aufweisen

Parkett abschleifen

Parkett ist ein strapazierfähiger Bodenbelag, dennoch entstehen selbst bei bester Pflege im Laufe der Zeit Laufspuren, Gebrauchspuren, Dellen und Verfärbungen durch Schmutz und Licht auf dem Holz. Im Gegensatz zu Laminatboden kann Parkett abgeschliffen werden, so dass er wieder in neuem Glanz erstrahlt. Parkett kann selbstverständlich vom Fachmann abgeschliffen oder vom erfahrenen Heimwerker renoviert werden. Falls Zweifel über die Stabilität oder Renovierbarkeit des Bodens besteht, sollte ein Fachmann zu Rate gezogen werden

Das Abschleifen von Parkett erfolgt in mehreren Schritten: Grobschliff, Zwischenschliff, Feinschliff und abschließende Oberflächenbehandlung. Stark beschädigte Böden müssen in mehreren Schritten abgeschliffen werden. Soll ein Fertigparkett abgeschliffen werden, sollte die Dicke der Nutzschicht berücksichtigt werden. Die obenliegende Holzschicht variiert zwischen 2,5 und 6 mm. Ein Bodenbelag mit geringer Nutzschicht kann weniger häufig renoviert werden, denn bei jedem Abschliff werden im Schnitt 0,5 mm, teilweise sogar 1 mm, der Holzschicht entfernt. Die verbleibende Nutzschicht sollte eine Dicke von mindestens 2 mm aufweisen. Wie dick die Nutzschicht ist, lässt sich in den Hersteller-Angaben erfahren oder an einem Reststück abmessen.

 

Parkettböden, die werkseitig mit farbig geölter Oberfläche ausgestattet sind, verlieren ihre spezielle Oberflächenfärbung durch das Schleifen. Im Vorfeld sollte geprüft werden, ob eine Renovierung ratsam ist oder ob eine professionelle Reinigung ausreicht, um den Boden in Stand zu setzen. Die erforderlichen Geräte wie eine Schleifmaschine und ein Winkelschleifer können unter anderem im Baumarkt oder bei einigen Fachhändlern entliehen werden. Der Fachhändler kann die für die Verlegetechnik und Holzart passenden Werkzeuge empfehlen. Häufig wird zusätzlich eine Gebrauchsanleitung mit der Maschine verliehen, dennoch sollten die Spannrichtung für die Schleifblätter sowie die Einstellungen für den Druck beim Fachhändler direkt erfragt werden. Bei der Arbeit sollte eine Atemschutzmaske getragen werden, denn beim Schleifen entsteht gesundheitsschädigender Feinstaub. Eine gute Lüftung minimiert zudem die Feinstaubbelastung. Eine Schutzbrille, Gehörschutz, festes Schuhwerk und Knieschoner erleichtern die Arbeit.

  • Vorbereitung
  • Grobschliff
  • Zwischenschliff
  • Feinschliff
  • Parkett versiegeln
  • Parkett abschleifen lassen
 
 

Vorbereitung Parkett schleifen

Zunächst muss der Raum leergeräumt werden. Möbel, Teppiche und Gardinen werden herausgeräumt und Möbelstücke, die nicht entfernt werden können, mit einer Schutzfolie abgeklebt. Die Sockelleisten müssen ebenfalls entfernt werden, um das Parkett vollständig bearbeiten zu können. Besonders einfach lassen sich geschraubte oder mit Befestigungsklipps montierte Sockelleisten entfernen. Genagelte Leisten lassen sich mit Schraubenzieher und Meißel von der Wand entfernen, indem Nagel für Nagel die Leiste abgehebelt wird. Wird ein genagelter Dielenboden abgeschliffen, müssen alle Nägel überprüft und überstehende Nägel entfernt oder versenkt werden. Zudem müssen abgelöste Holzteile mit Leim befestigt oder entfernt werden. Bevor die Schleifarbeiten beginnen, wird das Parkett gereinigt. Falls weitere Renovierungsarbeiten wie Tapezieren oder Streichen anstehen, sollten die vor der Parkettrenovierung erfolgen, damit keine Farbklekse oder Kleisterreste auf das frisch geschliffene Parkett tropfen.

  • Raum ausräumen, verbleibende Möbel abkleben
  • Sockelleisten entfernen
  • Parkett reinigen
 
 

Parkett Grobschliff

Beim Grobschliff werden Versiegelung und Verschmutzungen entfernt. Für den Grobschliff wird ein grobes Schleifpapier mit einer geringen Körnung verwendet. Meist wird Papier mit einer Körnung von 24 oder 36 eingesetzt, wobei für unebene Böden Schleifpapier mit geringerer Körnung empfohlen wird. Der Schliff erfolgt diagonal zur Maserung des Holzes. Die Schleifmaschine sollte erst auf den Boden gelassen werden, wenn die gewünschte Drehzahl erreicht ist, da die Oberfläche andernfalls unregelmäßig geschliffen wird und sich unerwünschte Dellen und Rillen bilden. Die Parkettschleifmaschine sollte regelmäßig geführt werden. Der Einsatz von einem Sicherheitsgurt kann dabei hilfreich sein, denn das Gerät entwickelt eine starke Zugkraft. Die laufende Maschine sollte nicht abgestellt werden, um keine Vertiefungen in das Parkett zu schleifen. Ebenso führen Richtungswechsel bei laufender Maschine zu Unregelmäßigkeiten im Boden, deshalb muss die Maschine rechtzeitig angehoben und gewendet werden. Der Staubsack der Maschine muss regelmäßig geleert werden. Da der Holzstaub leicht brennbar ist, sollte der Sack draußen gelagert werden. Bevor der nächste Schliff vorgenommen wird, sollte der Parkettboden gründlich abgesaugt werden.

  • Schleifen mit kleiner Körnung
  • Schleifmaschine nur bei voller Drehzahl auf den Boden aufsetzen
  • Staubbeutel regelmäßig leeren
  • Boden saugen
 
 

Parkett Zwischenschliff

Der Zwischenschliff dient dazu, Unebenheiten und die Schleifspuren des Grobschliffs auszugleichen. Es wird ein Schleifpapier mit einer Körnung von 60 verwendet. Bei stark beschädigten Bodenbelägen muss der Zwischenschliff mehrfach durchgeführt werden. Die Schleifrichtung hängt von dem Verlegemuster des Parketts ab. Fischgrät wird diagonal zur Maserung, Würfelparkett diagonal zum Faserverlauf, Stabparkett im Winkel von 7 bis 15 Grad zur Maserung abgeschliffen. Nach jedem Zwischenschliff sollte gestaubsaugt werden, um den verbliebenen Feinstaub zu entfernen. Schwer zugängliche Ecken, der Boden unter Heizkörpern sowie die Bereiche in der Nähe der Wände können mit der großen Schleifmaschine nicht erreicht werden. An diesen Stellen kommt eine kleinere Schleifmaschine zum Einsatz. Die schwer zugänglichen Stellen werden mit der gleichen Körnung bearbeitet wie der restliche Parkettboden. Den Übergängen zwischen der großen Fläche und den Rändern gilt es besondere Beachtung zu schenken und sie unauffällig zu gestalten.

  • Schleifen mit Schleifpapier mittlerer Körnung
  • Schleifrichtung abhängig von Verlegemuster
  • schwer zugängliche Stellen mit kleiner Schleifmaschine bearbeiten
  • Fußboden reinigen
 
 

Parkett Feinschliff

Vor dem Feinschliff können kleinere Schäden im Holz mit Kitt, einem Gemisch aus Kitt und Schleifstaub oder einem Holzreparaturset repariert werden. Der Feinschliff erfolgt mit einem Schleifpapier mit hoher Körnung von 100 oder 120. Er dient dazu, die Oberfläche zu glätten. Der Feinschliff wird parallel oder quer zum Lichteinfall vorgenommen. Auch hier muss abschließend der Boden gründlich gereinigt werden, um ihn für die Oberflächenbehandlung vorzubereiten.

  • Feinschliff glättet Oberfläche
  • vor dem Schliff kleinere Schäden beheben
  • Boden sehr gründlich reinigen
 
 

Parkett versiegeln

Der Boden wird nach dem Abschleifen mit Öl, Wachs oder Lack behandelt, um das Parkett zu schützen. Welche Oberflächenbehandlung bevorzugt wird, ist vom persönlichen Geschmack und der voraussichtlichen Belastungsintensität des Parketts abhängig. Wie viel Lack oder Öl benötigt wird hängt von der Raumgröße und Saugfähigkeit des Holzes ab. Die Oberflächenbehandlung erfolgt vom Licht weg mit Hilfe einer breiten Rolle. Es sollte kein Staub auf dem Boden oder im Raum liegen, um Öl oder Lack gleichmäßig auftragen zu können. Wird der Parkettboden lackiert, wird zunächst eine Grundierung aufgetragen. Beim Lackieren darf der Boden nicht direkten Sonnenstrahlen ausgesetzt werden, da sich Blasen im Lack bilden können. Auf die Grundierung wird der Lack aufgetragen. Es ist ratsam Grundierung und Lack vom selben Hersteller und aus der selben Produktlinie anzuschaffen. Bei der Lackierung sollte nass in nass gearbeitet werden. Bevor die zweite Lackschicht aufgetragen wird, wird die Oberfläche erneut abgeschliffen. Der Lack wird hierbei lediglich angeschliffen und nicht vollständig entfernt. Vor jedem Lackieren muss die Oberfläche bereinigt werden. Eine dritte Lackschicht sorgt für eine besonders robuste Oberfläche. Bevor ein Teppich ausgelegt werden kann, muss der Lack auslüften und nachhärten. Idealerweise sollte der Boden erst nach 14 Tagen wieder vollständig belastet werden.

Auch Öl sollte mehrfach aufgetragen werden. So lange das Öl nicht ausgehärtet ist, sollte der Boden nicht betreten werden. Es wird zwischen härtenden und nicht härtenden Ölen unterschieden, wobei das nicht härtende Öl die Oberfläche nicht versiegelt, sondern lediglich eine offenporige Schutzschicht bildet. Um die Oberfläche ausreichen zu schützen, kann Parkett, das mit nichthärtenden Ölen behandelt wird, mit einer Wachsschicht versehen werden. Einige Öl-Wachs-Gemische müssen in den Boden eingerieben werden. Durch das Polieren erhält die Oberfläche einen natürlichen Glanz. Geölte Oberflächen müssen regelmäßig nachgeölt werden. Beim Nachölen lassen sich zugleich kleinere Beschädigungen beheben.

  • Oberflächenbehandlung mit Lack oder Öl
  • Grundierung bei Lack notwendig
  • geölte Oberfläche kann mit Wachs abgeschlossen werden
  • Oberfläche trocknen, beziehungsweise aushärten lassen vor dem Einrichten des Raumes
 
 

Parkett abschleifen lassen

Wird ein Fachbetrieb beauftragt, um das Parkett abzuschleifen, sollten einige Fragen im Vorfeld geklärt werden. Vor allem muss abgesprochen werden, welche Leistungen im Preis inbegriffen sind. Einige günstige Betriebe verzichten auf eine Endreinigung oder die abschließende Versiegelung beziehungsweise Oberflächenbehandlung ist nicht inbegriffen. Einige Arbeiten müssen eventuell nicht vom Fachbetrieb übernommen werden wie das Ausräumen des Raumes oder das Entfernen der Sockelleiste. Teurere Fachbetriebe bieten häufig eine Gewährleistung an.

Quelle:https://www.deinetuer.de/

Lebensdauertabelle

Lebensdauertabelle

Die «Paritätische Lebensdauertabelle» (Seiten 2 bis 13) wurde vom Schweize- rischen Hauseigentümerverband und dem Schweizerischen MieterInnenver- band gemeinsam erarbeitet und wird von sämtlichen massgebenden Organisa- tionen der Immobilienwirtschaft mitgetragen1.

