Verlegemuster maßgeblich bei. Unterschieden wird bei Parkett zwischen Einschichtparkett aus massivem Vollholz und dem auch Fertigparkett genannten Mehrschichtparkett mit Vollholz als Deckschicht.

Parkettboden bei der Einölung

 

Tipps zum Parkett:

  • Heller Parkettboden: z.B. Birkenholz, rötlicher: Merbau, dunkler: Teakholz
  • Auswahl aus vielerlei Verlegemustern wie Schiffsboden, Fischgrät, Diagonalverband, Altdeutscher Verband, Flechtmuster, Tafel, Kassette, Leiter
  • Hygienischer und Feuchte regulierender Bodenbelag, dadurch Verbesserung des Raumklimas und Eignung für Allergiker
  • Reinigung mit Besen, Staubsauger und nebelfeuchtem Lappen
  • Mittlerweile existiert sogar Parkett für das Bad: Dieses besteht aus Hölzern mit geringer Feuchtigkeitsaufnahme wie Teakholz, Merbau oder Doussie
  • Um Kratzern vorzubeugen, Möbel mit Filzgleitern versehen und Steinchen und Sand an einem Fußabstreifer im Eingangsbereich abstreifen
  • Preis: circa 40 Euro/m², Kosten sehr exklusiver Parkettböden: zwischen 80 und 200 Euro/m², hinzu kommen Kosten für Feuchtigkeitssperre und Trittschalldämmung

 

Vorteile von Parkett

  • Große Auswahl an Verlegungsmustern
  • Langlebig und häufig abschleifbar
  • Feuchtigkeitsregulierend
  • Fußwärmend, da gut wärmedämmend
  • Relativ leicht zu reinigen
  • Für Fußbodenheizung geeignet

 

Nachteile von Parkett

  • Überträgt Tritt- und Schallgeräusche
  • Je nach Gegebenheiten: Auslegung nur durchführbar vom Fachhandwerker
  • Fugen- und Rissbildung möglich
  • Hoher Pflegebedarf und Auslegungsaufwand durch Imprägnierung, Feuchtigkeitssperre und Trittschalldämmung
  • Relativ teuer
 
 
 

LAMINAT: DIE PREISGÜNSTIGE PARKETT-ALTERNATIVE

Es gibt wirklich viele Gründe, die für Laminat sprechen. Einer davon ist sein unschlagbar günstiger Preis gegenüber den meisten anderen Bodenarten. Der Natur nachempfundene Strukturen und Dekore oder auch moderne Designs sind stilprägend für das eigene Zuhause. Mittels moderner Druckverfahren kann bei der Laminatherstellung nicht nur die Optik, sondern auch eine Haptik nachgebildet werden. Ob mit dem Oberflächenfinish einer sägerauen, seidenmatten oder feinen Holzstruktur. Oder in authentisch wirkender Schiefer- oder Fliesenausführung. Ob als Hochglanzlaminat oder mit grafischen Designs bedruckt – qualitative Laminatböden überzeugen in Optik, Funktionalität und Robustheit. Obwohl keine reinen Naturprodukte, bestehen sie zu einem großen Teil aus Holz. Obenauf tragen sie ihre abriebfeste Versiegelung.

Laminatboden

 

Tipps zu Laminat:

  • Leicht und ohne Leim zu verlegen dank praktischer Klick-Mechanik
  • Weiter vereinfachte Verlegung mit bereits integrierter Trittschalldämmung und schwimmende Verlegung ohne Kleber
  • Mit 12 mm Dicke strapazierfähiger und langlebiger als mit 6 mm Stärke
  • Laminatböden werden Nutzungsklassen zugeordnet: Für Schlafzimmer und Gästezimmer eignet sich Nutzungsklasse 21
  • Für Wohnzimmer, Esszimmer, Kinderzimmer Nutzungsklasse 22; für Eingangsbereich, Diele, Küche Klasse 23
  • Um Kratzern vorzubeugen, Möbel mit Filzgleitern versehen und Steinchen und Sand an einem Fußabstreifer im Eingangsbereich abstreifen
  • Preis: Empfehlenswerter Laminatboden zum günstigen Preis von 15 Euro/m² aufsteigend erhältlich

 

Vorteile von Laminat

  • Leicht zu verlegen
  • Kann auf einer Fußbodenheizung verlegt werden
  • Besonders pflegeleicht
  • Besonders günstig

 

Nachteile von Laminat

  • Fußkalt, da keine Wärmespeicherung
  • Lässt sich nicht abschleifen – nur Ersatz kompletter Dielen möglich
  • Trittschalldämmung erforderlich, wenn nicht enthalten
 

HOLZPFLASTER: EIN HOLZFUSSBODEN, DER ÜBERZEUG

Ein anderer Name für Holzpflaster ist Hirnholzparkett, denn der Fußboden besteht aus dem quer statt parallel zur Faser geschnittenem Hirnholz, häufig auch bezeichnet als Stirnholz. Bisher kannte man Holzpflaster nur als Gebrauchsfußboden in Gebäuden mit starker Beanspruchung wie Werkshallen, Turnhallen oder Kirchen. Mittlerweile setzt die moderne Architektur Hirnholzparkett auch als Stilmittel im Wohnbereich ein. Hier verbreitet es Behaglichkeit und erfreut mit vielen nützlichen Eigenschaften. Die meisten Holzpflaster bestehen aus den Baumarten Eiche, Fichte, Kiefer oder Lärche. Bei dem in Blöcken gewonnenen Hirnholz sind die Jahresringe besonders gut sichtbar und verleihen dem Fußboden ein überaus lebendiges Strukturspiel.

Holzpflaster als Bodenbelag

 

Tipps zu Holzpflaster:

  • Einzigartige, naturgegebene Gestaltungen
  • Für den Feucht- und Freibereich nach speziell präparierten Hirnholzparketten fragen
  • Reagiert stark auf Luftfeuchtigkeitsschwankungen und „arbeitet“ intensiv
  • Hohe Wirtschaftlichkeit dank Langlebigkeit und geringem Verschleiß
  • Sofern nicht lackiert oder gewachst, muss Holzpflaster lediglich von Zeit zu Zeit geölt werden
  • Preis: Materialkosten von etwa 35 bis 65 Euro/m² plus Verlegekosten von circa 50 Euro/m² erscheinen zunächst hoch, lohnen jedoch aufgrund der Dauerhaftigkeit des Bodenbelags

 

Vorteile von Holzpflaster

  • Hohe Widerstandsfähigkeit und extreme Belastbarkeit
  • Beste Wärme- und Trittschalldämmung
  • Schwer entzündbar und niedrige elektrische Leitfähigkeit
  • Trittsicher und rutschfest
  • Leicht zu reinigen
  • Problemlos auswechselbare Teilflächen

 

Nachteile von Holzpflaster

  • Fugenbildung möglich
  • Verlegung von Hirnholzparkett muss vom Fachmann durchgeführt werden
  • Vergleichsweise teuer
  • Holzpflaster im Außenbereich kann bei Regen rutschig werden
 
 
 

KORK: MALERISCH & WEICH

Als fußwarmer und nachhaltiger Fußbodenbelag erhält Korkboden immer mehr Zuspruch. Eigenschaften wie diese machen ihn zu einer echten Alternative zu Holzdielen, Parkett & Co. Das von Flaschenverschlüssen und Pinnwänden bekannte Material wurde in den letzten Jahren zu einem beliebten Fußbodenbelag gerade im Allergikerhaus oder Biohaus. Dort begeistert es, verlegt in Form von Korkplatten oder Korkparkett, mit seiner lebendigen Struktur oder auf Wunsch in einer Holz- oder Steinoptik. Zur Gewinnung von Kork wird lediglich die Rinde der Korkeiche alle 9 Jahre geerntet, ohne dass der Baum dabei Schaden nimmt.

Korkfußboden

 

Tipps zu Korkböden:

  • Lebendige Korkstruktur kaschiert reparierte Stellen und Kratzer
  • Ein für Allergiker prädestinierter Bodenbelag, da er weder Staub noch Milben aufnimmt
  • Ist wasserabweisend und mit zusätzlicher Versiegelung ausgesprochen pflegeleicht
  • Weich, warm & rutschfest. Daher einem Teppich ähnlich und für Kinderzimmer geeignet
  • Wer die typische Korkbodenzeichnung nicht mag, kann Kork in Holz- oder Steinoptik verlegen
  • Aufgrund der dehnungsverstärkenden Wirkung von Feuchtigkeit ungeeignet für Bad und Küche
  • Filzuntersätze unter Möbeln verschaffen bei Möbelabdrücke Abhilfe; auch können sich die Abdrücke zurückbilden
  • Preis: Korkboden zu Preisen von 15,- bis 70,- Euro pro m² erhältlich

 

Vorteile von Kork

  • Exzellent wärme- und geräuschdämmende Wirkung
  • Federt Schritte ab und schont Gelenke
  • Ausgesprochen pflegeleicht
  • Allergiker geeignet
  • Leichter Austausch einzelner beschädigter Platten

 

Nachteile von Kork

  • Dehnungsfugen oder Wellenbildung durch klimatische Veränderung möglich
  • Kann durch Sonneneinstrahlung mit der Zeit ausbleichen
  • Es können Möbelabdrücke entstehen
 
 
 

Stein – Material mit vielen Facetten

Glatte oder raue Fliesen, Mosaikfliesen, Naturstein oder Beton lassen jeweils höchst unterschiedliche Bodengestaltungen verwirklichen: Künstlich hergestellte Fliesenarten bringen ihr jeweiliges besonders Design in den Raum ein. Natursteinplatten ihr einzigartiges, über Jahrtausende von der Natur gestaltetes Gesamtbild.

Beton begeistert im angesagten Industrie-Look. Allesamt verfügen Böden aus Stein über eine deutlich höhere Wärmeleitfähigkeit als alle anderen Arten von Bodenbelägen. Das heißt, sie geben Wärme schneller an den Raum weiter und eignen sich dadurch ideal zur Verbauung mit einer Fußbodenheizung.

 

FLIESEN: UNTERSTREICHEN VIELE RÄUME

Fliesen glatter oder rauer Beschaffenheit sowie Mosaikfliesen haben eines gemeinsam: Sie zählen zu den beliebtesten Fußboden- und Wandbelägen. Wobei glatten Fliesen im privaten Eigenheim der Vorzug gegeben wird. Andere Hausbesitzer schätzen vor allem den elegant-rustikalen Look der rauen und unglasierten Fliesen. Sie sind robuster als ihre glatten und glasierten Pendants, deren Eignung für bestimmte Wohnräume sich aus ihrer Abriebklasse ergibt. Durch hoch entwickelte Fertigungsmethoden sind Fliesen, die natürliche Steinstrukturen nachahmen, für den Laien von Natursteinplatten kaum zu unterscheiden. Im Bereich Mosaikfliesen aus Glas begeistern Hersteller mit einer riesigen Palette an Farben, Mustern und Verlegevarianten.

GLATTE FLIESEN: PRAKTISCH UND AUSERLESEN

Glatte Fliesen

 

Tipps zu glatten Fliesen:

  • Mit Besen oder Wischmopp, Wasser und dem geeigneten Putzmittel leicht zu säubern
  • Für jeden Raum die passende Fliese: Die sehr gering beanspruchbaren Fliesen der Abriebklasse 1 sind ein möglicher Bodenbelag für Schlaf- und Badezimmer
  • Fliesen der Abriebklasse 2 für Wohn- und Esszimmer
  • Abriebklassen 3 und 4 sind geeignet für viel begangene Wohnräume
  • In Feuchträumen wie Bad und Küche auf Fliesen mit der höheren Rutschfestigkeitsklasse C zurückgreifen, im Außenbereich auf frostsichere Fliesen
  • Glasierte Fliesen sind zerbrechlicher als unglasierte
  • Preis: Ab 10 Euro/m² für günstige Fliesenvarianten und -formate ist der Bodenbelag für viele Bauherren interessant

 

Vorteile von glatten Fliesen

  • Leicht zu säubern
  • Für Allergiker geeignet
  • Sehr günstig erhältlich

 

Nachteile von glatten Fliesen

  • Zerbrechlich und dann schwer auswechselbar
  • Kühle Oberfläche
 

RAUE FLIESEN: VERLEIHEN DEM RAUM MARKANTEN CHARAKTER

Raue Fliesen bei der Verlegung

 

Tipps zu rauen Fliesen:

  • Bei Herstellung künstliche Erzeugung der gewünschten Oberflächenstrukturen möglich
  • Daher keine Einteilung in Abriebklassen
  • Preis: Ab 10 Euro/m² für günstige Fliesenvarianten und -formate ist der Bodenbelag für viele Bauherren interessant

 

Vorteile von rauen Fliesen

  • Größere Härte und Beständigkeitkeit gegenüber glatten und glasierten Fliesen
  • Nach Oberflächenversiegelung schmutz- und fleckenbeständig

 

Nachteile von rauen Fliesen

  • Besitzen raue Fliesen noch keine Versiegelung, ist diese vor der Verlegung durchzuführen
  • Unversiegelt schwer zu reinigen
 

MOSAIKFLIESEN: FÜR ANSPRUCHSVOLLE BODENGESTALTUNGEN

Mosaik als Bodenbelag

 

Tipps zu Mosaikfliesen:

  • Ermöglicht eine belebende Fußboden- oder Wandgestaltung
  • Hohe chemische und mechanische Widerstandsfähigkeit
  • Preis: Ab 15 Euro/m² für günstige Mosaikvarianten und -formate ist der Bodenbelag für viele Bauherren interessant

 

Vorteile von Mosaikfliesen

  • Leicht zu reinigen
  • Für Allergiker und Umweltkranke geeignet
  • Von langer Lebensdauer
  • Macht durch gute Wärmeweiterleitung bei Installation einer Fußbodenheizung Sinn

 

Nachteile von Mosaikfliesen

  • Kühl temperiert, wenn unbeheizt
  • Für Mosaike am Boden ausschließlich Fiesen mit hoher Abriebfestigkeit und Ritzhärte einplanen
 
 
 
 
 
 
 

NATURSTEINPLATTEN: UNNACHAHMLICHE MEISTERWERKE

Viele Menschen entscheiden sich aus Wertschätzung gegenüber dem Naturprodukt für Natursteinplatten. Im Laufe seiner weit zurückreichenden Entstehungsgeschichte haben Naturgewalten wie Wind und Wasser den Naturstein geformt und seine sehbare und spürbare Steinstruktur gebildet – eine Beschaffenheit, die sich schwerlich in Perfektion künstlich nachahmen lässt. Natursteine wie Schiefer mit schichtartiger Beschaffenheit oder Travertin mit deutlichen Lufteinschlüssen und offenen Poren verleihen dem Innenraum wie dem Außenbereich einen einzigartigen Charakter. Ein Beispiel für die Langlebigkeit von Natursteinplatten ist das vor rund 2.000 Jahren erbaute Kolosseum in Rom. Allerdings sind viele Natursteinarten weniger widerstandsfähig als einige industriell hergestellte Fliesen.

Natursteinpflaster

 

Tipps zu Natursteinböden:

  • Durch stets individuelle Maserungen, Farbnuancen und Brillanzen einzigartig
  • Oberflächenbearbeitungen wie Bürsten, Trommeln, Polieren, Schleifen, Glätten ergeben rustikale, samtige oder glatte Haptiken
  • Unregelmäßige Fugenbildung unterstreicht den natürlichen Eindruck des Natursteinverbunds
  • Es gibt über 300 Verlegemuster für Naturstein, darunter Römischer Verband, quadratischer Belag, Bahnenbelag, Rosenspitz
  • Ist natürlicher Alterung unterworfen
  • Ein Schliff stellt sein ursprüngliches Aussehen wieder her
  • Für nahezu jeden Einsatzbereich gibt es geeignete Natursteinvarianten
  • Beim Verlegen von Naturstein sollte man Hilfestellung eines erfahrenen Fliesenverlegerbetriebs in Anspruch nehmen oder ihm die Verlegung komplett überlassen
  • Preis: Natursteine wie Kalksandstein, Travertin oder Marmor können, müssen aber nicht teurer sein als künstlich hergestellte Fliesenarten. Tipp: Online lassen sich mitunter bis zu 30% gegenüber den Preisen im Fachhandel vor Ort sparen

 

Vorteile von Natursteinplatten

  • Auch nach dem Verlegen schleif- und bearbeitbar
  • Viel Spielraum auch bei der Auswahl der Plattenformate von klein über XXL bis hin zu Sonderanfertigungen
  • Überdauert Generationen
  • Übertrifft die Wärmeleitfähigkeit industriell produzierter Fliesen
  • Besitzt daher hohes Energiespar-Potenzial in Verbindung mit einer Fußbodenheizung

 

Nachteile von Natursteinplatten

  • Relativ kompliziertes Verlegen, muss ggf. ein Fachmann machen
  • Müssen imprägniert werden
  • Imprägnierung muss alle paar Jahre erneuert werden
  • Verträgt nur speziell auf ihn abgestimmte Grundreiniger
  • Nicht jede Natursteinart ist frostsicher
 

BETON: EIN ECHTER TRENDFUSSBODE

Der Industrial Chic hat den Betonboden in den letzten Jahren aus den Kellern hinauf in die Wohnlandschaften gehoben. Im Gegensatz zu Fliesen besitzt er keine Fugen, sondern ein ebenmäßiges Bild. Somit zeichnet er sich aus durch eine besondere Pflegeleichtigkeit. Wer einen Fußboden von kühlem Charme sucht, trifft mit einem Betonboden die passende Wahl. Wer dagegen zu einem Bodenbelag mit behaglicher Ausstrahlung tendiert, wählt besser Holzdielen, Parkett, Laminat, Kork oder Teppich. Betonböden präsentieren sich keinesfalls immer in eintönigem Grau. Hersteller kreieren zunehmend Kollektionen in unterschiedlichsten Farbtönen und Schattierungen. Um Sichtbeton einen Schutz vor Flecken zu verleihen, muss er zwingend nach dem Verlegen beschichtet werden.

Betonboden im Innenraum

 

Tipps zu Betonfussböden:

  • Wertet das Interieur auf
  • Cooler Industrie-Look
  • Kombinierbar mit vielen Einrichtungsstilen
  • Individuelle Beschaffenheiten und Eigenschaften durch Zuschläge wie Bitumen, Kunstharz, Sägemehl etc.
  • Besonders beliebt in Küchen, Wohnbereichen, aber auch im Badezimmer
  • Glänzende und matte Oberflächenstrukturen umsetzbar
  • Polieren, Schleifen oder Wachsen verleihen ihm ein glattes, samtiges Aussehen
  • Preis: Dreifacher Schliff circa 60 Euro/m², Grobkornschliff ca. 75 Euro/m², Glanzschliff zusätzlich etwa 5 Euro/m², spiegelnde Oberfläche weitere 10 Euro/m². Investition lohnt jedoch durch jahrzehntelange Haltbarkeit

 

Vorteile von Betonböden

  • Mit der richtigen Beschichtung extrem robust und langlebig
  • Hervorragende Isoliereigenschaften
  • Geeignet für alle, die allergisch auf Staub und Milben reagieren
  • Wasser- und schmutzabweisend
  • Leicht mit Wasser und Seife zu reinigen
  • Für eine Fußbodenheizung gut geeignet

 

Nachteile von Betonböden

  • Weniger angenehmes Laufgefühl
  • Wohnklima kann je nach Betonboden Variante als „kalt“ empfunden werden, bestimmte Farbgebungen erzeugen jedoch warmes Ambiente
  • Kann nur vom Fachmann verlegt werden
  • Muss beschichtet werden
  • Relativ teuer
 
 
 

Kunststoff – Modern, designstark, pflegeleicht

Den Bereich der Bodenbeläge aus Kunststoff teilen sich Bodenarten wie PVC, Vinyl und Linoleum. Wobei die Begriffe PVC und Vinyl ein und dasselbe Material bezeichnen. Linoleum ist ein Boden auf Leinöl-Basis, der sich nur dann in die Reihe der Kunststoffböden einreiht, wenn ihm eine Beschichtung aus PVC oder Vinylacetat verliehen wurde.

Allen drei gemeinsam ist, dass es sich um dehnbare Bodenbeläge handelt. Auch existieren sie heute alle in großer Farb- und Designauswahl und bringen praktische Eigenschaften wie eine hohe Widerstandsfähigkeit und Pflegeleichtigkeit mit.

 

PVC/VINYL: PRÄSENTIERT SICH IN NEUER QUALITÄT

PVC und Vinyl – wie kommen die beiden unterschiedlichen Namen für den Kunststoffboden zustande? Beide meinen einen Bodenbelag aus Polyvinylchlorid, wovon „PVC“ eine Abkürzung ist und „Vinyl“ der Mittelteil. Nicht immer – aber meistens – wird er verkauft auf Rollen PVC genannt und als Klick-System Vinyl. Seinen schlechten Ruf hat der Kunststoffboden in den letzten Jahren wieder gutgemacht. Anders als einst existiert er heute nämlich in vielen optisch ansprechenden Gestaltungsvarianten wie etwa in Stein- oder Holzoptiken. Gesetzlich vorgeschriebene Prüfungen stellen weiterhin sicher, dass PVC-Böden keine gesundheitsgefährdenden Stoffe enthalten.

PVC Böden

 

Tipps zu PVC- & Vinylfussböden:

  • Vorhanden in vielen Holzdesigns von schlicht und elegant bis rustikal mit verwittertem Touch
  • Eine ebenso reizvolle Alternative: Varianten mit Stein- oder Metallmuster
  • Authentische Oberflächenprägungen, die begeistern
  • Achtung: Da er sich bei Kälte zusammenzieht und bei Wärme ausdehnt, nicht direkt von einem kalten Bereich in einen warmen verlegen
  • Einsetzbar in für Kinder- und Spielzimmer, Küche, Badezimmer, Garage sowie viel begangenen Räumen
  • CE-Zeichen garantiert, dass er die Mindestanforderungen an Gesundheit und Sicherheit erfüllt
  • Ü-Zeichen belegt seine Prüfung betreffend Schadstoffe und Emissionen sowie regelmäßige Überwachung von Produkt & Produktion
  • Preis: Hochwertige PVC-Böden kosten in der Regel 25 bis 50 Euro/m²

 

Vorteile von PVC-Böden

  • Nahezu grenzenlose Gestaltungsmöglichkeiten mit hochwertigen PVC-Böden
  • Einfach zu verlegen
  • Pflegeleichter als Linoleum
  • Weicher Bodenbelag mit guter Schalldämmung
  • Ausreichend widerstandsfähig
  • Vergleichsweise günstig

 

Nachteile von PVC-Böden

  • Auf glatten Bodenvarianten mit dunkler Farbgebung fallen Abnutzungsspuren eher auf, als auf hellen mit strukturierter Oberfläche
 

LINOLEUM: FANTASTISCHE EIGENSCHAFTEN

Wenn Sie einen äußerst hygienischen Bodenbelag mit langer Lebensdauer realisieren möchten, sollten Sie Linoleum in die engere Wahl ziehen. Da das originalgetreue Linoleum vor allem Leinöl enthält, hemmt es Bakterienwachstum und wirkt zudem leicht fungizid – nicht umsonst wird der Bodenbelag in Krankenhäusern sehr geschätzt. Die höheren Preise für den Belag sowie seine kompliziertere Verlegung lassen Heimwerker allerdings meist lieber auf PVC-Bodenbeläge zurückgreifen. Als Bahnenware ist Linoleum ebenso wie PVC dank seiner glatten und durchgängigen Oberfläche sehr leicht zu reinigen. In Varianten ohne Kunststoffoberfläche enthält die Bodenbekleidung allein natürliche Beigaben wie Naturharz, Kork- oder Holzmehl sowie Jutegewebe als Trägerschicht.