Die erwähnten Bauteile, Materialien, Geräte und Apparate werden normaler- weise im Mietwohnungsbau verwendet. In der Regel wird bei  der  Beurteilung der Lebensdauern vom Ersatz einer Einrichtung einer 90er-Jahr-Baute ausge- gangen.

Die innerhalb der Lebensdauertabelle kursiv  gesetzten  (Preis)-Angaben  sind als ergänzende Erläuterungen der Herausgeberin dieser Broschüre zu verste- hen. Es handelt sich dabei nicht um paritätisch festgelegte Angaben. Die Prei-  se wurden im Dezember 2005 bei Unternehmern, Herstellern und Reinigungs- instituten erhoben. Dazu ist folgendes zu beachten:

  • Sie sind zudem lediglich als Grössenordnung und nicht als effektive Preisangaben zu verstehen.
  • Den meisten Kostenangaben liegt eine Kleinmenge zugrunde: Z.B. Malerarbeiten oder Bodenbeläge für nur ein Zimmer einer Wohnung.
  • Die Fahrkosten zum Einsatzort sind nicht berücksichtigt.
  • Der Begriff «Ersatz» geht davon aus, dass ein bisher vorhandener Gegenstand ersetzt wird. Dabei sind weder Abbruch- noch Abtransportkosten etc. im Preis enthalten.
  • Bei den Küchengeräten und Sanitärapparaten sind weder Billigst-  noch Luxusangebote berücksichtigt.

Die angegebenen Preise sind immer Richtpreise und können stark variieren je nach Menge, Produkt und Ort wo die Sache eingesetzt wird. Für die Ermittlung von genauen Kostenangaben empfiehlt es sich, eine konkrete Offerte – bei grösseren Arbeiten im Konkurrenzverfahren unter mehreren Unternehmungen – einzuholen. Es ist zudem darauf hinzuweisen, dass der Preis nicht immer et-  was über die Qualität, bzw. die Lebensdauer eines Gegenstandes aussagt.

Die Angaben zur Schlussreinigung sind für die Kantone Basel-Stadt und Basel- land oft nicht zutreffend: Hier wird in der Regel vertraglich vereinbart, dass die Wohnung in «besenreinem» Zustand zurückgegeben werden muss. Dabei wird jedoch durch die Vermieterschaft eine «Reinigungspauschale» erhoben. Diese ist jedoch nur zu bezahlen, wenn der Vermieter die Wohnung tatsächlich reinigt und nur bis zur Höhe der vereinbarten Pauschale, auch wenn die tatsächlichen Reinigungskosten höher sind.

Die «Lebensdauertabelle» findet in der Regel bei zwei Vorgängen Anwendung:

  • Zur Bewertung von Schäden und Mängeln (in der Regel beim Auszug aus dem Mietobjekt).
  • Zur Berechnung der Mietzinsveränderung bei wertvermehrenden Investitionen.

1 Sie wird von folgenden Verbänden und Organisationen unterstützt: Schweizerischer Versicherungsverband (SVV); Schweizerischer Verband der Immobilienwirtschaft (SVIT); Schweizerischer Verband für Wohnbau- und Eigentumsförderung (SWE); Schweizerischer Verband für Wohnungswesen SVW; Verband der Immobilien- Investoren (VIV); Vereinigung Zürcher Immobilienfirmen (VZI); Schweizerischer Ver- band Liberaler Baugenossenschaften (VLB), © Copyright bei HEV Schweiz und  SMV/D (Publikation auch Auszugsweise nur mit Zustimmung der Herausgeber)

Bestehen Mängel, welche der Mieter nicht zu verantworten hat und der Vermie- ter behebt diese nicht innert angesetzter Frist, so kann der Mieter eine Reduk- tion seines Mietzinses verlangen.

Paritätische Lebensdauertabelle

Die Tabelle enthält Richtlinien für die voraussichtliche Lebensdauer verschie- dener Einrichtungen in Wohn- und Geschäftsräumen. Die angegebene Lebens- dauer basiert jeweils auf Durchschnittswerten für mittlere Material- und Ar- beitsqualitäten bei normaler, durchschnittlicher Beanspruchung durch die Mie- terschaft. Sofern eine überrmässige Abnützung vorliegt, werden Instandstel- lungskosten zwischen den Mietparteien aufgrund der angegebenen Lebens- dauer aufgeteilt.

Bei kleineren übermässigen Abnutzungen, die einer Nachmieterschaft zugemutet werden können (z.B. bei Kratzern auf der Küchenabdeckung,  offenen Dübellöchern, abgeschlagener Farbe an Radiatoren, Türrahmen und anderen exponierten Stellen) müssen durch die Mieterschaft nur die Reparaturkosten übernommen werden. In solchen Fällen ist oft sowohl Vermieter- als auch Mieterschaft mit einer Minderwertentschädigung am besten gedient.

Bei laufenden Mietverhältnissen hat die Mieterschaft keinen  Anspruch  darauf, dass Einrichtungen automatisch erneuert oder ersetzt werden, wenn deren Lebensdauer abgelaufen ist. Ein entsprechender Anspruch des Mieters besteht nur dann, wenn Einrichtungen mangelhaft sind. Eine Einrichtung gilt zudem nur als mangelhaft, wenn deren Weiterbenutzung im bisherigen Zustand dem Mieter in objektiver Hinsicht nicht mehr zugemutet werden kann. Zur Vornahme von so genannten Schönheitsreparaturen ist der Vermieter nicht verpflichtet.

Der Anspruch der Mieterschaft auf die Erneuerung und den Ersatz von mangelhaften Einrichtungen in einem laufenden Mietverhältnis besteht auch dann, wenn deren Lebensdauer noch nicht abgelaufen ist.

Ist die Mangelhaftigkeit einer Einrichtung allerdings durch die Mieterschaft verschuldet, so muss diese für die entsprechenden Reparaturkosten bzw.

 

anteilmässig für die Kosten einer Ersatzanschaffung oder Erneuerung im Rahmen der noch nicht abgelaufenen Lebensdauer aufkommen. Muss z.B. der beim Einzug neu gelegte Spannteppich im Wohnzimmer nach sechs Jahren ersetzt werden, weil dieser durch einen umgekippten Christbaum stark beschädigt wurde (Brandspuren, Kerzenwachsflecken), so muss  der  Mieter  40% der Kosten des neu anzuschaffenden Spannteppichs übernehmen (Lebensdauer eines Spannteppichs mittlerer Qualität 10 Jahre).

Kleinere Einrichtungsgegenstände, die im Laufe  des  Mietverhältnisses defekt werden, müssen auf Kosten der Mieterschaft ersetzt werden. In der Tabelle sind Beispiele solcher Gegenstände mit kU (kleiner Unterhalt) bezeichnet.

Reduktion der Lebensdauer bei besonderer Nutzung

Insbesondere Boden-, Wand- und Deckenbeläge

Büros                                                                                                                                    20%

Gewerbe mit wenig Beanspruchung (z.B. Läden)                                                    25%

Gewerbe mit viel Beanspruchung (z.B. Restaurant)                                                50%

Heizung / Lüftung / Klima  
Heizkessel   20 Jahre
Brenner   20 Jahre
Steuerung   20 Jahre
Umwälzpumpe   20 Jahre
Kamine:    
Chromstahl   20 Jahre
Glaskeramik   20 Jahre
Wärmepumpe   20 Jahre
Umformer, bei Fernwärme, inkl. Anschlussgebühr   25 Jahre
Sonnenkollektoren   20 Jahre
Bodenheizung   30 Jahre
Radiatoren / Heizwände:    
Radiator   50 Jahre
Handtuchradiator

Richtpreis: Ersatz

 

pro Stk.

30 Jahre

1’000.–

Leitungen Kupfer/Stahl/Guss   50 Jahre
Kunstharzfarbanstrich zu Leitungen und Radiatoren

Richtpreis: Neuanstrich

 

pro Stk.

20 Jahre

80.–

Kunstharzfarbe einbrennlakiert zu Leitungen und Radiatoren                          20 Jahre Elektroinstallation der Heizanlage                                                              20 Jahre Öl- / Brennstofftank:

innenliegend                                                                                                                30 Jahre

erdverlegt                                                                                                                     20 Jahre

Leckschutzanlage                                                                                                     20 Jahre

Messinstrumente:

Wärme-, Mengen- und Durchflusszähler                                                                15 Jahre

Heizkostenverteiler                                                                                                     15 Jahre

Ventile:

Thermostat-Radiatorventile                                                                                      20 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Stk.                            350.–

Gewöhnliche Radiatorenventile                                                                               20 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Stk.                            250.–

Klimageräte, Kleingeräte für einzelne Räume                                                      15 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Stk.                         1’300.–

Lüftung:

Kontrollierte Wohnungslüftung                                                                                 20 Jahre

Lüftungskanäle                                                                                                            25 Jahre

Zentrale Warmwasseraufbereitung

Kombi-Kessel                                                                                                             20 Jahre

Umwälzpumpe                                                                                                           20 Jahre

Elektroinstallationen, der Warmwasseraufbreitungsanlage                             20 Jahre

Messinstrumente, elektronische Zähler                                                                15 Jahre

Boiler:

Kombiboiler, mit Heizung kombiniert                                                                       20 Jahre

Elektroboiler                                                                                                                 20 Jahre

Gasapparate                                                                                                                20 Jahre

Cheminée

Cheminèes:

Cheminée, Cheminéeofen                                                                                        25 Jahre

Schamottsteinauskleidung                                                                                     15 Jahre

Richtpreis: Neuauskleidung                                                  pro m2                             800.–

Warmluft-Cheminée                                                                                                   25 Jahre

Ventilator, zu Rauchabzug                                                                                       20 Jahre

Aggregate:

für Warmluftcheminée                                                                                                20 Jahre

zur Wärmerückgewinnung                                                                                        20 Jahre

Cheminéeabschluss, Metallgitter, Glas                                                                 20 Jahre

 

Gebäudehülle

Gebäudeisolation, Fenster, Rollladen, Lamellenstoren, Dach

 

Kompaktisolation:

Styropor                                                                                                                        25 Jahre

Mineralwolldämmplatten                                                                                            30 Jahre

Hinterlüftete Fassadenisolation:

Holzverkleidung                                                                                                          30 Jahre

Platten                                                                                                                           30 Jahre

Eternitverkleidung, -Schindeln                                                                                  40 Jahre

Verputz:

Mineralische Fassadenputze, auf Mauerwerk                                                       40 Jahre

Kunststoffputze Fassade, auf Mauerwerk                                                              25 Jahre

Silikatanstrich, auf Fassadenputz (rein mineralisch)                                             25 Jahre Dispersionsfarbe, aussen, Beschichtung für mineralische Untergründe 20 Jahre Kleinreparaturen an Fassade:

Richtpreis: Loch flicken nur oberflächlich                            pro Loch                         300.–

Richtpreis: grösseres Loch flicken inkl, Ersatz

Wärmedämmung (grösseres Loch)                                     pro Loch                         600.–

Estrich- / Keller- / Dachisolation                                                                            30 Jahre

Fensterbänke, Anpassung an Isolation                                                                 30 Jahre

Fugendichtungen, Kittfugen aussen, elastisch                                                    10 Jahre

DV-Fenster, Doppelverglasung in Holz                                                                  25 Jahre

IV-Fenster:

Kunststoff, Wärme-/Schallschutzfenster                                                                 25 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Flügel                       450.– Holz, Wärme-/Schallschutzfenster                                                                                                        25 Jahre Richtpreis: Ersatz      pro Flügel                             500.–

Holz-Metall, Wärme-/Schallschutzfenster                                                               25 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Flügel                       550.– Metall, Wärme-/Schallschutzfenster                                                                                                     30 Jahre Richtpreis: Ersatz      pro Flügel                             600.–

 