Linoleum-Boden in Holzoptik

 

Tipps zu Linoleumböden:

  • Bis zu sechs Wochen Wartezeit bis zur vollständigen Trocknung
  • Volle Belastbarkeit erst dann gegeben
  • Verbreitet nach der Verlegung wochenlang einen ausgeprägten Eigengeruch
  • Zeigt starke Reaktionen auf alkalische Mittel wie Laugen
  • Preis:
  • Materialkosten von 15 bis 55 Euro/m², für Klick-Linoleum von 40 bis 80 Euro/m² – zuzüglich Handwerkerkosten von 8 bis 12 Euro/m²

 

Vorteile von Linoleum

  • Widerstandsfähig und sehr dauerhaft
  • Sehr gute Pflegeeigenschaften, da sich Schmutz nicht in Fugen oder Rillen ansammeln kann
  • Angenehm fußwarm, wärmedämmend und rutschhemmend
  • Verlegbar auf einer Fußbodenheizung
  • Schwer entflammbar

 

Nachteile von Linoleum

  • Sollte nur vom Fachmann verlegt werden
  • Auslegung und Trocknung dauern
  • Quillt bei Nässe auf und eignet sich somit nicht für Feuchträume wie Badezimmer
  • Kann mit der Zeit einen „Reifeschleier“ bilden, dem sich durch direkte Sonneneinstrahlung entgegenwirken lässt
 

TEPPICH (AUSLEGEWARE): KUSCHELWEICH

Seit man weiß, dass Teppich mit Einschränkungen auch für Allergiker zu empfehlen ist, ist dieser klassische Bodenbelag wieder in Mode gekommen. Vor allem im Schlafzimmer möchten viele Menschen auf Wärme, Wohlbehagen und den weichen Tritt von Teppichboden einfach nicht verzichten. Vor dem Teppichkauf ist zu entscheiden, aus welchem Material er bestehen soll und in welcher Farbe oder Musterung er zum eigenen Einrichtungsstil passt. Weiterhin steht die Wahl zwischen Kurzflor (Florhöhe unter 1,5 cm), Hochflor (Florhöhe zwischen 1,5 und 5 cm) und Langflor (Höhe über 5 cm). Teppichböden existieren gewebt, geknüpft, getupft oder gefilzt aus reiner Wolle, synthetischen Materialien wie Polyester, Nylon, Polypropylen oder Mischfasern. Spannende Kontraste setzen außerdem Teppiche aus Seegras, Sisal, Jute, Binsen Kokosfaser, Abacá oder Papier.

verschiedene Teppichböden

 

Tipps zu Teppichböden:

  • Vermindert häusliche Verletzungsgefahr
  • In vielen Farben und Designs erhältlich
  • Sorgt für Behaglichkeit im Kinderzimmer, Wohnzimmer, Schlafzimmer, Flur
  • Fasern leiden durch Krabbeln, Robben, Spielen auf dem Teppich
  • Sollte mindestens alle zwei oder drei Tage abgesaugt sowie mit Spezialreinigern zwischengereinigt werden
  • Fleckenrisiko gerade mit kleinen Kindern im Haushalt erhöht
  • Es wird dazu geraten, Teppichboden nach spätestens 10 Jahren auszutauschen
  • Preis:
  • Mit 8 bis 20 Euro/m² recht günstig, es existieren auch Designs mit Preisen bis 100 Euro/m²

 

Vorteile von Teppich

  • Fußwarmer Bodenbelag mit weichem Laufgefühl
  • Wärmedämmend, hilft daher beim Energiesparen
  • Rutschfest und schalldämpfend
  • Sorgt durch Bindung von Luftstaub für ein gutes Raumklima
  • Als Kurzflor aus synthetischen Fasern auch für Allergiker geeignet: Lass Dich im Fachhandel beraten!
  • Vergleichsweise günstig
  • Es ist nicht schwer, den Bodenbelag selbst zu verlegen

 

Nachteile von Teppich

  • Hausstaubmilben finden in Hochfloren aus Naturfasern beste Bedingungen vor
  • Gebundene Stäube und Keime können sich z.B. lösen, wenn Kinder über den Teppich krabbeln
  • Anfällig für Flecken, wenn nicht schmutzabweisend und nanobeschichtet
  • Relativ kurzlebig
 
 
 

Welcher Belag eignet sich für welchen Raum?

Um Ihnen die Auswahl der passenden Bodenbeläge zu erleichtern, möchten wir an dieser Stelle noch einmal einen kleinen Überblick über für bestimmte Räume jeweils ideal passende Boden-Varianten geben.

 

 

Welcher Bodenbelag eignet sich für das Schlafzimmer?

  • Warm und geräuschdämmend, vermittelt Teppich hier kuschelige Wohlfühlatmosphäre.
  • Auch Holzdielen, Kork, Parkett, Laminat und Linoleum sind im Schlafraum die passende Wahl.

 

Welcher Bodenbelag eignet sich gut für das Wohnzimmer?

  • Ebenso wie im Schlafzimmer lädt Teppichboden im Wohnzimmer zum Wohlfühlen ein.
  • Holzdielen und Parkett schaffen im Wohnbereich ebenfalls eine behagliche Atmosphäre, sind aber pflegeleichter.
  • Auch aufwändige Beton-Böden und hochwertige PVC-Böden für den Wohnraum finden immer mehr Anklang.

Bemusterungszentrum für Böden

 

Ein Bemusterungszentrum eignet sich super zur Beratung und als Inspirationsquelle.

 

Welcher Bodenbelag eignet sich gut für das Badezimmer?

  • Glatte und robuste Fliesen sind im Badbereich insbesondere dann die beste Lösung, wenn Kinder oder Haustiere zum Haushalt gehören.
  • Der Fachhandel bietet mittlerweile sogar Holzböden für das Bad mit spezieller Öl-Versiegelung an.

 

Welcher Bodenbelag eignet sich gut für das Kinderzimmer?

  • Statt kalten Fliesen, rauem Naturholz oder sensiblem Parkett werden im Kinderzimmer kurzflorige Teppichböden bevorzugt.
  • Sie sorgen für ein warmes Gehgefühl, schlucken Geräusche und reduzieren das Verletzungsrisiko.
  • Kork begeistert hier mit denselben Vorteilen und sorgt als Naturprodukt für ein ausgewogenes Raumklima.

 

Welcher Bodenbelag eignet sich gut für die Küche?

  • Glatte Fliesenmodelle sind in der Küche die Fliesen der Wahl, denn anders als raue lassen sie sich einfach reinigen.
  • Die im Küchenbereich benötigten guten Reinigungseigenschaften bringt auch Beton mit.
  • Geölte Hartholzböden lassen sich in einem offenen Raumkonzept vom Wohnbereich in die Küche fortsetzen, sie machen allerdings eine aufwändige Pflege notwendig.
 
 

 FAZIT:

Die Vielzahl der spannenden Bodenbeläge animiert zum Aussuchen und Losgestalten des eigenen Zuhauses. Die Qual der Wahl: Doch welcher Bodenbelag für einen bestimmten Raum nun der beste ist, lässt sich nicht eindeutig festlegen. Jeder Fußbodenbelag hat seine Vor- und Nachteile und besonders entscheidend ist am Ende, wie man sich mit – und auf! – ihm fühlt. Ein Vergleich von Mustern der verschiedenen Belagsvarianten sowie eine persönliche Beratung im Fachhandel können abschließende Hilfe bei der Auswahl bieten.

Quelle: Wikipedia

Dielenboden

 

Alte Fußbodendiele aus Pitch Pine

Ein Dielenboden, auch Schiffboden oder Riemenboden, ist ein Holzfußboden aus Brettern, in Raumlängen oder variierenden Längen. Er ist neben dem Holzpflaster (auch Stöckelboden genannt) aus kurzen Stirnholz-Abschnitten die älteste Form des Holzbodens.

Eine spätere Entwicklung sind Parkettböden, die aus Holzstäben zusammengesetzt werden, die in der Regel kürzer als ein Meter sind und meist aus Hartholz mit umlaufender Nut oder mit gefräster Nut und Feder vorgefertigt werden.

Die Dielen

Dielen können aus jeder Holzsorte hergestellt werden, die sich in der gewünschten Breite rißfrei aufschneiden lässt. Im Gegensatz zu Brettern für den allgemeinen Bedarf wird das Rundholz bevorzugt im Riftschnitt aufgetrennt, so dass die Jahresringe des fertigen Dielenbretts vorwiegend senkrecht stehend verlaufen. Liegende Jahresringe können insbesondere bei schnellwachsendem Nadelholz dazu führen, dass sich stellenweise eine flach auslaufende, splittrige Holzschicht entlang des Verlaufs der Jahresringe von der Oberfläche des Fußbodens löst.[1]

Erwünscht ist trockenes und maßhaltiges Holz, um eine langfristige versatz- und fugenfreie Oberfläche zu erhalten.

Traditionell werden massive Dielen in Stärken von 21 bis etwa 40 mm und einer Breite ab 80 mm verwendet. (Schnittholz in einer Stärke von mehr als 40 mm wird nicht mehr als Brett, sondern als Bohle bezeichnet.) Ähnlich wie Parkettstäbe werden Dielenbretter heute meist mit ein- oder zweiseitig eingeschnittener Nut sowie herausgefräster Feder auf der jeweils gegenüberliegenden Seite gefertigt. Durch die Nut- und Federverbindung verteilen sich punktuelle Belastungen auf mehrere nebeneinanderliegende Dielen, so dass sich auch dünnere Bretter ab etwa 15 mm Stärke verwenden lassen. Sollten im verlegten Boden Fugen auftreten, so können diese bei gespundeten Brettern mit einer Kittmasse gefüllt oder mit Holzleisten (“Holzspliss”[2]ausgespant werden, ohne dass sich das Fugenmaterial später wieder löst, wie es bei historischen Dielen der Fall ist, die sich gegeneinander bewegen.

Die Größe der Dielen wird begrenzt durch Faktoren wie Stammlänge und -breite, Schwindverhalten des Holzes, Größe der Trockenkammer und den Transportmöglichkeiten. Möglich sind häufig Längen bis etwa 15 m und Breiten bis 60 cm. Besonders breite und lange Massivholzdielen werden als Schlossdielen bezeichnet. Hochwertige Holzböden werden oft durchgehend in Raumlänge verlegt.

Heute werden Dielen auch in der Art von Furnier- oder Brettschichtholz zwei- oder mehrschichtig verleimt und im Handel oft als Landhausdielen bezeichnet.

  • Bei der Fertigung entsteht kaum Verschnitt, da die Schichten vor dem flächigen Verleimen per Keilzinkenverbindung endlos aneinandergesetzt werden.
  • Durch die Verleimung von mehreren vorgetrockneten Schichten kann eine für Trag- und Nutzschichten jeweils passende Holzqualität ausgewählt werden. Dadurch ergibt sich ein sehr maßhaltiger Dielenboden.
  • Für die Sicht- und Nutzfläche wird ein festes und fehlerfreies Holz mit gleichmäßiger Maserung ausgewählt, während in den anderen Schichten Resthölzer verarbeitet werden können.
  • Die oberste Schicht sollte wenigstens 8 mm stark sein, damit der Holzfußboden zur Renovierung einige Male abgeschliffen werden kann, ohne die Nutzschicht durchzuschleifen.

Als Nadelholz werden meist Kiefer, Lärche oder Fichte bzw. Tanne verwendet. In Altbauten wurden um 1900 häufiger die Importhölzer Pitch Pine und Oregon Pine (Douglasie) verwendet. Hochwertigere Fußböden werden aus den Laub- oder Tropenhölzern hergestellt.

 

Spundung bei Holzdielen, die auch stirnseitig angewendet werden kann.

Vor dem Aufkommen von Sägewerken wurden Dielen per Hand gesägt. Sehr breite Dielen wurden aus der Mitte des Stammes gesägt, da sich diese sogenannten „Herzbretter“ weniger verziehen. Damit waren Dielen mit Breiten von bis zu einem Meter möglich, die einen ähnlich gleichmäßig liegenden und stabilen Boden ergeben wie gespundete Bretter. die Rißbildung wurde in Kauf genommen. Mit der industriellen Holzverarbeitung (in Deutschland etwa ab 1850) konnten die Dielen dünner und einheitlich breit gefertigt werden und wurden meist durch eine Nut- und Federverbindung gespundet. Die Länge war so bemessen, dass sie der Raumlänge quer zur Balkenlage entsprach. Bei sehr großen Räumen oder Fluren wurden die Dielen längs auf einem Deckenbalken gestoßen.

Statt den früher üblichen variablen Längen werden Landhausdielen und viele Massivholzdielen heute mit einer feste Konfektionslänge von etwa zwei Meter geliefert und sind allseits gespundet. Durch die Nut- und Feder-Verbindung der Dielen untereinander müssen sie nicht auf den Balken gestossen werden und können somit fortlaufend ohne Verschnitt verlegt werden.

Konstruktion und Funktion

 

Verzapfungsarten und Fixierung von Dielenböden

Bei traditionellen Holzbalkendecken wurden die Dielenbretter direkt auf die Deckenbalken genagelt. Bei gespundeten Dielen werden in der Regel Stifte (Nägel mit kleinem Kopf) schräg durch die Feder getrieben, so dass der Nagel an der Oberfläche nicht sichtbar ist. Bei der Altbausanierung können unebene und durchgebogene Balkenlagen durch entsprechend zurechtgeschnittene Futterhölzer (zum Ende hin spitz auslaufende Leisten) in der Höhe ausgeglichen werden. Ist die Seite der Balken zugänglich, so lässt sich der Höhenausgleich leicht herstellen, indem Bohlen seitlich an die Balken gerschraubt werden. An durchhängenden Balken werden die Bretter den Balken gegenüber nach oben überstehend befestigt, so dass die Dielen an diesen Stellen alleine von den Bohlen getragen werden.

Bis 2008 konnte bei Mauerwerksbauten mit bis zu 2 Vollgeschossen und aussteifenden Wänden nach DIN 1053 Teil 1 Abb. 2.1 eine „Scheibe nach DIN 1052-1 ohne rechnerischen Nachweis“ gemäß DIN 1052:1988 angenommen werden,[3] wenn

  • tragende Deckenschalungen (z. B. Dielenboden) aus Brettern mit wenigstens 12 cm Breite oder Holzwerkstoffplatten vorhanden sind,
  • Zuganker nach DIN 1053 Teil 1 Abschnitt 3.3.3.2. angeordnet werden und
  • das Gebäude durch Wände entsprechend DIN 1053 Teil 1 Tabelle 3, von Wand zu Wand durchlaufend ausgesteift ist.[4]

Historisch wurde die statische Aussteifung auch durch im 45°-Winkel zu den Balken verlegte Dielen oder durch zusätzliche, diagonal verlegte Stahlbänder erreicht. Heute übernehmen dies meistens Unterböden aus breiten Werkstoff- oder Gipsfaserplatten.

Werden Dielen unmittelbar auf den Holzbalken befestigt, so übertragen diese Trittschall und in geringem Masse auch Luftschall auf angrenzende Räume. Darunterliegende Räume können durch eine abgehängte, schalltechnisch entkoppelte Unterdecke vor der Übertragung von Geräuschen geschützt werden. In reinen Holzbauten übertragen die Deckenbalken den Trittschall jedoch über ihre Auflager in das gesamte Bauwerk. In diesem Fall sowie wenn in Massivbauten auf eine schwingend aufgehängte Unterdecke verzichtet werden soll, sollte der Dielenboden nicht direkt auf den Holzbalken befestigt werden.

In der Regel werden heute zunächst Lagerhölzer lose auf die Deckenbalken gelegt, die durch dazwischenliegende Trittschall-Dämmstreifen (z. B. Filz) von den Balken entkoppelt sind. Die Lagerhölzer werden nach dem Verlegen des Bodens ausschließlich mit den Dielen verschraubt. Es ist besonders darauf zu achten, dass keine Schraube durch den Trittschallschutz bis in den Deckenbalken geschraubt wird. Dielen können alternativ auf einen Tragschicht aus Plattenmaterial oder auf einen gut durchgetrockneten Estrich verlegt werden. Traditionell wurden die Lagerhölzer oft auch lose in die Füllung aus Hochofenschlacke gelegt, die zum Brand- und Luftschallschutz in die Zwischenräume der Balken eingebracht wurde und beispielsweise von einem darunter befindlichen Blindboden aus Einschieblingen getragen wurde.

Ein Dielenboden auf Massivdecken wie Beton benötigt Lagerhölzer, die auf dem rohen Boden liegen können oder mit elastischen Klebstoffen direkt auf den Estrich geklebt werden. Die Oberfläche blieb entweder unbehandelt oder wurde mit Ochsenblut oder Bohnerwachs versiegelt. Später kam die Versiegelung mit Klarlack hinzu, in neuester Zeit ist das Ölen eine Alternative.

In der Gegenwart werden Mehrschicht-Dielen, die als gespundet oder auch als Klick- bzw. Lock-Systeme angeboten werden, schwimmend auf Estrich oder Blindböden verlegt oder verklebt. Derartige Bodenaufbauten haben keine tragende oder statische Funktion mehr.

Quelle: Wikipedia

Parkett

Parkett ist ein Fußbodenbelag aus Holz oder Bambus für Räume in geschlossenen Gebäuden. Das Holz, in der Regel Hartholz von Laubbäumen, wird dazu in kleine Stücke gesägt und nach bestimmten Mustern zusammengesetzt. Holzböden, bei denen die Jahresringe sichtbar sind, d. h. die Fasern vertikal stehen, nennt man Holzpflaster (Holzstöckelpflaster). Einen großformatigen Holzboden aus langen Brettern nennt man Dielenboden. Parkett gilt als hochwertiger Fußbodenbelag, benötigt wegen des Aufbaus aus kleinteiligen Holzstücken im Gegensatz zum Dielenboden einen tragfähigen Untergrund, wirkt aus demselben Grund aber Fugenbildung entgegen. Durch seine geschlossenen Flächen ist er sehr hygienisch.

Holz

Traditionelle europäische Holzarten, die zu Parkett verarbeitet werden, sind vorwiegend Eiche und Buche. Außereuropäische Holzarten für Parkett sind etwa Teak/Burma, Palisander, Kambala, Afzelia (Doussie), Jatoba, Cabreuva, Eukalyptus, Mutenye, Bongossi/Azobe, Kosipo, Kotibe, Landa, Limbali, Louro vermelho, Peroba und andere. Es sind durchwegs robuste Harthölzer. Bei Mehrschichtparkett kommen als Träger auch Holzwerkstoffe zum Einsatz.

Vom Parkett zu unterscheiden ist ein Laminatbelag. Laminatbeläge bestehen aus Holzfaserstoffen als Träger und sind mit Melaminharz beschichtet; die sichtbare Holzoberfläche besteht hier aus einer einlaminierten Papierlage im Holzmuster (mit Melaminharz imprägnierte Dekorschicht). Die Verlegung der Laminatböden erfolgt in gleicher Art wie Parkett. Durch die Kunststoffoberfläche wird hier keine Feuchtigkeit aufgenommen, jedoch ist über die Fugen eine Feuchtigkeitsaufnahme möglich. So kann es beispielsweise beim Nasswischen zu irreversiblen Aufquellungen der Nähte kommen, wodurch der Bodenbelag unbrauchbar wird.[1] Laminat wird deshalb in der Regel trocken bis maximal nebelfeucht gereinigt.

Ein Parkettboden ist teurer als ein Laminatboden, dafür kann Parkett durch Schleifen und Versiegeln in der Regel mehrfach renoviert werden, was bei Laminat nicht möglich ist. Parkett ist im Verhältnis zu einem Textilboden ein sehr dauerhafter Bodenbelag. Es gibt Parkettböden in Schlössern, die nach Jahrhunderten noch attraktiv sind, hier haben aber meistens kostspielige Aufarbeitungen des Parketts stattgefunden.

Der Härtegrad von Parkettböden wird im Allgemeinen in Brinell angegeben.

Bambus

Seit Mitte der 1990er Jahre wird in zunehmendem Umfang auch Bambus, der kein Holz im strengen Sinne, sondern ein verholztes Gras ist, zu Parketten verlegt. Bambusparkett ist, weil das Material so schnell wächst, um ein Vielfaches preiswerter als Holzparkett, überdauert je nach Qualität und Belastung aber nur 10–25 Jahre. Die Feuchtigkeitstoleranz und Schimmelresistenz ist etwas höher als bei Holz. Einige Produkte bleichen in starkem Sonnenlicht aus. Die Verlegung erfolgt entweder durch Annageln oder durch Nut-Feder-Verbindungen. Moso-Bambus ist härter als viele Holzsorten (z. B. Ahorn, Eiche). Natürlich gefärbter Bambus ist härter als künstlich gedunkelter (carbonizedcarmelized).[2][3][4] Die Härte von Bambusparkett wird, wie die von Holzparkett, nach dem Janka-Härte-Test bestimmt. Nasswischen führt bei Bambusparkett, ebenso wie jede andere übermäßige Wassereinwirkung, zu Verformungen.[5]

Da Bambus, anders als Holz, nicht in großen sägbaren Stämmen wächst, muss er, um in Brettform zu gelangen, in allen Fällen stark bearbeitet werden. Je nach Herstellungsverfahren werden drei Arten von Bambusparkett unterschieden:

  • Solid Bamboo – die billigste Art von Bambusparkett – ist aus getrockneten Bambusstreifen gemacht, die entweder horizontal oder vertikal neu zusammengelegt, verklebt und dann zu Brettern verpresst werden.[6] Solid Bamboo und Engineered Bamboo enthalten nicht nur Klebstoffe, sondern in geringen Mengen auch Formaldehyd.[7]
  • Engineered Bamboo wird ähnlich wie Solid Bamboo hergestellt, aber nicht zu massiven Brettern verarbeitet, sondern wie ein Furnier in 1 bis 2 Millimetern Stärke auf Sperrholz oder Spanplatte aufgeklebt.[6]
  • Strand Woven Bamboo (Stranded BambooFossilized Bamboo) ist am aufwendigsten hergestellt und infolgedessen auch am teuersten: Der Bambus wird zerfasert, von fragilen Fasern befreit, kreuzweise neu verflochten, erhitzt und gepresst. Das fertige Produkt sieht nicht mehr wie Bambus, sondern je nach Verarbeitung wie Holz oder meliertes Fantasieholz aus, ist aber extrem hart und robust. Die Oberfläche braucht nicht versiegelt zu werden. Bei Bedarf kann das Parkett wie Holzparkett abgeschliffen werden.[4] Stranded Woven Bamboo enthält meist Phenolformaldehyd, das als weniger giftig gilt als Formaldehyd.[7]

Arten von Parkett

Massivparkett

Massivparkett besteht aus Massivholzstücken; mehrere Ausführungsarten werden unterschieden: Massivparkett wird üblicherweise roh verlegt und dann mit der Parkettschleifmaschine in mehreren Schleifgängen abgeschliffen. Anschließend erfolgt die Oberflächenbehandlung mit Parkettlack, Fußbodenöl oder Wachs. Die fortschreitende technische Entwicklung führte zur Herstellung von kalibriertem Massivparkett mit bereits werkseitig aufgebrachten Oberflächenbehandlungen. Gegenwärtig ist Massivparkett auch als Fertigparkett von einigen Herstellern erhältlich. Hierbei entfällt das Schleifen und Endbehandeln auf der Baustelle.

Massivparkette, insbesondere Mosaik-, Hochkantlamellen- und Lamparkette, aber auch Holzpflaster, wurden in den 1950er bis 1970er Jahren mit teer- oder bitumenhaltigen Klebern auf Zement- oder Asphaltestriche verklebt. Diese Kleber sind oft mit krebserzeugenden PAK (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) belastet, eine Demontage und Entsorgung eines solchen Parketts sollte nur von Fachunternehmen durchgeführt werden. Ein so verklebtes Parkett kann zur potentiellen Gefahrenquelle werden, da unter bereits gelockerten Parkettteilen die Klebermasse durch Trittbelastung zermahlen und über die Fugen im Parkett in die Raumluft und in den Hausstaub gelangen kann. Die Bewohner nehmen freigesetzte PAK dann über Atemluft, Nahrung oder durch Hautkontakt auf. Besonders kleine Kinder sind gefährdet, wenn sie auf dem Fußboden spielen und aufgewirbelten Staub einatmen. Verdächtig ist Kleber, wenn seine dunkle Farbe auf Teer- bzw. Bitumenanteile hinweist und das Parkett vor Ende der 1970er Jahre verlegt wurde. Der Kleber sollte dann in einem Labor auf PAK geprüft werden.

Stabparkett (Massivparkett)

Stabparkett besteht aus einzelnen Holzstücken (Stäben); traditionell meist in den Abmessungen von 400–500 mm × 60–80 mm × 22 mm. Es gibt aber auch dünnere Parkettstäbe und Stäbe mit 2- oder mehrschichtigem Aufbau (Stab-Fertigparkett). In die Seiten ist eine umlaufende Nut gefräst, in die eine Feder genannte Holzleiste gesteckt wird, wodurch der Verbund zwischen den einzelnen Brettchen hergestellt wird. Diese Form des Parketts ist die klassische Form. Sie wird auf den tragenden Unterboden aus Holz genagelt, und zwar von der Seite schräg durch die Feder, so dass der Nagel durch den benachbarten Parkettstab verdeckt wird. Eine andere Bezeichnung für diese Parkettart lautet Nagelparkett (Norm E DIN EN 13226). Parkettstäbe mit fester angehobelter Nut beziehungsweise Feder werden auch als Parkettriemen bezeichnet. Inzwischen werden Parkettstäbe häufig auch auf den Untergrund geklebt, wodurch bei einer Fußbodenheizung ein etwas besserer Wärmeübergang erreicht wird.

Mosaikparkett (Massivparkett)

Mosaikparkett besteht aus kleineren und vor allem dünneren Holzlamellen mit 8 bis 10 mm Stärke, in der Regel auf Netz geklebt. Standardmäßig werden quadratische Lamellen mit einer Kantenlänge von 12 oder 16 cm verlegt. Das unbehandelt gelieferte Parkett wird nach dem Verkleben geschliffen und die Oberfläche lackiert oder geölt/gewachst. Seine geringe Aufbauhöhe ist ein großer Vorteil bei einer Fußbodenheizung, da der Wärmedurchgang wenig behindert wird. Auch wenn ein anderer Bodenbelag durch Parkett ersetzt werden soll, ist die geringe Dicke des Mosaikparketts von Vorteil. Häufig findet auch Mosaikparkett in einem englischen Verband und im Parallelverband Verwendung.