Beschichtung, mit Öl- , Kunstharz- oder

Acrylharz-Anstriche bei Fenstern, -bänken                                                             10 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro m                                 30.–

Gummidichtungen, zu Fenstern                                                                             10 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro m                                 20.–

Reinigung

Richtpreis: Fenster Holz, Doppelverglasung (allseitig)     pro m2                               40.–

Richtpreis: Fenster Holz oder Kunststoff,

Isolierverglasung                                                                     pro m2                               20.–

Rollläden:

Holz                                                                                                                               25 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Stk.                            850.–

Metall, Aluminium                                                                                                       30 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Stk.                            700.–

Lamellenstoren:

aussen, Aluminium                                                                                                     25 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Stk.                            650.–

innen, Aluminium oder Kunststoff                                                                            15 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Stk.                            400.–

Gurten, für Rollladen und Storen                                                                               8 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Stk.                            100.–

Motoren für Stoffstoren, Raffstoren, Rollläden                                                      15 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Stk.                            500.–

Kurbeln:

Kurbeln                                                                                                                         15 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Stk.                            150.–

Kurbel-Halterung, Metall                                                                                            10 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Stk. (inkl. Mont.)      110.–

Kurbel-Halterung, Kunststoff                                                                                       5 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Stk. (inkl. Mont.)      108.–

Jalousieläden:

Holz                                                                                                                               30 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Flügel                       700.–

Holz, neuer Anstrich                                                                                                    15 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Flügel                       160.–

Metall, Aluminium                                                                                                       40 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Flügel                       700.–

Reinigung

Richtpreis: Jalousieläden: Holz                                             pro m2                             100.–

Richtpreis: Rollläden: Holz, Metall, Kunststoff                    pro m2                             150.–

Richtpreis: Rollläden: Kunststoff                                           pro m2                             150.–

Richtpreis: Rafflamellenstoren: aussen, Alu,

Kunststoff, Metall                                                                     pro m2                             150.–

Richtpreis: Rafflamellenstoren: innen, Alu oder

Kunststoff                                                                                  pro m2                             150.–

Richtpreis: Rafflamellenstoren: aussen, Alu oder

Kunststoff                                                                                  pro m2                             150.–

Richtpreis: Stoffstoren                                                             pro m2                               30.–

Flachdach:

Kiesklebedach                                                                                                             30 Jahre

Zementplattenbelag                                                                                                   30 Jahre

Schrägdach:

Ziegel, Eternit                                                                                                               50 Jahre

Ziegel, Eternit, mit neuer Wärmedämmung                                                            50 Jahre

Dachrinne, Fallrohre, etc.:

gestrichen oder verzinkt                                                                                             20 Jahre

Kupfer-Titan-Zink                                                                                                        30 Jahre

Chromstahl, Uginox, Kupfer                                                                                      40 Jahre

Vordach:

Konstruktion Metall                                                                                                     30 Jahre

Konstruktion Holz                                                                                                        30 Jahre

 

Glaseinsatz, zu Türen                                                                                               30 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro m2                             800.–

Beschläge, zu Türen                                                                                                  15 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Stk.                              30.–

Gummidichtungen, zu Türen                                                                                  15 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro m                                 20.–

Schiebetüren/Faltwände:

Holzwerkstoff oder massiv                                                                                        30 Jahre

Rollen                                                                                                                            15 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Stk.                              50.–

Türrahmen, -zargen, -schwellen, innen:

Rahmen und Schwellen in Holz                                                                                30 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Stk.                            550.–

Rahmen und Schwellen in Metall, Kunst- oder Naturstein                                   40 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Stk.                            800.–

Zargen Metall                                                                                                               30 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Stk.                            300.–

Fenstersimse, innen, lackiert, Öl-, Acryl, oder Kunstharzfarbanstriche 20 Jahre
Schlösser:  
Wohnungstüre 30 Jahre
Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Stk. 220.–
Zimmertüre 30 Jahre
Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Stk. 180.–
Kittfugen 10 Jahre
Richtpreis: Ersatz                                                                     pro m 25.–
Schliessanlagen, automatische 20 Jahre
Reinigung

Richtpreis: Zimmertüren (mit Rahmen)                                pro m2

 

20.–

Richtpreis: Zimmertüren, Spanplatten,

gestrichen/fourniert (80×200 cm)                                          pro m2

 

20.–

Preisrahmen: Wohnungseingangstüre, Massivholz,

Metall                                                                                        pro m2

 

30.–

Malerarbeiten, Boden abdecken

Richtpreis: mit Papier                                                              pro m2

 

3.–

Richtpreis: mit Plastik                                                              pro m2 5.–
Richtpreis: mit Pavatex                                                           pro m2 15.–
Richtpreis: über Treppen, Geländer, etc. mit Plastik

und Pavatex                                                                              pro Tritt

 

15.–

Bodenbeläge  
Böden:  
PVC, Novilon etc. 20 Jahre
Richtpreis: Ersatz                                                                     pro m2 80.–
Gummi, Kautschuk 20 Jahre
Richtpreis: Ersatz                                                                     pro m2 120.–
Linoleum 20 Jahre
Richtpreis: Ersatz                                                                     pro m2 80.–
Korkboden versiegelt 15 Jahre
Richtpreis: Ersatz                                                                     pro m2 130.–
Laminatböden (Kunstparkett):  
günstige, schlechte Qualität, Klasse 31 10 Jahre
Richtpreis: Ersatz                                                                     pro m2 80.–
mittlere Qualität, Klasse 32 15 Jahre
Richtpreis: Ersatz                                                                     pro m2 100.–
gehobene Qualität, Klasse 33 25 Jahre
Richtpreis: Ersatz                                                                     pro m2 110.–
Parkett / Holzriemenböden:  
Klebeparkett, kleinformatiges Massivholzparkett (Klötzliparkett), bis ca. 6 x renovierbar  

40 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro m2 90.–
Hartholzriemen / Massivparkett, bis ca. x renovierbar 40 Jahre

Fernseh- und Radioempfang / elektrische Anlagen

TV-Kabelanschluss

Richtpreis: Ersatz

 

Stk.

10 Jahre

370.–

ISDN-Anschluss

Richtpreis: Ersatz

 

Stk.

10 Jahre

340.–

TV-Antenne / Satelitenschüssel   10 Jahre
Telefonverteiler, Installationen   25 Jahre
Telefonhauszentrale, Kleinzentrale

Richtpreis: Ersatz

 

Stk.

15 Jahre

4’000.–

Schalter

Richtpreis: Ersatz

 

Stk.

15 Jahre

150.–

Steckdosen

Richtpreis: Ersatz

 

Stk.

15 Jahre

150.–

Fassungen

Richtpreis: Ersatz

 

Stk.

15 Jahre

200.–

Zähler   20 Jahre

Leuchten, Decken- und Wandleuchten in Küche, Bad, WC                                20 Jahre

Leitungen                                                                                                                     40 Jahre

Starkstromanlagen                                                                                                   40 Jahre

Balkone / Sonnenstoren / Wintergarten

Balkone:

Holzkonstruktion                                                                                                         30 Jahre

Metallkonstruktion                                                                                                       40 Jahre

Zementplatten                                                                                                             30 Jahre

Feinsteinzeugplatten                                                                                                  25 Jahre

Geländer, Holzlatten, gestrichen                                                                              20 Jahre

Geländer, Metallprofile, Rohre, Bleche, gestrichen oder einbrennlackiert         30 Jahre

Sonnenstoren:

Holz, gestrichen oder lasiert, Kunststoffkonstruktion mit Verglasungen            20 Jahre Stahl, grundiert und gestrichen mit Verglasungen                                      25 Jahre

einbrennlackiertes Aluminium, feuerverzinkte oder einbrennlackierter Stahlkonstruktionen mit Verglasungen                                                                    30 Jahre

Isolierverglasung                                                                                                        25 Jahre

Richtpreis: Glasersatz                                                             pro m2                             400.–

Einfachverglasung                                                                                                      25 Jahre

Richtpreis: Glasersatz                                                             pro m2                             150.–

Maurerarbeiten                                                                                                            25 Jahre

Plattenarbeiten                                                                                                            25 Jahre

Keramikplattenarbeiten                                                                                              25 Jahre

Elektroinstallationen, zu Wintergarten etc.                                                              25 Jahre

Terrassen:

Geländer, Holzlatten, gestrichen                                                                              20 Jahre

Geländer, Metallprofile, Rohre, Bleche, gestrichen oder einbrennlackiert         30 Jahre Zementplatten                                                                                                   30 Jahre

Feinsteinzeugplatten                                                                                                  25 Jahre

Elektroinstallationen, auf Terrassen                                                                        25 Jahre

Gartensitzplatz, Eternit-Waren                                                                                  10 Jahre

Spielplatz:

Spielgeräte, Metall, Holz, Kunststoff                                                                        15 Jahre

Fussmatten, Schmutzschleusen, Fussabstreiffer, textil                                      10 Jahre

Keller- und Estrichausbau

Nutzung für Wohn- und Arbeitszwecke                                                                   40 Jahre

Nutzung als Lagerraum                                                                                             40 Jahre

Schutzraumbelüftung                                                                                                 40 Jahre

Aufzug

Liftanlage                                                                                                                     30 Jahre

Elektroinstallationen, zu Liftanlage                                                                          30 Jahre

Gemeinschaftseinrichtungen

Waschmaschine                                                                                                        15 Jahre

Tumbler                                                                                                                        15 Jahre

Trockenapparat                                                                                                         15 Jahre

Wasserenthärtungsanlage                                                                                     20 Jahre

Kombischliessanlage                                                                                               20 Jahre

automatische Türöffner-Anlage, mechanische Teile                                        20 Jahre

Gegensprechanlage, Türöffner, elektrische Teile                                               20 Jahre

Briefkasten                                                                                                                 20 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro Stk.                            300.–

Zäune u.ä.:

Metallpfosten mit Holzstaketen o.ä., Holz imprägniert                                          15 Jahre

Metallpfosten mit Metallstaketen oder Maschendraht                                           25 Jahre

Gartenmauern, Garagenmauern, Geländemauern, massiv                               40 Jahre

Zementplatten, Zugangswege                                                                                30 Jahre

Richtpreis: Ersatz                                                                     pro m2                               60.–

Mietrechtliche Grundlagen

1.      Die normale Abnützung

MieterInnen dürfen das Mietobjekt gebrauchen, wie es im Mietvertrag verein-  bart worden ist. Sei es als Familienwohnung, als Laden oder als Büro. Für den normalen Gebrauch und die «normale Abnützung» des Mietobjekts zahlt die Mieterschaft Miete. Was unter der «normalen Abnützung» zu verstehen ist, bemisst sich in erster Linie nach dem vertraglich vereinbarten oder vorausge- setzten Verwendungszweck. So ist der Begriff der «normalen Abnützung» für eine Familie mit mehreren (Klein-) Kindern weiter zu fassen als für  eine Frau,  die alleine wohnt. Wird ein Wohnraum mit Wissen des Vermieters für Arbeiten  mit Rauchimmissionen vermietet, ist die normale Abnützung stärker.

2.      Die unsachgemässe Benützung

Die normale Lebensdauer bildet das Kriterium, wieviel beim Auszug bezahlt werden muss. Die Mieterschaft haftet beim Auszug aus einer Wohnung oder   aus einem Geschäftsraum nur für Schäden, die sie durch unsorgfältigen Ge- brauch des Mietobjekts verursacht hat. Darunter fallen etwa: Die Beschädigung von Türen durch Hunde, die Benützung von Nagelschuhen auf dem Wohnzim- mer-Parkett, von Kindern bemalte Tapeten oder das übermässige  Rauchen. Auch die Einrichtung von Werkstätten und Labors in Wohn- und Büroräumen kann zu einer unsachgemässen Benützung des Mietobjekts führen.