Lamparkett (Massivparkett)

Lamparkett ist dem Stabparkett in seiner Stablänge von 120 bis 400 mm und Stabbreite von 40 bis 65 mm ähnlich, jedoch ist es nur 10–11 mm stark. Die Verlegung und die Eigenschaften ähneln dem Mosaikparkett (Norm: Vollholzlamparkett nach E DIN 13227). Es trägt auch die Beinamen Dünnparkett oder Dünnstab.

Hochkantlamellenparkett (Massivparkett)

Hochkantlamellenparkett

Hochkantlamellenparkett (HKL) besteht wie das Mosaikparkett aus einzelnen Vollholzlamellen mit einem Querschnitt von meist ca. 8 mm × 22 mm. Dieses Parkett ist ein sogenanntes Restprodukt aus der Mosaikparkett-Produktion. Die einzelnen Lamellen werden hochkant angeordnet und durch Papierstreifen, Kunststoffnetze oder Klebebänder in Verlegeeinheiten zusammengehalten. Durch die größere Stärke von 22 mm kann das Parkett häufiger geschliffen werden und wird deshalb vorwiegend im gewerblichen Bereich verwendet. Es trägt daher auch den Beinamen Industrieparkett. Hochkantlamellenparkett findet wegen seiner beliebten Optik als Designboden in letzter Zeit vermehrt auch im Wohnbereich und in öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Museen oder Ausstellungszentren Verwendung.

Heutzutage wird auch immer häufiger Hochkantlamellenparkett in der Stärke 10 mm verwendet, seltener auch 16 mm.

Parkettdiele

Massive Parkettstäbe werden zu einer Diele verleimt. Üblich sind zwei oder drei parallele Stabreihen. Die Bretter sind meistens 2–3 Meter lang.

Massivdiele

Massivholzdielen bestehen aus einem Stück Holz (massiv) und haben ein großflächiges Format (min. 12 cm breit und 1,20 m lang). Wenn sie zur Fixierung auf Unterkonstruktion vorgesehen sind, beträgt die Stärke meist 21 mm, ist aber auch schwächer, wenn zur flächigen Verklebung vorgesehen.

Tafelparkett

Aufwändiges dekoratives Tafelparkett

Tafelparkett heißt auch französisches Parkett und wird als die „Königin unter den Parkettfußböden“ gesehen. Geometrische Muster werden zu quadratischen Tafeln verleimt, etwa Rauten und Sterne derart, dass sich weitere komplexe Muster ergeben. Häufig werden verschiedenfarbige Hölzer verarbeitet. Bei der Gestaltung des Bodens wird die spätere Nutzung des Raumes berücksichtigt. Häufig wird ein Tafelparkett-Boden mit einem umlaufenden Fries verlegt.

Mehrschichtparkett

Das Patent für das Mehrschichtparkett stammt aus dem Jahr 1939 von Johann Kähr (Lamellenplatte). 1941 führte das Unternehmen Kährs das weltweit erste „Fertigparkett“ ein. Es hat auf Grund seines 3-schichtigen Aufbaus eine höhere Verwerfungsfestigkeit und kann deshalb auch lose, ohne vollflächige Verklebung, oft in einem Klick-System auf eine Unterlagsmatte verlegt werden. Es kann aber auch problemlos ohne Unterlagsmatte fest verklebt werden, dadurch werden die Lebensdauer und das Raumschallverhalten (durch Begehen, Fallenlassen von Gegenständen etc.) deutlich verbessert, hingegen verschlechtert sich das Trittschallverhalten (Schall in untenliegenden und angrenzenden Räumen). Je nach akustischer Anforderung kann das Verkleben daher mehr oder weniger zu empfehlen sein.

Bei den Klicksystemen unterscheidet man „kraftschließende“ und „formschließende“ Systeme. Bei den kraftschließenden Systemen erfolgt die Verbindung der Dielen durch die Überwindung eines Widerstands, der nachher die Dielen zusammenhält, z. B. ein kleiner Vorsprung im Holz. Häufig müssen bei diesem Verfahren die Dielen vertikal eingeklopft werden. Der Nachteil des Systems ist, dass vielfach noch geleimt werden muss oder die kleinen Vorsprünge sich abnutzen, was zu hässlichen Fugen führt. Das formschließende System (Woodloc, lock-it, smart-lock usw.) ist ein Winkelsystem. Hier werden die Dielen in eine CNC-gefräste Form von oben eingewinkelt.

Die sichtbare Oberflächenschicht aus der jeweils prägenden Holzart ist hier oft nur noch 2 bis 4 mm dick und auf einer oder mehreren Trägerschichten aus billigerem Nadelholz oder auf eine Trägerplatte aus Holzwerkstoff geklebt. Bei den Mehrschichtern hängt die Belastbarkeit nicht nur von der Holzart, sondern auch vom Gesamtaufbau, von der Stärke der Nutzschicht und von Art und Güte der Mittellage ab. Daher wird empfohlen, auf die Qualität des Materials zu achten.

Diese Platten erhalten Nut und Feder zur Verlegung, die in das Nadelholz eingearbeitet sind. Das Schleifen nach der Verlegung entfällt hier, da die einzelnen Elemente bereits fertig geschliffen und oberflächenbehandelt sind. Geringe Höhenunterschiede (< 0,1 mm) zwischen den einzelnen Elementen werden deshalb nicht ausgeglichen. Fertigparkett lässt sich von gewöhnlichem Parkett leicht durch Betrachten gegen das Licht unterscheiden, wobei die Einzelelemente ihre makellose Glätte und scharfkantige Begrenzung zeigen. Mehrschichtparkett kann auch in rohem Zustand erworben werden und dann bauseitig behandelt werden, dadurch wird die Qualität verbessert, und es ist kaum noch von Massivparkett zu unterscheiden.

Die Lebensdauer von schwimmend verlegtem Mehrschichtparkett ist aufgrund seiner laufenden mechanischen Belastung nicht so hoch wie bei verklebtem Parkett, weil die Kippbewegungen bei den Fugen mit der Zeit zum Eindringen von Wasser führen können.

Entscheidend für die Qualität von Mehrschichtparkett ist a) die Qualität des Oberflächenlacks bzw. des Öles oder Wachses (denn hier findet die Belastung statt und nicht auf dem Holz), b) die Qualität der Dielenverbindung und c) die Verwendung hochwertiger Techniken (z. B. keine „Briefmarken“, stehende Jahresringe, Lamellenseitenverleimung).

Als Variante des Mehrschichtparkettes gibt es, neben dem Dreischichtparkett, auch Zweischichtparkett. Das erste 2-Schicht-Fertigparkett wurde 1975 vom Schweizer Unternehmen Bauwerk Parkett vorgestellt. Das erste 1-Stab-2-Schicht-Fertigparkett wurde in den 1980er-Jahren von diesem Hersteller und vom italienischen Unternehmen Margaritelli entwickelt, beide Unternehmen lieferten einander um die Patentrechte einen jahrelangen Rechtsstreit. Diese Parkettart muss vollflächig auf dem Untergrund verklebt werden, was die Lebensdauer wieder durchaus erhöhen und den Raumschall entscheidend verbessern kann. Zweischichtparkett gibt es als klassischen Einzelstab (ca. 490 × 70 mm), Schiffsböden und Landhausdielen (Längen und Breiten unterschiedlich).

Verlegemuster

Parquet massif chêne rustique chanfreiné.jpg Parallel-Verband: Die Stäbe werden auf gleicher Höhe parallel verlegt.

  • Schiffsboden-Verband, auch Wilder Verband: Parallel mit versetzten Stößen, wie die Beplankung auf einem Schiffsdeck.
  • Englischer Verband: Die Stäbe werden um die Hälfte versetzt parallel verlegt.
  • Oxford-Verband: Die Stäbe werden um ein Drittel versetzt parallel verlegt.
  • Altdeutscher Verband: Die Stäbe werden um die Hälfte versetzt parallel verlegt (wie englischer Verband), jedoch immer doppelt nebeneinandergelegt. An den Kopfstößen wird ein verkürzter, um 90 Grad gedrehter Stab dazwischen verlegt. Ein Flechtmuster entsteht.
Art-parket-asp.jpg Flechtboden: Durch nebeneinander paralleles Anbringen von Stäben (2 bis 4) und rechtwinkliger Drehung solcher Pakete zueinander entsteht eine Flechtoptik. Wie Würfel, nur zueinander verschoben.

  • Flechtboden mit Würfel: Um ein quadratisches Parkettstück herum werden Stäbe in Längs- und Querrichtung parallel und zueinander gelegt (Abb.).
  • Würfel-Verband, auch Tafelmuster, einzelne Stäbe werden zu Quadraten zusammengefügt, deren Richtung abwechselnd um 90° versetzt ist (Schachbrettmuster). Dazu muss allerdings die Länge des Stabes ein natürliches Vielfaches der Stabbreite sein, z. B. 49 × 7 cm.
Parkett 01 KMJ.jpg Fischgrät: Klassisches Verlegemuster mit interessantem Lichtspiel. Eher für große Räume geeignet.

  • Französisches Fischgrät: Die Parkettstäbe sind beidseitig um 45° oder 30° abgeschrägt. Zwischen den Zopfreihen verläuft eine durchgehende Kopffuge.
Parquet Buffon.JPG Leiterboden: Eine Reihe parallel nebeneinanderliegender Stäbe wechselt sich ab mit einer quer dazu liegenden Einzelreihe.

  • Kombination mit Fischgrätmuster (Abb.): Französisches Fischgrät

 

 

 

Quelle : Wikipedia.org

Treppen

Eine Treppe besteht aus mindestens drei aufeinander folgenden Stufen.[1] Häufig sind auch Kombinationen aus Treppenläufen und Treppenabsätzen sowie, für die sichere Benutzung, Geländer als Absturzsicherung und ein Handlauf zum Festhalten.

Wortgebrauch

In Süddeutschland und Österreich wird im Allgemeinen der Ausdruck Stiege für die Treppe verwendet. Als Treppe wird zumeist nur ein schmaler Holzaufstieg, aber auch eine Wendeltreppe bezeichnet. Andere umgangssprachliche Bezeichnungen von Treppen sind regional auch Steige oder Tritt, im südwestdeutschen, insbesondere alemannischen Sprachraum Staffel. In der Seeschifffahrt spricht man in diesem Zusammenhang auch von Niedergang, der, vom Deck aus gesehen, die tiefer gelegenen Räume im Rumpf des Schiffes erschließt. Die Wissenschaft, die sich mit der Erforschung der Treppen befasst, heißt Scalalogie (lat. scala: Treppe, Stufe).

 

Funktionen

Treppe als Aufenthaltsort

Treppen und Treppenanlagen sind ein fester und wichtiger Bestandteil der Formensprache der Architektur weltweit. Die Funktion der Treppe ist nicht nur die des lotrechten Erschließungsbauteils, sie stellt auch ein wichtiges Gestaltungselement dar.

Außentreppen werden oft als Würdemotiv vor repräsentativen Gebäuden eingesetzt. Sie erhöhen das Gebäude, stellen es auf einen Sockel. Der Besucher wird beim Hinaufgehen erniedrigt, er steht niedriger als die Person, die am Ende der Treppe auf ihn wartet. Große Außentreppen sind als Aufenthaltsort beliebt, besonders bei Touristen (z. B. Basilique du Sacré-Cœur in Paris, Spanische Treppe in Rom).

Innentreppen weiten den Raum in die Vertikale und können so zu einem besonderen Blickfang werden. Sie sind wettergeschützt und oftmals aufwändiger gestaltet. In der Vergangenheit wurden HolzschnitzereienOrnamente, Figurinen, verzierte Balustraden und Teppiche ergänzt, heute sind Treppen Objekte, die durch ihre Form, Materialität und Konstruktion auffallen. Besondere Innentreppen dienen dem Bauherren oder Besitzer auch als Statussymbol.

Geschichte

Urzeit

Einfache Treppe als Zugang eines Heiligen Hauses in Osttimor

Die Idee, durch Stufen Höhenunterschiede zu überwinden, kann auch bei Primaten beobachtet werden. An fast allen längerfristigen Siedlungsplätzen mit unterschiedlichen Höhenlagen können Treppen nachgewiesen werden. Funde von Baumstämmen mit stufenartigen Einkerbungen aus dem Neolithikum lassen auf eine Verwendung als Treppe schließen.

Frühe Hochkulturen

Der früheste gestalterische Einsatz von Treppen ist in Göbekli Tepe 10.000 Jahre v. Chr. nachweisbar und findet einen ersten belegten Höhepunkt in der Anlage von Zikkurats in Mesopotamien 6.000 Jahre v. Chr. Neben der reinen Erschließungsfunktion hat die Treppe hier jene Symbolkraft (Übergang von einer Ebene zur anderen; Aufstieg; Zugang zum Transzendenten; Verbindung zwischen Himmel und ErdeProzessionsweg), die fortan bei fast allen sakralen oder repräsentativen Bauten zum Tragen kommt.

Bronzezeit

Bronzezeitliche Stiege aus den Hallstätter Salzbergwerken
(etwa 1344 und 1343 v. Chr.)

Wohl die älteste erhaltene Holztreppe Europas datiert in die Bronzezeit.[2] Sie stammt aus dem prähistorischen Salzbergwerk von Hallstatt und ist komplett erhalten. Die Stiege wurde dendrochronologisch untersucht und konnte auf die Jahre 1344 und 1343 v. Chr. datiert werden. Die Treppenbreite von über 1 m erlaubte ein gleichzeitiges Benutzen in beiden Richtungen bzw. das Nebeneinandergehen von mehreren Menschen, wie es beim Tragen sehr schwerer Lasten erforderlich gewesen sein könnte. Die Stiege besteht prinzipiell aus drei Elementen: den beiden seitlichen Holmen, den Auftrittbrettern und den Distanzbrettern, die über und unter jedem Auftrittbrett in die seitlichen Holme eingelassen sind. Die beiden seitlichen Holme bilden die Wangen der Treppe. Sie bestehen aus Baumstämmen von 20 bis 35 cm Durchmesser. In diese ist je eine 6 cm breite und 8 cm tiefe Längsnut eingearbeitet. Die Auftrittbretter sind lediglich mit einem viereckigen Zapfen in den Wangen zu beiden Seiten in die Nut geschoben.

Die Treppe war durch diese Konstruktionsweise einfach zu bauen, zu transportieren und zu reparieren. Sie gehört zu jenen Spezialentwicklungen des bronzezeitlichen Bergbaus, die in dieser Form nur in Hallstatt belegt sind. Da der Bergdruck die erhaltene Stiege im Christian von Tuschwerk zu beschädigen drohte, war es notwendig, sie an ihrem Fundplatz abzubauen und umzusiedeln. Die Stiege wurde vor dem Abbau umfassend am Fundort dokumentiert. Dann wurde sie in über 60 Einzelteile zerlegt, wobei aufgrund der Enge des Bergwerks und der umgebenden Fundschichten die Stiegenwangen zersägt werden mussten. Die Teile wurden ins Naturhistorische Museum nach Wien gebracht, wo eine umfassende technische Aufnahme durchgeführt wurde. Darüber hinaus wurde sie unter anderem erneut dendrochronologisch untersucht und es wurde eine Computertomographie durchgeführt[3]. Da die Stiege für ihre Erhaltung sehr spezielle klimatische Bedingungen benötigt, wie sie im Hallstätter Salzberg herrschen, und sie zudem der Öffentlichkeit zugänglich sein sollte, wurde sie im Besucherbergwerk der Salzwelten Hallstatt neu aufgestellt. In einem eigens dafür angelegten Schauraum ist sie dort seit Frühjahr 2015 Teil der regulären Führungen. Zuvor war sie ausschließlich im Rahmen von Sonderführungen zu sehen.

Antike

Die Treppe als Würdemotiv: Beispiel Tempel Maison Carrée in Nimes

Auch in der Antike wurden Treppen in der sakralen und repräsentativen Architektur als Würdemotiv eingesetzt. Griechische und römische Tempel stehen in der Regel auf mehrstufigen Sockeln. Die Akropolis in Athen erstieg man über eine Abfolge von Treppen.

Hauptsächlich unter funktionellen Gesichtspunkten entstanden die imposanten, treppenförmig angelegten Sitzreihen der Theater der griechischen Antike wie zum Beispiel in DelphiEphesusEpidauros und Athen wie auch der Theater der römischen Antike. Die Doppelfunktion des Auf- und Abweges und des Sitzens findet sich zudem noch bei den Stadien.

Mittelalter

Turmtreppe bei Caernarfon CastleWales (c1300)

Seit dem Mittelalter baute man zunehmend mehrgeschossig, wodurch der Treppe eine immer größere Bedeutung zukam. Das betraf besonders Bürger- und Handelshäuser, die im Spätmittelalter sogar mehrgeschossige Dachstühle als Lagerräume hatten.

Neuzeit

Im Barock wurden Treppen und Treppenhäuser in Schlössern äußerst prunkvoll ausgestattet und dienten zu Repräsentationszwecken. Beispiel: Treppenhaus von Balthasar Neumann in der Residenz in Würzburg.

Dabei lassen sich bisweilen auch bautechnische Kuriositäten finden, zum Beispiel im Schloss Hartenfels in Torgau ist die außen angebrachte Wendeltreppe, der sogenannte Wendelstein, der einzige Zugang zu dem nächsten Geschoss für die gesamte Schlossanlage. Ähnlich exponiert ist der Wendelstein auf der Albrechtsburg in Meißen. Dort ist er allerdings nicht der einzige Zugang zu den oberen Geschossen.

Mit der Erweiterung der Bauaufgaben auf repräsentative öffentliche Gebäude wurde dieses Motiv auch für TheaterRathäuser und so weiter übernommen.

Moderne

In der Moderne übernahm der Aufzug besonders bei Hochhäusern teilweise die Aufgaben der repräsentativen Vertikalerschließung.

Barrierefreiheit

Um allen Menschen eine uneingeschränkte Nutzung von Gebäuden zu ermöglichen, muss heute ein barrierefreier Zugang zu öffentlichen Gebäuden gegeben sein. Das bedeutet, dass der Eingang neben der Treppe auch über eine Rampe oder einen Aufzug möglich sein muss, damit auch Eltern mit Kinderwagen oder Rollstuhlfahrer Zugang haben.

Die Treppe in der Kunst

Häufig wird die Treppe auch in der Kunst thematisiert, beispielsweise in den Werken von M. C. Escher und Giovanni Battista Piranesi. Auch in der Literatur schlägt sich das nieder, so beschreibt der ehemalige schwedische Modearzt Axel Munthe in seiner Autobiographie Das Buch von San Michele seinen Wohnort Anacapri auf der Insel Capri, wo seine Villa San Michele steht. Diese wie den oben gelegene Ortsteil Anacapri erreichte man zu seiner Zeit von Marina Grande aus über die links neben der Kirche von San Costanzo beginnende Treppe Scala Fenicia mit ihren über 500 Stufen. Die dort befindliche Serpentinenstraße gab es zu seiner Zeit nicht, so dass diese Treppe die einzige Verbindung von dem unten gelegenen Capri zu dem oben gelegenen Anacapri war. Die Potemkinsche Treppe (früher Richelieu-Treppe) in Odessa wurde durch eine Schlüsselszene in Sergei Eisensteins Film „Panzerkreuzer Potemkin“ berühmt.

Begriffe im Treppenbau

Schodiště.JPG (1) Treppenabsatz oder Treppenpodest

(2) Zwischenpodest

(3) unterer Treppenlauf

(4) oberer Treppenlauf

(5) Treppenloch: Ausschnitt für die Treppe in der Geschossdecke oder in einer Balkenlage

(6) Treppengeländer und Handlauf

(7) Treppenauge: Lichte Öffnung oder Luftraum, von Treppenläufen und Absätzen umschlossen und oft über mehrere Stockwerke durchgehend. Umgangssprachlich auch Treppenloch genannt.

(8) Austritt

(9) Antritt

(10) Lauflinie / Gehlinie: Mittellinie des Treppenlaufs, bei gewendelten Treppen meist dezentriert. Die Lauflinie beginnt nach DIN 1356 (Bauzeichnungen) stets „unten“ mit einem Kreis und endet mit einem Pfeil „oben“. Abstand der Gehlinie vom Handlauf meist etwa 45 cm, Freitreppen werden auf Grund ihrer Breite auch unabhängig vom Handlauf begangen.

Treppe Begriffe.png (a) Setzstufe (vertikal)

(b) Vorderkante (VK) Antritt

(c) Trittstufe (horizontal)

(d)

(e) Auftrittsbreite: die horizontale Fläche, die in sich aus der Vorderkante der Trittstufe und der Vorderkante der nächsten Trittstufe ergibt. Ein Überstand der Trittstufe über die Setzstufe bleibt unberücksichtigt. Siehe Treppensteigung.

(f) Untertritt (Unterschneidung)

(g) Trittfläche (Auftritt + Untertritt (Unterschneidung))

(h)

(i)

(j) Steigung (Stufenhöhe), siehe Treppensteigung

(k) Treppenbelag

  • Treppengeometrie
    • lichte Durchgangshöhe: senkrechte Höhe über der gedachten Linie zwischen den Stufenvorderkanten bis Unterkante Decke bzw. Unterkante des darüberliegenden Treppenlaufes/Bauteils
    • Treppenhöhe: Differenz zwischen den Fertighöhen (Oberkante Fertigfußboden)
    • Steigungsmaß: Das Steigungsmaß oder Steigungsverhältnis gibt das Verhältnis zwischen Stufenhöhe und Auftritt der Treppenstufen und damit der Treppe an. Es wird angegeben als Verhältnis der Maße in cm zueinander (17/29) oder als Verhältniszahl (1:1,7). Für die Wahl des richtigen Steigungsverhältnisses wurden verschiedene Regeln entwickelt, siehe Treppensteigung.

      Anschlussbauteile

  • Anschlussbauteile
    • Treppensockel = Verkleidung der Fugen zwischen Treppe und Wand
    • Sockelleiste (a) = Leiste, die die Fuge zwischen Fußboden, Treppenstufe, Absatz oder Wandwange und Wandputz verdeckt. Auf den Absätzen und Wandwangen sind das lange Leisten. Bei Treppen ohne Wandwange sind es treppenartig angebrachte kurze Stufenleisten und Setzstufenleisten. Anstelle der Stufen und Setzstufenleisten können sogenannte Bischofsmützen eingebaut werden.
    • Bischofsmütze (b) = Verkleidung mit einer der Treppenneigung entsprechenden schrägen oberen Kante. Die Kanten sind durch unterschiedliche weitere kurze Kanten miteinander verbunden, so dass die Form einer Bischofsmütze entsteht.

Typologie

Treppen nach Lage und Funktion

Außenraum

  • Außentreppen sind alle Treppen außerhalb von Gebäuden. Da sie der Witterung ausgesetzt sind, ist besonders bei den Materialien auf Witterungsbeständigkeit zu achten. Des Weiteren ist zu beachten, dass die Treppenstufen zur Stufenkante hin geneigt sein sollten, damit Regenwasser schnell abfließen kann und Pfützen- und Eisbildung vermieden wird. Wegen der besonderen Rutschgefahr bei Regen müssen die Stufenkanten und Auftritte besonders rutschfest sein oder ausgestattet werden. Die Steigung von Außentreppen ist im Allgemeinen niedriger als bei Innentreppen. Gebräuchliche Steigungsverhältnisse sind (16/31), (15/33), (14/35) und (12/39).
  • Freitreppen befinden sich außerhalb des Gebäudes, aber an das Gebäude angebaut und sind nicht überdeckt. Diese Treppen führen meist zu einem Gebäudezugang.
  • Unter dem Begriff Gartentreppe sind alle Treppen im Garten zusammengefasst. Sie haben meist große Auftrittsbreiten und niedrige Stufenhöhen. Sie dienen zur Überwindung von Höhenunterschieden im Garten oder führen auf eine Terrasse oder zum Eingang auf der Gartenseite eines Gebäudes. Außer in Parks und Schlossgärten sind diese Treppen meist in einfacher Konstruktion.
  • Die Eingangstreppe führt direkt zum Eingang. Sie kann sowohl eine Freitreppe als auch eine überdachte Treppe sein. Je nach Gebäudetyp kann es sich dabei um sehr einfache Treppen als auch um reich verzierte aufwändige Repräsentationstreppen handeln. Wenn die Platzverhältnisse sehr beengt sind, kann die Eingangstreppe auch in das Gebäude eingezogen sein.
  • Die Hintertreppe hat einen Ausgang an der Hinterseite eines Gebäudes. Sie dient meistens als Zugang für Personal und Lieferanten. Ihre Ausführung ist meist sehr einfach. Oft führt die Hintertreppe auch in den Keller.
  • Die Monumentaltreppe zeichnet sich dadurch aus, dass sie entweder extrem breite Treppenstufen hat oder dass sie enorm viele Treppenstufen besitzt – meist ohne Absätze. Beispiele sind: Die Monumentaltreppe „La Scala“ in CaltagironeSizilien, mit 142 Stufen. Die Monumentaltreppe in MihintaleSri Lanka, aus vier Treppenabsätzen bestehend mit insgesamt 1.840 Stufen.