Bei der Haftung für den unsorgfältigen Gebrauch des Mietobjekts spielt es keine Rolle, ob die Mieterschaft  selbst,  die  MitbewohnerInnen,  die Angestellten, die Gäste oder die Haustiere mit der Einrichtung von Wohnungen und Geschäftsräumen unsorgfältig umgegangen sind. Wieviel die Mieterschaft zahlen muss, hängt nicht von der Dauer des Mietverhältnisses, sondern vom Zustandswert der beschädigten Sache ab. Die Entschädigung  bemisst  sich  nach dem Wert, den die Sache unter der Berücksichtigung des Alters und der

«normalen Lebensdauer» noch aufweist. Ein Beispiel: Ein Nadelfilz-Teppich muss ersetzt werden, weil ihn der Hund beschädigt hat. Die «normale Lebensdauer» eines Nadelfilzes beträgt acht Jahre. Der Vermieter hat den Bodenbelag vor 9 Jahren neu verlegt. Der Mieter muss keine Kosten übernehmen, weil die Lebensdauer des Teppichs bereits überschritten ist. Wieviel die Mieterschaft zahlen muss, bemisst sich also nach dem Alter des Einrichtungsgegenstandes, der Installation oder des Bauteils.

Hinweis: Massgebend ist die gesamte Lebensdauer der Sache und nicht    die Mietdauer. Ist ein Gegenstand bereits vom Vormieter benutzt worden, so ist diese Dauer bei der Berechnung hinzuzuzählen.

3.      Schäden durch Dritte

Werden Schäden durch unbekannte Dritte verursacht (z.B. durch Einbruch), so gilt der Grundsatz, dass die Schäden welche durch Gewalteinwirkung von aus- serhalb der Wohnung (Wohnungstüre, Fenster etc.) verursacht wurden, zu Las- ten des Vermieters (bzw. dessen Versicherung) gehen; wird Eigentum des Mie- ters zerstört, so hat dieser (bzw. dessen Versicherung) die Kosten zu über- nehmen.

4.      Die normale Lebensdauer bei besonderer Beanspruchung in Büros, Läden und Restaurants

Die Lebensdauer von Einrichtungen und Bauteilen verringert sich, wenn das Mietobjekt übermässig beansprucht worden ist. Dabei reduziert sich die Le- bensdauer (insbesondere für Boden-, Wand- und Deckenbeläge) bei speziellen Nutzungen wie folgt:

 

4 für Büros                                                                                                                          20%

4 Gewerbe mit wenig Beanspruchung (z.B. Läden)                                                    25%

4 Gewerbe mit viel Beanspruchung (z.B. Restaurant)                                                50%

5.      Die Reduktion der Lebensdauer bei nassen, feuchten und speziell ge- nutzten Räumen

Trotz allfälliger Ventilatoren haben in unzweckmässigen Nassräumen (Räume ohne Fenster, schlechte Entlüftung) oder feuchten Räumlichkeiten ungeeignete Einbaumöbel, Spiegelschränke, Wand- und Deckenanstriche, Fugendichtun- gen, Apparate etc. eine kürzere Lebensdauer.

Keine weitere Reduktion der «Lebensdauer» erfolgt für die besondere Beanspruchung von Räumlichkeiten wie Küche und Kinderzimmer: Diese ist bereits in einer generellen Reduktion der «Lebensdauer» von Anstrichen (von früher 10 Jahre) auf 8 Jahre berücksichtigt.

6.      Der «kleine Unterhalt» ist Sache der Mieterschaft

Die Behebung von kleinen Mängeln gehören zum «kleinen Unterhalt», die von der Mieterschaft behoben werden müssen. Dabei sollten die Kosten für die kleinen Ausbesserungen den Richtwert von ca. Fr. 100.– bis Fr. 150.– pro Re- paratur nicht überschreiten. Allgemein gelten Wartungsarbeiten die normaler- weise ohne Beizug von Fachleuten durch die Mieterschaft selbst ausgeführt werden können als «kleiner Unterhalt». Meist findet sich in den «Allgemeinen Bestimmungen zum Mietvertrag» Ausführungen oder eine Auflistung dieser Ar- beiten. Sonst gilt der Ortsgebrauch. Allerdings darf die vertragliche Regelung nicht dazu führen, dass die Mieterschaft zu einer Kostenübernahme verpflichtet wird, die den gesetzlichen Rahmen sprengt.

Beim «kleinen Unterhalt» ist die Mieterschaft nur zur Ausführung der Reparatur auf ihre Kosten verpflichtet, wenn die Ersatzteile  noch  erhältlich  sind. Ist dies nicht der Fall, muss der Vermieter die Instandstellung auf seine Kosten übernehmen.

7.      Reparaturen sind fachmännisch durchzuführen

Der kleine Unterhalt und Reparaturen müssen fachgerecht ausgeführt werden. Es darf kein «Flickwerk» entstehen. Im Zweifelsfalle sollen die Reparaturen durch einen Fachmann vorgenommen werden.

8.      Wenn Ersatzteile und Apparate nicht mehr erhältlich sind?

Wenn Ersatzteile und Apparate auf dem Markt nicht mehr erhältlich sind, hat    die Mieterschaft für die Kosten einer Neuanschaffung nicht vollumfänglich auf- zukommen. Vielmehr muss sie die Kosten im Rahmen der normalen Lebens- dauer übernehmen. Der Kostenanteil berechnet sich also nach der Rest- Lebensdauer des defekten Einrichtungsgegenstands oder des beschädigten Bauteils.

9.      Kleinere Schäden wie Farbveränderungen hinter Bildern und Möbeln

Dübellöcher, Schrammen, kleinere Schäden, Farbveränderungen von Bildern («Schatten»), hinter Möbeln usw. gehören in der Regel zur «normalen Abnüt- zung». Die Schäden sollen (wo möglich –  fachmännisch  repariert  oder,  wo nicht störend) belassen werden. Kleine Schäden können nicht zum Anlass ge- nommen werden, die ganze Einrichtung auf Kosten der Mieterschaft zu reno- vieren.

Sind kleinere Schäden derart, dass sie nicht mit der «normalen Abnützung» begründet werden können, so kann der Vermieter dafür eine Minderwertentschädigung verlangen. Diese bemisst sich am Umfange des Schadens (ästhetisch, im Gebrauch eingeschränkt etc.) und an  der  Lebensdauer der Einrichtung.

10.    Die Übernahme von Einrichtungen des Vormieters

Der Vermieter kann von der Mieterschaft verlangen, dass beim Auszug der ur- sprüngliche Zustand des Mietobjektes wiederhergestellt wird, sofern Änderun- gen ohne schriftliche vorbehaltlose Zustimmung des Vermieters vorgenommen wurden. Dies gilt auch, wenn die Mieterin von ihrem Vormieter Einrichtungsge- genstände (ohne Zutun des Vermieters) übernommen hat.  In  diesen  Fällen kann die Mieterschaft mit dem Vermieter vereinbaren, dass er beim Auszug  keine aufwändige Sanierung der Unterlage unter dem Teppich (Kleberesten),  auf dem Untergrund von Einbauten und Apparaten (Belagsfehler) fordert. Eine entsprechende Abmachung muss im Mietvertrag oder im Übernahmeprotokoll festgehalten werden.

11.    Abgelaufene Lebensdauer

Ist die Lebensdauer eines Gegenstandes abgelaufen, so muss dieser nicht zwangsläufig ersetzt werden. Ist er nach allgemeinem Ermessen noch in gu- tem, ansehnlichen und gebrauchsfähigen Zustand so kann die Mieterschaft die Erneuerung nicht verlangen (sog. «Schönheitsreparaturen»). Entstehen an sol- chen Gegenständen Schäden, so können dafür keine Minderwerte verlangt werden (Ausnahme: Antiquitäten etc.).

12.    Die Haftpflichtversicherung

Eine Haftpflichtversicherung erbringt in der Regel Leistungen für Beschädigun- gen am Mietobjekt, sofern deren Ursache nicht auf Abnützung, allmähliche Einwirkung oder durch unsachgemässen Gebrauch zurückzuführen ist.

Ist ein solcher Schaden entstanden, so sollte dieser unverzüglich der Versicherungsgesellschaft gemeldet werden. Steht eine Wohnungsabgabe an und es besteht die Möglichkeit, dass der Vermieter solche Schäden geltend macht, sollte die Versicherungsgesellschaft frühzeitig (ca. 30 Tage vor der Wohnungsabgabe) darüber verständigt werden. In der Regel wird die Gesellschaft einen Schadeninspektor mit der Aufnahme des Mieterschadens beauftragen.

Stellt sich erst bei der Wohnungsabgabe die Schadensforderung des Vermieters, so soll die Mieterschaft ohne Zustimmung der Versicherung keine Zusagen unterzeichnen oder gar Instandstellungsarbeiten ausführen lassen. Zwar kann der Schaden im Abnahmeprotokoll umschrieben werden, jedoch mit dem klaren Hinweis, dass die Übernahme der Schadensbehebungsungskosten vorbehältlich der Zustimmung der Versicherungsgesellschaft erfolge.

Wird die vom Vermieter geforderte Summe durch die  Versicherung  bestritten, so sollte darauf bestanden werden, dass diese die Kosten für die prozessuale Klärung der Streitfrage übernimmt.

13.    Schlüssel (verlorene)

Fehlende Schlüssel müssen auf Kosten des Mieters wie-derbeschafft werden. Bei unregistrierten Schlüsseln hat der Mieter das Recht, diese selbst neu anfertigen zu lassen. Bei registrierten Schlüsseln wird der Ersatz in der Regel durch den Vermieter beschafft. Sind durch verloren gegangene Schlüssel Anpassungen an Schliessplan und/oder Schliessanlage not-wendig, kann dies grössere Kosten zur Folge haben. Solche Aufwendungen sind nur durch die Mieterschaft zu übernehmen, wenn der begründete Verdacht besteht, dass verlorene Schlüssel zu Missbräuchen verwendet werden  können.  Die  Abgeltung muss angemessen erfolgen:

Preisrahmen: pro Wohnhaus maximal                                                            500 Fr.

Preisrahmen: pro Geschäftshaus maximal                                                  1000 Fr.

 

Schlüssel, welche von der Mieterschaft auf eigene Kosten während der Mietdauer hergestellt wurden, sind bei der Wohnungsabgabe  der Vermieterschaft ohne Entschädigung zu übergeben.

14.    Garten allgemein

Sofern im Vertrag nicht anders geregelt: Für den Unterhalt eines Gartens, (z.B.  in einem Einfamilienhaus oder in einem Mehr-familienhaus zur Alleinbenützung vermietet wurde) hat der Mieter aufzukommen. Wie und wann er dies tut, ist seine Sache. Dies trifft auch für die Schneeräumung zu. Zurückschneiden von Sträuchern geht zu Lasten des Mieters; nicht jedoch der Gehölzschnitt grosser Bäume.

Substanzielle Veränderungen an der Gartenanlage  bedürfen  der Zustimmung des Vermieters. Bei Beendigung des Mietverhältnisses muss der Garten den gleichen Zustand aufweisen wie beim Antritt. Im Streitfalle liegt die Beweispflicht beim Vermieter.

Berechnungsbeispiele

Beispiel 1: Ersatz eines Teppichs nach Ablauf der Lebensdauer

Ein Mieter ist vor sechs Jahren in die  Wohnung eingezogen. Der  Sisalteppich  im Wohnzimmer war bereits damals fünf Jahre alt. Insgesamt war der Teppich also elf Jahre in der Wohnung. Da die «Lebensdauer» eines Sisalteppichs höchstens zehn Jahre beträgt, muss der Mieter beim Auszug keine Kosten für diesen Teppich übernehmen. Er ist abgeschrieben und durch die monatlichen Mietzinszahlungen des Mieters bereits vor einem Jahr vollständig abbezahlt.

Beispiel 2: Streichen eines Zimmers

Ein Mieter ist vor vier Jahren in  die Wohnung eingezogen. Das Wohnzimmer war beim Einzug frisch gestrichen. Durch starkes Rauchen muss die Wohnung beim Auszug wiederum gestrichen werden:

Rechnung des Malers: Fr. 1’300.–
Lebensdauer des Anstriches   8 Jahre
bereits abgegolten   5 Jahre
durch den Mieter zu übernehmen: 50%2 Fr. 650.–
Beispiel 3: Minderwert durch Sprung im Lavabo    

Ein 12 Jahre altes Keramik-Lavabo wird durch eine fallengelassene Parfümfla- sche beschädigt (nicht stark sichtbare Kerbe in der Lavaboschüssel). Der Er- satz würde insgesamt ca. Fr. 900.– kosten. Rund 1/3 der Lebensdauer ist be- reits abgeschrieben. Der aktuelle Zustandswert beträgt also rund Fr. 600.–. Es scheint angemessen den Minderwert durch die kleine Beschädigung mit 5%, also Fr. 30.– zu berechnen.

2 Bei sehr starkem Nikotinbelag können – zu Lasten des Mieters – Kosten für eine Spe- zialbehandlung des Untergrundes zur Abdeckung der Nikotinablagerungen hinzu- kommen.

© Copyright bei HEV Schweiz und SMV/D (Publikation auch Auszugsweise nur mit Zu- stimmung der Herausgeber)

 

Bauholz

 

Bauholz (auch Konstruktionsholz) ist Holz, das als Baustoff zur Errichtung von Gebäuden und anderen Bauwerken verwendet wird. Je nach Form und Verarbeitungsgrad wird zwischen verschiedenen Bauholzprodukten unterschieden, die in die Kategorien Vollholz, Brettschichtholz und Holzwerkstoff eingeordnet werden. Verschiedene Normen definieren Qualitätsansprüche und Eigenschaften, welche die Bauholzprodukte, je nach Verwendung, erfüllen müssen. Hochwertigere Qualitätsklassen werden teilweise als sogenanntes Konstruktionsvollholz vom Bauholz unterschieden. Die Entsorgung von Bau- und Abbruchhölzern (Altholzentsorgung) ist in der Altholzverordnung geregelt.

Eigenschaften

Holz eignet sich aus vielen Gründen gut als Baumaterial, z. B. wegen der geringen Dichte bei zugleich hoher Steifigkeit, der guten Verarbeitbarkeit, der Beständigkeit (Dauerhaftigkeit), Tragfähigkeit usw. Diese Eigenschaften hängen stark von der Holzart, den verwendeten Holzanteilen (Kernholz, Splintholz), der Verarbeitung, dem Holzschutz und vielen anderen Faktoren ab.

Verschiedene Normen tragen dazu bei, bestimmte Qualitäten beim Bauholz sicherzustellen. In Deutschland sind z. B. nach der DIN 1052 nur bestimmte Holzarten zur Verwendung für tragende Zwecke zugelassen:

  • Nadelhölzer: Fichte, Tanne, Kiefer, Lärche, Douglasie, Western Hemlock, Southern Pine und Yellow Cedar.
  • Laubhölzer: Eiche, Buche, Teak, Keruing, Afzelia, Merbau, Angélique (Basralocus), Bongossi und Greenheart.

Die Verarbeitung von Bauholz im Bauwesen findet im Bereich des Rohbaus (Errichtung und Reparatur von Dachkonstruktionen, Bau bzw. Montage von Fertighäusern, Reparatur und Neubau von Fachwerkhäusern usw.) statt. Diese Tätigkeiten fallen in den Bereich der Zimmerleute.

Im Bauwesen werden weitere Holzprodukte verwendet, die jedoch nicht zum Bauholz im eigentlichen Sinne gehören. Dies sind z. B. Fenster, Türen oder Parkett. Auch im Betonbau wird vielfach Holz für Hilfskonstruktionen eingesetzt, z. B. als Schalungen, welches aber ebenfalls nicht zum Bauholz gezählt wird.

Vollholz

Als Vollholz oder Massivholz werden Holzerzeugnisse bezeichnet, deren Querschnitte aus einem Baumstamm herausgearbeitet und eventuell spanabhebend (Bohren, Fräsen, Hobeln usw.) weiterverarbeitet wurden. Das Gefüge des Holzes wird, anders als bei Brettschichtholz und Holzwerkstoffen, nicht mechanisch oder mechanisch-chemisch verändert.

Beim Vollholz wird zwischen Rundholz und Schnittholz unterschieden:

Baurundholz

 

Baumstämme von Weißtannen aus Gersbach (Schopfheim) stützen auf der Expo 2000 das größte freitragende Holzdach der Welt.

Baurundholz besteht aus entasteten, entrindeten oder rundgeschälten Baumstämmen bzw. Stammabschnitten, auch als Rundholz bezeichnet. Diese werden oft ohne weitere Verarbeitung als Pfahl/Pflock, etwa als Pfosten oder Stützen, Rammpfahl (Pilot), Masten, Palisaden, zum Bau von Spielplatzgeräten sowie im Wasserbau, z. B. als Dalben, verwendet.

Qualitätsanforderungen für Baurundholz sind in Deutschland in der DIN 4074 Teil 2 Bauholz für Holzbauteile; Gütebedingungen für Baurundholz. (Nadelholz) definiert.

 

Typische einfache Blockhütte

Rundholz direkt zu verarbeiten, gehört zu den ursprünglichsten Nutzungsformen von Holz im Bauwesen. Da ganze Stämme aber dazu neigen, auf voller Länge bis in den Kern aufzureißen, ist eine aufwändigere Trocknung und Einsatz geeigneter Zimmermannsverbindungen Voraussetzung. Modernes Baurundholz hingegen ist meist auf genauen Durchmesser gefräst und kammergetrocknet.

Typische Einsatzgebiete von Rundholz, historisch wie aktuell, teils aus technischen Gründen, teils wegen der rustikalen Erscheinung:[1]

  • traditioneller Blockhausbau, insbesondere dort, wo mit Material vor Ort gearbeitet wird, wie abgelegenere Höfe und Hütten, Forst- und Jagdhäuser, Almhütten, Scheunen und Schober, und ähnliches
  • einfache Nebengebäude (Lagerhütten, landwirtschaftliche Zweckbauten, Autounterstände, Pavillons)
  • Gerätschaften für Spielplätze
  • Zäune, Geländer und ähnliche Absperrungen
  • einfachere Brücken (Fuß- und Radstege), Wegbefestigungen von Wanderwegen und alpinen Steigen, Boots- und Badestege, und Ähnliches
  • Masten für Niederspannungs-Freileitungen oder Telefon
  • Lärmschutzwände
  • Lawinenverbauungen und Wasserbau
  • Palisaden

Bauschnittholz

 

Datei:Dielsägen auf dem Schneideplatz.webmBauschnittholz wird aus Rundholz durch Sägen parallel zur Stammachse hergestellt, hat eine Mindestdicke von 6 mm und in der Regel einen rechteckigen oder annähernd rechteckigen Querschnitt. Es kann scharfkantig eingeschnitten sein oder noch Konturreste des Baumstammes haben.

Voraussetzung für die Verwendung als Bauschnittholz für tragende Zwecke, wie z. B. Dachstühle, ist in Deutschland die Sortierung nach der Tragfähigkeit gemäß DIN 4074 (Teil 1 für Nadelschnittholz bzw. Teil 5 für Laubschnittholz).[2] Die früher häufig angewandte Sortierung nach den Tegernseer Gebräuchen ist für Bauholz nicht mehr maßgeblich, aber weiterhin handelsüblich. Die DIN 4074 wurde als Produktnorm in die Bauregelliste aufgenommen und ist bauaufsichtlich eingeführt. Bauschnittholz für tragende Zwecke muss also zwingend den Sortierkriterien dieser Norm entsprechen.

Konstruktionsvollholz

Als Konstruktionsvollholz wird veredeltes Bauschnittholz bezeichnet, das gemäß einer Verbändevereinbarung zwischen dem Bund Deutscher Zimmermeister und der Überwachungsgemeinschaft Konstruktionsvollholz gegenüber der DIN 4074 erhöhte Qualitätsanforderungen erfüllt. Es besteht aus Nadelvollholz-Kanthölzern der Holzarten Kiefer, Tanne, Lärche, Douglasie oder Fichte. Man unterscheidet weiterhin zwischen Konstruktionsvollholz für den sichtbaren Bereich (KVH-Si) und Konstruktionsvollholz für den nicht sichtbaren Bereich (KVH-NSi). In der Regel ist KVH ein keilgezinktes Vollholzprodukt aus Nadelholz. Damit lassen sich beliebig lange Längen herstellen. Nach EN 1995-1-1, Abschnitt 3.2, Abs. 5 müssen Keilzinkenverbindungen die Anforderungen der EN 385 erfüllen. Nach EN 1995-1-1/NA, NCL zu 3.2 darf Keilgezinktes Vollholz nur in den Nutzungsklassen 1 und 2 verwendet werden. Die Nutzungsklassen werden in EN 1995-1-1, Abschnitt 2.3.1.3 definiert. Für KVH gelten die Festigkeits-, Steifigkeits- und Rohdichtekennwerte für Vollholz. Die Kennwerte sind in EN 338 angegeben.

In Deutschland wird je nach Querschnittsform und Dimension Bauschnittholz in unterschiedliche Produktklassen nach DIN 4074-1 unterteilt:

Kantholz
Als Kanthölzer bezeichnet man Bauholz, das durch Beschlagen (Formen des Kantholzes per Axt) oder Sägen mit vier im rechten Winkel zueinander stehenden Kanten versehen ist, welche die Querschnittsfläche ergeben. Kanthölzer werden sowohl im Bauwesen, als auch in der Möbeltischlerei eingesetzt. Sie dienen dort als Tischbeine, Verstrebungen, Lehnen und vieles andere. Als Bauschnittholz weisen Kanthölzer eine Mindestdicke von 4 cm nach DIN 4074 Bauschnittholz (bzw. 6 cm DIN 68252 für Handelsware allgemein) auf, wobei die Querschnittshöhe maximal das Dreifache der Breite beträgt. Vorwiegend hochkant biegebeanspruchte Bretter und Bohlen sind nach DIN 4074-1 wie Kantholz zu sortieren und entsprechend zu kennzeichnen. Wichtige Einsatzbereiche von Kanthölzern sind bzw. waren z. B. Dachsparren, Stützen und Fachwerk.
Balken

 

Beispiel für die verschiedenen Arten von Bauschnittholz: Kantholz/Balken, Bohle/Brett und Latte

Der Balken ist die umgangssprachlich benutzte Form für die technische Bezeichnung eines Kantholzes, die sich mehr oder weniger auf die Anwendungsart/Verwendungszweck oder Dimension bezieht. Beim Balken misst die längere Seite des Querschnitts mindestens 20 cm. Häufig werden Balken zur Konstruktion von Holzbalkendecken verwendet.