Innenraum

  • Als Innentreppe bezeichnet man alle Treppen, die sich im Innenraum eines Gebäudes befinden.
  • Eine Geschosstreppe verbindet zwei verschiedene Geschosse.
    • Eine Kellertreppe führt vom Hauseingang oder vom untersten ausgebauten Geschoss zum Keller und ist oft steiler als die Treppen zu den oberen Stockwerken. Bei älteren Gebäuden ist diese Treppe oft auf tragendem Baugrund ohne tragende Unterkonstruktion aufgebaut und führt oft durch einen sogenannten Kellerhals in einen Gewölbekeller.
    • Dachbodentreppen oder kurz Bodentreppen sind Treppen, die zum Dachboden, also zu Räumen im Dachraum führen, welche nicht ständig bewohnt werden. Meist werden einfache Treppenkonstruktionen verwendet (siehe Veränderbare Treppen), es kommen aber auch komfortablere Treppen zum Einsatz.
  • Als Ausgleichtreppe bezeichnet man die Treppen, die zum Ausgleich von Höhenunterschieden innerhalb eines Geschosses benötigt werden. Eine Differenztreppe ist eine Treppe mit nur wenigen Stufen, die geringe Höhendifferenzen miteinander verbindet.
  • Fluchttreppe
  • Das heutige deutsche Bauordnungsrecht unterscheidet notwendige Treppen, die zwingend vorhanden sein müssen und an die Auflagen geknüpft sind, sowie ggf. zusätzlich vorhandene nichtnotwendige Treppen, an die weniger strenge Auflagen geknüpft sind.
  • Eine Geheimtreppe ist eine der Öffentlichkeit nicht zugängliche Treppe. Es gibt sie häufig in alten Burgen und Schlössern. Sie dienten entweder der Fluchtmöglichkeit oder waren dafür ausgelegt, unerkannt in Gasträume zu kommen, um dort zu spionieren. Der Zugang zu diesen Treppen erfolgte oft über geheime unsichtbare Türen, sogenannte Tapetentüren.

Spezielle Treppen

Es gibt eine Vielzahl von besonderen Treppentypen für spezielle Anwendungsfälle. Diese sind in der Liste spezieller Treppen zusammengefasst.

Treppen nach Form

Übersicht

Treppen gibt es in unzähligen Formen. Als Draufsicht lässt sich die Form im Grundriss eines Gebäudes darstellen. Der Schnitt liefert in der Regel die dazugehörigen Angaben zur Konstruktion und zum Steigungsmaß. Man kann Treppenformen aufgrund der Anzahl (einläufig, zweiläufig..) oder der Geometrie (gradläufig, gewendelt, geschwungen) ihrer Treppenläufe unterscheiden. Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht über einige Grundtypen.

Treppe einläufig 2a.png Einläufige Treppen(a) gerade

(b) gerade mit viertelgewendeltem Austritt

(c) gerade mit Viertelpodest am Austritt

(d) gerade mit viertelgewendeltem Antritt

(e) gerade mit Viertelpodest am Antritt

(f) gerade mit viertelgewendeltem Antritt und Austritt

(g) gerade mit zwei Viertelpodesten

(h) halbgewendelt

(i) viertelgewendelt

Treppe zweiläufig 2b.png Zweiläufige Treppen(j) gerade mit Zwischenpodest

(k) gewendelte U-Treppe mit verzogenen Stufen an keilförmiger Zwischenpodeststufe

(l) U-Treppe mit Halbpodest

(m) Winkeltreppe mit Viertelpodest

Treppe dreiläufig 2c.png Dreiläufige Treppen(n) dreiläufige U-Treppe S-Form mit zwei Viertelpodesten

(o und p) dreiläufige T-Treppe mit Viertelpodest

(q) dreiläufige U-Treppe mit zwei Viertelpodesten

(r) und (s) dreiläufige E-Treppe mit Halbpodest

Treppe gewendelt mehräufig 2d.png Treppe gewendelt und mehrläufig repräsentativ(t) einläufige Kreisbogentreppe

(u) einläufige Wendeltreppe mit Massivspindel

(v) einläufige Wendeltreppe mit Treppenauge bzw. Hohlspindel

(w) zweiläufige doppelte Wendeltreppe

(x) mehrläufige repräsentative Treppe mit mehreren Zwischenpodesten

Treppe Y und S Form 2e.png Treppe in Y und S Form, Berliner Treppe(y) Y-Treppe einläufig beginnend und zweiläufig endend

(z) Y-Treppe zweiläufig beginnend und einläufig endend

(α) einläufige S-förmige gerade Treppe mit zwei Viertelwendelungen

(β) Berliner Treppe

(λ) einläufige S-förmige Treppe

Treppe Pyramiden Kegel.png Pyramiden und Kegeltreppen(δ) Pyramidentreppe positiv

(ε) Pyramidentreppe negativ

(φ) Pyramidentreppe auf 8eck-Grundriss positiv

(γ) Pyramidentreppe auf 8eck-Grundriss negativ

(η) Kegeltreppe positiv

(ι) Kegeltreppe negativ

Gradläufige Treppen

Gradläufige Treppen sind Treppen, deren Treppenläufe gerade sind, also in keiner Form gewendelt. Alle Stufen haben dieselbe Form und Auftrittsbreite. Richtungsänderungen werden durch Treppenabsätze erreicht. Das ist die einfachste und am weitesten verbreitete Form einer Treppe.

Sehr steile geradläufige Treppen mit halbseitigen Trittstufen bezeichnet man als Raumspartreppe oder Sambatreppe.

Sind in einem Gebäude die Treppenläufe zu den Geschossen ohne Richtungsänderung hintereinander angeordnet, so spricht man auch von einer Himmelstreppe. Der Hintergrund ist, dass man bei der Anordnung eines Fensters am obersten Ende den Eindruck hat, „in den Himmel“ zu steigen. Bei Freitreppen mit ähnlichem Effekt spricht man auch von Himmelsleiter.

Als Scherentreppe bezeichnet man gradläufige Treppen, die über mehrere Geschosse ineinander verschränkt sind. Sie entsprechen in der Funktion einer doppelläufigen Wendeltreppe, also einer Doppelhelix, sind aber im Grundriss orthogonal.

Gewendelte Treppen

Als gewendelte Treppe (von Wendel = schraubenförmige Struktur) bezeichnet man alle Treppen, die nicht gradläufig sind. Die Treppenstufen haben durch Biegungen des Treppenlaufs unterschiedlich große Auftritte, sehr schmal am Treppenauge, sehr breit an der Außenwand des Treppenhauses. Die Lauflinie wählt der jeweilige Benutzer selbst.

Biegt der Treppenlauf um 90° ab, spricht man von viertelgewendelt, macht er eine 180° Biegung, spricht man von halbgewendelt. Bei allen höheren Winkeln spricht man von einer Wendeltreppe.

Siehe auch Liste antiker Wendeltreppen

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Treppen nach Material

Folgende Treppentypen sind vor allem aufgrund ihrer Materialien unterscheidbar. Die aufgeführten Konstruktionen sind in der Regel spezifisch für dieses Material.

Mauerwerk

  • Eine gemauerte Treppe hat immer eine Wand an den Seiten. Auf die Wände wird ein Gewölbe in Treppenneigung gemauert, auf das die Stufen gemauert werden.

Stahlbeton

Diese kann eine Oberfläche aus allen als Bodenbelag geeigneten Stoffen haben. Die Massivtreppe kann ein vor Ort gegossenes Bauteil wie auch ein an den Einbauort geliefertes Fertigbauteil sein. Auch Kombinationen aus Fertigteil und Ortbeton sind möglich.

  • Bei der Laufplattentreppe handelt es sich um eine schräge Platte, auf der die Trittstufen als prismenförmige Blöcke direkt aufgebracht sind. Meist sind das Stahlbeton-Massivtreppen oder Stahlbeton-Fertigteiltreppen. Diese Treppen können unmittelbar nach dem Einbau genutzt werden.
  • Eine Belagtreppe ist eine Rohtreppe, meist eine Stahlbetontreppe, auf die ein geeigneter Belag als Nutzschicht aufgebracht wird.

Holz

Treppen aus Holz werden seit der Frühgeschichte verwendet. Zuerst waren es Baumstämme, bei denen die Äste wie die Sprossen einer Leiter benutzt wurden, dann einfache Konstruktionen wie der sogenannte Steigbaum, der auf der ganzen Welt zu finden war. Aus diesem wurde die Einholm-Sägezahntreppe mit aufgesattelten Stufen entwickelt. Zwischen diesen einfachen Konstruktionen und modernen Holztreppen gibt es unzählige Variationen.

Üblich sind Balkentreppen, bei denen die Trittstufen auf einem Balken aufliegen, der auch Holm genannt wird. Bei einer aufgesattelten Treppe liegen die Trittstufen auf Tragholmen, die sägezahnförmig ausgeschnitten sind, daher wird diese Konstruktion auch „Sägezahntreppe“ genannt.

Bei Wangentreppen werden die Holzstufen in der seitlich laufenden Treppenwange verankert. Man spricht von einstemmen oder einschieben. Die Holzstufen werden in passende Stemmlöcher oder Nuten eingeschoben. Die Stufen werden mit der Wange verleimt und/oder verschraubt. Alternativ kann die Nut auch als Schwalbenschwanznut ausgebildet sein. Man unterscheidet zwischen halb und voll gestemmten Treppen. Bei der halb gestemmten Treppe entfällt die Setzstufe. Setzstufen können die Treppe nach unten abschließen, alternativ werden Bretter in eine durchgehende Nut in den Wangen eingesetzt, die dann eine weitgehend glatte Untersicht ergeben.

Möglich sind auch Bolzentreppen, bei denen jede Holzstufe mit der vorherigen und nächsten Stufe mit verspannten Bolzen verbunden ist.

Beim Faltwerk sind die einzelnen Trittstufen kraftschlüssig mit den Setzstufen verbunden und wandseitig mit Stahlbolzen befestigt.

Die handwerkliche Holztreppe wird vom Tischler oder Zimmerer gefertigt.

Gusseisen

Gusseiserne Treppen waren zu Beginn der industriellen Fertigung sehr beliebt. Heute findet man gusseiserne Treppen überwiegend als dekorative Spindeltreppen.

Stahl

Bei der Stahltreppe sind die tragenden Teile wie Treppenwangen oder Treppenholme aus Profilstahl oder aus Stahlrohr gefertigt. Die Stufen können gefertigt sein aus Metall (Gitterroste oder Riffelbleche), Naturstein, Beton, Holz, Panzerglas oder einem Materialmix (z. B. estrichverfüllte Wannenstufen aus Blech). Die Treppengeländer und Handläufe können ebenfalls aus Stahl gefertigt sein. Stahltreppen im Außenbereich werden in der Regel durch Feuerverzinken vor Korrosion geschützt.

Häufig findet man Stahltreppen im Industrie- und Gewerbebau und Not- oder Feuertreppen. Stahl ermöglicht relativ filigrane Konstruktionen. Manche Treppen werden (z. B. wegen der hochwertigen Anmutung) aus rostfreiem Edelstahl statt aus verzinktem Stahl gebaut.

Glas

Seit in der Glasforschung Verbundgläser mit hoher Tragfähigkeit entwickelt wurden, experimentieren Architekten mit Glas als Material für Treppen. Als Stufenmaterial ist Glas inzwischen weit verbreitet, meist ist das Tragwerk der Treppe aus Stahl. Inzwischen gibt es weltweit jedoch auch einige Treppen, die ganz aus Glas sind. Aufgrund der hohen Kosten sind das allerdings Ausnahmen, die nur bei sehr hochwertigen Innenarchitekturen (zum Beispiel für Nobelboutiquen) zum Einsatz kommen.

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Treppen nach Konstruktion

Es gibt mehrere Möglichkeiten, wie man die Treppenläufe lagern kann.

Freitragende Treppen

Treppen mit Auflager oben und unten nennt man ‘freitragend’. Auch zweiläufige U-Treppen, bei denen das Zwischenpodest keinerlei Auflager hat, nennt man freitragend.

  • Faltwerktreppen werden aus einem treppenlaufbreiten Blechstreifen durch Hin-und-Her-Falten hergestellt. Als Material wird überwiegend Riffelblech verwendet; sie können auch aus Beton oder Holz bestehen. Faltwerktreppen aus Holz sind nicht gefaltet, sondern werden hergestellt, indem man mehrere Holzwerkstoffplatten miteinander verbindet. Das filigrane Aussehen erlangen Faltwerktreppen dadurch, dass die Setzstufe nicht die gesamte Trittstufe “unterfüttert”, sondern nur zu einem geringen Teil unter der Trittstufe angesetzt ist.
  • Bei einer Bolzentreppe, auch Tragbolzentreppe genannt, sind die Treppenstufen untereinander mit Tragbolzen biegesteif verbunden.