Balkenschichtholz
Zur effizienten Ausnutzung des Rohholzes und industriellen Herstellung von formstabilen und rissminimierten Balken werden zwei bis fünf Bretter, Bohlen oder Kanthölzer flachseitig und faserparallel zu Balken zusammengeleimt.[3]
Balkenschichtholz aus zwei oder drei Vollholzlagen werden auch als Duobalken und Triobalken bezeichnet. Die Bezeichnungen LamellenholzLamellenbalken und Leimholz sollten aufgrund der Verwechslungsgefahr mit Brettschichtholz vermieden werden. Balkenschichtholz darf nach DIN EN 1995-1-1/NA, Abschnitt NCL NA.3.8, Abs. NA.2 nur in den Nutzungsklassen 1 und 2 verwendet werden und bedarf nach Abs. NA.1 einer allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung. Mit Ausnahme des Elastizitätsmodul parallel zur Faser gelten laut Zulassung Z-9.1-440 die Festigkeits-, Steifigkeits- und Rohdichtekennwerte für Vollholz.
Wie beim Konstruktionsvollholz und Brettschichtholz werden in der Regel Holzlagen mit Keilzinkenverbindungen verwendet. Der Unterschied zum Brettschichtholz besteht lediglich in der Verwendung von größeren Einzelquerschnitten.[4]
Balkenschichtholz wird nach der europäischen DIN EN 14080:2013 gefertigt, wobei in Deutschland die zugehörige Anwendungsnorm DIN 20000-3:2015 zu beachten ist. Die bisherige allgemeine bauaufsichtliche Zulassung Z-9.1-440 gilt vorläufig weiter.
Bohle
Als Bauschnittholz hat eine Bohle eine Dicke von mindestens 40 mm und eine Breite von mindestens der dreifachen Dicke.
Brett
Ein Brett hat eine maximale Dicke von 40 mm und eine Breite von mindestens 80 mm. Bretter zur Herstellung von Brettschichtholz können auch größere Dicken als 40 mm aufweisen.
Latte
Eine Latte ist ebenfalls bis 40 mm dick, hat aber im Gegensatz zum Brett eine Breite von maximal 80 mm.

Brettschichtholz

 

Beispiel für Brettschichtholz

Mit Brettschichtholz können größere Dimensionen, freiere Formen und höhere Festigkeiten als mit Vollholz erreicht werden. Die naturgegebenen Beschränkungen der Abmessungen werden überwunden, und es können auch weit gespannte Ingenieurtragwerke (Holzingenieurbau) ausgeführt werden, die gegenüber Stahl- und Spannbeton wirtschaftlich und konstruktiv konkurrenzfähig sind.

In der Regel verlaufen die einzelnen Holzlagen beim Brettschichtholz parallel zur kürzeren Seite des Querschnitts. Beim Balkenschichtholz ist oft das Gegenteil der Fall.

Holzwerkstoffe

Holzwerkstoffe sind Werkstoffe, die durch Zerkleinern von Holz und anschließendes Zusammenfügen der Strukturelemente erzeugt werden. Beispiele sind Sperrholz, Holzspanwerkstoffe (Spanplatten, OSB-Platten) oder Holzfaserwerkstoffe (Hartfaserplatten, MDF-Platten)

Quelle: Wikipedia

Plattenlegerarbeiten2

Plattenlegerarbeiten

Keramikfliesen sind keramische Platten, die als Wandverkleidung sowie als Beläge für den Boden, Arbeitsflächen, Fenstersimse und andere Flächen im Innen- wie Außenbereich verwendet werden. Der Begriff „Fliese“ wird auch für Naturstein, Glas, Teppich usw. genutzt, um Bauteile ähnlicher Form und Verwendung zu klassifizieren. In der Schweiz spricht man von „Plättli“, während in der Schriftsprache meistens „Platten“ oder „Plättchen“ verwendet wird. Der Begriff Kachel ist eher im Süddeutschen und in Österreich verbreitet

Geschichte

Fliesen als Außenschmuck am Felsendom, Jerusalem

Keramik stammt von dem griechischen Wort für Ton, „Keramos“, ab. Tonminerale entstehen aus den überwiegend feinstkörnigen Erweiterungsprodukten von Feldspaten, die mit unterschiedlichsten Beimengungen abgelagert wurden. Die Zusammensetzung des Tons, die Aufbereitung und der Brand bestimmen die Farbe des unglasierten Scherbens.

Die ersten Gegenstände aus gebranntem Ton stellten Menschen vor ca. 30.000 Jahren her, während die ersten keramischen Gefäße vor ca. 11.000 Jahren im Nildelta entstanden sind. Die ersten europäischen Keramikindustrien waren im Römischen Reich zu finden: Rote, glasierte Gebrauchskeramik, Terra Sigillata, war im gesamten Römischen Reich verbreitet. Die typischen roten Dachziegel sind ebenfalls bereits in großen Mengen hergestellt worden. Bodenziegel kamen auch im unteren Mittelstand zur Anwendung. Die römischen Fußbodenheizungen basierten auf keramischen und somit hitzebeständigen Werkstoffen. Die rote Farbe entstand durch die kontrollierte Belüftung des Brennofens. Schwarze Keramik wurde unter Luftabschluss gebrannt und war relativ teuer, da es sehr aufwendig war, den Brennofen abzudichten.

Keramikfliesen als Wandbelag wurden im Altertum in Ägypten, Mesopotamien und Persien angewendet, besonders in der islamisch-arabischen Architektur. Mit den Mauren kamen farbig glasierte Fliesen nach Spanien und Portugal, wo sie als Azulejos bezeichnet werden.

Für das Jahr 1000 sind die ersten nichtrömischen keramischen Bodenbeläge in Deutschland nachgewiesen. Die Handelswege der Niederländer, Spanier und Italiener verbreiteten die Keramiken in ganz Europa. Allerdings war die Herstellung sehr aufwendig und teuer, da das technische Wissen der Römer zur industriellen Herstellung verloren gegangen war.

In West- und Mitteleuropa wurden Fliesen im Mittelalter vor allem als Fußbodenbelag und zur Kaminumrandung genutzt. Diese Tonplatten, auch Tonkacheln genannt[1] trugen häufig Reliefverzierungen oder es wurde andersfarbiger Ton eingelegt, so dass ein zweifarbiges Muster entstand.

Für das 15. und 16. Jahrhundert finden vor allem Fayencefliesen aus Italien, Spanien und Frankreich Erwähnung. Von dort gelangten die Fayencen nach Antwerpen, das sich zwischen 1520 und 1570 zu einem Zentrum der Fliesenherstellung entwickelte. Nach dem Frieden von Antwerpen 1609 begann in den Niederlanden die Fliesenherstellung. Obwohl die Produkte meist Delfter Fliesen genannt werden, verlor Delft als Fliesenproduzent ab 1650 an Bedeutung und wurde von Fabriken in Rotterdam, Utrecht, Haarlem und Makkum abgelöst. Die blau-weißen holländischen Fliesentableaus und Einzelfliesen erlangten eine solche Bedeutung, dass sie sogar wieder nach Portugal exportiert wurden oder dort die Herstellung von „Azulejos in der holländischen Mode“ anregten. Auch Norddeutschland und Dänemark importierten Delfter Fliesen, mit denen häufig ganze Stuben (Pesel) ausgeschmückt wurden. Entsprechend weit reichte das Bildprogramm von Bibelfliesen bis hin zu Seefahrt und Jagd.

Mit der industriellen Revolution im 19. Jahrhundert stieg die Verbreitung der keramischen Bodenbeläge stark an. Anfangs noch als Zubrot der Ziegeleien hergestellt, entstand eine eigenständige Industrie. Seit dem späten 20. Jahrhundert werden Fliesen fast ausschließlich in hochautomatisierten Fabriken hergestellt. Es gibt aber immer noch kleine handwerkliche Betriebe, die individuelle Keramiken in kleinsten Serien produzieren.

Herstellung

Rohstoffaufbereitung

Seit den Anfängen der Keramikherstellung haben sich die verwendeten Rohstoffe nur wenig geändert. Basis ist der Werkstoff Ton als Hauptinhaltsstoff. Hierbei werden je nach Anwendung Gemische aus verschiedenen Tongruben verwendet. Neben Ton gehören weitere mineralische Rohstoffe zur Rezeptur einer Keramik. Die wichtigsten Zuschlagstoffe sind Quarz, Kaolin und Feldspat. Je nach Anwendungszweck werden unter anderem auch Kalzit, Dolomite, Flussspat oder Schamotte beigemischt. Die Kunst bei der Aufbereitung ist es, unter anderem die Verhinderung der Entmischung vor der Formgebung und das Schrumpfverhalten beim Brand kontrollieren zu können. Diese Faktoren hängen zum großen Teil nicht nur von der Korngröße, sondern vor allen Dingen von der Kornform ab. Je runder die Körner sind, desto geringer wird die Festigkeit, desto geringer wird im Gegenzug die Schrumpfung.

Formgebung

Handgeformte Keramikfliesen entstehen meistens nur noch bei Cotto oder bei Spezialanwendungen. In der modernen Keramikherstellung werden das Strangpressverfahren und die Pulverpressung (auch Trockenpressung genannt) angewendet. Beim Strangpressen wird aus einer plastischen Keramikmasse durch Extrusion ein endloses Band als Einzel- oder Doppelfliesen (Spaltklinker) hergestellt und anschließend in Fliesengröße zerteilt. Im Trockenpressverfahren wird speziell aufbereitetes Keramikpulver mit hohem Druck in Formen gepresst und danach gebrannt.

Alle Fliesen weisen besondere Muster auf der Unterseite der Fliese auf, die eine bessere Mörtelverbindung schaffen. Beim Strangpressen sind es verfahrensbedingt immer Längsrillen, die auch schwalbenschwanzförmig vertieft sein können, beim Pressen können nur einfache Muster eingepresst werden.

Ein relativ neues Verfahren ist die Verwendung von Rollenpressen bei großformatigen Feinsteinzeugtafeln (l bis größer 300 cm). Hierbei wird die keramische Grundmasse zwischen zwei sich axial bewegenden Walzen gepresst. Eine reine Pulverpresse bei Plattengrößen von mehr als zwei Quadratmeter wäre nicht wirtschaftlich.

Farben

Die Farbe von unglasierten Keramikfliesen entsteht meist durch färbende Oxide. Diese Oxide sind entweder natürliche Bestandteile der Rohstoffe (beispielsweise Eisenoxid, Mangandioxid, Titandioxid) oder sie werden dem Scherben gezielt zugemischt.

Bei glasierter Keramik wird die Oberfläche durch eine auf den Scherben aufgetragene Glasur gefärbt. Beim Monoporosa-Verfahren wird die Glasur vor dem Brand aufgetragen. Beim Biporosa-Verfahren wird der Scherben erst gebrannt, abgekühlt, und mit dem Glasurrohstoff nochmals gebrannt.

Keramikarten für Wand und Boden

Schnitt durch eine Steingutfliese, sichtbar ist die dünne Glasurschicht auf der Oberseite und die Profilierung der Unterseite zur besseren Anhaftung des Klebemörtels

Produkt Produktnorm Anwendungsbereiche[2]
Steingut- Fliesen EN 14411 Gruppe BIII Wandbekleidungen im Wohnungs- und Nichtwohnungsbau
Steinzeug- Fliesen EN 14411 Gruppe Blb; BIIa; BIIb Wandbekleidungen innen im Wohnungs- und Nicht- wohnungsbau Bodenbeläge nach erforder- licher Verschleißklasse (Innen- und Außenbeläge) Behälterbau (Trinkwasser- behälter, Schwimmbäder)
Fein- steinzeug EN 14411 Gruppe BIa Vorzugsweise (Wand- und) Bodenbeläge im Wohnungs- und Nichtwohnungsbau

Typische Steingutfliese

Steingut

Steingut (DIN EN 14411, Gruppe BIII, Anhang K) ist Keramik, deren „Scherben“ nach dem Brand bei 950–1150 °C eine Wasseraufnahme von mehr als 10 Prozent aufweist. Vorteil ist die gute Bearbeitbarkeit sowie Dekorierungsfähigkeit. Aufgrund der hohen Porosität ist Steingut nicht frostfest und bleibt auf Anwendungen in Innenbereichen beschränkt. Hierbei ist die Hauptanwendung die Verwendung als glasierte Wandfliese. Bei der Herstellung von Steingut werden zwei Verfahren unterschieden. Bei dem Einbrandverfahren (Monoporosa) wird auf die Fliese direkt nach der Formgebung flüssige Glasur aufgetragen. Anschließend wird die Fliese mit einem gewünschten Muster bedruckt. Beim Zweibrandverfahren (Biporosa) wird zuerst der Scherben gebrannt. Danach wird die Fliese glasiert und bedruckt und anschließend nochmals gebrannt.