Balkentreppen

Bei Balkentreppen liegen die Trittstufen auf einem Träger auf, der auch Holm genannt wird. Der Träger besteht meist aus HolzBrettschichtholzStahl oder Stahlbeton.

Einholmtreppen sind Treppen mit nur einem tragenden Balken aus Holz oder Stahl, auf dem die Stufen aufgesattelt sind. Die Trittstufen müssen kippsicher auf dem Holm befestigt sein, was durch Verstrebungen erreicht werden kann. Der Holm muss neben der Biegebelastung auch eine Drehbelastung aufnehmen können. Da der Holm meist in der Mitte der Treppe angeordnet ist, wird diese Konstruktion auch Mittelholmtreppe genannt. Die Zweiholmtreppe ist eine Treppe mit zwei tragenden Balken.

Werden die Stufen massiv ausgeführt, egal ob in HolzNatursteinBetonwerkstein oder Stahlbeton, so spricht man auch von einer Blockstufentreppe.

Wangentreppen

Eine Wange ist das tragende schrägliegende Bauteil links und rechts der Treppenstufe. Die linke Wange ist dabei die beim Treppaufgehen links liegende Wange. Als innere WangeFreiwange oder Lichtwange wird die am Treppenauge liegende Wange bezeichnet. Die Wandwange liegt direkt an der Wand an oder ist mit einem Abstand von max. 6 cm von der Wandoberfläche abgerückt.

Eine Stufenwange hat keine über die gesamte Treppenlauflänge durchgehende schräge Ober- und Unterkante. Die Ober- und Unterkante der Stufenwange ist vielmehr in einem gleichmäßigen parallelen Abstand zu den Stufen und Setzstufen und hat somit ein stufenförmiges Aussehen.

Ein Krümmling oder Kröpfling ist die gebogene Verbindung von zwei die Richtung wechselnden Wangen oder Handläufen.

Den im Bild (Fig. 12. links) sichtbaren senkrechten Pfosten, an dem das Treppengeländer beginnt, nennt man Antrittpfosten. Er kann kunstvoll verziert sein, wird aber bei modernen Treppen eher nüchtern ausgeführt.

Die im Bild (Fig. 13. rechts) sichtbare senkrechte Holzsäule mit dem Abhängling gehört zu den Hängesäulen.

Andere Konstruktionsarten

Bei einer Kragstufentreppe sind die Stufen einseitig an bzw. in der Treppenhauswand als Kragarm befestigt. Die Treppenstufen sind meist Naturstein- oder Stahlbeton-Blockstufen.

Bei einer Abgehängten Treppe, auch als Harfentreppe bezeichnet, werden die Stufen an dünnen Seilen oder Stäben aus Edelstahl oder anderen geeigneten Materialien von der Decke abgehängt. Die Seile bzw. Stäbe sind meist zum Boden hin abgespannt. Diese Treppenart kann auch als Treppe mit tragendem Geländerholm ausgeführt werden. Hier übernimmt der bohlenförmige Holm, der zugleich auch als Handlauf genutzt wird, die anfallenden Kräfte der Abhängung. Das harfenähnliche Aussehen dieser Konstruktion gibt ihr den Namen.

Bei Schwebetreppen oder Schwebestufen werden die einzelnen Stufen kraftschlüssig mit der Wand verbunden und „schweben“ im Raum.

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Tragsysteme

Entsprechend der Vielzahl von Treppengeometrien ist eine Vielzahl von statischen Tragsystemen möglich. Für den Lastabtrag sind dabei als Vertikallasten neben dem Eigengewicht der Konstruktion die Verkehrslasten auf der Treppe zu berücksichtigen. Zusätzlich sind horizontale Lasten auf Geländer oder Holme und bei Treppen, die der Witterung ausgesetzt sind, Windlasten zu beachten.

  • Treppen mit selbsttragenden Stufen sind ein Tragsystem. Die Treppenstufen tragen dabei die Lasten als einfacher oder eingespannter Balken in Querrichtung ab. Die Lagerung bzw. Einspannung der einzelnen Stufen kann in Treppenhauswänden, Längsträgern oder einer Spindel erfolgen, die für den weiteren Lastabtrag sorgen. Die Längsträger sind bei Stahl- oder Holztreppen seitliche Wangenträger oder unten liegende Holmträger, bei Stahlbetontreppen massive Laufbalken. Die Treppenträger bestimmen die Steigung und können im Grundriss gekrümmt sein, sie tragen die Lasten in Längsrichtung nach oben und/oder unten ab. Als statisches System liegt ein räumlicher, evtl. gekrümmter, Balken vor.
  • Im Stahlbetonbau gibt es als zusätzliches wichtiges Tragsystem die Treppe mit gerader Lauflinie, bestehend aus den geneigten Laufplatten, die die Stufen tragen und etwaigen horizontalen Platten als Absätzen. Das statische System besteht jetzt nicht mehr aus einem räumlichen Balkensystem, sondern aus einzelnen Plattenelementen oder bei monolithischer Verbindung von Absatz und Lauf aus einem räumlich wirkenden Flächentragwerk, auch Faltwerk genannt. Der allgemeine Sonderfall des freitragenden, räumlich gekrümmten Treppenlaufes wird heute in der Statik mit der Methode der finiten Elemente berechnet.

Normen und Vorschriften

Die für den Treppenbau in Deutschland relevanten Normen und Vorschriften sind:

  • Bauordnungsrecht der Länder:
    • Bauordnungen (speziell Fünfter Abschnitt der Musterbauordnung: Rettungswege, Öffnungen, Umwehrungen)
    • soweit zutreffend: Versammlungsstättenverordnungen, Geschäfts- und Warenhausverordnungen, Krankenhausbauverordnungen, Industriebauverordnungen und Bestimmungen über Bau und Ausrüstung von Schulen und Kindertageseinrichtungen
  • DIN 18 065 Maßliche Anforderungen an Treppenbauwerke
  • DIN 18040-1 + DIN 18024-1: 2010-10 Barrierefreies Bauen – Planungsgrundlage – Teil 1: Öffentlich zugängliche Gebäude
  • Die DIN EN ISO 14122 „Ortsfeste Zugänge zu maschinellen Anlagen“ regelt in Teil 1 „Wahl eines ortsfesten Zugangs zwischen zwei Ebenen“ Treppen mit Neigungswinkeln (Steigungswinkel) von 20° bis 45°
  • Die DIN 24 531 „Roste als Stufen“ behandelt Trittstufen aus Gitterrosten
  • BGI/GUV-I 561, ‘Information Treppen’ der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV)[4] (ehemals BG-Information „Treppen“ BGI 561 bzw. “Merkblatt für Treppen” ZH 1/113)
  • Verordnung über Arbeitsstätten (Arbeitsstättenverordnung – ArbStättV) mit Arbeitsstätten-Regeln: ASR 12/1-3 „Schutz gegen Absturz und herabfallende Gegenstände“, ASR 17/1,2 „Verkehrswege“, ASR A2.3 „Fluchtwege, Notausgänge, Flucht- und Rettungsplan“.
  • Arbeits-Sicherheits-Information “ASI 4.06 – Treppen”, Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe[5]

DIN 18065

Baurechtlich notwendige Treppen

  • Die jeweils 18. Stufe muss als Podest ausgebildet sein.
  • Die Steigung darf nicht mehr als 19 cm, der Auftritt nicht weniger als 26 und nicht mehr als 37 cm betragen (DIN 18065 Abs. 6 Tab. 1).

Bei Wohngebäuden mit nicht mehr als 2 Wohnungen gelten weniger strenge Regeln.

ASR A2.3

Die Arbeitsstättenrichtlinie ASR A2.3[6] nennt Mindestbreiten von Fluchtwegen, die insofern auch für Notwendigen Treppen gelten, welche in den Bereich der Richtlinie fallen.

BGI/GUV-I 561 der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV)

  • Der Abstand des Treppenlaufs und -podests von der Wand und/oder vom Geländer darf nicht mehr als 6 cm betragen.
  • Treppenabsätze vor oder hinter Türen müssen eine Tiefe von 1 m bzw. von 1,5 m, falls die Tür in Richtung der Treppe aufschlägt, haben. Das gleiche Maß gilt für den Abstand der Treppe zur Tür.
  • Die Schrittmaßformel Auftritt + 2 × Steigung = 62 cm ± 3 cm gilt für Auftrittsbreiten von 26 bis 32 cm und Steigungen von 14 bis 19 cm.
  • Die Steigungen und Auftritte innerhalb von einer Geschoßtreppe dürfen nicht um mehr als 5 mm von den Sollmaßen abweichen. Von einer Stufe zu anderen darf ebenfalls keine größere Abweichung dieser Maße als 5 mm vorliegen.
  • Bei Freitreppen, Kindergärten und -krippen muss der Auftritt 30 bis 32 cm und die Steigung 14 bis 16 cm betragen. Bei Versammlungsstätten, Verwaltungsgebäude, Schulen, Horte gelten entsprechend 29 – 31 cm und 15 – 17 cm, sowie bei gewerblichen und sonstige Bauten 26 – 30 cm und 16 – 19 cm bzw. bei Steiltreppen und Zugängen zu maschinellen Anlagen 21 – 30 cm und 14 – 21 cm (bei Auftrittsbreiten von weniger als 24 cm ist durch Unterschneidung der Stufen eine Auftrittstiefe dieses Maßes herzustellen).
  • Wendeltreppen sind nicht als erster Fluchtweg zulässig. Als zweiter Fluchtweg sind sie zulässig, wenn eine Gefährdungsbeurteilung deren sichere Benutzung im Gefahrenfall erwarten lässt (siehe ASR A2.3). In Schulen und Kindertageseinrichtungen sind Spindeltreppen als notwendige Flucht- und Rettungswege nicht zulässig.Die Lauflinie wird bei Wendeltreppen mit nutzbarer Laufbreite bis zu 100 cm in der Mitte der Laufbreite vorgesehen, bei breiteren Treppen im Abstand von etwa 50 cm vom schmalen Stufenende und bei Spindeltreppen in einem Abstand von etwa 4/10 der Laufbreite von der Handlaufseite.Die nutzbare Treppenlaufbreite wird an der Innenseite von der Linie begrenzt, an welcher die Auftrittsbreite der Stufen 10 cm beträgt. Wenn die Treppe gleichzeitig in Auf- und Abwärtsrichtung begangen werden kann, ist die Laufbreite an dieser Linie auch baulich zu begrenzen. Die Auftrittsbreite darf an der Außenseite maximal 40 cm betragen. In Schulen und Kindertageseinrichtungen gilt innen mindestens 23 cm und in 1,25 m Entfernung maximal 40 cm.
  • Treppen in Betriebsanlagen, die häufiger und von einer größeren Zahl Personen begangen werden, sollten mit ihren Neigungswinkeln im Bereich zwischen 30° und 38° liegen. Dabei sollte die Breite der Treppe mindestens 60 cm betragen, vorzugsweise 80 cm. Hier gilt:Abweichungen in der Steigung im Treppenverlauf dürfen maximal 15 % betragen.Die Unterschneidung der Stufen muss wenigstens 1 cm betragen.Die lichte Durchgangshöhe muss mindestens 230 cm betragen.

    Bei Aufstiegshöhen von über 50 cm und seitlichem Spalt von mehr als 20 cm ist ein Geländer vorzusehen.

    Die lotrechte Höhe des Handlaufs oberhalb der Antrittskante muss mindestens 90 cm und über dem Austrittspodest mindestens 110 cm betragen.

  • Flache Treppen (Stufenrampen) im Freien sollten Trittflächen mit Gefälle von ca. 2 % zur Trittkante hin besitzen. Stufen und Absätze werden nach der Schrittmaßformel bemessen. In Schulen sollen Fahrradrampen eine Neigung zwischen 10 % und maximal 25 % haben.
  • Kantenprofile sind grundsätzlich bündig mit der Stufenoberfläche zu verlegen.

Beleuchtungsstärke

In der Regel „Natürliche und künstliche Beleuchtung von Arbeitsstätten“ (BGR 131) sowie der DIN EN 12464 „Beleuchtung von Arbeitsstätten“, Teil 1 „Arbeitsstätten in Innenräumen“ wird eine Nennbeleuchtungsstärke von wenigstens 150 Lux genannt.

Treppenforschung

Die Architektur-Fakultät der Hochschule Regensburg besitzt bundesweit die einzige internationale Arbeitsstelle für Treppenforschung. Diese Hochschule erhielt auch den Nachlass des Scalalogie-Begründers Friedrich Mielke (1921–2018).

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