Steinzeug

Steinzeug ist definiert als eine Keramik mit einer Wasseraufnahme von unter 3 Prozent. Aufgrund der geringen Porosität ist das Material frostbeständig. Gegenüber dem poröseren Steingut hat Steinzeug eine höhere Dichte und bessere mechanische Festigkeiten. Fast alle Fliesen für stark beanspruchte Anwendungsbereiche, zum Beispiel in Industrie, Gewerbe oder für öffentliche Bereiche, sind aus unglasiertem Steinzeug. Die Rutschhemmung wird durch die Oberflächenstruktur eingestellt. Steinzeugfliesen mit Glasuren sind die klassische Bodenkeramik. Die technischen Eigenschaften der Glasur bestimmen die Abriebfestigkeit und die Rutschhemmung.

Im Gegensatz zum Steingut wird der Scherben bei 1150–1300 °C gebrannt. Durch Zugabe von Flussspat und anderen Flussmitteln kann die Porosität verringert werden.

Feinsteinzeug

Schnitt durch eine Feinsteinzeugplatte mit strukturierter Oberfläche

Feinsteinzeug (FSZ) zeichnet sich durch eine sehr geringe Wasseraufnahme von weniger als 0,5 % aus. Es stellt damit eine Weiterentwicklung der Steinzeugfliesen dar, deren Wasseraufnahme unter 3 % liegt. Die Herstellung von Feinsteinzeug erfolgt durch trockene Verpressung von fein aufbereiteten keramischen Rohstoffen mit größeren Anteilen an Quarz, Feldspaten und anderen Flussmitteln unter hohem Druck. Danach wird der Scherben in einem Rollenofen bei hohen Temperaturen (1200–1300 °C) gebrannt.

Wegen der hohen Bruchfestigkeit und der guten Verschleißeigenschaften wird FSZ bevorzugt in öffentlichen und stark beanspruchten Bereichen eingesetzt. Durch entsprechende Oberflächenstrukturen kann die Rutschsicherheit von R 9 – R13, V4, eingestellt werden.

Zunächst wurden unglasierte Fliesen hergestellt, die eine hochdichte versinterte Brennhaut aufweisen, die annähernd so resistent gegen die Bildung von Flecken ist, wie glasierte Oberflächen.

Die Brennhaut wird auch als geläppte Oberfläche bezeichnet. Dabei handelt es sich um die anpolierte Oberschicht einer Feinsteinzeug- oder einer unglasierten Steinzeugfliese. Dies geschieht mittels mechanischer Schleifung.

Ist diese Oberfläche strukturiert bzw. reliefartig gestaltet, dann erscheint der höher ragende Bereich eher glänzend, der tiefer liegende Bereich eher matt.

Poliertes FSZ besitzt keine geschlossene Oberfläche. Die Porenräume des Scherbens werden beim Polieren durch die Entfernung der sogenannten Brennhaut geöffnet, wodurch bestimmte Verunreinigungen, die nach der Verlegung auftreten, schwieriger zu entfernen sind. Je nach Herstellungsverfahren unterscheidet sich die Porosität sehr stark.

Durch das Aufbringen von farbigen Keramikpulvern oder löslichen Salzen kann die Oberfläche von unglasiertem FSZ beeinflusst werden. Allerdings sind die Möglichkeiten aufgrund des durchscheinenden Scherbens eingeschränkt. In zunehmendem Maße wird glasiertes und bedrucktes FSZ mit einer großen Vielfalt an Dekoren hergestellt. Beispielsweise können Steine, Hölzer, Stoffe, Kork, Leder etc. imitiert werden.

Glasuren auf Steinzeug und Feinsteinzeug erreichen meist nicht die Abriebfestigkeit des Trägermaterials.

Terrakotta

Basismaterial für diese Fliesenart, umgangssprachlich auch Cotto genannt, ist ein Kalkmergel, der auch als toskanischer Schieferton bezeichnet wird und Verunreinigungen aus Quarzkrümeln enthält. Das im Tagebau gewonnene Material wird mit Wasser vermengt, geknetet, durch eine Zerkleinerungsanlage (Wolf) gedreht und strang- oder trockengepresst, oder in Holzformen gedrückt und an der Luft getrocknet. Traditionell wurden auch Reliefs oder Muster in die feuchte Masse gedrückt. Teilweise wird die Oberflächenstruktur nach dem Trocknungsprozess durch die Bearbeitung mit Stahlbürsten angepasst. Der Brand erfolgt über 36–48 Stunden bei einer Temperatur von 950 bis 1050 °C. Dabei entsteht aus dem blau-grauen Ton durch Oxidation der typisch rötlich gefärbte Cotto. Terrakotta-Produkte werden mit größerer Materialstärke als moderne Keramikprodukte gefertigt, da das grobe und kalkhaltige Rohmaterial oft keine große Festigkeit besitzt.

Klinker und Spaltklinker 

Zu den grobkeramischen Produkten gehören die klassischen Klinker. Bestehend aus Schamotte, Feldspäten und weiß- oder rotbrennenden Tonen (d. h. die Farbe entsteht erst durch den Brand), werden sie wie Cotto als Teig angerührt und im Strangpressverfahren geformt. Wenn bei der Trocknung eine Restfeuchte von circa drei Prozent erreicht worden ist, wird der Hartziegel glasiert oder unglasiert bei 1200 °C gebrannt. Um Verformungen beim Brand durch unterschiedlich strukturierte Ober- und Unterseiten zu minimieren, werden solche Platten oft als Spaltklinker in doppelter Ausfertigung (Rücken an Rücken, mit Stegen verbunden) geformt, gemeinsam gebrannt und erst nach Fertigstellung getrennt bzw. gespalten.

Hohe Kantenschärfe und Beständigkeit gegen Wasser und Frost sind die Voraussetzungen, dass Klinker ein idealer Boden- und Wandbelag für Innen- und Außenbereiche sind, auch als Verblendung, die vor ein Mauerwerk mit einem Klinkermörtel aufgeklebt wird. Die volkstümliche Bezeichnung als „Klinkerwand“ für jede vorgemauerte Wandschale ist unrichtig, hierfür werden weichere Steine, auch härter gebrannte Lochmauersteine verwendet, jedoch nur selten (und unfachgerecht) Vollklinkersteine, da solche Wände wegen mangelnder Mörtel-Verbundhaftung leicht Risse bekommen.

Vollklinker kommen überwiegend als Gehwegbelag zum Einsatz. Hierbei handelt es sich um unglasierte Klinkersteine. Diese sind trittsicher, wasserabweisend, frostfest und langlebig. Auch verändern sie im Gebrauch ihre Farbe nur wenig und verschmutzen kaum, sie bekommen lediglich eine Patina.

Kriterien für die Gebrauchseigenschaften

Fliesen werden im Wesentlichen nach ihrer Wasseraufnahmefähigkeit, ihrer Frostbeständigkeit, ihren rutschhemmenden Eigenschaften und der Beständigkeit ihrer Oberfläche gegenüber Abrieb klassifiziert.

Keramikfliesen werden in zwei Qualitäten eingeteilt: erste und zweite Wahl. Dabei werden sowohl optische wie auch qualitative Anforderungen an Glasur, Oberfläche, Maßhaltigkeit und Wasseraufnahme gestellt. Fliesen mit groben Fehlern werden oftmals auch als dritte Wahl angeboten oder gelangen in den Ausschuss.

Wasseraufnahmevermögen

Gruppe Massen-% Wasseraufnahmevermögen
Ia höchstens 0,5 %
Ib höchstens 3 %
IIa 3 % bis 6 %
IIb 6 % bis 10 %
III mehr als 10 %

Die Europäische Norm DIN EN 14411 unterteilt keramische Fliesen und Platten nach ihrem Wasseraufnahmevermögen in fünf Gruppen. Die Prüfung erfolgt nach DIN EN ISO 10545.

Frostbeständig und somit für den Außenbereich geeignet sind nur Fliesen und Platten der Gruppen Ia und Ib. Dies gilt auch Fliesen auf überdachten Flächen wie Balkonen, da diese nach Durchfeuchtung ebenfalls vom Frost geschädigt werden können. Da gewöhnlicher Fugenmörtel wasserdurchlässig ist, muss auch bei Verklebung und Unterkonstruktion auf frostbeständige Materialien und richtige Verarbeitung geachtet werden.

Aufgrund des dichten Scherbens sind Feinsteinzeugfliesen generell frostbeständig.

Abriebfestigkeit

Die Abriebbeständigkeit der Glasur von Steinzeugfliesen (Widerstandsfähigkeit gegen Oberflächenverschleiß) wird durch ein genormtes Prüfverfahren mit einer Prüfmaschine mit rotierenden Stahlbürsten des amerikanischen Porzellan- und Emaille-Instituts (PEI) oder durch Sandstrahlen geprüft und nach DIN EN ISO 10545-7 in die Klassen 0 bis 5 eingeteilt (siehe Tabelle).

Abrieb (Oberflächenverschleiß) tritt bei Bodenbelägen infolge schleifender, reibender Beanspruchung auf und kann bei glasierten Fliesen durch Glanzveränderung der Oberfläche sichtbar werden.Glasierte Steinzeugfliesen werden hinsichtlich ihrer Beständigkeit gegen Abrieb in Gruppen unterteilt und können damit Anwendungsbereichen zugeordnet werden. Die Abriebbeständigkeit (Verschleißgruppe) ist die durch Schleif- und Sandstrahlprüfung ermittelte Widerstandsfähigkeit glasierter Fliesen und Platten. Sie wird vom Hersteller angegeben.

Abrieb- klasse Prüf-Umdrehungen Anwendungsbereiche[3]
1 150 für Wandmaterial sowie barfuß oder mit Hausschuhen begangene Flächen
2 600 für leichte Beanspruchung in wenig genutzten Räumen in privaten Haushalten
3 750/ 1500 für mittlere und kratzende Beanspruchung mit normalem Schuhwerk; etwa in privaten Dielen, Fluren und auf Balkonen, sowie in Hotelzimmern und -bädern
4 2100 / 6000/ 12000 für hohe Beanspruchung durch häufige Begehung mit normalem Schuhwerk in öffentlichen Eingangsbereichen, Terrassen, Küchen, sowie in Wirtschafts- und Verkaufsräumen, Krankenhäusern, Bürogebäuden, Hotels und Schulen
5 >12000 Anwendungsbereiche mit sehr starkem Publikumsverkehr, wie Verkehrsanlagen, Gastronomie, Verkaufs-, Versammlungs- und Sportstätten, sowie bei Beanspruchung durch Befahren wie in Garagen

Unter Zugabe von Wasser und definierten Schleifmitteln wird ein künstlicher Abrieb ermittelt. Als Ergebnis erhält man einen Wert, der angibt, bei welcher Anzahl der Umdrehungen sich eine sichtbare Veränderung ergibt. Diese Werte werden dann für eine Klassifizierung benutzt.

Bei unglasierten keramischen Fliesen und Platten wird der Tiefenverschleiß nach DIN EN ISO 10545-6 ermittelt. Mit Schmelzkorund und einer speziellen Schleifscheibe wird der „anfallende Abrieb“ gemessen. Je geringer der Wert, desto verschleißresistenter ist die Keramik.

Rutschsicherhei

Bewertungsklassen
Gruppe Haftreibwert Neigungswinkel
R9 Minimum von 6 bis 10°
R10 erhöht von 10 bis 19°
R11 erhöht2 von 19 bis 27°
R12 groß von 27 bis 35°
R13 sehr groß über 35°
Verdrängungsraum
Gruppe Mindestvolumen (cm³/dm²)
V4 4
V6 6
V8 8
V10 10

Durch die Prüfung der Rutschsicherheit nach der DIN 51130 erfolgt die Einstufung in R-Werte. Je höher die hinter dem „R“ stehende Zahl, desto rutschhemmender und schlechter reinigungsfähig ist der Belag. Wie aus der Tabelle zu ersehen ist, gibt es die Bewertungsgruppen von R9 bis R13. Die BGR 181 der Berufsgenossenschaften findet jedoch keine Anwendung auf Fußböden in Arbeitsräumen, Arbeitsbereichen und betrieblichen Verkehrswegen, bei denen keine gleitfördernden Mittel zu erwarten sind. Regenschirme transportieren Wasser, also sollte immer auf die BGR 181 Rücksicht genommen werden. Bei Abweichung von der BGR 181 sollten die Berufsgenossenschaft und die Gewerbeaufsicht zum jeweiligen Bauobjekt grundsätzlich befragt werden, da es vorkommen kann, dass beide Institutionen unterschiedliche Meinungen haben können. In Bereichen, wo fettige, pastöse oder faserig-zähe Stoffe auf den Boden gelangen, müssen Fliesen eventuell auch noch einen „Verdrängungsraum“ besitzen. Dieser Verdrängungsraum ist der zur Gehebene hin offene Hohlraum unterhalb der Gehebene und wird nach vier V-Klassen bewertet. Der V-Wert gibt an, wie viel cm³ Flüssigkeit der Boden auf einem dm² mindestens aufnehmen kann.

Eine Besonderheit bilden Keramiken für nassbelastete Barfußbereiche. Diese Oberflächen werden nach DIN 51097 geprüft und in die Bewertungsgruppen nach GUV 26.17 A, B und C eingeteilt.

Für den privaten Bereich gibt es keine Vorgaben. Dort sind polierte oder glattglasierte Keramiken anwendbar. Ein privates Schwimmbad oder eine private Sauna sollte aber nach den Regeln der GUV 26.17 Rutschsicherheit für nassbelastete Barfußbereiche ausgeführt werden.

Werden Bodenbeläge mit geringerer Mindestrutschhemmung geplant oder eingebaut (nach BGR 181/GUV 26.17), drohen im Unglücksfall Schadenersatz- oder Regressansprüche.

Säurebeständigkeit

Die Säurebeständigkeit wird nach der DIN EN ISO 10545-13 bestimmt.

Fleckempfindlichkeit

Fleckempfindlichkeit wird nach der DIN EN ISO 10545-14 klassifiziert.

Ökologische Aspekte

Keramikfliesen enthalten durch den Brand keine raumluftbelastenden, ausgasenden Stoffe. Bei Verlegung mit einem Kalk- oder Zementmörtel wird die Raumluft nicht mehr belastet, wenn das Anmachwasser verdunstet ist.

Feinsteinzeug sowie glasiertes Steinzeug und Steingut besitzen eine sehr dichte Oberfläche. Schimmelpilze finden im Allgemeinen nur in den Fugen ein geeignetes Substrat.

Bei einer Verlegung mit Reaktionsharzen, die säurebeständig sind, besteht neben einer Ausdünstungsgefahr auch ein höheres Risiko der mikrobiologischen Besiedlung gegenüber alkalischen Klebe- und Fugenmörteln.

Die Strahlenbelastung hängt von den verwendeten Ausgangsstoffen ab. Eine Gefährdung ging früher hauptsächlich von Natriumdiuranat- (Uranglas) und Kobaltglasuren aus. (Siehe Radonbelastung.)

Formate

Bis in die 1970er Jahre dominierte bei den Wandfliesen das Format 15 × 15 cm. Seitdem wird eine große Zahl neuer Formate angeboten mit der Tendenz zu immer größeren Fliesen. Inzwischen werden Formate von 120 × 120 cm und darüber hinaus verwendet.

Die gängigsten Formate lagen 2008 zwischen 25 × 33 und 30 × 90 cm bei Wandfliesen aus Steingut sowie 33 × 33 und 45 × 90 cm bei Bodenfliesen aus (Fein-)Steinzeug. Aufgrund des komplexeren Herstellungsverfahrens sind größere Formate teurer.

Auch Mosaikfliesen in Formaten von 1 × 1 cm bis 10 × 10 cm werden vermehrt verwendet.

Detail im gefliesten Bad: Übergang zwischen Fliesen und verputzter Wand durch Schienen

Überdies existieren Formstücke für Sockelausbildungen, Bordüren, Treppenstufen, Ecken etc. sowie spezielle Schienen zum Anschluss an andere Bodenbeläge, Ecken etc.

Maßangaben

Zu unterscheiden ist zwischen dem Nennmaß, dem Werkmaß, dem Koordinierungsmaß, dem Modularen Maß und dem Istmaß.

Das Nennmaß (z. B. 15 × 15 cm) beschreibt die nominelle Fliesengröße in cm, unter der die Fliesen gehandelt werden. Das Istmaß beschreibt die tatsächlich vorhandenen Abmessungen, die innerhalb des Toleranzbereichs von Fliese zu Fliese abweichen können.

Das Werkmaß „W“ ist das vom Hersteller vorgesehene Fertigungsmaß und addiert sich mit der Fuge zum Koordinierungsmaß „C“ (in mm). Zum Beispiel hat eine Fliese mit dem Werkmaß 247 × 197 × 5 mm ein Koordinierungsmaß von 250 × 200 mm und eine vorgesehene Fugenbreite von 3 mm. Das Nennmaß ist 25 × 20 cm.

Das Modulare Maß basiert auf einem Raster von M = 100 mm und gleicht dem Koordinierungsmaß. Das heißt, es beinhaltet die Vorgabe für die Fugenstärke in Verbindung mit dem Werkmaß.

Kalibrierung und Rektifizierung 

Bedingt durch den Brennvorgang weisen traditionell gefertigte Fliesen leicht abgerundete Kanten und gewisse Maßabweichungen auf und sind zur Verlegung mit Fugenbreiten von rund 5 mm (bzw. im Bereich von 3 bis 8 mm) vorgesehen.

Um schmalere Fugenbreiten zu erreichen, ohne dass Maßabweichungen optisch auffallen, werden Fliesen im Werk vorsortiert (nach „Kaliber“). Sortierte Fliesen besitzen in der Regel Maßabweichungen von weniger als ± 0,7 mm und werden auf der Verpackung mit der Angabe „kalibriert“ bzw. „cal.“ sowie dem genauen Maß oder einer Kennziffer gekennzeichnet. Bei Verlegung mit geringer Fugenbreite sollten Fliesen mit gleicher Kennziffer verwendet werden.[4]

Feinsteinzeugplatten werden auch als „rektifiziert“ angeboten. Rektifizierte Fliesen wurden nach dem Brand auf Maß geschnitten, so dass sie scharfe und exakt rechtwinklige Kanten aufweisen. Durch genau definierten Aussenmaße läßt sich die Fugenbreite auf 1,5 bis 2 mm verringern. Die scharfgeschnittenen Kanten sind optisch sowie beim Begehen von Fußbodenflächen allerdings deutlich wahrnehmbar, wenn Höhendifferenzen zwischen den Platten vorliegen. Bei der Verlegung ist daher eine besondere Sorgfalt erforderlich.[5][6][7][8]

Oberflächen und Reinigung von Keramikfliesen

Gaststätten-Urinal

Schmutzanhaftung und Reinigungaufwand sind in erster Linie abhängig von der Oberflächenrauheit. Während Wandfliesen und viele Bodenfliesen eine pflegeleichte, glatte Oberfläche besitzen, wird in gewerblichen Küchen und Schwimmbädern ein rutschsicherer Belag gefordert, die durch eine Strukturierung und Erhöhung der Rauheit der Fliesenoberfläche erreichbar ist.

Imprägnierung

Imprägniermittel wie Silane reduzieren die Fleckempfindlichkeit von offenporigen Oberflächen. In kapillar saugfähiger Keramik wie Terrakotta oder Steingut können zudem farbverändernde Substanzen einziehen.

Bei glasierter Keramik, unpoliertem Feinsteinzeug sowie bei unglasierten, aber vom Hersteller oberflächenvergüteten Belägen („keramische Versiegelung“) kann eine Imprägnierung nicht in die Oberfläche einziehen und würde auf der Oberfläche einen unerwünschten Belag hinterlassen. Auch bei offenporigen Werkstoffen können nicht von der Oberfläche aufgenommene Reste der Imprägniermittel zur Anhaftung von Verunreinigungen führen, speziell von in Gummi enthaltenem Ruß.

Beim Polieren von Feinsteinzeug wird die gesinterte Oberfläche abgetragen, so dass die feinen Porenräume freiliegen. Obwohl Feinsteinzeug kaum kapillar saugfähig ist, wird von den Herstellern häufig eine Imprägnierung empfohlen, um die Reinigung zu erleichtern.

Ziegelböden aus unglasiertem Steinzeug (Terracotta) oder (Spalt-)Klinkern wurden traditionell mit Klinkeröl oder anderen porenfüllenden Mitteln imprägniert, wenn es erforderlich schien, sie vor Fett-, Rotwein- und anderen Flecken zu schützen. Manche Hersteller empfehlen, die Imprägnierung noch vor dem Verfugen vorzunehmen.

Zur Versiegelung der Fugen sind spezielle Imprägniermittel erhältlich. Empfohlen wird oft eine vorherige Säuberung der Fugen mit einem sauren Reinigungsmittel (z. B. Anti-Kalk).[9]

Werkseitige Vergütungen

Nachträgliche Schutzbehandlungen durch Imprägniermittel unterscheiden sich von werkseitigen mineralischen Oberflächenvergütungen, wie Glasuren oder Engoben. Diese werden im Verlauf eines zweiten Brennvorgangs auf der Oberfläche aufgeschmolzen bilden eine glatte, flüssigkeits- und schmutzabweisende Beschichtung.

Reinigung

Insbesondere nach dem Verfugen von unglasierte Fliesen sollte die Fugenmasse gründlich abgewaschen werden, damit sich das Bindemittel nicht in der Oberfläche festsetzt und dort aushärtet. Falls es doch zu einer Verfärbung der Oberfläche kommt, kann Zementschleierentferner eingesetzt werden, um den grauen Zementbelag anzulösen und entfernen zu können. Dieser saure Spezialreiniger greift auch die Fugen an. Sie sollten daher angenässt werden, um das Eindringen des Reinigers in die Fuge zu erschweren. Nach dem Abwaschen des Reinigers kann die Fläche mit einem alkalisch wirkenden (Reinigungs-)Mittel neutralisiert werden.[10]

Fliesen mit geschlossener Oberfläche sind pflegeleicht und lassen sich mit beliebigen Haushaltsreinigern säubern. Zur Entfernung fettiger Verunreinigungen werden alkalische Reinigungmittel empfohlen.[10]

Pflegemittelhaltige Reiniger, die einen Fett-, Wachs- oder Polymerfilm hinterlassen, können das Erscheinungsbild der Fliesenoberfläche verändern und sich auf Dauer zu einer unansehnlichen und schlimmstenfalls klebrigen Schicht akkumulieren. Sofern diese Mittel im professionellen Bereich eingesetzt werden, um die Eigenschaften der Fliesenoberfläche zu beeinflussen, werden die zurückbleibenden Schichten meist bei einer jährlichen intensiven Grundreinigung wieder entfernt.[10]

Bei hartnäckigen Verschmutzungen sowie rutschsicheren Fliesen mit rauer Oberflächenstruktur kann es erforderlich sein, das Reinigungsmittel zunächst einwirken zu lassen und Microfaserbezüge, Bürsten oder Reinigungspads einzusetzen. Bürsten und Pads sollten keinen Schleifkornzusatz enthalten, der die Oberfläche mattieren oder abtragen würde.[10]

Schimmel und schwarze Stockflecken werden mit chlorhaltigen Reinigern oder speziellem Schimmelentferner entfernt.

Meine Arbeit